Kulturunterschiede: was ist wichtig???

Allgemeine Fragen und Erfahrungsaustausch rund um China - Kultur - Geschichte usw.
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Grufti
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Beitrag von Grufti »

Pengembara hat geschrieben:Viele chin. Geschäftsessen enden mit Kater am nächsten morgen (meine Chefs waren regelmäßig richtig blau nach Geschäftsessen)

Kritik wird manchmal so durch die Blume ausgedrückt, dass man sie als europäer kaum versteht (Bsp: Chef zu einem Mitarbeiter: Sie sind ein vorbildlicher Familienvater --> gemeint ist: sie engagieren sich nicht genug im Job.)

Meine Gastmutter in China hatte 2 Hunde, die beide überfahren wurden wärhend ich da war. (ich war's nicht :roll: ) Ich kann behaupten, dass sie die Hunde zwar nicht vermenschlicht hat wie es viele hier in Europa/USA tun, aber sie hat trotzdem um die Hunde geweint. Von dem Tag an bin ich von meinem Vorurteil Chinesen könnten keine Tiere lieben abgerückt.

Bei mir war das kein Vorurteil, denn meine Beobachtungen während meiner Zeit in Taiwan (1977-79) waren mehr als schlimm..
Trümmerkatzen ( mir fällt kein anderer Ausdruck zud erenZustand ein)...Hunde viel zu eng angekettet, krank..und von Kindern gequält..
Umso mehr hatte es mich erstaunt, als in 2005 an der alten Mingmauer in Beijing einen Treff von einheimischen Hundeliebhabern beobachten konnte, deren Haustiere nicht nur wohlgenährt , sondern auch äußerst gepflegt waren...
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Beitrag von Laogai »

hifi hat geschrieben:Die Chinesen lieben auch Tiere [...]
Vorausgesetzt, diese befinden sich auf dem Teller vor der Reisschüssel...

SCNR :wink:

Dass man Stäbchen nicht in die Reisschüssel stecken sollte muss ich meiner (chinesischen) Schwiegermutter bei passender Gelegenheit schonend beibringen. Die macht das nämlich nach jeder Mahlzeit :? :shock:
Es gibt auch regional unterschiedliche Sitten und Gebräuche in China!
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HK_Yan
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Beitrag von HK_Yan »

verum hat geschrieben:Ich habe gerade gelesen, dass man in China keine Uhr schenken soll!
Warum nicht?
Natuerlich kann man eine Uhr schenken, es sollte aber schon eine echte schweizer Markenuhr sein (ausser Swatch). Uhren sind auch sehr beliebte Geschenke wenn etwas Korruption dabei ist.

Aber mal als Tip, Geschenke sollte eher dekorativ sein als praktisch. Uebler billiger Kitsch kommt dabei bei Chinesen am besten an. Ein Klassiker ist der deutsche Bierkrug oder Buddelschiffe (achtung! Unbedingt vorher das "Made in China" entfernen!)
sich bei Tisch die Nase putzen
Das machen viele Chinesen auch. Meisst bin ich der am Tisch der sich nicht die Nase putzt.
Andere Tabus sind z.B. die Zahl 4 四 si4,
Es sei denn man ist in Teochow, da ist die 4 die grosse Glueckszahl.
Ich habe zum Beispiel gehört, dass es in China absolut Tabu ist, einem Kind über den Kopf zu streichen,
Hab ich noch nie gehoert, warum sollte man das tun? (OK, ausser man ist paedophile)

Ich frage mich ob Chinesen auch so intensiv darueber nachkenden was man Westlern schenken kann/soll/darf. Hab schon bekommen: einen Riesenkorb Leychee (2 gegessen, den Rest weggeschmissen), 5Kg Ernuesse (ungeroestet, hab's dem Hotel geschenkt, die fanden's gut), Seltsame Figuren aus Porzellan (Kunfuzius aus Weihnatsmann verkleidet? tut mich auch leid, aber wandert in den Muell)

