Ohne es jetzt wissenschaftlich beweisen zu können:
Sorriso hat geschrieben:Jahrelang hieß es, dass (so zu 90% Chinesen/Asiaten keine Milch vertragen (=Laktoseintoleranz = man vertraegt kein Milchzucker). Auch heute trifft man überall auf diese Angaben.
Es stimmt schon, dass die Chinesen keine Milch vertragen bzw. vertrugen (denn das ändert sich seit ein paar Jahren). Dabei ist aber nicht eine Laktoseintoleranz die Ursache sondern ganz einfach die Tatsache, dass es früher in China kaum Milch gab und somit keine getrunken wurde. Milcheiweiß (Laktose) wird im Körper von dem Enzym Laktase abgebaut. Laktase wird vom Körper jedoch nur bei Bedarf produziert. Will heißen: wenn jemand keine Milch oder Milchprodukte zu sich nimmt stellt der Körper nach einiger Zeit die Produktion von Laktase ein. Wenn man dann wieder Milch zu sich nimmt bekommt sie einem zunächst nicht, die Produktion von Laktase wieder erst nach und nach wieder angekurbelt.
Warum gab es in China kaum Milch und Milchprodukte? Weil die Erzeugung von Milch große Flächen an Weideland beansprucht, und Land ist in China zu rar und kostbar um es für Fleisch- oder Milchproduktion zu verschwenden. Das ist allerdings meine persönliche Theorie!
Ich spreche hier übrigens vom
alten China, die innere Mongolei, Tibet und Xinjiang zum Beispiel, wo es durchaus auch traditionell Milchwirtschaft gab, zählt natürlich nicht dazu!
Als ich das erste Mal Ende der 80er Jahr in China war gab es praktisch nur Milchpulver als Säuglingsnahrung und Joghurt in Nordchina. Die Laktose in Joghurt hat bereits einen Spaltungsprozess durchlaufen, so das Joghurt auch für Leute ohne Laktase bekömmlich ist.
In Chengdu, der Heimatstadt meiner Frau, kommt jeden morgen der Milchmann und verkauft "lose" Milch aus einer großen Kanne. Das wäre auch schon in ihrer Kindheit so gewesen, meint meine Frau, aber die Milch war halt überwiegend für Säuglinge und Kleinkinder.