Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

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m.schmidt00
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Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von m.schmidt00 »

Nachdem mir dieses Forum bei der Planung und Durchführung meiner Hochzeit mit einer Chinesin sehr weitergeholfen hat, möchte ich nun meine eigenen Erfahrungen auch mit anderen Nutzern teilen. Dabei werde ich – ohne jegliche Garantie auf Vollständigkeit – auf die Hürden eingehen, die bei einer anstehenden Hochzeit anfallen und, sofern ich mich noch daran erinnere, auch auf die Zeitdauer sowie die anfallenden Kosten eingehen (dabei werde ich aber nicht immer alle Dokumente aufzählen, die nötig sind, nur die wichtigsten und schwierigsten Schritte erläutern). Ich hoffe mein Bericht hilft all denen weiter, die diesen Schritt noch vor sich haben. Obwohl ich alles nach bestem Wissen, Gewissen und Erinnerungsvermögen widergebe möchte ich alle bitte, sich auch fernab von meinem Post über notwendige Unterlagen zu erkundigen. Weitere Hilfe findet ihr hier im Forum und, ganz wichtig, natürlich auf offizieller Seite (bei den deutschen und chinesischen Standesämtern, Botschaften und zuständigen Behörden.

Bevor ich auf die einzelnen Schritte eingehe vielleicht etwas mehr zum Background. Wir hatten uns früh für eine Hochzeit in China entschieden, da dies für uns die beste Möglichkeit war (in Deutschland wäre es etwas komplizierter gewesen und da wir auch gebührend feiern wollten schied Dänemark aus). Meine jetzige Frau wurde in China, Putian (Provinz Fuzhou) geboren, lebt momentan allerdings in Yiwu. Das war insofern problematisch, als dass die Beschaffung vieler Dokumente (Geburtsurkunde etc., dazu später mehr) in ihrer Heimatprovinz geschehen musste. Diese Dokumente mussten dann auch zwangsläufig von der für Fuzhou zuständigen deutschen Botschaft in Gangzhou (=Kanton) legalisiert werden. Die für den Visaantrag zuständige deutsche Botschaft war allerdings Shanghai.

Schritt 1: Das Ehefähigkeitszeugnis

Erster und wohl schwierigster Schritt ist die Beschaffung eines Ehefähigkeitszeugnisses. Hierfür benötigt ihr sowohl Unterlagen von euch selbst als auch von eurer chinesischen Partnerin. Nach dem Termin mit einem freundlichen Standesbeamten hatte ich meine ToDo-Liste schnell abgearbeitet: eigentlich musste ich nur eine beglaubigte Kopie meiner Geburtsurkunde von der Gemeinde meines Geburtsortes anfordern (das war problemlos auf dem Postweg möglich), alles andere (Meldebescheinigung, Kopie des Personalausweises) konnte mir der Standesbeamte anfertigen. Kostenpunkt: ~10€ für die beglaubigte Kopie
Auf Seiten meiner Frau war das ganze ungleich komplizierter. Sie benötigte vier Dokumente:
- Vollständige Kopie des Hukou inkl. Übersetzung
- Vollständige Kopie ihres Reisepasses
- Geburtsbescheinigung inkl. Übersetzung
- Ledigkeitsbescheinigung inkl. Übersetzung

All diese Dokumente wurden vom Notariat ihrer Heimatstadt angefertigt, welche mit einem Übersetzungsbüro zusammenarbeitet. Mein Ansprechpartner beim deutschen Standesamt meinte zwar, eigentlich sei eine deutsche Übersetzung nötig, allerdings war er auch mit einer „offiziellen“ chinesischen Übersetzung einverstanden. Um die Dokumente zusammenzubekommen musste sie wiederum auf verschiedene Behörden in China und verschiedene Dokumente vorzeigen (Hukou, Ausweise, Ausweise der Eltern etc.). Kostenpunkt für die obigen Dokumente (geschätzt): 200€ (wir hatten das ganze allerdings auch etwas beschleunigt, was zusätzliche Kosten zur Folge hatte). Hinzu kamen dann noch Fahrt- und Übernachtungskosten. Dauer: ca. 2 Wochen.

