Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

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mai
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Re: Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

Beitrag von mai »

Dennis (CDS) hat geschrieben:
Man kann zu Angliszismen stehen wie man will (...ich bin auch kein großer Fan (sic!) davon), aber in diesem Fall halte ich die Entstehung und Benutzung für nachvollziehbar.

Ich halte die Wortschöpfung "Handy" auch für ziemlich blöd, bin aber der Meinung dass Sprache sich ständig weiter entwickelt und man deswegen nicht immer gleich gegen alles sein muss, was nicht der eigenen Muttersprache entstammt.

nachvollziehbar ist alles. wenn man 100J kolonie hinter sich hat, dann wäre eher ein wunder dass die ureigene sprache zu 100% erhalten wäre.

ich halte bloß für ironisch, dass kein schwein sich darüber aufregt, dass ein Hongkonger aus geschichtlichem grund einen mischmasch von allem spricht, dagegen wenn ein tibeter das tut, dann heisst es sofort kulturausrottung. :?
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HK_Yan
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Re: Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

Beitrag von HK_Yan »

Ling Ling hat geschrieben:Die chinesische Bevölkerung hofft doch auf eine Öffnung Chinas durch die Olympischen Spiele.
Ich denke mal die ganze Welt hat darauf gehofft. Die Vergabe der Spiele war ja für das IOC was man in Lehrerkreisen "eine pädagogische Note" nennt. Das nun keine Verbesserung seit der Vergabe in China eingetreten ist ist schon tragisch genug, das sich die Lage nun deutlich verschlechtert hat ist wirklich schlimm.

Ich vermissen in China total den "Olympischen Geist". Das Olympiajahr wäre eine tolle Gelegenheit für China gewesen sich zu öffnen, einen Dialog zu starten. In China sieht man aber nur Trotzreaktionen wie man es sonst von kleinen Kindern kennt. Die Einreise von Ausländern wird stark eingeschränkt. Pressefreiheit wird weiter eingeschränkt. Ausländische Reporter haben deutlich weniger Rechte (das Gegenteil war versprochen). Dissidenten und Bürgerrechtler werden weiterhin unter Hausarrest gesetzt und verhaftet.

Der politische Schritt nach vorn für China blieb aus. Das werden wohl die traurigsten Spiele der Neuzeit. China hat es aber so verdient, denn es wurde ja nichts von dem getan was versprochen war.
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Shaolin
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Re: Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

Beitrag von Shaolin »

HK_Yan hat geschrieben:Ich vermissen in China total den "Olympischen Geist".
Dem wuerde ich nur bedingt zustimmen wollen denn auf Seiten der Bevoelkerung gibts es durchaus eine sehr grosse Vorfreude auf die Spiele, sei es durch zu erwartende Geschaefte oder um auslaendischen Gaesten 'ihr' Land zu zeigen und 'ihre' Kultur naeher zu bringen.
Bloss die Regierung versaut alles und verfolgt intern Desinformation, deshalb koennen die Leute dann nicht verstehen warum auf einmal der Westen so eine Kontra Einstellung hinlegt.
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Shaolin
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Re: Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

Beitrag von Shaolin »

USA-CHINA: Clinton macht Olympia-Teilboykott zum Wahlkampfthema
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 77,00.html
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Re: Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

Beitrag von mai »

jaja, die tante, die hätte vor 10J ihren mann boykottieren sollen
weiter so...
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TaugeNix

Re: Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

Beitrag von TaugeNix »

Also, nachdem ich gerade die den Londonern Bildern recht ähnliche Bildnisse aus Paris und einen "Vorbericht" aus den U.S. of A. gesehen habe, frage ich nochmal:
Woher kommt dieser Hass?
Es ist ja nicht nur eine Demonstration gegen die KPCh-Führung, sondern es entwickelt sich immer mehr zu einer Angst gegen die "gelbe Gefahr", ein Hass gegen Chinesen.
Die Demonstranten dort erinnern mich eher an einen aufgebrachten Mob, als an eine ihre demokratisch gesicherten Rechte ausübende Masse.

Klar, und das möchte ich bitte festhalten, ist: wie die KPCh-Führung auf die Krise in Tibet reagiert hat, war nicht richtig. Aber warum sehen diese Demonstranten in London/Paris/.. nicht, dass auch Han-Chinesen dort umgekommen sind? Von lynchenden Tibetern? Oder sind diese in deren Augen gerechtfertigt?

