Mit Chinesen über Politik reden

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beowulf
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von beowulf »

wuseltiger hat geschrieben:
beowulf hat geschrieben:
Mir fällt auf, dass es gar keine Diskussionen über deutsche Politik gibt.

Ja hast du recht. Liegt aber auch daran, dass hier kein einziger Chinese mitdiskutiert..

Über deutsche Politik zu reden kann ein Türöffner sein um mit Ch. über chin. Politik zu reden.. Das ist mir auch schon passiert, dass man dann auf diese Weise auf andere Themen kam...
Ich weiß nicht, ich habe das Gefühl, dass viele Chinesen es als unpassend empfinden dem Deutschen gegenüber da zu bedrängen/belehren.
Was natürlich auch ein Grund sein kann, ist, dass Afghanistan in den internationalen Nachrichtenagenturen - und machen wir uns nichts vor, die bestimmen weltweit über was gesprochen wird - eher ein Schattendasein führt. Ich muss da an den ex- ARD Reporter denken, der an - was weiß ich - 30 verschiedene Agenturen und Zeitungen die detailierte Verhandlungsposition der Taliban geschickt hat. Aber keine einzige diese Veröffentlichen wollte. Ähnliches ist mir bei den Forderungen der Exiltibeter aufgefallen.
Ich glaube wir haben überhaupt keine Ahnung was sich da alles abspielt. Afghanistan wird mehr oder weniger verdrängt.
Wenn ich mir den Artikel über den Irak so ansehe:

http://www.sueddeutsche.de/politik/629/482094/text/" target="_blank

"Etwa Schütze Kenneth Eastridge, der Mann am Maschinengewehr: Mit einem Kameraden hatte der inzwischen 27-jährige Soldat gewettet, wer die meisten "miesen Typen" da draußen im Irak niedermetzeln würde. Eastridge hat gewonnen: In den Straßen von Bagdad - bei seinem zweiten einjährigen Einsatz im Irak - erschoss er 80 Menschen. Mindestens."

"Etwa, wie ein GI ohne jeden Grund einen Iraker niederschoss und lakonisch anmerkte, man möge sein Opfer "einfach ausbluten lassen". Oder den Radfahrer, der eines Tages vorbeifuhr: Ungefähr 16 sei der Bengel gewesen, als die Soldaten den jungen Iraker vom Rad schossen. Ohne jedes Motiv."


Stellt sich mir schon die Frage, ob soetwas nicht in Afghanistan auch passiert. Unter den Augen deutscher Soldaten. Kann mir nicht vorstellen, dass die GI´s in Afghanistan sich anders verhalten als im Irak.
beowulf
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von beowulf »

Warum sollte man darüber diskutieren?!
Es gibt Leute, die einen Sinn darin sehen, dass die Taliban bekämpft wird und das Afghanistan ein (zumindest nach afghanischen Vorstellungen) freies Land wird.
Auf der anderen Seite, die Peace for our time -Gruppe, die meint, dass am Hindukusch ginge uns alle nichts an, und wenn doch sind ja eh die Amerikaner schuld
Das lässt sich schlichtweg nicht zusammenbringen[/quote]

Interessant - dass könnte man auf China genauso ummünzen.
Es gibt Leute, die einen Sinn darin sehen, dass die KP an der Macht bleibt und China dadurch ein reiches und entwickeltes Land wird.
Auf der anderen Seite, die Menschenrechtsgruppe, die meint, dass die KP das neue Böse ist und an allem Schuld ist und gestürzt gehört.
Das lässt sich schlichtweg nicht zusammenbringen :lol:
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von Liberator »

beowulf hat geschrieben: Interessant - dass könnte man auf China genauso ummünzen.
Es gibt Leute, die einen Sinn darin sehen, dass die KP an der Macht bleibt und China dadurch ein reiches und entwickeltes Land wird.
Auf der anderen Seite, die Menschenrechtsgruppe, die meint, dass die KP das neue Böse ist und an allem Schuld ist und gestürzt gehört.
Das lässt sich schlichtweg nicht zusammenbringen :lol:
Ich zähle mich zu keiner der beiden Gruppen. Die KP muss meiner Meinung nach früher oder später Teile ihrer Macht abgeben, sonst wird sie selbst mehr und mehr ein Entwicklungshindernis darstellen, auch wenn sie die Sache bisher ganz gut im Griff hatte.
Die KP selbst ist weder "böse" noch "gut", wobei solche Unterscheidungen eher was für den Kindergarten oder George W sind.
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von de guo xiong »