Nachdem alle vier Dokumente fertig waren, musste meine Frau zum Ausländeramt in China um die Dokumente überbeglaubigen zu lassen (was zur im nächsten Schritt folgenden Legalisierung durch die deutsche Botschaft notwendig ist). Das war – wiederum gegen Aufpreis – in einem Tag möglich. Kostenpunkt: ca. 150€.

Danach stand dann der Flug zur deutschen Botschaft in Gangzhou an, um die Dokumente für den Gebrauch in Deutschland legalisieren zu lassen. Die Bearbeitung kostet ca. 150€ und dauert ca. 5 Werktage, danach werden die Dokumente per Post zugeschickt. Kosten für Flug und Unterkunft ca. 150€. Insgesamt für die Legalisierung also 300€.

Danach faxte mir meine Frau die Dokumente zu, so dass ich sie dem Standesbeamten zeigen konnte. Nach dem OK dann ab in die Post und nach Deutschland, was wiederum ein paar Tage dauert. Dann schnell zum deutschen Standesamt und das Ehefähigkeitszeugnis beantragen. Bei mir war’s in zwei Tagen fertig, typischerweise dauert es aber wohl ca. 1 Woche. Kostenpunkt: 80€. Da auf dem Ehefähigkeitszeugnis das Wort „ledig“ nicht explizit vermerkt ist, druckte mir mein Standesbeamter noch eine aktuelle Meldebescheinigung aus – kann ich jedem nur empfehlen diese mitzunehmen, hat mir sehr weitergeholfen, dazu weiter unten mehr ;-).

Anmerkung: Auf dem Informationsblatt der deutschen Botschaft in Shanghai stand, dass zur Beantragung des EFZ die Unterschriften beider Partner benötigt wird. Das wäre kompliziert geworden, da ich hätte müssen nach Shanghai fliegen um die Unterschriften „live“ im Beisein eines Mitarbeiters der Botschaft zu machen. Der Standesbeamte war da allerdings sehr offen und ihm hat meine Unterschrift genügt.

Gesamtkosten Schritt 1: ca. 800€
Gesamtdauer Schritt 1: alles in allem ca. 4-5 Wochen im Schnelldurchlauf


Schritt 2: A1-Kurs

Um später eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland zu bekommen muss eure Freundin einen offiziellen A1-Kurs besuchen. Angeboten werden diese Kurse nur in den größeren Städten, für uns kam eigentlich nur das Goethe-Institut in Shanghai in Frage. Die Erfahrungen die sie dort gemacht hat waren auch durchweg positiv, kann ich also uneingeschränkt weiterempfehlen. Dauer des Kurses: inkl. Prüfung 9-10 Wochen. Kostenpunkt: Kurs ca. 500€ plus Kosten für Wohnung. Meine Frau hat in der Jugendherberge im Viererzimmer geschlafen, was ca. 5€ pro Nacht gekostet hat. Natürlich ist auch das Essen in Shanghai teurer als zu Hause, so dass der Kurs wohl isgs. 1000€ gekostet hat.


Schritt 3: Visum und Beglaubigung der Unterlagen durch die chinesische Botschaft

Nachdem ihr das Ehefähigkeitszeugnis in euren Händen habt gibt es zwei Möglichkeiten, wie ihr dieses für den Gebrauch in China nutzbar machen könnt: Legalisierung durch die chinesische Botschaft oder Ausstellung einer Bescheinigung durch die deutsche Botschaft in Shanghai. Da wir in China nicht unnötige Zeit verlieren wollten entschieden wir uns für den ersten Weg. Konkret hieß das, das EFZ und die Meldebescheinigung (ich wollte auf Nummer sicher gehen) durch das zuständige Regierungspräsidium (in meinem Fall: Karlsruhe) beglaubigen zu lassen, durch das Bundesverwaltungsamt in Köln überbeglaubigen zu lassen, um es dann auf der chinesischen Botschaft in Frankfurt legalisieren zu können. Zeitlich hatten wir uns etwas verschätzt, ich hatte meinen Flug zu früh gebucht, weshalb alles sehr schnell gehen musste. Beglaubigung per Postweg in Karlsruhe auf dem Regierungspräsidium dauerte ca. 1 Woche (Kosten: 20€), Überbeglaubigung durch das BVA (Kosten: 20€, am selben Tag) und Legalisierung durch die chinesische Botschaft (3 Tage). Da ich für den letzten Schritt aus Zeitgründen die Hilfe einer Visaagentur in Anspruch nahm und schnelle Bearbeitung wieder einen Aufpreis bei der chinesischen Botschaft mit sich brachte kostete mich dieser Schritt knapp 250€ (inkl. Visum).