Wer sich in China so wie im Knigge benimmt kann wenig falsch machen. Mit Blumen waere ich aber vorsichtig.
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TaugeNix

Beitrag von TaugeNix »

HK_Yan hat geschrieben:
Ich habe zum Beispiel gehört, dass es in China absolut Tabu ist, einem Kind über den Kopf zu streichen,
Hab ich noch nie gehoert, warum sollte man das tun? (OK, ausser man ist paedophile)
Naja.. Bei uns im Westen ist es schon üblich, einem Kind einer bekannten Person mal übers Haupt zu fahren (meist begleitet mit "Bist du aber groß geworden", etc.) - das hat nix mit Pädophilie zu tun.

Vor allem in den buddhistischen asiatischen Ländern sollte man das jedoch nicht tun, da dort der Kopf als intimste und "heilige" Zone gilt (der Grund, warum man sich vor Oberhäuptern (!) auf den Boden kniet und die mit ihrem Fuß auf den Kopf "steigend" zurückgrüßen - auch das Schlafen mit den Füßen zu einer Buddha-Figur sollte man unterlassen).
In China ist mir das jedoch nicht bekannt..

Gruß,
TaugeNix^warum man kein Uhr schenken soll, hat Babs doch recht klar erklärt
IwanBob
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Beitrag von IwanBob »

sich bei Tisch die Nase putzen

Das machen viele Chinesen auch. Meisst bin ich der am Tisch der sich nicht die Nase putzt.
Seit wann putzen Chinesen sich die Nase? Ich kann hier eher beobachten dass permanent durch die Gegend geschnoddert wird. Wenn man Glück, hat fangen Sie das Zeug mit der hohlen Hand auf.
Bzw. in den meisten Fällen wir die Nase ständig hochgezogen.

An den original Poster:
Chinesen können nicht in der Schlange stehen. Es wird durchgedrängelt bis zum geht nicht mehr.
Das gilt für alles bei dem man sich anstellen muss, sei es im Geschäft oder sogar mit den Autos an der roten Ampel.

Noch etwas besonders für Touristen wichtig: Verkehrsampeln sind in China nur zu Referenz-zwecken aufgestellt. Ein Grünes Signal heißt noch lange nicht das Autos aus anderen Richtungen auch wirklich anhalten.
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Beitrag von hifi »

Ein umgekehrtes Erlebnis hier in Deutschland:
Vor ein paar Jahren war ich urlaubmässig mal in Bonn unterwegs. Da gab es eine verbale Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe chinesischer Touristen und der Klodame. Die Omas aus China wollten anscheinend nicht bezahlen. Außerdem hat wohl eine auf dem Boden gerotzt... Es war ziemlich unangenehm für mich, weil ich zwischendurch auch auf die Toilette muss. :oops: Erst später habe ich erfahren, dass man in China für das öffentliche Klo nicht bezahlen muss. (Obwohl man inzwischen in viele Tourihochburg und in Shanghai auch 0,5 Yuan bzw. 1 Yuan dafür blechen muss.) Draußen habe ich noch gesehen, dass die Omas vergeblich versucht haben, in ein Souvenirshop über dem Preis zu verhandeln...
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Grufti
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Beitrag von Grufti »

Seit wann putzen Chinesen sich die Nase? Ich kann hier eher beobachten dass permanent durch die Gegend geschnoddert wird. Wenn man Glück, hat fangen Sie das Zeug mit der hohlen Hand auf.
Bzw. in den meisten Fällen wir die Nase ständig hochgezogen.
.... solange ...bis alles in der Kehle gesammelt ist...und dann wird das noch tiefer Versammelte durch intensives Räuspern wieder ans Tageslicht hervorgeholt ....udn kunstvoll auf dem Boden placiert...
Chinesen können nicht in der Schlange stehen. Es wird durchgedrängelt bis zum geht nicht mehr.