beowulf hat geschrieben: Mir fällt auf, dass es gar keine Diskussionen über deutsche Politik gibt.
beowulf hat geschrieben:Was natürlich auch ein Grund sein kann, ist, dass Afghanistan in den internationalen Nachrichtenagenturen - und machen wir uns nichts vor, die bestimmen weltweit über was gesprochen wird - eher ein Schattendasein führt. Ich muss da an den ex- ARD Reporter denken, der an - was weiß ich - 30 verschiedene Agenturen und Zeitungen die detailierte Verhandlungsposition der Taliban geschickt hat. ........
und wenn Du mir jetzt noch erklärst, was dein Bericht über die ach so bösen westlichen Medien (und deren Verschwörung) jetzt mit dem Ausgangsthema zu tun hat, wäre ich Dir dankbar! - ich denke die meisten hier kennen schon Deine Meinungen, es ist also eigentlich nicht nötig, sie in jedem (themenfremden) Thread zu wiederholen (Bezug zu China habe ich auch wenig bis garnicht gefunden).


Meine Erfahrung/Eindruck bei Chinesen (zumind. bei denen in China) ist, dass sie Politik ausserhalb von China noch viel weniger interessiert als die chinesische.

de guo xiong sagt sorry fürs OT
To the world you maybe one person,
but to one you maybe the world!!
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von Liberator »

beowulf hat geschrieben: Was natürlich auch ein Grund sein kann, ist, dass Afghanistan in den internationalen Nachrichtenagenturen - und machen wir uns nichts vor, die bestimmen weltweit über was gesprochen wird - eher ein Schattendasein führt. Ich muss da an den ex- ARD Reporter denken, der an - was weiß ich - 30 verschiedene Agenturen und Zeitungen die detailierte Verhandlungsposition der Taliban geschickt hat.
Hast du die detailierte Verhandlungsposition der Taliban zufällig irgendwo griffbereit?!
Nur mal zur Erinnerung: Die Taliban ist keine reguläre Armee oder klar strukturierte Organistation.
Es gibt in Mullah Omar zwar sowas wie einen Anführer, letztlich ist es doch eine lose Gruppierung, die sich hauptsächlich aus dem Stamm der Paschtunen rekrutiert und für einen radikal-orthodoxen Islam kämpft, in verschiedenen Abstufungen.
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von Skorpid »

de guo xiong hat geschrieben: Meine Erfahrung/Eindruck bei Chinesen (zumind. bei denen in China) ist, dass sie Politik ausserhalb von China noch viel weniger interessiert als die chinesische.
/signed
Gibt zwar auch hier wieder Ausnahmen, aber 90% von denen die ich kenne, beginnen einzuschlafen wenn ich mit einem innerdeutschen politischen Thema anfange.... das einzige wo sie wach werden ist, wenn ich "Japan" oder "Amerika" sage :D
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NHR
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von NHR »

Liberator hat geschrieben:
beowulf hat geschrieben: Interessant - dass könnte man auf China genauso ummünzen.
Es gibt Leute, die einen Sinn darin sehen, dass die KP an der Macht bleibt und China dadurch ein reiches und entwickeltes Land wird.
Auf der anderen Seite, die Menschenrechtsgruppe, die meint, dass die KP das neue Böse ist und an allem Schuld ist und gestürzt gehört.
Das lässt sich schlichtweg nicht zusammenbringen :lol:
Ich zähle mich zu keiner der beiden Gruppen. Die KP muss meiner Meinung nach früher oder später Teile ihrer Macht abgeben, sonst wird sie selbst mehr und mehr ein Entwicklungshindernis darstellen, auch wenn sie die Sache bisher ganz gut im Griff hatte.
Die KP selbst ist weder "böse" noch "gut", wobei solche Unterscheidungen eher was für den Kindergarten oder George W sind.
Warum sollte sie über kurz oder lang ihre Macht abgeben müssen?

Weil es nicht in das westliche Weltbild passt, dass es einen Staat mit nur einer Parteigibt?
Die KPC wird imo auf längere Zeit nicht weichen.
Denn sie steht bei vielen Chinesen momentan für Wohlstand, Aufschwung und Stabilität.
Ein politischer Wechsel würde dieser Stabilität zumindest Kurzfristig nicht förderlich sein.
Und ich persönlich traue einem System wie in China mehr zu im Kampfe gegen Korruption, als einer Demokratie nach westlichem Vorbild.