Gesamtkosten Schritt 3: ca. 300€
Gesamtdauer Schritt 3: ca. 2 Wochen


Schritt 4: Hochzeit in China

Laut unserer Informationen wäre nun eine Übersetzung des EFZ (und ggf. der Meldebescheinigung) nötig gewesen. Ausgestattet mit den Dokumenten und allen möglichen Kopien (Reisepässe etc.) versuchten wir es erstmal ohne Übersetzung und gingen direkt am zweiten Tag auf das für Ausländer zuständige Standesamt in China (in der Hauptstadt ihrer Geburtsprovinz, in unserem Fall Fuzhou). Zuerst wollten die wissen wo denn steht, dass ich ledig bin. Mit der Meldebescheinigung ausgestattet und etwas Diskussion akzeptierten sie dann meine deutschsprachigen Dokumente. Sie brauchte soweit ich mich erinnere ihr Hukou und ihre ID Card, das war alles. Das ganze Prozedere war sehr unspektakulär, wir mussten nur ein Formular am Schalter ausfüllen, die nötigen Dokumente abgeben und drei Tage später bekamen wir unsere beiden roten Heiratsbücher. :-)

Gesamtkosten Schritt 4: ca. 50€
Gesamtdauer Schritt 4: ca. 3 Tage


Schritt 5: Dokumente nach der Hochzeit

Nachdem glücklich verheiratet mussten nun die Dokumente für (a) Beantragung der Aufenthaltsbescheinigung auf der deutschen Botschaft und (b) Anerkennung der Hochzeit in Deutschland gemacht werden. Dazu muss man Schritt eins quasi neu durchlaufen. Konkret: zuerst geht’s mit den roten Heiratsbüchern auf ein Notariat in ihrer Geburtsprovinz. Wir wollten das in Fuzhou machen, dort sagte man uns aber dass es mindestens 8 Werktage dauert. Mit Connections ging’s dann auf dem Notariat ihrer Geburtsstadt in einem Tag. Wichtig: aus den roten Heiratsbüchern müsst ihr zwei Dokumente anfertigen lassen. Einmal eine einfache Kopie inkl. deutscher Übersetzung und einmal einen Text, der besagt dass ihr verheiratet seid (eines der Dokumente benötigt ihr für die deutsche Botschaft zwecks Visum, das andere für die Anerkennung der Hochzeit später in Deutschland). Diese Dokumente mussten dann wieder durch die Ausländerbehörde in der Hauptstadt ihrer Geburtsprovinz (Fuzhou) überbeglaubigt und durch die deutsche Botschaft in Gangzhou legalisiert werden.

Gesamtkosten Schritt 5 (inkl. zwei Flügen ;-)): ca. 350€
Gesamtdauer Schritt 5: ca. 4 Tage + 5 Tage Wartezeit bis die deutsche Botschaft die Dokumente zurückgeschickt hat


Schritt 6: Die Hochzeitsfeier
Bei all den Dokumenten darf man natürlich auch das Feiern nicht vergessen :-). Nachdem wir die Dokumente auf der deutschen Botschaft abgegeben hatten ging’s dann erstmal zu ihren Eltern, wo die Hochzeitsfeier stattfand. Zu den Kosten möchte ich mich nicht äußern, ein Gentleman schweigt und genießt :-)! Alles in allem ein unvergessliches Erlebnis – wenn auch sehr anstrengend.


