Wie sage ich es meinem Kind?

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Cromson
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Beitrag von Cromson »

Ich denke auch, gerade als Kind ist es noch leicht eine Sprache zu erlernen (allgemein bis man ca. 20 Jahre alt ist fast akzentfrei hab ich mal gehört). Wenn ich da an mich beim Chinesisch lernen denke, auweia.
Sollte es bei mir soweit sein, dann auf jeden Fall Chinesisch/Deutsch und Englisch. Kenne bisher aus meinem Freundeskreis Russisch/Deutsch, Französisch/Deutsch/Englisch. und die Kinder machen einen "normalen" Eindruck. Auch wenn sie ganz schön frech sind... :lol:
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Haima
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Beitrag von Haima »

Hallo zusammen,

Unsere Kinder wachsen in der Schweiz mit Deutsch / Dialekt und Chinesisch auf. Der ältere (8) hat jetzt gerade in der Schule die ersten Englischstunden hinter sich.

Das klappt recht gut. Wichtig ist, dass jeder Elternteil konsequent nur seine "Mutter- bzw. Vatersprache" spricht. Wir akzepieren aber jeweils Antworten in der anderen Sprache.

Ich habe schon mit verschiedenen Logopäden und anderen Sprachhechten diskutiert, oder dort angefragt. Alle sind der Meinung, dass es eigentlich wichtig ist, dass man mit den Kindern in der eigenen Muttersprache kommuniziert, da man nur diese mit allen Eigenheiten kennt. Hier geht es vorallem auch um Tonlagen, Lautstärke, Gestik zum Gesprochenen usw. Ausnahmen bilden hier sicher bereits zweisprachig aufgewachene Eltern, oder solche, die sehr lange schon in einem anderen Sprachraum leben.

Wir leben damit eigenlich sehr gut. In der Schule (auf Deutsch) gibt's keine grösseren Probleme und Chinesisch lernen die Kinder einfach so nebenbei. Naja, die Zeichen brauchen schon ein wenig Übung....
Englisch, Französisch oder was dann auch immer sollen sie in der Schule oder später bei Sprachaufenthalten lernen.
Uns ist wichtig, dass die Kids einigermassen Chinesisch sprechen, da China immer ein Teil von ihnen sein wird und damit sie auch mit der Verwandschaft parlieren können.

Gruss

Haima
hifi
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Beitrag von hifi »

Dieser Ansatz finde ich sehr gut!
Allerdings meiner Meinung nach nur richtig durchführbar, wenn beide Elternteile auch beide Sprachen verstehen. In meinem Fall würde es jedoch bedeuten, dass meine Frau jetzt anfangen muss, Chinesisch zu lernen, noch bevor das Kind da ist. Sonst würde sie ja nichts verstehen, wenn ich mit dem Kind auf Chinesisch, oder wenn das Kind mit Ihr auf Chinesisch redet.

Mein Vater ist die Meinung, (ich übrigens auch) dass für ein Zwei-Muttersprachler, egal welche Sprache man spricht, leichter haben wird bzw. empfänglicher ist, auch in der Zukunft weitere Fremdsprache zu erlernen.
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Laogai
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Beitrag von Laogai »

Haima hat geschrieben:Wichtig ist, dass jeder Elternteil konsequent nur seine "Mutter- bzw. Vatersprache" spricht.
Das habe ich auch mehrfach gelesen bzw. gehört und hatte mir das auch für unseren Sohn erhofft.

Nur ist es leider so, dass meine Frau eher ein Mischmasch aus chinesisch und (oft nicht korrektem) deutsch mit dem Kleinen redet, meist letztendlich deutsch, weil er ihr Chinesisch einfach nicht versteht. Während ich den Wurm von Geburt an zugetextet habe war meine Frau eher schweigsam zu ihm bzw. benutzte lediglich Babysprache (Phantasiewörter), wohl weil sie dachte, dass ein neu geborenes Kind ohnehin nichts versteht.

Inzwischen ist, so befürchte ich, der Zug fast abgefahren. T.C. (um den Kind mal einen [Spitz-]Namen zu geben) kennt zwar einige Dinge auch oder nur auf chinesisch, aber ganze Sätze versteht er nicht :cry: Meine Hoffnung, ihm doch noch die "Muttersprache" nahe zu bringen, beruht auf der Idee, T.C. noch vor der Einschulung für mindestens ein halbes Jahr in China in einen Kindergarten unterzubringen.