Also mal bitte ganz konkrete Gründe, weshalb sie hier ein Entwicklungshindernis (welche Art der Entwicklung meinst Du überhaupt? Gesellschaftliche, wirtschaftliche, oder noch was ganz anderes?) darstellen sollte.
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von hifi »

wuseltiger hat geschrieben:Aber hifi, deine Kritik ist doch etwas übertrieben (auch wenn sie sarkastisch gemeint war). Gerade hier im Forum (ich kann natürlich nicht für alle sprechen), gibt es viele Leute, deren Sichtweise nicht so beschränkt und einseitig ist wie du behauptest. Trotzdem machen diese Leute die Erfahrung, dass man auf eine riesige Mauer stößt, wenn man politische Themen bei Chinesen anspricht.
Das ist richtig. Auch meine Aussage war gewollt sehr überspitzt.
Die Leute, die mich kennen, wissen, dass ich sehr wohl die Meinungen und Kritik hier in Westen verstehe. Und ich schätze auch die Werte und Gedanken in den freien westlichen Ländern.
Allerdings bin ich nicht ganz sicher, ob eine solche Diskussion um die Richtigkeit der Werte wirklich sinnvoll ist, um einen bilateralen Dialog zwischen völlig unterschiedlichen Lebensläufen und verschiedenen Weltanschauungen herzustellen.

Das Problem ist, dass eine Grundsatzdiskussion um die Werte in der Politik immer um eine Beurteilung zwischen Gut und Böse geht. Aber die Welt selbst ist weder gut noch böse, eine Beurteilung liegt lediglich in den Augen des Betrachters. Sie ist jenach Perspektiven veränderlich und jenachdem wie die Menschen aufgewachsen sind und was sie erlebt haben, ganz anders zu empfinden. Auch die Zeit verändert die Werte von Dingen und Bewertungen von Ereignissen. In dem Hinsicht, sind solche Diskussionen für mich durchaus vergleichbar wie die Diskussionen zwischen den Gläubigen von verschiedenen Religionen. Als George W. Bush die Welt in Gut und Böse einteilte, würde wahrscheinlich die Mehrheit in diesem Forum ihn widersprechen wollen, aber dennoch beurteilen auch wir ununterbrochen alles auf der Welt und versuchen sogar manchmal unserere Sichtweise der Dingen andere Menschen aufzuzwingen.

Das zweite Problem für mich ist, dass ich nicht ganz sicher bin, ob die Ideale wie Demokratie und Menschenrecht so komplett 1:1 von außen übertragbar wäre. Ich selbst zweifle an diese Werte nicht, weil ich sie zu schätzen gelernt habe, aber dennoch bin ich die Meinung, dass das Wertsystem und die gesellschaftlichen Ideale nicht einfach grenzenlos übertragbar ist. Als die "Amerikaner" versuchten die "wilden" Idianer zu kultivieren und zu zivilisieren, zerstörten sie die Kultur und Identität von dieser Menschen. Auch wenn die Ideale noch ganz edel war, richtete man dennoch die Zerstörung eines ganzen Volks an. Natürlich bedeutet jede Übertragung von Ideale und Weltanschauung auch den Verlust von der alten Identität, aber dieser Vorgang müsste man von sich aus wollen und nicht von außen gedrängt werden. Annährung durch gegenseitige Assimilation, das ist die Grundlage für eine gut funktionierende Ehe. Das gleiche gilt auch für einen Dialog bzw. für eine ehrliche Partnerschaft. Wenn ein Gesprächspartner zu sehr dominant ist, wird der andere Beteiligte früher oder später sich unwohl fühlen.
Wenn wir das Beispiel Japan nehmen und ihre Reform und Modernisierung Mittel des. 19. Jahrhunderts anschauen, ist ebenfalls die Übernahme von technische Denkweise wesentlich leichter als die Übernahme von kultureller und ideologischer Gedankengut. Auch Japan hatte einen Demokratisierungsversuch nach dem 1. Weltkrieg und auch dieser scheiterte zu der damaligen Zeit, weil die meisten Menschen sie nicht verstanden haben. Heute ist Japan zwar eine recht stabile Demokratie, aber die obrigkeitsfügsamkeit ist bei den meisten Japanern immer noch sehr bemerkenswert. Zu diesem Thema gab es vor zwei Jahren eine ziemlich interessante Dokumentation "Campaign" (Die Wahlkampagne) von einem in New York lebenden Japaner.
Der einzige zwangshafte Ideologietransfer, der anscheinend funktioniert hat, war die Demokratisierung von Westdeutschland nach dem 2. Weltkrieg. Wobei es sich in diesem Fall doch um recht ähnliche kulturelle Wurzel handelt. Und viele Ideen und Gedanken der modernen westlichen Demokratie stammten sogar aus Deutschland. (die Aufklärung) Außerdem wurde Deutschland (auch wegen seiner Position im Kaltenkrieg) recht schnell als gleichgestellten Bündnispartner akzeptiert und auch so behandelt.

