Was wird aus Nordkorea?

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alanos
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Re: Was wird aus Nordkorea?

Beitrag von alanos »

Die Sprecherin des chin. Aussenministeriums wurde für diplomatische Verhältnisse ziemlich ungehalten und betonte, dass es kein Sonderverhältnis zwischen China und NK gäbe, sondern Beziehungen - wie zu jeden anderen Staaten auch.
Diese Aussage würde ich aber auch nicht für voll nehmen, zwischen China und Nordkorea herrscht definitiv seit Ende des Koreakrieges ein Sonderverhältnis, auch wenn das in letzter Zeit gelitten hat. Dass das chinesische Außenministerium sich hier jetzt so bedeckt hält, liegt m.E. in erster Linie daran, dass man nicht mit dem Säbelrasseln des Nachbarn in Verbindung gebracht werden will.
Und natürlich, wie du schon gesagt hast, hat auch China kein Interesse an nordkoreanischen Nuklearwaffen, da diese nur weiter die gesamte Lage nur weiter verkomplizieren. Allerdings empfinde ich die Sache mit den Nuklearwaffen von nordkoreanischer Seite als einzig logischen Schritt, um sich gegen eine Invasion bzw. einen Militärschlag der USA abzusichern. Der Iran hält das ja im Moment ganz ähnlich. Man hat gesehen was mit dem Irak passiert ist und jetzt versucht man sich irgendwie abzusichern.
Un ist m.E. intelligent genug, um die jährl. stattfindenden Militärmanöver von SK + den USA als das zu sehen, was sie sind: Ein Achtungszeichen - nicht mehr aber auch nicht weniger.
NATO und Warschauer Pakt machten es zu Zeiten des Kalten Krieges nicht anders - und jeder wusste es einzuordnen.
Die Manöver sind in erster Linie dazu da, um dem Gegner zu sagen: Schau her, wir könnten dir in den Arsch treten, wenn wir wöllten. Wir schnell sowas schief gehen kann, hat man während Able Archer gesehen.
Eine Invasion von USA und SK anzunehmen, ist absurd, denn SK hätte kein Interesse daran NK zu übernehmen - die Probleme wären um ein Vielfaches Größer als damals bei der dt. Wiedervereinigung.
Und China würde da nicht tatenlos zusehen.
Da das alle wissen, kannst Du den Gedanken also gleich wieder zu den Akten legen
Von Wiedervereinigung war von meiner Seite aus nie die Rede. Es ist mir durchaus bewusst, dass Südkorea keinerlei Interesse an einer Wiedervereinigung hat, aus dem einfachen Grund, dass sie die südkoreanische Volkswirtschaft sprengen würde. Wenn man mal bedenkt, dass die DDR wirtschaftlich nicht annähernd so kaputt war wie Nordkorea, und die neuen Bundesländer heute noch signifikant ärmer sind als die alten... Südkorea würde geradewegs zurück in Richtung Entwicklungsland fallen.
Und eine Invasion von Seiten der USA ist auch recht unwahrscheinlich. Wie ich schon gesagt habe, die USA haben kein Interesse daran die Lage auf der koreanischen Halbinsel in irgendeine Richtung zu verschieben.
Nein, m.E. haben die zarten Reformversuche von Un, sein Militär so nervös gemacht, weil sie die o.g. Gefahr des Machtverlustes auf sich (wenn auch langsam) zukommen sehen - oder das zumindest vermuten, dass sie kurzerhand selbst bestimmte Fakten schaffen, um ihn unter Kontrolle zu halten.
Seine eigene Machtbasis scheint nicht so gefestigt zu sein, dass er dem etwas entgegen setzen kann.
Naja vielleicht sollte Kim Jong-Un einfach einen auf Stalin machen, und kurzerhand die ganze Militärführung ausradieren und durch Bauern ersetzen :lol:
Spaß beiseite, ich frage mich echt, warum man von dieser Tatsache nie in den Medien liest. Wird es vom Westen einfach bewusst ignoriert und heruntergespielt, damit man weiter das Bild vom bösen und allmächtigen Diktator aufrecht erhält, für den es nichts tolleres gibt als sein Volk zu unterdrücken und alle 2 Monate fast einen Atomkrieg vom Zaun zu brechen?
Man hat damit ja vollen Erfolg, zumindest wenn man sich mal die Kommentare zu diversen Spiegel-Online Artikeln durchliest. Ich hab vorhin mal nachgezählt: 36 Kommentare. 30 forderten direkt einen Militärschlag, "um die ganze verdammte Militärregierung auszuradieren". 4 forderten, dass der Westen doch endlich etwas tun sollte, "um diesen Wahnsinnigen zu stoppen". 2 Kommentare stellten heraus, dass Nordkorea immer wieder zu so drastischen Schritten mehr oder weniger von UN und USA gezwungen wird. Diese beiden letzten Kommentatoren wurden (wie üblich) als wirre rote Verschwörungstheoretiker beschimpft.
Ich finde es ganz schockierend, wenn man sich überlegt wie gut Propaganda selbst heute noch im doch so aufgeklärten und demokratischen Westen funktioniert (und wie unabhängig und unparteiisch die Medien sind ;))
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Re: Was wird aus Nordkorea?