Schritt 7: Antrag auf Aufenthaltsgenehmigung bei der deutschen Botschaft
Zum Antrag der Aufenthaltsgenehmigung mussten wir dann auf die deutsche Botschaft in Shanghai, da meine Frau derzeit in Yiwu lebt, d.h. nicht mehr in der Provinz ihres Geburtsortes. Der Antrag auf Familienzusammenführungsvisum (FZF-Visum) ist kostenlos. Zudem muss man sich keinen Termin nehmen, sondern wird als Ehefrau eines Deutschen dort nun bevorzugt behandelt :-). Zum Antrag waren zahlreiche Dokumente notwendig: Visaantrag, Zusatzerklärung, Passfotos, Mietvertrag meinerseits, bestandene A1-Kurs-Prüfung, Arbeitsnachweis ihrerseits, Heiratsdokument aus Schritt 5, und noch ein paar mehr Kopien von Ausweisen etc. (ihr findet das offizielle Informationsblatt der deutschen Botschaft auf deren Seite, dort ist alles detailliert aufgelistet). Normalerweise bietet die deutsche Botschaft gegen Aufpreis an, die Dokumente zu scannen und per Mail vorab an die deutsche Ausländerbehörde zu schicken, was wegen Überlastung in unserem Fall aber nicht nötig war. Eigentlich wollten wir zusammen auf die Botschaft, die hatte aber geschlossen in den letzten Tagen meines China-Aufenthalts wegen Umzugs. Deshalb hat sie das alleine erledigt, war aber recht unkompliziert. Jetzt warten wir, angeblich ca. 6 Wochen. Noch 5… ;-)

Das war’s.


Zusammfassung Kosten gesamt:
- Summe obige Kosten: 2500€
- Sonstige Reiskosten und Unterkunft: geschätzt ca. 800€
- Flug nach China: 700€

Macht 4000€ plus Kosten für Hochzeitsfeier + Geschenke. Alles in allem also nicht wirklich wenig Geld. Finde es etwas ungerecht, denn wer wenig Geld hat, der hat de facto keine Chance seine chinesische Partnerin zu heiraten. Traurig, wenn man so drüber nachdenkt wie ungerecht die Welt sein kann. Ich will auch keinen abschrecken, nur denke ich es ist nützlich zu wissen, was so auf euch zukommt. In einer etwas einfacheren Situation (z.B. Partnerin, die direkt in Shanghai geboren ist und dort lebt) und wenn man sich etwas mehr Zeit lässt kann man sicherlich eine Menge Geld sparen. Auch der A1-Kurs ist nicht notwendig, wenn eure Partnerin das Gespräch auf der deutschen Botschaft problemlos in fließendem Deutsch führen kann. Wenn ihr also mehrere Jahre zusammen seid ist das einen Versuch wert (alternativ kann man auch nur die A1-Prüfung ohne Kurs machen, das kostet glaub ich ca. 80€).


Zusammenfassung Dauer gesamt:
Inklusive A1-Kurs solltet ihr vier Monate einplanen. Das ganze Prozedere in China ist bei guter Vorbereitung und mit etwas Gottvertrauen in drei Wochen zu schaffen - mehr Urlaub hatte ich nicht. Würde jedoch jedem empfehlen, sich vier Wochen+ Urlaub zu nehmen, damit ihr die neu geschlossene Ehe auch wirklich geniessen könnt. Wir waren eigentlich non-stop unterwegs und/oder mit Hochzeitsfeier-Vorbereitungen beschäftigt.


Abschliessend...
Ich wünsche euch viel Erfolg auf eurem Weg! Verzweifelt nicht ob all der Dokumente, irgendwie ist es machbar, auch wenn man oft der Verzweiflung nahe ist. Wichtig sind gute Planung und Sorgfalt, haltet euch an die offiziellen Dokumente und ruft im Zweifelsfall immer an und fragt nach. Das spart eine Menge Ärger und Probleme…
m.schmidt00
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Re: Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von m.schmidt00 »

sehe gerade: eigentlich sollte der Post bei "Hochzeit & Familie" und nicht bei Visum -- kann das bitte jemand verschieben?
Andy_yi
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Re: Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von Andy_yi »

Schreib dem Admin am besten eine PM ;) ! Davon ab:

Danke für die ausführliche Erläuterung! Sehr detailliert und auch alle Kosten notiert - super!
Wenn ich mir das so alles durchlese, bin ich schon froh das ich und meine zukünftige in HK heiraten :P !

