Wie sage ich es meinem Kind?

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Wie sage ich es meinem Kind?

Beitrag von Laogai » 13.10.2007, 23:34

Da es in diesem Forum mehrere Teilnehmer gibt, die nicht nur eine deutsch/chinesische Ehe leben, sondern in dieser auch reproduziert haben, würde mich brennend interessieren, wie sie ihren Nachwuchs sprachlich aufgezogen haben. Bilingual? Wenn ja, wie? Oder doch nur in einer Sprache? Wenn ja, warum?

Es wäre sehr nett, wenn ihr mal eure Erfahrungen und natürlich auch Einstellungen zu dem Thema darlegen könntet. Letzteres gilt auch für diejenigen unter euch, die keine Kinder aus einer deutsch-chinesischen Partnerschaft bzw. noch keine Kinder haben.
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Beitrag von Shaolin » 13.10.2007, 23:48

Frau aus (und immer noch in) Singapur, Kinder in internationaler Schule sprechen Englisch (neben dem Singlish mischmasch) sowie Mandarin, kein Deutsch, ab vorauss. 2009 mit dritter Sprache und wir werden uns dann für Deutsch entscheiden.
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Beitrag von Laogai » 13.10.2007, 23:57

Hätte vielleicht noch darum bitten sollen zu erwähnen, wie alt die Kinder sind :wink:
Shaolin hat geschrieben:Frau aus (und immer noch in) Singapur, Kinder in internationaler Schule sprechen Englisch (neben dem Singlish mischmasch) sowie Mandarin, kein Deutsch, ab vorauss. 2009 mit dritter Sprache und wir werden uns dann für Deutsch entscheiden.
Welche Sprache sprichst du mit deinen Kindern? Englisch oder chinesisch?
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Beitrag von Shaolin » 13.10.2007, 23:59

Nur englisch, Kinder sind jetzt 11 und 9. Ist natürlich etwas schlecht für die 3 Besuche im Jahr hier bei meinen Elteren (sprechen null englisch), aber klappt irgendwie mit Händen und Füssen. Langfristig sehe ich ihre Zukunft im englischsprachigen Raum und wünsche mir auch ein Studium in England, allerdings müssen wir mal abwarten ob das dann auch konform mit ihren Ideen geht - alles noch ein bisschen hin...
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Beitrag von Laogai » 14.10.2007, 00:02

Shaolin hat geschrieben:Nur englisch, Kinder sind jetzt 11 und 9.
Dann wachsen sie ja ohne Vatersprache auf :cry:
Oder bist du selbst bilingual aufgewachsen? Was ist deine "Muttersprache"?
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Beitrag von Shaolin » 14.10.2007, 00:05

laogai hat geschrieben:
Shaolin hat geschrieben:Nur englisch, Kinder sind jetzt 11 und 9.
Dann wachsen sie ja ohne Vatersprache auf :cry:
Oder bist du selbst bilingual aufgewachsen? Was ist deine "Muttersprache"?
Korrekt, ohne Vatersprache - aber was sollen sie mit Deutsch in Singapur, wird n bisschen schwer sich mit ihren Kumpels oder in der Schule zu verständigen. Ich selbst bin Deutscher.
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Re: Wie sage ich es meinem Kind?

Beitrag von Grufti » 14.10.2007, 01:58

laogai hat geschrieben:Da es in diesem Forum mehrere Teilnehmer gibt, die nicht nur eine deutsch/chinesische Ehe leben, sondern in dieser auch reproduziert haben, würde mich brennend interessieren, wie sie ihren Nachwuchs sprachlich aufgezogen haben. Bilingual? Wenn ja, wie? Oder doch nur in einer Sprache? Wenn ja, warum?

Es wäre sehr nett, wenn ihr mal eure Erfahrungen und natürlich auch Einstellungen zu dem Thema darlegen könntet. Letzteres gilt auch für diejenigen unter euch, die keine Kinder aus einer deutsch-chinesischen Partnerschaft bzw. noch keine Kinder haben.
Für mich und meine "Ex"(aus Taiwan) war es ein Traum, wenn unser Sohn von klein auf Chinesisch gesprochen hätte,....nur sie Taiwan) hatte erst nicht die nötige Geduld dafür , ihm ihre Muttersprache beizubringen...und später verwandte sie ihre komplette Energie darauf, das Sorgerecht für ihn zu bekommen..
Vor Gericht wurde ich beschuldigt, ich hätte ihr strengstens verboten, unserem Sohn Chinesisch beizubringen ...


Diese böse Zeit ist Gottseidank lange vorbei..
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
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Re: Wie sage ich es meinem Kind?