Beitrag von ingo_001 »

alanos hat geschrieben:Ich finde es ganz schockierend, wenn man sich überlegt wie gut Propaganda selbst heute noch im doch so aufgeklärten und demokratischen Westen funktioniert (und wie unabhängig und unparteiisch die Medien sind ;))
Propaganda hat es zu allen Zeiten und in allen politischen Systemen gegeben.
Manchmal ist sie plump und effekthascherisch wie im Fall von *NK und den USA (speziell zu Zeiten von Bush jr.) und manchmal subtiler, weil durch vordergründig anderes (Menschenrechtsdiskussion) verdeckt.
* Dass ich die USA mit NK da mal in einem Atemzug nenne, hat schon was :mrgreen:
Ansonsten hab ich zu den Medien und deren Rolle hier schon mehrere Beiträge geschrieben.
Hier ist der letzte Aktuelle:
http://forum.chinaseite.de/viewtopic.ph ... en#p243675
Danach hatte ich noch einen Post mit je einem plumpen und einem subtilen Beispiel der Medienmanipulation aufgeführt.
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Re: Was wird aus Nordkorea?

Beitrag von ingo_001 »

alanos hat geschrieben: Spaß beiseite, ich frage mich echt, warum man von dieser Tatsache nie in den Medien liest. Wird es vom Westen einfach bewusst ignoriert und heruntergespielt, damit man weiter das Bild vom bösen und allmächtigen Diktator aufrecht erhält, für den es nichts tolleres gibt als sein Volk zu unterdrücken und alle 2 Monate fast einen Atomkrieg vom Zaun zu brechen?
Primär gehts der nk Führung um den Machterhalt.
Deshalb wirds, jedenfalls nicht von oben herab, keine Entwicklung ähnlich wie der Chinas nach dem Ende Maos geben - auch wenn ich das für wünschenswert halte.
Evtl. nach seeeehr langsamen Schritten in diese Richtung ...
Die gibts aber nicht.

Frag Dich mal warum nicht?
Es ist für die nk-Propaganda-Strategen schlicht eine Mission Impossible, dem eigenen Volk zu erklären, warum es den dem großen Bruder China nicht nur um so vieles besser geht, man selbst aber mehr schlecht als recht über die Runden kommt.

Und das die nk-Führung kein Interesse daran hat, dem Weg Chinas zu folgen, wurde erstmals deutlich, als man den großen Bruder während der 6-Partein-Gespräche in Beijing mehrfach dadurch brüskierte, China gemachte Zusagen in den offenen Verhandlungen nicht nur nicht einzuhalten, sondern diese schlicht zu leugnen.