PS: Glückwunsch zur Hochzeit.
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VielUnterwegs
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Re: Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von VielUnterwegs »

Erstmal vielen Dank fuer die ausfuerhlichen Infos.
m.schmidt00 hat geschrieben: Schritt 1: Das Ehefähigkeitszeugnis
Ich verstehe das nicht so ganz. Warum hat deine Frau diese ganzen Dokumente gebraucht? Ich dachte wenn man in China in der Provinz des chinesischen Partners heiratet, dann benoetigt man das EFZ auf Chinesisch fuer den Deutschen Partner, nicht aber fuer den chinesischen. Kannst du das ein wenig aufschluesseln welche Dokumente deiner Frau wofuer benoetigt wurden?
Andy_yi
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Re: Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von Andy_yi »

VielUnterwegs hat geschrieben:Erstmal vielen Dank fuer die ausfuerhlichen Infos.
m.schmidt00 hat geschrieben: Schritt 1: Das Ehefähigkeitszeugnis
Ich verstehe das nicht so ganz. Warum hat deine Frau diese ganzen Dokumente gebraucht? Ich dachte wenn man in China in der Provinz des chinesischen Partners heiratet, dann benoetigt man das EFZ auf Chinesisch fuer den Deutschen Partner, nicht aber fuer den chinesischen. Kannst du das ein wenig aufschluesseln welche Dokumente deiner Frau wofuer benoetigt wurden?
Aus dem Wikipedia:
Wikipedia hat geschrieben: Unter dem Begriff Ehefähigkeitszeugnis versteht man eine amtliche Bescheinigung, dass dem Eheschluss kein Ehehindernis, insbesondere kein Mangel der Ehefähigkeit oder ein Eheverbot, entgegensteht
Wikipedia hat geschrieben: Auch Deutsche, die im Ausland heiraten, benötigen in der Regel ein Ehefähigkeitszeugnis, das vom Standesamt des Wohnortes ausgestellt wird. Das Ehefähigkeitszeugnis befähigt zur Heirat mit einer bestimmten Person. Für seine Ausstellung sind Kopien von Dokumenten des Ehepartners vorzulegen. Letztlich bestimmt aber das im jeweiligen Land geltende Recht, ob ein Ehefähigkeitszeugnis beigebracht werden muss. Es ist jedoch zu beachten, dass Heiraten im Ausland nicht automatisch von deutschen Behörden anerkannt werden - möglicherweise fordern deutsche Behörden zur Anerkennung der Heirat wieder ein Ehefähigkeitszeugnis vom Ausländer.
m.schmidt00
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Re: Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von m.schmidt00 »