Irgendwie verschließt mir sich die Causa. Ich verstehe es einfach nicht, wie man derart viel Schaum vor dem Mund haben kann, wenn man über "Chinesen" spricht. Und zwar über alle.
Ich bin froh, dass diese Demonstranten (noch) nicht die breite Masse darstellen, aber wenn ich hier wie schonmal geschrieben die "Free-Tibet"-Aktivisten mit ihren Tibet-Flaggen (Made in China) an Koreanern/Japanern vorbeigehen sehe, und wirklich Hass in ihren Augen sehe, dann wird mir mulmig.

Und noch einmal: schon erstaunlich, dass nach Einsetzen der medialen Berichte über Tibet es keine neuen Terrordrohungen/-aktivitäten seitens des Feindbilds "extremistische Muslime" mehr gegeben hat, trotz bspw. des Wilders-Film "Fitna"..

In dieser Hinsicht bin ich erstmals den Medien in China dankbar, dass sie von diesem Hass (und ich nenne es bewusst Hass, Ablehnung sieht anders aus) in ihrem Land gegen sich nichts mitbekommen.

Naja, ich bin jetzt erstmal ein Monat auch "geschützt".
Vielleicht hat sich bis dahin ja alles beruhigt :D

Gruss,
TaugeNix^hofft inständig, dass sich die deutschen Politiker beim Besuch des D.L. über die Konsequenzen bewusst sind..
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Re: Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

Beitrag von belrain »

Es dürfte auf jeden Fall noch richtig interessant werden, wenn die Fackel wieder nach China kommt. Wird dann der Lauf unter "Ausschluss der Öffentlichkeit" stattfinden? :wink:
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Re: Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

Beitrag von Yingxiong »

mai hat geschrieben: nachvollziehbar ist alles. wenn man 100J kolonie hinter sich hat, dann wäre eher ein wunder dass die ureigene sprache zu 100% erhalten wäre.

ich halte bloß für ironisch, dass kein schwein sich darüber aufregt, dass ein Hongkonger aus geschichtlichem grund einen mischmasch von allem spricht, dagegen wenn ein tibeter das tut, dann heisst es sofort kulturausrottung. :?
Und die Kulturausrottung in Afrika erst! Oder haben die Menschen dort von Anfang an Englisch und Französisch gesprochen? Und sind die Menschen von dort freiwillig als Arbeiter nach Amerika gegangen?
TaugeNix

Re: Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

Beitrag von TaugeNix »

Yingxiong hat geschrieben:
mai hat geschrieben: nachvollziehbar ist alles. wenn man 100J kolonie hinter sich hat, dann wäre eher ein wunder dass die ureigene sprache zu 100% erhalten wäre.

ich halte bloß für ironisch, dass kein schwein sich darüber aufregt, dass ein Hongkonger aus geschichtlichem grund einen mischmasch von allem spricht, dagegen wenn ein tibeter das tut, dann heisst es sofort kulturausrottung. :?
Und die Kulturausrottung in Afrika erst! Oder haben die Menschen dort von Anfang an Englisch und Französisch gesprochen? Und sind die Menschen von dort freiwillig als Arbeiter nach Amerika gegangen?
Najaaaa.. Es gibt schon Menschen, die die Kolonialisierung des afrikanischen Kontinents kritisch sehen. Das als Argument für Tibet zu nehmen, halte ich nicht für zielführend ;)

Gruss,
TaugeNix^wenn der darf, darf ich auch?
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Re: Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

Beitrag von Yingxiong »

Ich warte ja immer noch auf den Zeitungsartikel:

Französische und Britische Polizisten verprügeln friedlich demonstrierenden Pro-Tibet-Demonstranten

Viele friedliche Demonstranten verhaftet.
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Re: Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

Beitrag von Shaolin »

TaugeNix hat geschrieben:Also, nachdem ich gerade die den Londonern Bildern recht ähnliche Bildnisse aus Paris und einen "Vorbericht" aus den U.S. of A. gesehen habe, frage ich nochmal:
Woher kommt dieser Hass?
Meiner Meinung nach die Fruechte einer Instrumentalisierung durch die Medien (“Die gelben Spione”, “Die Gefahr aus dem Osten”, “China- die neue Weltmacht”). Es wird polarisiert, so wie in Zeiten des Kalten Krieges: Alles im Westen ist gut, alles im Osten ist boese, Mittelwege unerwuenscht.
Diese Stabilitaet im klaren Schwarz-Weiss Denken hilft natuerlich auch Innenpolitisch ungemein um ueber viele eigene Unzulaenglichkeiten hinwegzutaeuschen. Arbeitslosigkeit, Schwaechen im sozialen System, Zukunftsaengste – da nimmt jeder Unternehmer und Politiker dankbar die Vorlage an.
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Re: Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