Der einzige noch verbliebene Grund, weshalb China NK noch am Leben erhält ist der, dass man NK als Pufferstaat so lange wie möglich erhalten will.
Irgendwann könnte aber der Punkt kommen, an dem die chin. Regierung dieses Übel (den Verlust des Pufferstaates NK) als das Kleinere und die Unberechenbarkeit des kleinen Bruders als das Größere sieht.

China ist nicht auf NK angewiesen - NK aber auf China.
* Eine spekulative Lösung, die China den Pufferstaat NK erhalten würde:
China greift (wie auch immer) in NK ein und sorgt dafür, dass NK den chin. Weg geht (m.E. unter den gegebenen Verhältnissen nicht die schlechteste Idee).
Ob und wie das allerdings um- bzw. durchgesetzt werden kann, weiss ich nicht.

Ich kanns nur wiederholen: Un braucht, wenn er denn seine Reformen durchsetzen will, eine eigene Machtbasis - und die hat er augenscheinlich bis jetzt nicht.
Den Ton und die Richtung geben die Militärs an.
Und noch was: Ein probates Mittel die eigene Bevölkerung hinter sich zu wissen war und ist es auch heute, die Bedrohung von aussen immer und immer wieder zu predigen.
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Re: Was wird aus Nordkorea?

Beitrag von alanos »

Propaganda hat es zu allen Zeiten und in allen politischen Systemen gegeben.
Manchmal ist sie plump und effekthascherisch wie im Fall von *NK und den USA (speziell zu Zeiten von Bush jr.) und manchmal subtiler, weil durch vordergründig anderes (Menschenrechtsdiskussion) verdeckt.
* Dass ich die USA mit NK da mal in einem Atemzug nenne, hat schon was :mrgreen:
Ansonsten hab ich zu den Medien und deren Rolle hier schon mehrere Beiträge geschrieben.
Hier ist der letzte Aktuelle:
viewtopic.php?f=13&t=7179&p=243675&hilit=medien#p243675
Danach hatte ich noch einen Post mit je einem plumpen und einem subtilen Beispiel der Medienmanipulation aufgeführt.

Find ich genial deine Denkweise, wirklich. Ich hab neulich genau so argumentiert, als ich mit einem Freund über das Thema geredet hab. :D
Das Problem ist einfach, dass, wie du schon gesagt hast, die Menschen die Medien in den westlichen Ländern gar nicht hinterfragen, weil sie ja frei und unzensiert sind. Tatsächlich lassen sich die (etwas klügeren wohlbemerkt) Leute in China wesentlich schwerer von Propaganda beeinflussen, als vergleichbare Leute im Westen, weil sie eben wissen, dass das meiste davon Propaganda ist.

Mir wirklich die Augen geöffnet hat unter anderem ein Artikel auf Spiegel Online, in dem es um die Christenverfolgung in NK ging. Der Autor des Artikels bezog sich dabei die ganze Zeit auf Zahlen und Informationen, die er von der Website einer Hilfsorganisation der evangelischen Kirche hatte. Diese Seite hatte keinerlei Quellen angegeben, und es hat mich irgendwie stutzig gemacht, wieso eine kirchliche Hilfsorganisation in einem Land wie Nordkorea besser vernetzt sein kann, als alle Geheimdienste der restlichen Welt zusammen. Der Autor des Artikels auf Spiegel Online jedoch hat diese Zahlen und Informationen verkauft, als wären sie die absolute und unwiderlegbare Wahrheit, und die Leute haben es geschluckt und wieder nach Blut geschrien.

Aber jetzt BTT :D
China ist nicht auf NK angewiesen - NK aber auf China.
* Eine spekulative Lösung, die China den Pufferstaat NK erhalten würde:
China greift (wie auch immer) in NK ein und sorgt dafür, dass NK den chin. Weg geht (m.E. unter den gegebenen Verhältnissen nicht die schlechteste Idee).
Ob und wie das allerdings um- bzw. durchgesetzt werden kann, weiss ich nicht.

Ich kanns nur wiederholen: Un braucht, wenn er denn seine Reformen durchsetzen will, eine eigene Machtbasis - und die hat er augenscheinlich bis jetzt nicht.
Den Ton und die Richtung geben die Militärs an.

