Handel mit Wein

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mazzel
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Re: Handel mit Wein

Beitrag von mazzel »

Zum Geltungskonsum:
Bei Wein ist das Problem, dass eher Weingüter einen bekannten Namen haben, sowas wie Rothshild oder sowas. Aber im Vergleich zu diversen Schnaps oder Champagnersorten, ist der Bekanntheitsgrad von einzelnen Weinen bei der breiten Masse doch eher gering.
Wenn du in Deutschland auf der Straße jemanden nach einem Moet (Möt :mrgreen: ) fragst, dann ist die Chance, dass die Person weiß was das ist, größer als bei einer bestimmten Weinsorte.
Rebsorten an sich sind häufig bekannter.
Daher kann ich mir vorstellen, dass es schwieriger ist, die Chinesen, die in den von dir genannten Clubs Champagner bis zum geht nicht mehr kaufen und saufen, sich von einem Wein weniger beeindrucken lassen. Da kann man keine Korken knallen lassen, man muss das Etikett lesen bevor man weiß was es ist und und und...
8feathers
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Re: Handel mit Wein

Beitrag von 8feathers »

Ich bin da absolut nicht der Fachmann, aber ich denke was in der Flasche drinnen ist ist weniger wichtig, wichtiger ist eher ein gutes Design und ein Geschenkkarton.
Das sehe ich auch so - ist quasi wie bei jedem Produkt - das Auge hat am meisten zu sagen wenn es um eine Kaufentscheidung geht.
ist der Bekanntheitsgrad von einzelnen Weinen bei der breiten Masse doch eher gering.
Das sehe ich nicht als großes Problem an, weil ich garnicht die breite Masse erreichen möchte. Mein Wein soll an die 1-prozentigen verkauft werden. Das größte Problem sehe ich im 關係 (Guanxi), weil ich nicht in großen Netzwerken bin.
Daher kann ich mir vorstellen, dass es schwieriger ist, die Chinesen, die in den von dir genannten Clubs Champagner bis zum geht nicht mehr kaufen und saufen, sich von einem Wein weniger beeindrucken lassen. Da kann man keine Korken knallen lassen, man muss das Etikett lesen bevor man weiß was es ist und und und...
Da gebe ich dir durchaus recht! Man muss Wein zu einem Erlebnis werden lassen - bei lauter Musik im Club hat keiner Lust sich einen Text durchzulesen, die schauen sich doch höchstens das Bild vorne auf der Flasche kurz an. Da muss man dann eben mit einer genialen Verpackung protzen wie es z.B. im Club Linx der fall ist (Link: http://www.vice.com/de/read/feiern-mit-chinas-1-prozent ). Oder hat jemand noch zusätzliche Ideen? So ein billiges Feuerwerkszeug muss ja echt nicht sein.

Ich würde mich freuen wenn mir jemand meine 5 Fragen aus dem ersten Post kurz beantworten könnte :-)
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canni
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Re: Handel mit Wein

Beitrag von canni »

ich trage mal ein bisschen bei.

Deine Fragen 3 und 4: bis der Wein beim Importeur am Lager ist, kannst Du einen Aufschlag von ca. 100 % rechnen. Musst Dich mal durch die Zollvorschriften googlen. Inklusive aller Abgaben. Und der Importeur sieht in der Regel nur die Einfuhrumsatzsteuer davon wieder.
LIzenz: eine Importlizenz für Wein ist unabdingbar
Preis: Billige Weine um die 1 Euro die Flasche CIF werden zuhauf angeboten. Vorwiegend aus Italien, Frankreich und Spanien. Wie gut oder schlecht die sind bleibt dabei jedem selbst überlassen.
Name: Bis auf wenige Ausnahmen sind Namen der Weine Schall und Rauch. Interessant ist das Weingut, dass dahinter steht und wie die sich und den Wein darstellen können.
Rotwein ist klar favorisiert. Weißwein, habe ich hier schon mal geschrieben konkurriert mit dem Apfelessig, der hier gerne als Apperitif getrunken wird.
Preis: Wenn Du einen Topwein hast, von einem bekannten Önologen mit einem bekannten Weingut kreiert, der zudem noch nur in limitierte Anzahl angeboten wird, dann hast Du eine minimale Chance.
Aber nur wenn Du dafür einen Abnehmer findest, was sehr schwer ist wenn man noch keine Kontakte hat.
Dein spezieller Firmenname spielt kaum eine Rolle. Es ist der Wein und dessen Herkunft und das Label, das Eindruck schinden kann.

