Danke Südchina

Endlich einer, der merkt, dass es mir garnicht um die Todesstrafe als solche geht (gegen die ich strikt dagegen bin, ich bin für Arbeitslager), das wäre eine komplett andere Diskussion.
Ein emotionales Thema, daher bitte nicht persönlich angegriffen fühlen:
1. Ich bin auf keinen Fall ein Gegner der Organspende! Nur ein Gegner der Zwangsabgabe.
Bezüglich derjenigen, die meinen, Menschen würden durch das Töten eines anderen ihre Rechte verlieren:
Auszug Wikipedia zu Menschenrechten:
"Universalität im Menschenrecht steht für Allgemeingültigkeit. Das heißt, dass Menschenrechte überall für alle Menschen gültig sind. ... Denn wenn sich jemand auf die Menschenrechte beruft, aber diese in der Mitwelt nicht anerkannt werden, ist die Berufung eines jeden Menschen auf dieselben Menschenrechte zum Schutze seiner elementaren Interessen, nicht erfüllt worden."
Für mich klingen diese Forderungen stark nach unseren "Todesstrafe für Kinderschänder"-Nazis

(Hintergrund für die Auswärtigen, diese Aufkleber sind hier auf einigen Autos und dienen als "geheimes" Erkennungszeichen für unsere Neonazis, ähnlich der Thor Steiner oder Lonesdale Kleidung)
@canni: Ich hab beim Zivi ein halbes Jahr mit Dialysepatienten gearbeitet und der Vater meiner besten Freundin hat eine Spenderniere bekommen. Ich bin also nicht persönlich betroffen, aber nicht ahnungslos. Und genau das gibt mir meiner Meinung nach die Möglichkeit die Sache mit der notwendigen Distanz zu betrachten. Als direkt betroffener ist man doch leider sehr stark emotional beeintträchtigt, würde mir ja nicht anders wie Dir gehen, wenn z.B. meine Frau auf ein Organ warten würde.
Bezüglich "Jeder ist automatisch Spender, bis er widerspricht": Wie will man bei z.B. einem Autounfall feststellen, dass er der Spende widersprochen hat? Nicht jeder hat immer alle Ausweise in der Hosentasche. Und hier zählen wenige Minuten.
Ich bin der Meinung, wenn man anfängt über die "Verwertung" eines Körpers nach dem Tode zu bestimmen, muss man konsequent auch über das Eigentum bestimmen. Denn das Geld und Eigentum brauchst Du nach dem Tod ja auch nicht mehr. Dein Kind kann selber Geld verdienen, also all dein Geld ab nach Afrika! Sowieso, wer mehr Geld verdient als man zum Lebenserhalt braucht, muss alles Geld spenden, denn wo anders kann man damit Leben retten und das ist doch viel wichtiger als der eigene Luxus. Und wer raucht und trinkt gehört sowieso verhaftet, da er seine Organe, die Leben retten könnten, zerstört. (etwas überspitzt ausgedrückt, soll aber mein Prinzip verdeutlichen).
Ich bestimme (im Rahmen der juristischen und gesellschaftlichen Gesetze) selbst, wie ich mein Leben lebe und gestalte. Ob ich dabei wie ein versnobter Ar*** oder wie Mutter Theresa durch die Welt ziehe, bleibt mir selbst überlassen. Und genauso ist das mit meinem Körper. Ich besitze ihn mein Leben lang und ich bestimme, ob daraus Wurmfutter oder ein verlängertes Leben wird.
Ich bleibe weiter bei meiner Meinung, es soll jeder Mensch für sich frei entscheiden können ob er spendet oder nicht, das zählt auch für Straftäter.
Ich verstehe, dass direkt betroffene (bei Organspende oder Schwerverbrechen) das anders sehen, warne aber davor, dass zu verallgemeinern, denn wenn wir hier anfangen in die Selbstbestimmungsrechte einzugreifen um anderen einen "Vorteil" (längeres, "besseres" Leben) zu gewähren, wo hören wir dann damit auf? Zudem mag es mancher persönlichen Welt- und/oder Religionseinstellung widersprechen, die Organe abzugeben.
Der Ansatz muss wo anders gemacht werden, es muss genug Aufklärung betrieben werden, gerne auch an Schulen, was das Thema Organspende angeht und die Leute für das Thema sensibilisiert werden. Es muss zum Beispiel den Menschen gezeigt werden, dass sie nicht früher abgeschaltet werden, nur damit man die Organe noch verwerten kann und es müssen extrem harte Strafen gegen solche ausgesprochen werden, die genau dieses tun. (Ist auch einer meiner Sorgen, wenn ich spenden würde)