Ich verstehe auch nicht, warum China nicht mehr eingreift. Man weiß natürlich nicht, was im Außenministerium hinter verschlossenen Türen vor sich geht, aber bis jetzt scheint China sich immer zurückzuhalten, was konkrete Lösungsvorschläge angeht.
Die Frage ist letzten Endes, wie weit China gehen wird, wenn es hart auf hart kommt. Würden sie militärisch eingreifen, wenn Nordkorea angegriffen wird? Was würden sie tun, wenn das Land kollabiert und/oder im Bürgerkrieg versinkt?

Oberstes Ziel zum jetzigen Zeitpunkt sollte es sein, die ultrakonservativen Militärs aus den Führungspositionen zu entfernen, um so den Weg für neue Reformen zu ebnen. Entweder Stalin-Style oder die sanftere Methode, indem man die Rädelsführer entmachtet und ins Exil schickt, jedoch eben immer mit der Gefahr einen Bürgerkrieg vom Zaun zu brechen.

Ein Gedanke, mit dem ich in letzter Zeit spiele, ist, warum man nicht ganz bewusst einen Bürgerkrieg vom Zaun bricht. Kim Jong-Uns Reformwillige auf der einen Seite, die Ultrakonservativen auf der anderen (die Nuklearwaffen jedoch vorher in Sicherheit bringen :mrgreen: ). Mit chinesischer Militärintervention sollte der Krieg schnell entschieden sein (ich habe mal gehört, dass die Nordkoreaner tatsächlich noch T-34 einsetzen :lol: ), und die Bevölkerung sollte ja eigentlich ausnahmslos hinter Un stehen. Wichtig bei diesem Szenario wäre jedoch, dass es, außer der chinesischen, keine weitere Einmischung von Außen gibt, um die Souveränität und die Glaubhaftigkeit Kim Jong-Uns zu erhalten.
Aber gut, wie gesagt, ist nur ein Gedankenspiel meinerseits :wink:
Und noch was: Ein probates Mittel die eigene Bevölkerung hinter sich zu wissen war und ist es auch heute, die Bedrohung von außen immer und immer wieder zu predigen.
Der "War on Terror" wird irgendwann mal als ein formidables Mittel zur Bevölkerungskontrolle in den Geschichtsbüchern stehen, daran besteht kein Zweifel :wink:
Das gabs seit Anbeginn der Zeiten und wird es wohl auch immer geben. Ich muss dabei immer an ein Zitat denken, das einem Civilization IV ausgespuckt hat, wenn man den Faschismus erforscht hat: "Die meisten Menschen werden leichter Opfer einer großen Lüge als einer kleinen".
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Re: Was wird aus Nordkorea?

Beitrag von ingo_001 »