Der normale Markt wird von ein paar wenigen großen Importeuren regiert. Deshalb, wenn überhaupt, ist nur mit kleinen speziellen Auflagen eine Chance gegeben.
Das Leben ist manchmal wie jemand, der Dir eine Tafel Schokolade hinhält und wenn Du reinbeisst merkst Du, dass es eine Zitrone ist. Mogelpackung.
Wenn du eine Sprache nicht oder nicht richtig sprichst, solltest Du zumindest ein guter Pantomime sein....
Purchaser
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Re: Handel mit Wein

Beitrag von Purchaser »

Idealerweise müssen Weine dann auch noch prämiert sein, DLG, Münzen und sonstige Auszeichnungen haben, die Eindruck machen und sich werbetechnisch verwerten lassen. Nach meiner Erfahrung müssen die Weißweine - sofern sie überhaupt nachgefragt werden - aus Deutschland und aus speziellen Anbaugebieten sein. Mir ist es passiert, dass ich ein Weingut aus Tschechien hatte, dessen Wein mit rund 40 Auszeichnungen und Medaillen prämiert war und auch jetzt immer bei den besten Anbietern dabei ist. Die Mustersendung kam geschmacklich sehr gut an und war auch preislich okay. Nur folgte keine Bestellung, weil die Händler unbedingt Wein aus Deutschland haben wollten und kein Risiko eingingen. Das Weingut in Tschechien sucht immer noch einen Importeur.

Gute Erfahrungen habe ich mit Eiswein gemacht. Die Stückzahlen sind auch von Herstellerseite gering und es ist kein Massengeschäft. Dieser hochpreisige Wein mit limitiertem Kontingent lässt sich gut verkaufen und hat gute Margen. Im Geschenkkarton (keine Holzkisten!) auch als Geschenk für Kunden geeignet. Es muss nicht nur im Fachhandel verkauft werden.

Wer hierzu Händlerkontakte sucht, bitte per PN melden.
Fabi
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Re: Handel mit Wein

Beitrag von Fabi »

welche Weine sind den in China am beliebtesten? Gibt es auch Nachfrage nach guten deutschen Weinen??? Wäre froh über PN.
8feathers
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Re: Handel mit Wein

Beitrag von 8feathers »

Hallo canni.. danke für deine qualifizierten Antworten. Man merkt sofort das du dich im Getränkeexport auskennst.
Deine Fragen 3 und 4: bis der Wein beim Importeur am Lager ist, kannst Du einen Aufschlag von ca. 100 % rechnen. Musst Dich mal durch die Zollvorschriften googlen. Inklusive aller Abgaben. Und der Importeur sieht in der Regel nur die Einfuhrumsatzsteuer davon wieder.
Es handelt sich um einen VDP Wein der in Deutschland für 13€ in den Verkauf geht. Ich komme auf Kosten von 8,20€ pro Flasche (mit eigenem Flaschendesign, Etikettpreis, Abfüllen, Weinbergpflege, Weinlese etc.). Also müsste ich deiner Meinung nach mit Ausgaben ca. 16,40€ pro Flasche rechnen bis Sie in China ist. Ja ich habe gegoogelt und mich erkundigt, die Zahlen stimmen in etwa.
Um überhaupt noch Gewinn erzielen zu können gehe ich deswegen direkt auf deinen nächsten Punkt ein:
Interessant ist das Weingut, dass dahinter steht und wie die sich und den Wein darstellen können.


Das Weingut hat eine Geschichte von knapp 900 Jahren, wird immernoch adelig geführt, Schloss, VDP Wein usw.. Ich denke das sind gute Marketingmittel.
Rotwein ist klar favorisiert. Weißwein, habe ich hier schon mal geschrieben konkurriert mit dem Apfelessig, der hier gerne als Apperitif getrunken wird.
Das ist mir bewusst. Allerdings wird deutscher Rotwein im Ausland (zurecht) kaum geschätzt.
Riesling wird meiner Erfahrung nach immer mehr gefragt.
Aber nur wenn Du dafür einen Abnehmer findest, was sehr schwer ist wenn man noch keine Kontakte hat.
Das ist das Problem :?
Wie kommt man als unwissender Student überhaupt an solche Kontakte?


Purchaser:
Gute Erfahrungen habe ich mit Eiswein gemacht. Die Stückzahlen sind auch von Herstellerseite gering und es ist kein Massengeschäft. Dieser hochpreisige Wein mit limitiertem Kontingent lässt sich gut verkaufen und hat gute Margen. Im Geschenkkarton (keine Holzkisten!) auch als Geschenk für Kunden geeignet. Es muss nicht nur im Fachhandel verkauft werden.
Eiswein ist bestens geeignet für den chinesischen Markt. ABER: Eiswein ist und bleibt ein Risikogeschäft (es sei denn es wird künstlich gekühlt). Nicht jeder Winzer hat jedes Jahr Eiswein. Eiswein muss nachts bei unter -7°C gelesen werden. Diese Temperaturen werden vorallendingen in den letzten Jahren seltener erreicht. Klimaerwärmung und so.. Es kann also schnell mal passieren, dass es 3 Jahre hintereinander keinen Eiswein gibt und dann steht man da.

Danke für eure Antworten.
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sweetpanda
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Re: Handel mit Wein

Beitrag von sweetpanda »

8feathers hat geschrieben: Das ist das Problem :?
Wie kommt man als unwissender Student überhaupt an solche Kontakte?
Da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen, komme selbst aus einer Weinregion und hatte mich auch schlau darüber gemacht. Chancenlos, auf Tabao/Alibaba gibt es schon alles zu lächerlich billigen Preisen.

http://detail.1688.com/offer/1240054523.html

Ich hau mir jetzt erst mal diesen köstlichen Karl Heinz :shock: hinter die Binde.
“If you are in favour of global liberal hegemony, you are the enemy.”
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