Ich denke, dass einfach nur zu sagen, was richtig und was falsch ist, bringt keine Diskussion wirklich weit. Nur zu behaupten, dass man die Wahrheit kennt, ist einfach, aber das kann genau so gut auch die anderen behaupten. Vielleicht sollte man seinem Gesprächspartner einfach nur zeigen, dass es auch andere Sichtweise der Dingen gibt und es auch noch andere Perspektive außerhalb der Bekannten gibt, ohne voreilig zu beurteilen. wenn man die Idee der Demokratie verbreiten möchte, dann muss man auch dafür sorgen, dass die Menschen, die sie annehmen sollen, die Idee hinter dem Begriff auch wirklich versteht. Und man sollte auch selbst ein Verständnis dafür haben und darauf achten, dass der gewünschte Dialog nicht zu einer Diktatur des guten Willens wird. Nur wenn die Menschen es auch von sich aus wollen, dann kommt die Demokratie schon fast von alleine.
Vielleicht ist es genau so, wie in dem Film "Matrix" lautet: "Ich kann Dir nur die Tür zeigen. Durchgehen mußt Du selber."
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von corneta »

hifi hat geschrieben:Das zweite Problem für mich ist, dass ich nicht ganz sicher bin, ob die Ideale wie Demokratie und Menschenrecht so komplett 1:1 von außen übertragbar wäre. Ich selbst zweifle an diese Werte nicht, weil ich sie zu schätzen gelernt habe, aber dennoch bin ich die Meinung, dass das Wertsystem und die gesellschaftlichen Ideale nicht einfach grenzenlos übertragbar ist.
Dieser Ansicht bin ich auch. Das System der Regierung in einem Land hängt stark von der (politischen) Bildung der Bevölkerung ab. Die Umsetzung von Demokratie und freien Wahlen setzt immer vorraus, dass die Bevölkerung die Möglichkeit und auch die Bildung hat, sich objektiv zu informieren und dann das für sie vermeintlich Bessere zu wählen. Es gibt mehr als ein Beispiel, wo einem Land Demokratie übergestülpt wurde und die Bevölkerung völlig überfordert war (Kosovo, Irak) oder dummerweise anders wählt, als es die "Retter" sich so vorgestellt hatten. Vor allem in Ländern mit vielen verschiedenen Völkern bewirkt der Wegfall der Diktatur starke Unruhen und Blutvergießen.
Das heißt nicht, dass ich Diktatur und ,damit zusammenhängend, Unterdrückung und Verfolgung von Regimgegnern verharmlose, ich bin allerdings der Ansicht, dass sich eine Gesellschaft von innen heraus entwickeln muss, um der neuen Freiheit gewachsen zu sein. Diese Entwicklung darf sich nicht nur auf die Großstädte und die dort lebenden (meist bessser gebildeten) Bevölkerung beschränken, sondern sie muss auch in entlegenere ländliche Gebiete vordringen. Nur dann ist gewährleistet, dass das Machtverhältnis ausgewogen ist, und nicht eine Gruppe über die andere bestimmt.
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von Bernhard »