alanos hat geschrieben: Ich verstehe auch nicht, warum China nicht mehr eingreift. Man weiß natürlich nicht, was im Außenministerium hinter verschlossenen Türen vor sich geht, aber bis jetzt scheint China sich immer zurückzuhalten, was konkrete Lösungsvorschläge angeht.
Die Antwort ist klar simpel:
China war seinerzeit Initiator der 6-Partein-Gespräche und man ist von chin. Seite davon ausgegangen, dass man dadurch mehr diplomatisches Gewicht und Ansehen erlangt. War man doch der festen Überzeugung, NK durch Verhandlungen letztlich doch in die eigene Strategie (der Stabilität) einbinden zu können - zumal ja allgemein bekannt war, das NK am "Tropf" von Chinas Wohlwollen hängt.
Das Problem: NK hat China (wie gesagt) mehrfach brüskiert.
Und wenn eine Schutzmacht vom Schützling so behandelt (geradezu vorgeführt) wird, quasi öffentlich einen Gesichtsverlust hinnehmen muss (was für Asiaten noch schwerer wiegt als für andere), dann ist das ein harter Schlag.
Letztlich ist dadurch deutlich geworden, dass der Einfluss, den China früher mal hatte, nicht mehr da ist.
Anstatt durch einen diplomatischen Erfolg internationales Ansehen zu erwerben, hat NK durch sein Verhalten dafür gesorgt, dass die chin. Regierung einen Gesichtsverlust hinnehmen musste.
Das war schon heftig - z.T. brauchte das chin. Aussenministerium mehrere Tage, um die Querschüsse des kleinen Bruders diplomatisch einigermaßen so zu formulieren, dass der erlittene Gesichtsverlust nicht gleich als solcher zu erkennen war.
* Zieh Dir das Ganze 6-Parteien-Gesprächs-Desaster rein, falls Du es damals nicht mitbekommen hast.
Bin allerdings zu faul, die Links raus zu suchen.
alanos hat geschrieben:Die Frage ist letzten Endes, wie weit China gehen wird, wenn es hart auf hart kommt. Würden sie militärisch eingreifen, wenn Nordkorea angegriffen wird?
Wenn, dann würde NK SK angreifen - die zwei Warums hab ich ja in Vor-Postings schon genannt.
Und auch, weshalb Deine Frage nie beantwortet werden braucht.
alanos hat geschrieben:Was würden sie tun, wenn das Land kollabiert und/oder im Bürgerkrieg versinkt?
Die Grenze, die eh schon gut bewacht ist (eine Grenze zwischen "Bruderstaaten" wohlgemerkt), komplett dicht machen.
Man würde sich (offiziell) raushalten, weils ja ne innere Angelegenheit eines anderen Staates ist.
Inoffiziell würde man wahrscheinlich (aus meiner Sicht: Hoffentlich) die Seite unterstützen, die den chin. Interessen am dienlichsten ist.
Chinas Aussenpolitik war und ist pragmatisch, d.h., es wird alles getan/unterstützt, was den chin. Interessen dient.
Da ist es egal, welches politische System der Gegenüber vertritt.
In dem Sinn ist die chin. Aussenpolitik ehrlicher als z.B. die der westl. Länder, die je nach dem die Menschenrechte für oder gegen einen verwendet - oder nicht.
Beispiel: "Böses" China aber "gutes" Saudi Arabien ... Öl kann schon mal blind und vergesslich machen :roll:
Zurück zum Thema:
Man würde m.E. die Reformer unterstützen, weil die Hardliner ja die jetzige Situation geschaffen und zementiert haben.
alanos hat geschrieben:Oberstes Ziel zum jetzigen Zeitpunkt sollte es sein, die ultrakonservativen Militärs aus den Führungspositionen zu entfernen, um so den Weg für neue Reformen zu ebnen. Entweder Stalin-Style oder die sanftere Methode, indem man die Rädelsführer entmachtet und ins Exil schickt, jedoch eben immer mit der Gefahr einen Bürgerkrieg vom Zaun zu brechen.

Ein Gedanke, mit dem ich in letzter Zeit spiele, ist, warum man nicht ganz bewusst einen Bürgerkrieg vom Zaun bricht. Kim Jong-Uns Reformwillige auf der einen Seite, die Ultrakonservativen auf der anderen (die Nuklearwaffen jedoch vorher in Sicherheit bringen :mrgreen: ). Mit chinesischer Militärintervention sollte der Krieg schnell entschieden sein (ich habe mal gehört, dass die Nordkoreaner tatsächlich noch T-34 einsetzen :lol: ), und die Bevölkerung sollte ja eigentlich ausnahmslos hinter Un stehen. Wichtig bei diesem Szenario wäre jedoch, dass es, außer der chinesischen, keine weitere Einmischung von Außen gibt, um die Souveränität und die Glaubhaftigkeit Kim Jong-Uns zu erhalten.
Aber gut, wie gesagt, ist nur ein Gedankenspiel meinerseits :wink:
Die reine Masse an Militärausrüstung und Armeestärke ist (besser SOLL) beeindrucken.
Aber wenn man sieht, was da bei den diversen Paraden gezeigt wird, dann relativiert sich der Eindruck (wenn man ihn denn vorher gehabt hat) schnell.
Tatsächlich sind grosse Teile der Ausrüstung mehrere Jahrzehnte alt - manches stammt sogar noch aus dem 2. Weltkrieg.
Wahrscheinlich der Hauptgrund, weshalb NK so auf Nuklearwaffen erpicht ist, denn ohne die würde sich niemand für NK interessieren und das Land wär schon längst vor die Hunde gegangen.
So hat man aber die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit und erpresst sich ausserdem ein weiteres Überleben (An-der-Macht-Bleiben) durch Hilfslieferungen von allen Seiten.
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Re: Was wird aus Nordkorea?