Haima (Seepferd?), bist du die Mama oder der Baba? Spricht dein Partner auch chinesisch?
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Attila
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Beitrag von Attila »

laogai hat geschrieben:Nur ist es leider so, dass meine Frau eher ein Mischmasch aus chinesisch und (oft nicht korrektem) deutsch mit dem Kleinen redet, meist letztendlich deutsch, weil er ihr Chinesisch einfach nicht versteht. Während ich den Wurm von Geburt an zugetextet habe war meine Frau eher schweigsam zu ihm bzw. benutzte lediglich Babysprache (Phantasiewörter), wohl weil sie dachte, dass ein neu geborenes Kind ohnehin nichts versteht.

Inzwischen ist, so befürchte ich, der Zug fast abgefahren. T.C. (um den Kind mal einen [Spitz-]Namen zu geben) kennt zwar einige Dinge auch oder nur auf chinesisch, aber ganze Sätze versteht er nicht :cry: Meine Hoffnung, ihm doch noch die "Muttersprache" nahe zu bringen, beruht auf der Idee, T.C. noch vor der Einschulung für mindestens ein halbes Jahr in China in einen Kindergarten unterzubringen.
Wenn má ma gut drauf ist, dann redet sie korrektes Putonghua mit Eurem/Eurer Kleinen.
Eine Mischung aus Verstärkungslernen und Modelllernen, sollte hinhauen.
http://www.kinder-verein.de/thread.php?threadid=98

Speziell:
Operantes Konditionieren:
http://de.wikipedia.org/wiki/Konditionierung
Modelllernen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Modelllernen

Meine Eltern haben sich generell auf Kroatisch unterhalten. Wenn es jedoch richtig garstig wurde, wurden Gemeinheiten auf Ungarisch ausgetauscht. Seltsamerweise kann ich heute besser Kroatisch als Ungarisch.
:wink:

Interkulturelles Lernen kommt dann viel später...
"Hallo Leute da bin ich wieder! War nur mal ein paar tausend Jährchen weg, was habt ihr denn inzwischen so... ACH DU SCHEISSE!!!" - Gott

Got Pork?
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Torte
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Beitrag von Torte »

Attila hat geschrieben: Wenn má ma gut drauf ist, dann redet sie korrektes Putonghua mit Eurem/Eurer Kleinen.
Eine Mischung aus Verstärkungslernen und Modelllernen, sollte hinhauen.
http://www.kinder-verein.de/thread.php?threadid=98
sehr interessanter artikel. Bestätigt ja prinzipiell die auffassung, dass wenn man einfach mit seinen kind die entsprechende sprache spricht es vorraussichtlich diese sprache annehmen wird.
das man das mit modelllernen und konditionierung noch gezielt steuern kann ist natürlich auch eine feine sache. :P
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Haima
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Beitrag von Haima »

[
Haima (Seepferd?), bist du die Mama oder der Baba? Spricht dein Partner auch chinesisch?[/quote]

Ja, Haima = Seepferd. Den Namen habe ich von meiner Schwiegermutter. Die kann nämlich meinen richtigen Namen nicht aussprechen. Da hat sie mich einfach Haima (tönt ganz ähnlich) genommen. Nun heisse ich inzwischen in China halt grundsätzlich so. Ist doch gar nicht so schlecht....

Ich bin übrigens der Baba, und spreche eben Deutsch mit den Kindern. Meine Frau Chinesisch.
Lasst euch nicht unterkriegen, wenn die Kinder trotz chinesischer Fragen auf Deutsch antworten. Bei uns gibt's auch immer wieder mal solche Phasen. Plötzlich nimmt dann wieder das Chinesische Überhand.

Wir nehmen übrigens keine Rücksicht, ob der andere das Gesprochene nun versteht oder nicht. Mein chinesisch ist nicht so gut, was meine Frau und Kinder so sprechen verstehe ich aber meist schon. Wenn ich's nicht verstehe, frage ich nach. Nur bei wichtigen Themen, wenn z. B. etwas zusammen geplant oder besprochen werden muss, wechseln wir auf Deutsch. Ansonsten immer zweisprachig.