de guo xiong hat geschrieben: und wenn Du mir jetzt noch erklärst, was dein Bericht über die ach so bösen westlichen Medien (und deren Verschwörung) jetzt mit dem Ausgangsthema zu tun hat, wäre ich Dir dankbar! - ich denke die meisten hier kennen schon Deine Meinungen, es ist also eigentlich nicht nötig, sie in jedem (themenfremden) Thread zu wiederholen (Bezug zu China habe ich auch wenig bis garnicht gefunden).
Na ja, beowulf meinte, dass "mit Chinesen über Politik reden" nicht zwangsläufig über chinesische Politik und Geschichte bedeuten muss. Sondern eben auch über die Politik anderer Länder, z.B. Deutschlands. Womit der ja nicht Unrecht hat.
Und zur Situation gehören eben auch die Medien. Ob man die Verlogenheit/Voreingenommenheit/Parteilichkeit westlicher Medien immer erwähnen muss, weiß ich nicht. Aber über die Politik und Glaubwürdigkeit anderer Länder sind wir halt drauf gekommen.
de guo xiong hat geschrieben: Meine Erfahrung/Eindruck bei Chinesen (zumind. bei denen in China) ist, dass sie Politik ausserhalb von China noch viel weniger interessiert als die chinesische.
Das mag oft stimmen. Was wohl daran liegt, dass viele Chinesen in Deutschland nicht deswegen hier sind, weil sie das Land so lieben, sondern weil sie hier in Studium machen oder arbeiten wollen/sollen/müssen.
Und allgemein sind Chinesen sich wohl oft selbst genug. Das hat man wohl bei vielen großen Ländern. Über die Amerikaner spottet man ja auch oft, dass sie außerhalb der USA kaum etwas kennen und kaum Bescheid wissen.

Ich weiß auch nicht... teilweise mag's so sein, dass manche Chinesen denken "die Innenpolitik anderer Länder interessiert uns nicht sonderlich, und das Innenleben Chinas verstehen Ausländer nicht". Vielleicht manchmal schade, aber Chinesen mussten ja auch manche schlechte Erfahrungen im Gespräch mit Westlern machen, wie hier im Forum angeklungen ist.
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Liberator
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von Liberator »

NHR hat geschrieben:
Liberator hat geschrieben:
beowulf hat geschrieben: Interessant - dass könnte man auf China genauso ummünzen.
Es gibt Leute, die einen Sinn darin sehen, dass die KP an der Macht bleibt und China dadurch ein reiches und entwickeltes Land wird.
Auf der anderen Seite, die Menschenrechtsgruppe, die meint, dass die KP das neue Böse ist und an allem Schuld ist und gestürzt gehört.
Das lässt sich schlichtweg nicht zusammenbringen :lol:
Ich zähle mich zu keiner der beiden Gruppen. Die KP muss meiner Meinung nach früher oder später Teile ihrer Macht abgeben, sonst wird sie selbst mehr und mehr ein Entwicklungshindernis darstellen, auch wenn sie die Sache bisher ganz gut im Griff hatte.
Die KP selbst ist weder "böse" noch "gut", wobei solche Unterscheidungen eher was für den Kindergarten oder George W sind.
Warum sollte sie über kurz oder lang ihre Macht abgeben müssen?

Weil es nicht in das westliche Weltbild passt, dass es einen Staat mit nur einer Parteigibt?
Die KPC wird imo auf längere Zeit nicht weichen.
Denn sie steht bei vielen Chinesen momentan für Wohlstand, Aufschwung und Stabilität.
Ein politischer Wechsel würde dieser Stabilität zumindest Kurzfristig nicht förderlich sein.
Und ich persönlich traue einem System wie in China mehr zu im Kampfe gegen Korruption, als einer Demokratie nach westlichem Vorbild.


Also mal bitte ganz konkrete Gründe, weshalb sie hier ein Entwicklungshindernis (welche Art der Entwicklung meinst Du überhaupt? Gesellschaftliche, wirtschaftliche, oder noch was ganz anderes?) darstellen sollte.
Ich habe geschrieben, dass sie über kurz oder lang Teile ihrer Macht abgeben muss, sonst wird sie selbst mehr und mehr ein Entwicklungshindernis darstellen.
Ich habe nicht geschrieben, dass sie ihre Macht abgeben muss.

Das die KPC ganz sicher nicht daran denkt, sich selbst abzuschaffen, ist ja die Frage nicht.

