So, Ergänzung zu meinen Gedanken (das ist meine Meinung, trifft also nur auf mich zu):
Religion ist in meinen Augen ein Träger gesammelten spirituellen Gedankengutes, doch wird sie seit Uhrzeiten für Machtansprüche missbraucht. Religion und Macht waren seit Zivilisationszeiten immer miteinander verbunden.
Interessant hierbei, dass viele ur-religiöse Dinge erst durch Wissenschaftler erfunden und eingeführt wurden. Wer Wissen hatte (über Jahreszeiten, Sternenvorgänge, etc.) hat dieses Wissen mystifiziert um das Wissensmonopol und damit die Macht zu erlangen und eine Religion darum aufgebaut. Das trifft zumindest auf die Ur-Religionen, die auf Wissen basierten, zu.
Solange es die Erkenntnis einer "menschlichen Seele" gibt und sich der Mensch Gedanken über das "Leben nach dem Tode" macht, solange wird es Religionen und Spiritualität geben, denn das ist ein Kern- und Trägergedanke aller Religionen seit Urzeiten. Auch wenn "glückliche", "reiche" und "erfolgreiche" Menschen meist weniger religiös als andere sind: Spätestens im Angesicht und Bewußtsein des eigenen Todes wird jeder Mensch auf die ein oder andere Weise religiös, und sei es nur aus genetisch angeborenem Selbsterhaltungstrieb. Wenn mir keiner und nichts mehr helfen kann, vielleicht kann es dann mein eigener Gott.
Jeder muss für sich selbst entscheiden, was er glauben will und was nicht. Religion darf aber niemals eine Entschuldigung sein das eigenständige Denken, die Vernunft und die Menschlichkeit auszuschalten, sie sollte vielmehr eine seelische Stütze und Kraftquelle für mein Innerstes sein.
Hach ja, dass erinnert mich alles an die schönen Diskussionszeiten mit meiner baptistischen Freundin: "Glaubst Du ernsthaft, dass Du von einem haarigen Affen abstammst?"
@Yingxiong Das mit Mithras weiß ich auch nur, da meine Heimatstadt in der Nähe eines bedeutenden Fundortes des Mithraskultes liegt. Hier wo ich nun wohne hat den Namen noch nie einer gehört (na gut, die wenigsten hier wissen ja auch was Frohnleichnam ist)...


