Was mich dabei ein wenig traurig macht ist, dass er den Eindruck zu haben scheint, ich würde hier postulieren, dass 有 dies und das auch absolut "bedeuten" würde. Aber das ich alles selbst relativiert habe (Konjunktive, nur kleine "Randnotiz" in der chinesischen Geistesgeschichte, Grundbedeutung immer noch "haben" und "besitzen", nur ein Erklärungsansatz, dem ansonsten wirklich völlig sinnentleerten Tattoo noch irgendwie eine Geltung zu verleihen usw.), ist ihm scheinbar entgangen. Ich habe einfach das Gefühl, dass Devu und ich einfach total aneinander geredet haben, ohne das ich mir erklären könnte, warum und wieso?
Sauer bin ich in der Tat aber über seine Art und Weise. Er scheint mir grundsätzlich ein Verständnis einer (wie auch immer gearteten) Fremdsprache bzw. einer fremden Kultur absprechen zu wollen ("...things you don't understand..."). So jedenfalls mein subjektiver Eindruck seiner "Argumentation". Ich fühle mich dadurch von ihm wie ein kleines Kind behandelt und das habe ich nicht wirklich nötig. Mag sein, dass es nicht seine Intention gewesen ist, diesen Eindruck zu erwecken, aber so komme ich mir vor: ich = zu blöd für seinen Intellekt. Dabei würde ich ihm in einem anderen Punkt auch überhaupt nicht widersprechen: Gewisse Dinge erschließen sich einem fremdkulturellen Sprecher halt einfach nicht, da er nicht über die gleiche kulturelle Vorprägung verfügt, wie ein Muttersprachler, dass gleiche Begriffe selbstverständlich unterschiedlich assoziert werden. Aber so zu tun, als wenn das was "Grundsätzliches" wäre...sorry...das ärgert mich wirklich...als wär' ich doof wie eine Hupe! ...Denn sonst würde er wenigstens versuchen, sowas wie 无有 aus Sicht eines Muttersprachlers zu erklären! Aber ich bin ja eh grundsätzlich dumm und würde das nicht kapieren, deswegen muss er sich auch nicht diese Mühe machen...
Zumal: Lexigraphisch lassen sich Sprachen aufgrund der kulturellen Implikationen wirklich nicht immer 1 zu 1...Wort für Wort ganz genau übersetzen, aber den Sinn eines Satzes oder eines Wortes, den kann man immer noch ausdrücken! Egal in welcher Sprache! Statt eines Wortes muss man dann in der Zielsprache vielleicht mal einen Relativsatz o.ä. bemühen, aber das steht einem Verständnis der Ausgangssprache grundsätzlich nicht entgegen. Das einzige, woran es da scheitern kann, ist das Fehlen von Kreativität und eines Stückchen Fantasie (was wiederum auch die Gefahr impliziert, dass man da auch mal völlig falsch beim Übersetzen liegen kann...das versteht sich wohl von alleine).