Andy_yi hat geschrieben:
VielUnterwegs hat geschrieben:Erstmal vielen Dank fuer die ausfuerhlichen Infos.
m.schmidt00 hat geschrieben: Schritt 1: Das Ehefähigkeitszeugnis
Ich verstehe das nicht so ganz. Warum hat deine Frau diese ganzen Dokumente gebraucht? Ich dachte wenn man in China in der Provinz des chinesischen Partners heiratet, dann benoetigt man das EFZ auf Chinesisch fuer den Deutschen Partner, nicht aber fuer den chinesischen. Kannst du das ein wenig aufschluesseln welche Dokumente deiner Frau wofuer benoetigt wurden?
Aus dem Wikipedia:
Wikipedia hat geschrieben: Unter dem Begriff Ehefähigkeitszeugnis versteht man eine amtliche Bescheinigung, dass dem Eheschluss kein Ehehindernis, insbesondere kein Mangel der Ehefähigkeit oder ein Eheverbot, entgegensteht
Wikipedia hat geschrieben: Auch Deutsche, die im Ausland heiraten, benötigen in der Regel ein Ehefähigkeitszeugnis, das vom Standesamt des Wohnortes ausgestellt wird. Das Ehefähigkeitszeugnis befähigt zur Heirat mit einer bestimmten Person. Für seine Ausstellung sind Kopien von Dokumenten des Ehepartners vorzulegen. Letztlich bestimmt aber das im jeweiligen Land geltende Recht, ob ein Ehefähigkeitszeugnis beigebracht werden muss. Es ist jedoch zu beachten, dass Heiraten im Ausland nicht automatisch von deutschen Behörden anerkannt werden - möglicherweise fordern deutsche Behörden zur Anerkennung der Heirat wieder ein Ehefähigkeitszeugnis vom Ausländer.
Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Mich hat diese Regelung auch von Beginn an irritiert, eigentlich sollte es so etwas wie ein EFZ unter "Vorbehalt" nur für einen Partner geben, da die Gegenseite (sprich, die chinesischen Behörden), ja ohnehin nur wissen wollen, ob ich ledig bin und die Ehefähigkeit meiner Frau nochmals separat überprüfen. In der Tat gibt es hier im Forum auch zahlreiche Berichte in denen geschrieben steht, dass eine Meldebescheinigung (die man sich auf dem Bürgeramt für 10€ ausdrucken lassen kann) inkl. Beglaubigung, Überbeglaubigung und Legalisierung genügt. Das ist aber heutzutage wohl nur noch in einigen wenigen Regionen in China der Fall (hängt letztlich vom Standesamt in China ab). Ob das in unserem Fall genügt hätte kann ich nicht sagen, ich hatte zumindest das Gefühl dass ihn das EFZ nicht so wichtig war und es ohne Meldebescheinigung (auf der explizit das Wort "ledig" steht) schwer geworden wäre. Laut deutscher Botschaft (Telefonat) ist der sicherste Weg, sich auf Basis des EFZ ein Dokument von der deutschen Botschaft ausstellen zu lassen in dem geschrieben steht, dass man ledig ist (da, wie gesagt, die chinesischen Behörden wohl oftmals die europäischen Standardvordrucke nicht richtig interpretieren können), und dieses dann auf chinesisch übersetzen zu lassen - war für uns aus Zeitgründen aber nur eine Backup-Lösung!

In den offiziellen Unterlagen der deutschen Botschaften steht jedenfalls klipp und klar drin, dass eine Meldebescheinigung nicht ausreichend ist. Und das Ehefähigkeitszeugnis bescheinigt nun mal, dass einer Eheschliessung weder von deiner noch von der Seite deiner Partnerin nach deutschem Recht etwas entgegensteht. Wie gesagt, mein Standesamt benötigte zur Ausstellung meines EFZ dafür - zusätzlich zu meiner Geburtsurkunde, einer Kopier meines Persos und einem ausgefüllten Antrag - exakt die u.g. Dokumente meiner Frau:

- Vollständige Kopie des Hukou inkl. Übersetzung
- Vollständige Kopie ihres Reisepasses
- Geburtsbescheinigung inkl. Übersetzung
- Ledigkeitsbescheinigung inkl. Übersetzung

Kann allerdings von Standesamt zu Standesamt leicht variieren, deshalb unbedingt mit denen abklären was sie wirklich haben wollen ;-)!

Übrigens: aus diesem Grund sehe ich auch die Vorteile einer Hochzeit in Dänemark nicht ganz. Auch dort benötigt man ein EFZ und die Beschaffung dessen war mit Abstand der aufwendigste Schritt!
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Re: Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von Sachse28 »

Vom Grundprinzip lief es bei uns genauso. Allerdings mit einigen Unterschieden. So weigerte sich die chin. Botschaft in Berlin vehement das deutsche EFZ zu legalisieren weil dort "RC" als Nationalität draufstand. Auch der Ablauf in China war etwas anders. Wir hatten die Hochzeitsbücher gleich ausgehändigt bekommen. In Deutschland dauerte die Anerkennung der Heirat und die Ausstellung der Dokumente dafür etwas länger.
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Re: Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von Sachse28 »

