Diese Aussage würde ich aber auch nicht für voll nehmen, zwischen China und Nordkorea herrscht definitiv seit Ende des Koreakrieges ein Sonderverhältnis, auch wenn das in letzter Zeit gelitten hat. Dass das chinesische Außenministerium sich hier jetzt so bedeckt hält, liegt m.E. in erster Linie daran, dass man nicht mit dem Säbelrasseln des Nachbarn in Verbindung gebracht werden will.Die Sprecherin des chin. Aussenministeriums wurde für diplomatische Verhältnisse ziemlich ungehalten und betonte, dass es kein Sonderverhältnis zwischen China und NK gäbe, sondern Beziehungen - wie zu jeden anderen Staaten auch.
Und natürlich, wie du schon gesagt hast, hat auch China kein Interesse an nordkoreanischen Nuklearwaffen, da diese nur weiter die gesamte Lage nur weiter verkomplizieren. Allerdings empfinde ich die Sache mit den Nuklearwaffen von nordkoreanischer Seite als einzig logischen Schritt, um sich gegen eine Invasion bzw. einen Militärschlag der USA abzusichern. Der Iran hält das ja im Moment ganz ähnlich. Man hat gesehen was mit dem Irak passiert ist und jetzt versucht man sich irgendwie abzusichern.
Die Manöver sind in erster Linie dazu da, um dem Gegner zu sagen: Schau her, wir könnten dir in den Arsch treten, wenn wir wöllten. Wir schnell sowas schief gehen kann, hat man während Able Archer gesehen.Un ist m.E. intelligent genug, um die jährl. stattfindenden Militärmanöver von SK + den USA als das zu sehen, was sie sind: Ein Achtungszeichen - nicht mehr aber auch nicht weniger.
NATO und Warschauer Pakt machten es zu Zeiten des Kalten Krieges nicht anders - und jeder wusste es einzuordnen.
Von Wiedervereinigung war von meiner Seite aus nie die Rede. Es ist mir durchaus bewusst, dass Südkorea keinerlei Interesse an einer Wiedervereinigung hat, aus dem einfachen Grund, dass sie die südkoreanische Volkswirtschaft sprengen würde. Wenn man mal bedenkt, dass die DDR wirtschaftlich nicht annähernd so kaputt war wie Nordkorea, und die neuen Bundesländer heute noch signifikant ärmer sind als die alten... Südkorea würde geradewegs zurück in Richtung Entwicklungsland fallen.Eine Invasion von USA und SK anzunehmen, ist absurd, denn SK hätte kein Interesse daran NK zu übernehmen - die Probleme wären um ein Vielfaches Größer als damals bei der dt. Wiedervereinigung.
Und China würde da nicht tatenlos zusehen.
Da das alle wissen, kannst Du den Gedanken also gleich wieder zu den Akten legen
Und eine Invasion von Seiten der USA ist auch recht unwahrscheinlich. Wie ich schon gesagt habe, die USA haben kein Interesse daran die Lage auf der koreanischen Halbinsel in irgendeine Richtung zu verschieben.
Naja vielleicht sollte Kim Jong-Un einfach einen auf Stalin machen, und kurzerhand die ganze Militärführung ausradieren und durch Bauern ersetzenNein, m.E. haben die zarten Reformversuche von Un, sein Militär so nervös gemacht, weil sie die o.g. Gefahr des Machtverlustes auf sich (wenn auch langsam) zukommen sehen - oder das zumindest vermuten, dass sie kurzerhand selbst bestimmte Fakten schaffen, um ihn unter Kontrolle zu halten.
Seine eigene Machtbasis scheint nicht so gefestigt zu sein, dass er dem etwas entgegen setzen kann.
Spaß beiseite, ich frage mich echt, warum man von dieser Tatsache nie in den Medien liest. Wird es vom Westen einfach bewusst ignoriert und heruntergespielt, damit man weiter das Bild vom bösen und allmächtigen Diktator aufrecht erhält, für den es nichts tolleres gibt als sein Volk zu unterdrücken und alle 2 Monate fast einen Atomkrieg vom Zaun zu brechen?
Man hat damit ja vollen Erfolg, zumindest wenn man sich mal die Kommentare zu diversen Spiegel-Online Artikeln durchliest. Ich hab vorhin mal nachgezählt: 36 Kommentare. 30 forderten direkt einen Militärschlag, "um die ganze verdammte Militärregierung auszuradieren". 4 forderten, dass der Westen doch endlich etwas tun sollte, "um diesen Wahnsinnigen zu stoppen". 2 Kommentare stellten heraus, dass Nordkorea immer wieder zu so drastischen Schritten mehr oder weniger von UN und USA gezwungen wird. Diese beiden letzten Kommentatoren wurden (wie üblich) als wirre rote Verschwörungstheoretiker beschimpft.
Ich finde es ganz schockierend, wenn man sich überlegt wie gut Propaganda selbst heute noch im doch so aufgeklärten und demokratischen Westen funktioniert (und wie unabhängig und unparteiisch die Medien sind