Beitrag von ingo_001 »

Weil China ein Abkommen mit NK hat, evtl. Flüchtlinge aus dem "Paradies der Werrktätigen" wieder zurück zu schicken.
Die chin. Regierung hat kein Interesse daran, Wirtschafts (oder sonstige) Flüchtlinge erst lange suchen zu müssen, um sie nach NK zurück zu expedieren.

Es gibt mehrere Reportagen und Dokus, die das nicht nur durch Berichte der Flüchtlinge, sondern auch expliziet durch Aussagen chin. Stellen belegen.

Bin jetzt aber zu faul Links dazu raus zu suchen.
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Re: Was wird aus Nordkorea?

Beitrag von ingo_001 »

qpr hat geschrieben:Bist du schon mal an der Grenze gewesen?
Nein, noch nicht.
Meine Schwiegerfamily wohnt am anderen Ende von China - ne gute Auto-Stunde entfernt von der vietnamesischen Grenze.
qpr hat geschrieben:Die Wirklichkeit sieht etwas anders aus, als in deinen Dokus.
Dandong ist der offizielle Übergang zwischen den beiden Staaten und da haben die beiden Staaten auf beiden Seiten auch dicke Zäune gezogen.
Wenn alles so ... "übersichtlich" ... bewacht wird, frag ich mich, wieso die nk-Flüchtlinge (wenn mögl.), andere Fluchtmöglichkeiten nutzen als die nahe liegende nk-chin. Grenze.
qpr hat geschrieben:Aber ich nehme dich gerne mal weiter östlicher mit, wo der Tumenriver die natürliche Grenze bildet.
Dann kann dich auch gerne ein Schulfreund meiner Frau, der als Touristenführer für Südkoreaner arbeitet, über die Grenze auf nordkoreanisches Gebiet bringen.
Glaub ich gerne.
Die Richtung CHN -> NK durfte für beide Länder auch relativ uninteressant sein.
Ich sprach ja von NK -> CHN.
"Paradies"-Flüchtlinge, die es ja gibt, tauchen in China unter (weil sie ansonsten zurück geschickt werden) und versuchen sich von dort aus nach SK durch zu schlagen.

Danke fürs Angebot :wink:
Die Richtung CHN -> NK mag ja funktionieren und für Chinesen auch ohne Konsequenzen.
Aber ob ich als Langnase gleichfalls so unbeschwert die "Paradiesluft" schnuppern darf, wage ich zu bezweifeln.
Evtl. "gewinne" ich einen mehrtägigen Aufenthalt im "Paradies", den ich gar nicht gewollt habe :mrgreen:
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Re: Was wird aus Nordkorea?

Beitrag von Laogai »

ingo_001 hat geschrieben:Wenn alles so ... "übersichtlich" ... bewacht wird, frag ich mich, wieso die nk-Flüchtlinge (wenn mögl.), andere Fluchtmöglichkeiten nutzen als die nahe liegende nk-chin. Grenze.
Äh, welche anderen Fluchtmöglichkeiten nutzen denn unzufriedene Nordkoreaner sonst so? Ein Blick auf die Landkarte verrät, dass diese ziemlich beschränkt sind. Auf dem Landweg bleibt da nur Südkorea. Und die Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist ziemlich dicht, glaub mir!