In Beijing wurde "schon" zu Beginn diesen Jahres mit dem Unterricht im Anstehen begonnen ...mit Preisverteileung für die , die es am besten gelernt hatten...
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Beitrag von Torte »

hm, das thema ist eigentlich wirklich zu umfassend um das mal hier schnell zu beantworten.

wenn du dich etwas mit relegionen und philosophie auseinandersetzen willst, dann schau dir vor allem konfuzianismus, daoismus und buddhismus mal an. Da findet man schon aufschlüsse über die heutige chinesische kultur, da die einflüsse davon seit jahrtausenden sich durch die chinesische geschichte ziehen. Vieles ist durch Mao und die heutige verwestlichung natürlich nicht mehr ganz so, wodurch wir schon beim nächsten wären, womit du dich beschäftigen solltest: Mao Zedong (und praktisch das was er an china, wie ich finde, größtenteils negativ verändert hat) und halt den heutigen westlichen einfluss.

auch einen allgemeinen einblick in die inzwischen fast 5000 jährigee geschichte chinas lohnt sich und erklärt zu großen teilen auch den starken nationalstolz der chinesen. Kaiser Qin lasst ich mal als stichwort stehen, der china geeint hat (zwar nur kurz), aber viel wichtiger eine einheitliche schrift eingeführt hat, wodurch auch das land nie wirklich auseinanderbrechen konnte, da alle die selbe sprache lesen und schreiben konnten (und können ^^).

was man noch wissen könnte ist, dass die familie für die meisten chinesen noch immer das wichtigste ist (außer heutzutage auch das geld oO). Anders natürlich als hier in westeuropa, wo jeder doch eher seinen induviduellen pfad einschlägt (was nicht heisst, dass die familie einem nicht wichtig ist). Für jeden noch so entfernten verwandten haben die chinesen einen eigenen namen, großer bruder, kleiner bruder, kleine schwester, große schwester, großer onkel, kleiner onkel usw.. Die "familien-Clans" sind auch meist etwas größer asl die uns bekannten familien ^^

naja, dann noch eins zwei sachen die mir damals so aufgefallen sind:
- die chinesen nehmen es nicht so genau (was auch mit dem daoismus zu tun hat, baer wohl auch paar andere grüne hat ^^). Man erkennt das schon an den gebäuden, welche sie hochziehen (risse, fehlende wände oO) oder an ihrem verkehr.
- chinesen reden gern und sind ein verdammt "herzliches" volk. Habe nie erlebt, dass ich mit einem chinesisen mal ein problem hatte ein gespräch zu beginnen. Meistens kommen die chinesen auch selbst auf einen zu.
Natürlich gibt es ein paar schwarze schafe, welche sich nur deine "freundschaft" erschleichen wollen, aber wo ist das nicht so.
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HK_Yan
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Beitrag von HK_Yan »

Besser kann man die Unterschiede nicht ausdruecken:

http://www.blog.china-guide.de/druckans ... 080511.htm
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Beitrag von hifi »

HK_Yan hat geschrieben:Besser kann man die Unterschiede nicht ausdruecken:

http://www.blog.china-guide.de/druckans ... 080511.htm
:lol: :lol: :lol:
Der Link ist echt super klasse!!! :D

Nur beim Reisen stimmt das nicht mehr so ganz...
Aber echt super dargestellt!
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Pengembara
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Beitrag von Pengembara »

Ich kannte das schon, aber jetzt habe ich endlich einen Link dazu. super, danke!!!!
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bossel
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Beitrag von bossel »

Torte hat geschrieben:auch einen allgemeinen einblick in die inzwischen fast 5000 jährigee geschichte chinas lohnt sich und erklärt zu großen teilen auch den starken nationalstolz der chinesen.
Die Geschichte liegt wohl eher im Bereich 3000 Jahre. 5000 ist die übliche chinesische Übertreibung.