Beitrag von Shaolin » 14.10.2007, 02:01

Grufti hat geschrieben:Für mich und meine "Ex"(aus Taiwan) war es ein Traum, wenn unser Sohn von klein auf Chinesisch gesprochen hätte,....nur sie Taiwan) hatte erst nicht die nötige Geduld dafür , ihm ihre Muttersprache beizubringen...und später verwandte sie ihre komplette Energie darauf, das Sorgerecht für ihn zu bekommen..
Vor Gericht wurde ich beschuldigt, ich hätte ihr strengstens verboten, unserem Sohn Chinesisch beizubringen ...

Diese böse Zeit ist Gottseidank lange vorbei..
Das wäre das richtige Thema für die TV Fuzzi's und ihre multinational marriage, wie wird man abgebürstet und welche Tricks zieht die Ex aus dem Hut :cry:
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Beitrag von unipia » 14.10.2007, 04:45

Wie ist das eigentlich, wenn ich ein Kind habe und ich 3 unterschiedliche Sprachen mit ihm spreche von Geburt an. Kann es dann 3 Sprachen ? Oder ist es dann totall verwirrt und vermischt alles und kann garnicht sprechen ?

Hab echt keine Ahnung wie das ist...

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Beitrag von Dennis (CDS) » 14.10.2007, 06:02

unipia hat geschrieben:Wie ist das eigentlich, wenn ich ein Kind habe und ich 3 unterschiedliche Sprachen mit ihm spreche von Geburt an. Kann es dann 3 Sprachen ? Oder ist es dann totall verwirrt und vermischt alles und kann garnicht sprechen ?

Hab echt keine Ahnung wie das ist...
Also ich kenne hier in Taiwan einige Kinder, die bi- und trilingual aufgewachsen sind (Deutsch-Chinesisch-Englisch oder Französisch oder Japanisch). In der jeweiligen Mutter- und Vatersprache wechseln sie mühelos hin und her und stehen Gleichaltrigen mit nur einer Sprache in Nichts nach. Mit der dritten Sprache, die etwa ab dem Kindergartenalter vermittelt wurde, können sie sich auch bereits gut verständigen, aber mit den typischen Fehlern. Die Kinder sind heute zwischen 6 und 14 Jahre alt. Eines davon spricht von Haus aus Chinesisch und Englisch, sowie Deutsch und Japanisch fließend, und das mit 13 Jahren! Unerwähnt sollte natürlich nicht bleiben, dass sich die betreffenden Eltern eine Ganztagsversorgung ihrer Kinder in fremdsprachlichen Kindergärten/Sprachschulen finanziell locker leisten können, einige sogar mit zwei oder drei Sprösslingen gleichtzeitig.

Um es hier gleich mal wieder klarzustellen. Dies ist ein persönlicher Erfahrungswert. Ob es sich für das geistige Wohl eines Kindes rechnet, mit drei oder vier Sprachen gleichzeitig konfrontiert zu werden, kann ich nicht beurteilen. Aber ich muss sagen, dass ich an den betreffenden Kindern keine Unterschiede im Verhalten gegenüber Gleichaltrigen feststellen kann. An jeder Sprache haben sie ihren Spaß und ich muss mich öfters von einem siebenjährigen Taiwaner korrigieren lassen, weil ich immer "das Radiergummi" sage und nicht laut Lehrbuch und Duden "der Radiergummi". Das er bei "Gib mir bitte den Radiergummi" den Akkusativ gleich erkennt und mit benutzt, versteht sich dabei fast schon von selbst. Und das mit sieben Jahren und Deutsch als Drittsprache in Taiwan!

Für unsere eigenen Kinder planen wir mit Sicherheit, ihnen Chinesisch und Deutsch als Muttersprache mitzugeben und auch relativ früh mit Englisch zu beginnen. Ich denke es ist ein sehr wertvolles Geschenk für die Zukunft.

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Beitrag von mesheel » 14.10.2007, 08:35

Ich bin der Meinung, dass man mit seinen Kindern in seiner jeweiligen Muttersprache sprechen soll. In meinem Fall ist das Schweizerdeutsch/Deutsch. Ich werd mich hueten nur Deutsch zu sprechen oder English oder Chinesisch, wie mit meinem Zukuenftigen, denn egal, wie gut ich die jeweiligen Sprachen spreche, ich persoenlich hab nur eine Muttersprache in der ich mich am natuerlichsten ausdruecke.
Wenn ich jeweils Eltern hier in Taiwan sehe, die mit ihrem Kind in schlechtem Englisch kommunizieren und das Kind weder korrekt Englisch, noch die Mutter-, geschweige denn die Vatersprache kann, dann wuerd ich den Eltern jeweils am liebsten eins hauen.
Unsere Kinder werden einmal Schweizerdeutsch/Deutsch und Chinesisch sprechen. Wenn sie clever genug sind, werden sie Englisch frueh aufschnappen und wer weiss, vielleicht sogar Hakka. Und wenn sie nicht clever genug sind, dann halt nicht, aber man soll's ja nicht erzwingen.