Klappt für uns jedenfalls recht gut, obwol die Kinder schon nicht ganz so gut Chinesisch sprechen wie Kinder in China. Vorallem der Wortschatz fehlt ein wenig. Sehr hilfreich sind hier übrigens die regelmässigen Treffen mit anderen Kindern, die ebenfalls Chinesisch sprechen. So sehen die Kinder, dass sie nicht die einzigen sind - die Motivation für's Sprechen steigt.

Gruss

Haima
ijontichy
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Re: Wie sage ich es meinem Kind?

Beitrag von ijontichy »

Da das Thema aus dem "Rund ums Kind" Thread verlinkt wurde: Habt ihr (diejenigen mit Erfahrung mit zweisprachigen Familien) Unterschiede zwischen dem ersten und zweiten Kind feststellen koennen? Bei mehreren zweisprachigen Familien in unserem Bekanntenkreis braucht das Zweite (und Dritte) sehr viel laenger fuer den Spracherwerb. Die beste Erklaerung, die ich bisher dafuer gehoert habe, ist, dass beim ersten Kind die Eltern sich strikt an "jeder seine Muttersprache" halten, aber beim zweiten Kind das erste Kind eben in irgendwelcher Sprache (und gerne auch mal gemischt) spricht, und daher das zweite Kind immer in einer sprachlich "verwirrteren" Umgebung aufwaechst. Macht scheinbar auf Dauer nichts aus, aber fuehrt einfach dazu, dass es bei No. 2 sehr viel laenger mit dem Sprechen dauert.

[ijontichy, der hofft, in einigen Jahren auch Erfahrungen hiermit sammeln zu koennen...]
Britt
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Re: Wie sage ich es meinem Kind?

Beitrag von Britt »

hifi hat geschrieben:Sonst würde sie ja nichts verstehen, wenn ich mit dem Kind auf Chinesisch, oder wenn das Kind mit Ihr auf Chinesisch redet.
Letzteres würde mit ziemlicher Sicherheit nicht geschehen. Ich bin selbst nicht in der Situation, aber die Kinder meiner Kusine aus deutsch-russischer Ehe wachsen mit beiden Sprachen auf. Inzwischen leben sie wieder in Dresden, davor waren sie mehrere Jahre in Moskau. Sie selbst besitzen auch mehrere Bücher zur bilingualen Erziehung, und ich habe selbst mal reingelesen. Grundsätzlich wird zu dem Prinzip geraten "Eine Person, eine Sprache". Sobald für eine Person eine Sprache festgelegt wurde, bleibt das Kind normalerweise auch bei dieser Sprache. Alles andere ist ganz offensichtlich zu verwirrend (mein älterer Neffe weigert sich zum Beispiel, mit mir Russisch zu sprechen, obwohl es recht gut beherrsche ...).

Hauptsprache wird i.R. die Sprache, die die Umgebung spricht (Freundeskreis des Kindes usw.). Auch zweisprachig erzogene Kinder sprechen beide Sprachen niemals gleich gut, manche sogar mit leichtem Akzent, obwohl sie von Anfang an damit aufgewachsen sind. Man sollte auch nicht den Fehler machen, das mündliche Beherrschen mit dem kompletten Beherrschen einer Sprache gleichzusetzen. Meine Kusine überlegt daher, ihre Kinder in eine russische Sonntagsschule zu schicken, damit sie richtig schreiben lernen und mehr als nur Umgangssprach-Grammatik beherrschen. Den Kindern selbst wird das wahrscheinlich weniger behagen, aber werden sie mit Sicherheit langfristig davon profitieren.

Ich denke auch, dass es das Beste ist, wenn jeder Elternteil mit dem Kind in seiner Muttersprache spricht, weil ansonsten auch Fehler und falsche Aussprache weitergegeben werden. Wenn man die Landessprache gut beherrscht, ist es wohl nicht so dramatisch - aber ich kenne z.B. Russlanddeutsche, deren Eltern in Deutschland von Anfang an mit ihnen nur Deutsch gesprochen haben, ohne dass sie die Sprache selbst wirklich gut gelernt hatten. Da sie in einem Viertel mit hohen Russlanddeutschen-Anteil aufgewachsen sind, sprechen sie heute sowohl Deutsch als auch Russisch mit Akzent (Russisch allerdings wesentlich schlechter). Sowas ist wirklich traurig ...
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