Der Nationalstolz erklärt sich aus der modernen nationalistischen Propaganda, nicht so sehr aus der Geschichte. Man beachte, daß Nationalismus sowieso ein eher modernes Phänomen ist (vielleicht 200 Jahre alt, oder so).
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Beitrag von Torte »

bossel hat geschrieben: Die Geschichte liegt wohl eher im Bereich 3000 Jahre. 5000 ist die übliche chinesische Übertreibung.
ja, war anfangs war das die chinesische übertreibung, inzwischen ist das ganze aber wissenschaftlich belegt (hatten sie mal zufällig recht ^^). China selbst gibt es davon mal abgesehen erst seit Qin, aber davor gab es ja auch schon eine geschichte (welche man wohl zur chinesischen zählen könnte).
3000 der 5000 jahre sind zumindest per authentischer geschichtsschreibung belegt. Von der ersten "chinesischen" dynastie geht man heute von der sog. Xia-Dynastie aus (2100-1600 v. Chr). Vieles ist natürlich mit legenden belegt (auch davor schon), aber es gibt auch zeugnisse aus dieser zeit (mit "primitiver" schrift).
bossel hat geschrieben: Der Nationalstolz erklärt sich aus der modernen nationalistischen Propaganda, nicht so sehr aus der Geschichte. Man beachte, daß Nationalismus sowieso ein eher modernes Phänomen ist (vielleicht 200 Jahre alt, oder so).
hm, nationalismus vielleicht, nicht aber nationalstolz. China war jahrhuntelang der westlichen zivilisation überlegen (zheng he sag ich da nur). Auch deswegen ist nationalstolz dank der langen geschichte tief in den chinesischen kultur verankert. Du hast recht wenn du sagst, dass die KP das ganze noch hochpusht (und das kannst du dann gern nationalismus nennen ^^).
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Beitrag von bossel »

Torte hat geschrieben:ja, war anfangs war das die chinesische übertreibung, inzwischen ist das ganze aber wissenschaftlich belegt (hatten sie mal zufällig recht ^^). China selbst gibt es davon mal abgesehen erst seit Qin, aber davor gab es ja auch schon eine geschichte (welche man wohl zur chinesischen zählen könnte).
3000 der 5000 jahre sind zumindest per authentischer geschichtsschreibung belegt. Von der ersten "chinesischen" dynastie geht man heute von der sog. Xia-Dynastie aus (2100-1600 v. Chr). Vieles ist natürlich mit legenden belegt (auch davor schon), aber es gibt auch zeugnisse aus dieser zeit (mit "primitiver" schrift).
5000 Jahre sind nach wie vor Legende. Die ersten echten (Schrift-)Zeugnisse (darum geht es bei Geschichte) von etwas, das man chinesische Kultur nennen könnte, stammen aus der Shangdynastie (also max. 3600 Jahre). Man hat zwar Überreste gefunden, die man u.U. (!) der Xiadynastie zuordnen kann. Aber solange man keine direkten Beweise für deren Existenz hat, kann man da nicht von Geschichte reden.
hm, nationalismus vielleicht, nicht aber nationalstolz.
M. E. gilt das Gleiche für Nationalstolz (was eh auch eine Art Nationalismus ist. Meinst Du mit Nationalismus vielleicht Chauvinismus?), weil es vorher keine echte Nation gab. Es gab keine Loyalität zu einem Staat oder ähnlichem, sondern zu Dynastien, Fürsten, etc.
Hättest Du einen "Chinesen" vor 1000 Jahren nach seinem Nationalgefühl gefragt, wäre die Antwort wahrscheinlich gewesen: "Hä?"
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Beitrag von OldChina »

Gabs da nicht erst vor kurzem eine Meldung, dass die chinesische Schrift nun doch ca. 8000 Jahre alt ist (aufgrund eines Fundes)? :roll:
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