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Beitrag von Attila » 14.10.2007, 11:10

Ich selbst bin trilingual aufgewachsen und es hat mir nicht geschadet. :wink:

Nur im (deutschen) Kindergarten habe ich manchmal trilinguale Sätze gebildet, was nicht so toll ankam.

Aus psychologischer Sicht es es sogar förderlich wenn die Kinder so früh wie möglich mit den verschiedenen Sprachen aufwachsen. Gehirnstrukturen zur Sprachverarbeitung bilden sich in den ersten (fünf bis acht) Lebensjahren aus. Sprachverarbeitung wird dann sozusagen Wetwaremaessig verschaltet. Danach ist das erlernen neuer Sprachen schwieriger und kommt dem Kind wie Arbeit vor. In jungen Jahren ist das noch sehr spielerisch möglich.

Bis heute kann ich beispielsweise ungarische Sätze recht gut verstehen, d.h. die einzelnen Wörter erkennen. Das fällt vielen Leuten die Ungarisch lernen nicht leicht. Neuropsychologisch ausgedrückt hat sich mein Gehirn damals auch auf ungarische Sprachverarbeitung hin optimiert. Und das trennen der Wörter in Sätzen (Wortsegmentierung) geschieht quasi von alleine.

Die Nachteile lagen in meinem Fall eher auf sozialer Seite. Da die Bürger der Kleinstadt meiner Kindheit ziemlich ausländerfeindlich drauf waren, wurde ich im Kindergarten schwer gemobbt. Was dann dazu führte das ich mich mit ca. 6-7 Jahren geweigert habe die bösen Ausländersprachen zu sprechen, wegen denen ich immer wieder verkloppt wurde.
Diese Zeiten scheinen jedoch glücklicherweise der Vergangenheit anzugehören.
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Beitrag von Torte » 14.10.2007, 11:22

unipia hat geschrieben:Wie ist das eigentlich, wenn ich ein Kind habe und ich 3 unterschiedliche Sprachen mit ihm spreche von Geburt an. Kann es dann 3 Sprachen ? Oder ist es dann totall verwirrt und vermischt alles und kann garnicht sprechen ?

Hab echt keine Ahnung wie das ist...
habe auch keine erfahrung damit, habe aber mal gelesen, dass wenn man einfach nur die entsprechenden sprachen mit dem kind spricht dieses von alleine lernt diese zu unterscheiden (oder bilden trilinguale sätze wie Attila :P). Wenn du beispielsweise von beginn an mit dem kind deutsch redest, deine frau chinesisch und alle untereinander englisch ist es prinzipiell gut möglich dass das kind trilingual aufwächst.
Ob das so die richtige methode ist weiß ich aber nicht (wie gesagt, nur gelesen, dass es prinzipiell so geht).

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Re: Wie sage ich es meinem Kind?

Beitrag von Laogai » 15.10.2007, 00:34

Grufti hat geschrieben:Für mich und meine "Ex"(aus Taiwan) war es ein Traum, wenn unser Sohn von klein auf Chinesisch gesprochen hätte,....nur sie Taiwan) hatte erst nicht die nötige Geduld dafür , ihm ihre Muttersprache beizubringen[...]
Warum das? Sollte es nicht natürlich/selbstverständlich sein, wenn eine Mutter mit ihrem Kind in der Muttersprache spricht?

Gibt es hier im Forum vielleicht noch Teilnehmer, deren Kind/er zweisprachig deutsch-chinesisch in Deutschland aufgewachsen ist/sind und die von ihren Erfahrungen berichten können?
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Beitrag von OldChina » 15.10.2007, 23:56

Ich konnte als Kleinkind auch fließend ungarisch und rumänisch sprechen. Ich weiß nicht warum, aber jetzt kann ich nur noch deutsch. Anscheinend wollte ich dann nicht mehr andere Sprachen sprechen (warum auch immer, ich erinnere mich nicht mehr an den Grund) und habe alles vergessen.

Wenn ich heute rumänisch oder ungarisch höre, kommt es mir sehr vertraut vor, aber verstehen tue ich fast nichts mehr... :(

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