no1gizmo hat geschrieben:Es ist schon richtig, dass Kunden bei privaten Versicherungen schlechtere Leistungen bei höheren Kosten (Preisen) erhalten. Ich bin daher auch kein Fan privater Versicherungen. Private Unternehmen wollen Gewinne erwirtschaften, je höher, desto besser. Durch eigene Entschlakung ("Lean Management") und Wettbewerb gibt es dafür eine Evolution, die auf dem Markt eine selbstbereinigende Wirkung bringt (jedoch nur, wenn der Staat sich konsequent nicht einmischt).
Private Versicherungen muessen ihre Preise am Markt durchsetzen. In Deutschland wird das System alle paar Jahre geaendert, so dass Private staendig vor eine neue Kostenwirklichkeit gestellt werden. Das schlaegt dann irgendwann auf das Leistungsangebot durch.
Waehrend Oeffentliche, ganz egal was passiert, auf eine Subvention durch den Staat hoffen koennen.
Staatsbetriebe arbeiten solange an den Beduerfnissen vorbei, solange es keine Konkurrenz und keine Anreize gibt, so wie auch private Unternehmen sich weniger um die Beduerfnisse ihrer Kunden scheren muessen, wenn sie ein Monopol besitzen.
Im Gesundheitswesen ist es anscheinend sehr schwer fuer Markttransparenz zu sorgen und Maerktwirtschaft ist kein Selbstlaeufer. Es liegt allein in der Verantwortung des Staates, fuer die richtigen Rahmenbedingungen und Markttransparenz zu sorgen.
Das Staatsdiener natuerlich nicht in der Lage sind, ein funktionierendes billiges Umverteilungssystem ohne zusaetzlicher Anreize dauerhaft zu betreiben und weiterzuentwickeln, liegt in der Natur der Dinge. Von daher sollte es meiner Meinung nach immer langfristiges Ziel sein, oeffentliche Arbeit privatwirtschaftlich zu organisieren oder die Arbeitsprozesse dermassen zu automatisieren und zu vereinfachen, das der gemeine Staatsdiener in keinem Fall sein (buerokratisches) oportunistisches Selbstinteresse in den Mittelpunkt seiner Taetigkeit stellen kann.
Das klappt bisher nur in kleineren Staaten bzw. Administrationseinheiten.
no1gizmo hat geschrieben:Eigentlich sind wir in Deutschland mit der sozialen Marktwirtschaft schon nahe dran. In China sieht es da noch anders aus.
In China hat man die Staatsbetriebe mit auslaendischen Unternehmen zwangsverheiratet und ihnen so den Weg geebnet, den Sprung in die Marktwitschaft zu schaffen. So schlecht hat das nicht funktioniert. Kleinere Private muessen in China schon einiges bieten, um sich am Markt der Zwangsverheirateten durchzusetzen.
Wenn Rechtssicherheit und Markttransparenz verbessert werden, sehe ich China weiter auf der Ueberholspur.
Freilich sollte man sich mal ueberlegen, sich einer oeffentlichen Diskussion zu stellen, ob die finanziellen Zuwendungen der Staatsbetriebe in der jetzigen Enwicklungsphase Chinas noch zu rechtfertigen sind und ob der in China herrschende Nepotismus dauerhaft eine Gesellschaft stabil halten kann.