Haben Chinesen automatisch ein "Streberimage" ?

Allgemeine Fragen und Erfahrungsaustausch rund um China - Kultur - Geschichte usw.
Owanga1
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Haben Chinesen automatisch ein "Streberimage" ?

Beitrag von Owanga1 »

Mich interessiert die Frage, ob Chinesen in der Schule von den anderen Schülern gleich als Streber abgestempelt werden.

Er gibt ja solche Klischees, die besagen, dass wir z. B. schlechte Autofahrer seien, alle Kunfu könnten, immer gut in Mathe seien etc. Ein weiteres dieser aberwitzigen Vorurteile wäre (nach meiner jetzigen Erkenntnislage), dass wir oft als Streber dastehen. Ich habe in der Vergangenheit oftmals die Schule gewechselt und es dauerte immer keine Woche bis ich dieses Streberimage, das ich hinter mich zu lassen versuchte, aufgedrückt bekam. Es ist wie Kaugummi in den Haaren, du kriegst ihn nie mehr raus.

Ich bin zwar nicht schlecht in der Schule, aber dieser Umstand allein macht doch keinen Streber aus. Langsam geht es mir wirklich auf meinen imaginären Sack! Ich bekomme lauter Sprüche zu hören wie: "Von dir hätte ich nicht erwartet, dass du auf die Party kommst.", "Also, von dir hätte ich jetzt nicht erwartet, dass du die ersten zwei Stunden geschwänzt hast.", "Von dir hätte ich nicht erwartet, dass du nur 9 Punkte geschrieben hast." (Das war 'ne Mathearbeit, Gott verdammt, was hätte er denn sonst erwartet?!), ach ja, der Klassiker: "Von dir hätte ich jetzt erwartet, dass du das verstehst." Da ich in der Schule leider immer der einzige Repräsentant meines Landes war und bin, weiß ich nicht, ob das ein allgemeingültiges "Phänomen" ist. Wenn ja, woran könnte es dann liegen. Wenn nein, ...tja, vielleicht hilft es ja, wenn ich mir 'ne Punkfrisur zulege und ab sofort immer in knappen Minniröcken in der Schule antanze? 8)
name
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Re: Haben Chinesen automatisch ein "Streberimage"

Beitrag von name »

Owanga1 hat geschrieben:Mich interessiert die Frage, ob Chinesen in der Schule von den anderen Schülern gleich als Streber abgestempelt werden.

Er gibt ja solche Klischees, die besagen, dass wir z. B. schlechte Autofahrer seien, alle Kunfu könnten, immer gut in Mathe seien etc. Ein weiteres dieser aberwitzigen Vorurteile wäre (nach meiner jetzigen Erkenntnislage), dass wir oft als Streber dastehen. Ich habe in der Vergangenheit oftmals die Schule gewechselt und es dauerte immer keine Woche bis ich dieses Streberimage, das ich hinter mich zu lassen versuchte, aufgedrückt bekam. Es ist wie Kaugummi in den Haaren, du kriegst ihn nie mehr raus.

Ich bin zwar nicht schlecht in der Schule, aber dieser Umstand allein macht doch keinen Streber aus. Langsam geht es mir wirklich auf meinen imaginären Sack! Ich bekomme lauter Sprüche zu hören wie: "Von dir hätte ich nicht erwartet, dass du auf die Party kommst.", "Also, von dir hätte ich jetzt nicht erwartet, dass du die ersten zwei Stunden geschwänzt hast.", "Von dir hätte ich nicht erwartet, dass du nur 9 Punkte geschrieben hast." (Das war 'ne Mathearbeit, Gott verdammt, was hätte er denn sonst erwartet?!), ach ja, der Klassiker: "Von dir hätte ich jetzt erwartet, dass du das verstehst." Da ich in der Schule leider immer der einzige Repräsentant meines Landes war und bin, weiß ich nicht, ob das ein allgemeingültiges "Phänomen" ist. Wenn ja, woran könnte es dann liegen.
Es kommt darauf an, was du unter "Chinesen" verstehst. Von einem "langweilig" aussehenden Arbeiterkind, das schon mit mittelmäßigen bis schlechten Zeugnissen auf eine öffentliche Schule kommt, wird meiner Erfahrung nach nicht viel erwartet, egal was für einen Nachnamen es trägt.
Wenn nein, ...tja, vielleicht hilft es ja, wenn ich mir 'ne Punkfrisur zulege und ab sofort immer in knappen Minniröcken in der Schule antanze? 8)
Das würde niemand mit schlechten Noten in Verbindung bringen, es sei denn vielleicht an einer Privatschule. :lol: Die meisten schlechten Schüler sehen meiner Meinung nach außerdem eher wie "graue Mäuse", d.h. unauffällig im traditionellen Sinne, aus. Es sind die reichen Schüler, die sich modisches oder "cooles" Aussehen leisten und auch meistens besser in der Schule sind.
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Beitrag von Grufti »