"Korruption", kommt natürlich immer auch darauf an was man darunter versteht.
Weiß nicht, wie du auf die Idee kommst, dass es in der westlichen Demokratien mehr Korruption gäbe, ist wohl auch Empfingungssache. Ich meine aber, dass viele Chinesen Korruption in ihrem Land als Problem ansehen, was man meinetwegen auch von Italien/Italiänern sagen kann, nicht aber von Deutschland.
Zum Kampf gegen Korruption : Korruption wird in China mit dem Tod bestraft - aber trifft es wirklich die Richtigen oder doch nicht eventuell eher Sündenböcke?!
*edit* Ja ich weiß, es liegt an meinem westlichen Weltbild, dass ich der Meinung bin, dass vielen Leuten in China kein fairer Prozess gemacht wird :roll:

Hindernis war vielleicht falsch ausgedrückt, Hemmnis trifft es wohl besser, sprich es gibt wirtschaftliche Entwicklung, aber die Wirtschaft wächst nicht so schnell wie sie könnte. (Wohlgemerkt auf die Zukunft bezogen - jetzt noch nicht der Fall)
beowulf
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von beowulf »

"Hast du die detailierte Verhandlungsposition der Taliban zufällig irgendwo griffbereit?!
Nur mal zur Erinnerung: Die Taliban ist keine reguläre Armee oder klar strukturierte Organistation.
Es gibt in Mullah Omar zwar sowas wie einen Anführer, letztlich ist es doch eine lose Gruppierung, die sich hauptsächlich aus dem Stamm der Paschtunen rekrutiert und für einen radikal-orthodoxen Islam kämpft, in verschiedenen Abstufungen."

Nein - hab ich leider nicht. Sie wurden ja nicht veröffentlicht :lol:
Ich hab hier aber den Link zu dem Interview:

http://www.youtube.com/watch?v=G4Sd2mzHRqk" target="_blank
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von wuseltiger »

NHR hat geschrieben: Warum sollte sie über kurz oder lang ihre Macht abgeben müssen?

Weil es nicht in das westliche Weltbild passt, dass es einen Staat mit nur einer Parteigibt?

Ah, ein Mitglied der immer größer werdenden Spezies der Diktaturversteher. Mitglieder dieser Art sind meist Einzelgänger und leben ausschließlich in warmen, demokratischen Habitaten der westlichen Hemisphäre. Sie sind geprägt durch frühkindliche Verhätschelung. Die starke emotionale Nähe zu den Elterntieren hat bei dieser Spezies zur sozialen Überanpassung geführt (auch als Ist-doch-alles-nicht-so-schlimm-Syndrom bekannt). Meist geht dies mit großem Verständnis für Diktaturen (daher der Name) und Menschenrechtsverletzungen einher, was sich nur dadurch erklären lässt, dass Mitglieder dieser Spezies dergleichen bisher noch nicht widerfahren ist.

:mrgreen:
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von Liberator »

beowulf hat geschrieben:"Hast du die detailierte Verhandlungsposition der Taliban zufällig irgendwo griffbereit?!
Nur mal zur Erinnerung: Die Taliban ist keine reguläre Armee oder klar strukturierte Organistation.
Es gibt in Mullah Omar zwar sowas wie einen Anführer, letztlich ist es doch eine lose Gruppierung, die sich hauptsächlich aus dem Stamm der Paschtunen rekrutiert und für einen radikal-orthodoxen Islam kämpft, in verschiedenen Abstufungen."

Nein - hab ich leider nicht. Sie wurden ja nicht veröffentlicht :lol:
Ich hab hier aber den Link zu dem Interview:

http://www.youtube.com/watch?v=G4Sd2mzHRqk" target="_blank
Kein Wunder das sie nicht veröffentlicht worden - war ja auch ne Ente.
Sag mal in welchem Teil des Interviews davon die Rede ist, hab keine Lust mir 1,16 h was über die " absurde rechtsradikale zionistische Regierung" in Israel anzuhören :twisted:
wuseltiger
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von wuseltiger »

Des Weiteren zeigt die Gruppe der Diktaturversteher (lat. Name: dictatura scire, wobei richtiger wäre nach heutiger Auffassung dictatura nescire) eine überaus große Wachsamkeit gegenüber politischen Vorgängen ihres eigenen Habitats. Auf politische Veränderungen in seiner eigenen natürlichen Umgebung reagiert der d. scire mit großer Entrüstung und dem Hinweis dass derartige Zustände in einer richtigen Diktatur nicht möglich seien...

:mrgreen:

wuseltiger, lässt das Radler jetzt stehen...
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