Also der See- oder Luftweg. Privatfliegerei ist nicht die Freizeitbeschäftigung Nummer 1 in Nordkorea, damit lassen sich somit nicht viele Flüchtlinge exportieren.
Ähnlich sieht es auf dem Seeweg aus. Nordkoreanische Fischerboote sind nicht für ein Überfahrt nach Japan oder gar den USA ausgelegt.

Wenn es jemanden gelingt Nordkorea erfolgreich und für immer zu verlassen, dann einzig über die Grenze zu China.
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Re: Was wird aus Nordkorea?

Beitrag von ingo_001 »

Laogai hat geschrieben:Auf dem Landweg bleibt da nur Südkorea. Und die Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist ziemlich dicht, glaub mir!
Weshalb ich auch nicht von SK gesprochen habe.
Laogai hat geschrieben:Also der See- oder Luftweg. Privatfliegerei ist nicht die Freizeitbeschäftigung Nummer 1 in Nordkorea, damit lassen sich somit nicht viele Flüchtlinge exportieren.
Keine Privatflieger in/aus NK ... was für ne "Überraschung" ...
Laogai hat geschrieben:Nordkoreanische Fischerboote sind nicht für ein Überfahrt nach Japan oder gar den USA ausgelegt.
Ist allgemein bekannt.
Laogai hat geschrieben:Wenn es jemanden gelingt Nordkorea erfolgreich und für immer zu verlassen, dann einzig über die Grenze zu China.
Und da hab ich in der Tat was durcheinander gebracht.
Was ich eigentl. sagen wollte:
Selbst, wenn ein "Paradies"-Flüchtling in China ankommt, wird er, wenn er denn von der Polizei geschnappt wird - ratz fatz gen Heimat reimportiert.
Das machts ihn auch unmögl. bei der sk Botschaft oder einem sk Konsulat um Asyl zu bitten; spätestens vor dem entspr. Gebäude ist Schluss - und ab gehts gen Heimat.
In China um Asyl bitten geht nicht wegen besagten Abkommen zwischen beiden Ländern.
Was für China auch den Vorteil hat, nicht als gelobtes Land für Flüchtlinge auserkoren zu werden.
Deshalb muss man den Umweg über Drittländer (da gibts ja einige von) nehmen, was nicht einfach ist, muss man doch erstmal zur betr. Grenze kommen.
Oder man versucht sich von China per Boot nach SK schippern zu lassen, was einem den beschwerlichen Landweg über ein Drittland zwar erspart - aber trotzdem keine Garantie ist, dass die Bootsfahrt von Erfolg gekrönt sein muss.
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Re: Was wird aus Nordkorea?

Beitrag von ingo_001 »

qpr hat geschrieben:Sagt dir wer? Die Dokus? :wink:
In denen chin. Offizielle genau das sagen :wink:
qpr hat geschrieben:Mal im ernst
... ja, im Ernst.
Denn ich gehe mal davon aus, dass die o.G. da keine Scherze machen :wink:
qpr hat geschrieben:es gibt welche, die versuchen in Drittstaaten zu kommen, welche nicht nach NK ausliefern, sondern nach SK.
Aber viele bleiben auch in Yanbian.
Dort fällst du nämlich als Koreaner nicht auf, weil hier das koreanische überwiegt und auch alles zweisprachig ist.
Zumal es vielen ethnischen Koreanern dort ganz gut geht, weil die Gegend finanziell stark von Südkorea unterstützt wird.
Das bestreite ich ja nicht und es hat ja - wie Du schon sagst - auch seine Vorteile.
Die von mir genannten Fälle durften i.d.R. die sein, die Familie in SK haben und deshalb partout da hin wollen.
qpr hat geschrieben:Geh mal in ein Kaufhaus, dort findest du mehr "made in south korea" als "made in china" :mrgreen:
Da hat Deine Frau evtl. auch schon mal probiert, inwiefern die SK Produkte sich von den chin. unterscheiden. Damit meine ich nicht die techn. Dinge, die Du ja sowieso überall in China findest, sondern mehr die Lebensmittel etc.
Durfte ähnlich interessant sein, wie in den Grenzregionen anderer Länder, wo bestimmte Dinge dank der geographischen Nähe auch einen entsprechenden Absatz finden.
Da gibts ja schon in Deutschland Grenzregionen, wo es mehrere dieser Beispiele gibt.
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Re: Was wird aus Nordkorea?

