Hallo canni.. danke für deine qualifizierten Antworten. Man merkt sofort das du dich im Getränkeexport auskennst.
Deine Fragen 3 und 4: bis der Wein beim Importeur am Lager ist, kannst Du einen Aufschlag von ca. 100 % rechnen. Musst Dich mal durch die Zollvorschriften googlen. Inklusive aller Abgaben. Und der Importeur sieht in der Regel nur die Einfuhrumsatzsteuer davon wieder.
Es handelt sich um einen VDP Wein der in Deutschland für 13€ in den Verkauf geht. Ich komme auf Kosten von 8,20€ pro Flasche (mit eigenem Flaschendesign, Etikettpreis, Abfüllen, Weinbergpflege, Weinlese etc.). Also müsste ich deiner Meinung nach mit Ausgaben ca. 16,40€ pro Flasche rechnen bis Sie in China ist. Ja ich habe gegoogelt und mich erkundigt, die Zahlen stimmen in etwa.
Um überhaupt noch Gewinn erzielen zu können gehe ich deswegen direkt auf deinen nächsten Punkt ein:
Interessant ist das Weingut, dass dahinter steht und wie die sich und den Wein darstellen können.
Das Weingut hat eine Geschichte von knapp 900 Jahren, wird immernoch adelig geführt, Schloss, VDP Wein usw.. Ich denke das sind gute Marketingmittel.
Rotwein ist klar favorisiert. Weißwein, habe ich hier schon mal geschrieben konkurriert mit dem Apfelessig, der hier gerne als Apperitif getrunken wird.
Das ist mir bewusst. Allerdings wird deutscher Rotwein im Ausland (zurecht) kaum geschätzt.
Riesling wird meiner Erfahrung nach immer mehr gefragt.
Aber nur wenn Du dafür einen Abnehmer findest, was sehr schwer ist wenn man noch keine Kontakte hat.
Das ist das Problem
Wie kommt man als unwissender Student überhaupt an solche Kontakte?
Purchaser:
Gute Erfahrungen habe ich mit Eiswein gemacht. Die Stückzahlen sind auch von Herstellerseite gering und es ist kein Massengeschäft. Dieser hochpreisige Wein mit limitiertem Kontingent lässt sich gut verkaufen und hat gute Margen. Im Geschenkkarton (keine Holzkisten!) auch als Geschenk für Kunden geeignet. Es muss nicht nur im Fachhandel verkauft werden.
Eiswein ist bestens geeignet für den chinesischen Markt. ABER: Eiswein ist und bleibt ein Risikogeschäft (es sei denn es wird künstlich gekühlt). Nicht jeder Winzer hat jedes Jahr Eiswein. Eiswein muss nachts bei unter -7°C gelesen werden. Diese Temperaturen werden vorallendingen in den letzten Jahren seltener erreicht. Klimaerwärmung und so.. Es kann also schnell mal passieren, dass es 3 Jahre hintereinander keinen Eiswein gibt und dann steht man da.
Danke für eure Antworten.