Wo und wie genau habt ihr in eurem Fall die Geburtsbescheinigung bekommen?
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Re: Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von VielUnterwegs »

m.schmidt00 hat geschrieben: ...
Danke nochmals fuer die sehr ausfuehrliche Erklaerung. Haben noch andere Dokumente ausser dem EFZ ein Verfallsdatum? Wir leben in Peking, auch eine Flugstunde vom Hukou/den Eltern entfernt. Da werde ich wenn es konkreter wird wohl mal beim Standesamt anklopfen muessen um das in Erfahrung zu bringen. Waere aber natuerlich gut das ganze nicht schnellstmoeglich abzureissen, sondern eben mit normalen Heimaturlauben verbinden um nicht ganz so hohe Kosten zu haben.

Oder doch Hongkong... Weil wenn ich mir deine Abrechnung so anschaue, da kann ich ja eine Woche Hongkong Urlaub machen und dann einfach an einem Morgen dort die Heirat durchziehen, wobei nur Reisepaesse gezeigt werden muessen und ich gleich eine Heiratsurkunde auf Deutsch, Englisch und Chinesisch bekomme.
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Re: Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von Baozi »

"sonstige Reiskosten"


lulz :mrgreen:
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Re: Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von Sachse28 »

Die Ledigkeitsbescheinigung meiner Frau hatte nur eine Gültigkeit von 30 tagen. Da der Notar eine Unterschrift zusätzlich brauchte und meine Frau keine Zeit hatte, in Ihre Heimatstadt zu fahren, musste diese Bescheinigung von ihr neu beantragt werden. ist aber recht unkompliziert. Man sollte sich den Ablaufplan vorher schon genau organisieren. Das heißt: Bescheinigungen bei den Behörden am Vormittag holen und am Nachmittag mit allem gleich zum Notar.
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Re: Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von happyfuture »

m.schmidt00 hat geschrieben:Gesamtkosten Schritt 4: ca. 50€
Gesamtdauer Schritt 4: ca. 3 Tage
Unsere Erfahrung:
Gesamtkosten Schritt 4: RMB 9
Gesamtdauer Schritt 4: 9 Min.

Ansonsten stimmt der Rest so ziemlich überein, wobei es bei den Übersetzungen und Legalisierungen kleine "Abweichungen" gab, insbesondere bei den Kosten.
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Re: Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von asiaxxxpat »

Ich wuerde mir obriges Prozedere nie antun. Warum habt Ihr nicht einfach in HK standesamtlich geheiratet und dies dann anschliessend in China und D gemeldet.

Prozedere (auch fuer Non-Residents) hierfuer: Man meldet sich beim Standesamt in HK an (Paesse mitnehmen + ein paar Hundert HKD) und hat ein kleines Interview. Anschliessend bekommt man seinen Termin, ca 1 Monat spaeter. Dann zum Termin beim Standesamt wieder puenktlich erscheinen (ca 1000 HKD mitnehmen & Paesse) und weniger als 15 Minuten spaeter ist man verheiratet.

Man benoetigt keine Hukos und kein EFZ, keine beglaubigten Uebersetzungen, keine Fotos,.. Es ist einfach und unkompliziert.
Roger
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Re: Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von Roger »

Um diesem ganzen Quatsch und besonders den Kosten zu entkrinnen, haben wir in Dänemark geheiratet.
Keinerlei Kosten für Formulare und Dokumente im Vorraus.
Trauungsgebühr: 500.- DKR, das sind rund 70.-€, 3 Tage Hotel, das war's schon und ich denke, jeder der das vorhat, kann sich das auch leisten.
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Re: Hochzeit mit einer Chinesin – Ein Erfahrungsbericht

Beitrag von m.schmidt00 »

Sachse28 hat geschrieben:Wo und wie genau habt ihr in eurem Fall die Geburtsbescheinigung bekommen?
Bin mir nicht 100% sicher: soweit ich informiert musste meine Frau eine Bescheinigung auf irgendeiner lokalen Gemeinde (in ihrem Geburtsort) einholen und ist dann damit zum Notariat, welches ein offizielles Dokument auf Basis der Bescheinigung erstellt hat.
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