Beitrag von Dennis (CDS) »

TaugeNix hat geschrieben:Woher kommt dieser Hass?
Es ist der Hass gegen ein politisches System, welches zum Teil vor den Augen der Weltöffentlichkeit nach allen Regeln demonstriert, dass ihnen notfalls der politische Machterhalt wichtiger als Menschenrechte sind. Gibt es in vielen anderen Ländern auch ich weiß, aber China zieht es vor den Augen der Weltpresse durch (...wenn sie denn einreisen darf).

Die chinesische Führung macht praktisch alles in seiner Wirkung nach außen falsch, was man falsch machen kann, mein Mitleid wegen der Proteste hält sich aufgrund der nach wie vor katastrophalen Lage der Bürgerrechte in China arg in Grenzen.

Natürlich kommt den westlichen Medien eine erhebliche Mitschuld an den derzeitigen Protesten zu, keine Frage, da wurde unnötig sehr viel Öl ins Feuer gegossen. Für den eigentlichen Brand sind aber einzig und allein die Chinesen verantwortlich (...der fehlende Funke waren wohl die Aktionen in Tibet) und anstatt sich für eine Löschung (Offener Dialog und Einstellung der "Kriegsrhetorik") einzusetzen wird eher eine Ausweitung dieses Brandes billigend in Kauf genommen.

Sich jetzt hinzustellen und von der ganzen Welt unverstanden wissen zu wollen ist schon ziemlich naiv.
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Re: Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

Beitrag von Dennis (CDS) »

Yingxiong hat geschrieben:Ich warte ja immer noch auf den Zeitungsartikel:

Französische und Britische Polizisten verprügeln friedlich demonstrierenden Pro-Tibet-Demonstranten

Viele friedliche Demonstranten verhaftet.
Die Schlagzeile müsstest du dann aber logischerweise auf Chinesisch schreiben und ein Video auf Youtube laden. :mrgreen:
TaugeNix

Re: Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

Beitrag von TaugeNix »

@die letzten Postings:

Soweit ist mir das schon klar - aber warum auf die Chinesen?
Ich meine, der "Nazideutschland"-Vergleich von Cabal ist nicht seine Erfindung. Ebenso der Hass gegenüber Chinesen/Koreanern/Japanern (die ja in deren Augen eh alle gleich aussehen :roll: ).
Und damals hat das deutsche Volk sich eine Kollektivschuld aufgeladen und im Moment wird auch hier im Westen eine Sippenhaft bzw. Volkszugehörigkeitshaft/-schuld aufgebaut.

Das sich der "durchschnittliche" Chinese nicht gegen die KPCh wehrt, ist in meinen Augen mehr als verständlich, wenn man sich die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte durch das (oder trotz des) KPCh-gelenkten Volkes ansieht.
Ihnen deshalb eine Mitschuld aufzubürden zeigt meiner Meinung nach nur, dass man China nicht verstanden hat.

Gruss,
TaugeNix^wäre froh, wenn die Spiele einfach bald rum wären..
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Re: Botkott der Olympischen Spiele in Beijing

Beitrag von Shaolin »

Dennis (CDS) hat geschrieben: Die chinesische Führung macht praktisch alles in seiner Wirkung nach außen falsch, was man falsch machen kann, mein Mitleid wegen der Proteste hält sich aufgrund der nach wie vor katastrophalen Lage der Bürgerrechte in China arg in Grenzen.
.... Für den eigentlichen Brand sind aber einzig und allein die Chinesen verantwortlich (...der fehlende Funke waren wohl die Aktionen in Tibet) und anstatt sich für eine Löschung (Offener Dialog und Einstellung der "Kriegsrhetorik") einzusetzen wird eher eine Ausweitung dieses Brandes billigend in Kauf genommen.
Aufgrund des grossen Wirtschaftswachstum und zunehmender finanzieller Verknuepfung mit allerlei Projekten auch ausserhalb der VR hat so ziemlich jede Regierung ein Auge auf Geschehnisse in China, das war bereits schon vor der Vergabe der olympischen Spiele so und hat sich dementsprechend nun gesteigert.
Von daher stimme ich Dennis zu, ein derartig naives und starres Verhalten gegenueber dem Ausland - ob nun innenenpolitische Angelegenheiten oder nicht - zeugt von einem absolut katastrophalen Beraterstand.
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