@Xuesheng:
Frage sie auch mal nach Wörtern mit den Endungen -n und -ng, z.B. xin und xing (sollten bei ihr beide wie xin klingen), das ist auch ein Merkmal, das die meisten Südchinesen nicht sauber (in Putonghua) hinbekommen.
Sie sprechen dann aber nicht Dialekt, sondern eben Putonghua mit südchinesischer Färbung.
Etwa wie wenn ein Bayer aus dem tiefsten Gebirge sich bemüht, Hochdeutsch zu reden, es wird immer etwas vom heimatlichen Akzent mitschwingen.
Ich habe hier in Shaanxi das Problem mit den Tönen, eigentlich sollte die Provinz Shan3xi1 ausgesprochen werden, hier sagen aber alle Shan4xi2 oder San4xi2. Und behaupten doch, die allerälteste chinesische Kultur zu vertreten. Stimmt ja auch, das alten "Gemeinchinesisch" ähnelte dem Shaanxi-Dialekt, wo Wo3 eben Nge4 heißt.
China ist groß und hat der Dialekte viele, komme erst mal in den Süden und höre alten Frauen zu, wenn sie sich in ihrem Heimatdialekt auf der Straße fast schreiend unterhalten. Wenn Du meinst, ein paar Wörter verstanden zu haben, fahre ins Nachbardorf, und höre da zu. Nirgends gleicht es sich, man kann eher im Norden weitere Gegenden finden, wo man mit seinem Schul-Putonghua besser zurecht kommt, im Süden ist es unmöglich.
So ist aber die Realität. Wenn Du einigermaßen zurechtkommst mit der Sprache, komm einige Zeit nach China und lerne von den Leuten. Das ist die beste Schule. Die Lehrerin zu wechseln halte ich für unnötig, so vielfältig ist Chinesisch nun mal. Wenn Du nach China kommst, verstehen Dich die Leute schon, wenn sie wollen. Und, da Du es jetzt besser weißt, merkst Du Dir es besser und lernst aus den "Fehlern", besser Eigenheiten anderer.
Also: -n und -ng scharf trennen, zh und z, ch und c, sh und s, das r wird sauber gerollt, in Shanghai sagen sie fast d, in Zhenjiang z usf.
Wird schon, ich lerne zur Zeit im Shaanxi-Dialekt zu schimpfen, hat auch was!