Beitrag von ingo_001 »

"Sie heben das Telefon nicht ab" Nordkorea kappt Verbindung

http://www.n-tv.de/politik/Nordkorea-ka ... 70586.html
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Re: Was wird aus Nordkorea?

Beitrag von Skorpid »

Auf die Gefahr hin, dass es hier schonmal stand (ist vom Anfang des Monats):


Add 'North Korea Expert' To Dennis Rodman's Resume
(Amerikanischer Basketball Spieler zu Besuch in Nord Korea, stehen 100te andere Berichte im Netz, teilweise wird voll über ihn hergezogen, ist teilweise echt übertrieben, hier z.B. ein Bericht wo einer der US Sports Illustrated Gift und Galle spuckt, da bekomme ich das ko**en auf diese amerikanische Mentalität http://sportsillustrated.cnn.com/nba/ne ... rth-korea/)

http://www.npr.org/blogs/thetwo-way/201 ... ans-resume
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Re: Was wird aus Nordkorea?

Beitrag von alanos »

Skorpid hat geschrieben:Auf die Gefahr hin, dass es hier schonmal stand (ist vom Anfang des Monats):


Add 'North Korea Expert' To Dennis Rodman's Resume
(Amerikanischer Basketball Spieler zu Besuch in Nord Korea, stehen 100te andere Berichte im Netz, teilweise wird voll über ihn hergezogen, ist teilweise echt übertrieben, hier z.B. ein Bericht wo einer der US Sports Illustrated Gift und Galle spuckt, da bekomme ich das ko**en auf diese amerikanische Mentalität http://sportsillustrated.cnn.com/nba/ne ... rth-korea/)

http://www.npr.org/blogs/thetwo-way/201 ... ans-resume
Da könnte man ja den Eindruck gewinnen, dass dieser fiese menschenverachtende Diktator auch nur ein Mensch ist! Oh nein! Und dann hat er auch noch gesagt, dass er keinen Krieg will! Wer kann ihm denn sowas glauben, wenn in diesem Augenblick zehntausende nordkoreanische Soldaten an der Grenze zu den USA stehen, mit ihren Waffen gerichtet auf das Weiße Haus? :x
Ach nein moment mal, das war ja irgendwie andersrum... :roll:

Diese Artikel sind wirklich der größte Witz. Jeder der gegen die US-Amerikanische außenpolitische Agenda redet wird denunziert, nun ist er also ein "crossdressing clown", der nicht genug Aufmerksamkeit von seinem Vater bekommen hat.
'Murica, fuck yeah!
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Re: Was wird aus Nordkorea?

Beitrag von ingo_001 »

"Zeit der Entscheidungsschlacht" Südkorea erzürnt Pjöngjang

http://www.n-tv.de/politik/Suedkorea-er ... 72956.html
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Re: Was wird aus Nordkorea?

Beitrag von alanos »

ingo_001 hat geschrieben:"Zeit der Entscheidungsschlacht" Südkorea erzürnt Pjöngjang

http://www.n-tv.de/politik/Suedkorea-er ... 72956.html
Na das kann ja noch heiter werden. Ich frage mich, warum Nordkorea in letzter Zeit so mächtig auf die Pauke haut, vorher gabs doch "nur" eine erneute Verschärfung der Embargos und Sanktionen, daran müssten die sich doch dran gewöhnt haben.
Wer weiß, vielleicht macht der Iran ja zur gleichen Zeit die Straße von Hormus zu und die Despoten dieser Welt erheben sich gegen die Unterdrückung :lol:
Chinese war tactics: attack in small groups of 2-3 millions.

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