tja, vielleicht hilft es ja, wenn ich mir 'ne Punkfrisur zulege und ab sofort immer in knappen Minniröcken in der Schule antanze?
Wenn Du eine Frau bist , wäre es nicht ungewöhnlich.... :roll: :lol:
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !
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Kerrigan
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Beitrag von Kerrigan »

Ich hab eigentlich nicht die Erfahrung gemacht, dass chinesischstämmige ein Streberimage haben. Das mit dem "alle Kungfu können" stimmt aber :D, also dass die Leute das denken!
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Lanhua
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Beitrag von Lanhua »

Das Chinesen im vergleich zu Deutschen sehr, sehr fleißig sind ist ja kein Geheimnis mehr. (Wenn Leute etwas nicht können, dann sagen sie dir, dass du es auch nicht kannst...)
Ich weiß, dass so etwas nervt(an meiner alten Schule wurde ich "wandeldes Lexikon" genannt :oops: ), aber ganz ehrlich, was ist so schlimm daranein Streber zu sein? Gute Noten zu haben scheint an den meisten Schulen in Deutschland eine Sünde zu sein!

Eigentlich bewundere ich die Chinesen für genau das, dass sie sich hinsetzten und lernen ohne sich ablenken zu lassen.
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Beitrag von Owanga1 »

Meistens ist es mir egal, was andere über mich denken, aber es nervt schon, wenn sie sich ein Bild von dir machen, dem du überhaupt nicht entsprichtst. Wenn die anderen von dir annehmen, dass du alles weißt, dann tun sie immer so entsetzt, wenn du einmal etwas nicht weißt, so dass du selbst auch über deine eigene Unwissenheit beschämt bist. Die anderen haben eine gewisse Erwartungshaltung von dir und du versuchst bewusst oder auch unbewusst dieser Haltung gerecht zu werden, obwohl es unsinnig ist. Die Gesellschaft ist doch scheiße!
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Beitrag von belrain »

Ich denke, das kann man genausowenig verallgemeinern wie die meisten anderen Themen auch. Es gibt solche und solche. Die Einen integrieren sich nicht so stark in die fremde Gesellschaft und ziehen sich lieber zurück, bleiben unter sich und lernen mehr - aus Fleiß, Langeweile oder anderen Gründen. Dazu kommt das natürliche Konkurrenzdenken, das in China sehr ausgeprägt ist.

Andere nehmen aktiver teil an der fremden "Kultur", gehen Abends lange raus, trinken, haben Spaß und entsprechend weniger gute Noten. Gibt es alles. Letzteres ist aber seltener bei Chinesen als bei uns Deutschen.
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Beitrag von Preussenblut »

Lanhua hat geschrieben:Das Chinesen im vergleich zu Deutschen sehr, sehr fleißig sind ist ja kein Geheimnis mehr.
Hast du denn je gearbeitet um diesen Scheiss behaupten zu können?
In Dtl. haben die Leute eine 30 minütige Mittagspause, in China haben die 3h!!! also wer ist nun hier faul? Warum müssen Chinesen am Samstag und Sonntag arbeiten in einigen Branchen? Damit sie ihre Stünden der Woche nachholen.
Ich glaube du warst auch noch nie in China oder?
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Re: Haben Chinesen automatisch ein "Streberimage"

Beitrag von Preussenblut »

Owanga1 hat geschrieben:Mich interessiert die Frage, ob Chinesen in der Schule von den anderen Schülern gleich als Streber abgestempelt werden.
Generell wird alles bischen Streberhaft abgestempelt, was Brille trägt, und jeder weiss wie schlecht Chinesen sehen, daher tragen soviele eine Brille. Also geraten die Chinesen immer unter die Kategorie Streber. Achso 90% der chinesischen Studenten in Dtl. tragen Brillen. Das heisst aber nicht auch wenn sie streben, das sie damit die besseren Noten haben. Die müssen sich auch schon wegen der Sprachbarriere länger hinsetzen um gleiche Ergebnisse zu schaffen wie andere. Das Chinesen strebsam sind läßt sich schwer verleugnen. Aber stell dir vor Chinesen haben kaum charakterliche Unterschiede, weil alle genauso gedrillt worden sind in ihrer Kommunistenzeit, von ihrem Aussehen ganz zu schweigen und von ihrer Anzahl. Daher müssen sie mit anderen Dingen punkten, wie Noten und Bildung.

P.S.: wenn du noch auf Schule bist, versuch mal Kontaktlinsen zu tragen wenn du eine Brille tragen musst, änder einfach dein Klamotten Style, das reicht meist aus, um von deinem "Streberimage" zu kommen.
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Beitrag von belrain »

Preussenblut hätte es sicher etwas humaner formulieren können, aber seine Aussage ist ziemlich treffend. Auch aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Chinesen recht arbeitsscheu sind - teilweise während der Arbeit sogar schlafen. Und das System ermutigt sie ja auch dazu. Beispielsweise in JVs ist es nicht so einfach diese "faulen Äpfel" loszuwerden. Die kann man nicht einfach feuern sondern muss sie durchschleppen.

Studenten hingegen wirken immer sehr fleissig. Ist nur die Frage, ob sie in der Arbeitswelt dabei bleiben oder sich dem Umfeld anpassen. Letzteres ist sehr wahrscheinlich, denn wenn der Vorgesetzte Faulheit vorlebt wird der Untergebene dies übernehmen und sich nicht beschweren.
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Beitrag von belrain »

Das mit der Brille wird in China gerne gemacht um intelligent zu wirken. nicht jeder der in China eine Brille trägt braucht diese auch. Bei vielen ist es nur Show - reines Fensterglas.
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Beitrag von Lanhua »

Hast du denn je gearbeitet um diesen Scheiss behaupten zu können?
In Dtl. haben die Leute eine 30 minütige Mittagspause, in China haben die 3h!!! also wer ist nun hier faul? Warum müssen Chinesen am Samstag und Sonntag arbeiten in einigen Branchen? Damit sie ihre Stünden der Woche nachholen.
Ich glaube du warst auch noch nie in China oder?
Ich mag solche Leute die nur Klichees versprühen, aber gar keine richtige Ahnung haben![/quote]

Also ein Wirtschaftwachstum kommt auch nicht von alleine...
Nein, ich war noch nie in China, hast Recht,
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Beitrag von domasla »

Ich bezweifle mal, dass alle Chinesen (in China) eine dreistündige Mittagspause haben. oder eine Sechstagewoche, oder einen 18-Stunden-Tag.

D., dem dazu im Moment nichts weiter einfällt, der aber gesteht, eine Brille zu tragen.
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Beitrag von belrain »

Andererseits sollte man sich auch überlegen, wie das Wirtschaftswachstum zustande kommt. Einen grossen Anteil daran haben ausländische Firmen. Das Interessante ist aber, egal mit welchem Ausländer, der in China arbeitet, man redet - alle haben das gleiche Problem. Die chinesischen Mitarbeiter arbeiten nicht so wie man es gerne hätte. Hat sicher auch damit zu tun, das die meisten ausländischen Betriebe dort etwas aufbauen wollen aber von der Mentalität der Leute keinen blassen Schimmer haben. Wenn man es richtig anpackt hat man auch motivierte Mitarbeiter. Ist aber ein etwas langwieriger Lernprozess - für beide Seiten.
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meimei
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Beitrag von meimei »

Ich hab auch schon mal von Japan gehört(und mehrmals von China), dass die Leute da oft lange Pausen machen oder während der Arbeit Zeitschriften lesen oder so, dafür viel länger arbeiten. Vielleicht geht es weniger um faul oder nicht faul, sondern einfach ein anderes Ideal. Während bei uns dass Ideal ist, die Arbeit in möglichst wenig Zeit zu erreichen ist es in asiatischen Ländern vielleicht wichtiger viel Präsenzzeit zu haben und dementsprechend die gleiche Anzahl Arbeit in längerer Zeit zu erreichen. Schlussendlich arbeiten beide, Asiaten wie Westler vielleicht ähnlich viel, nur dass die Zeit dafür unterschiedlich ist. Ich glaube, habe irgendeine vage Erinnerung an eine chinesische Legende/Sprichwort in dem es um genau das geht. Irgendwie das man zwar viel arbeiten aber nicht hetzten soll. Kann das sein?

PS: Fliessbandarbeiter oder so arbeiten in China natürlich mehr, was gut fürs Wirtschaftswachstum ist, was aber weniger an ihrem Fleiss als am fehlenden Schutz liegt.
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