MannAusChina hat geschrieben:@ElStudente
Es ist uns schon mehr als klar, dass du das Land nicht magst. Natürlich hast du den Recht, das Land zu kritisieren. Aber du hast deine Kritik zu weiter Richtung rasistische Beleidigung getrieben, dass es für jeden normalen Chinesen wie ich fast wehtut, deine Wörter zu lesen. Für mich ist es keine Kritik mehr, sondern reine Provokation.
China ist ein großes Land mit 1,6 Milliarde Einwohner. Man findet da einfach alle Typen von Menschen, von die bösesten bis zu der heiligesten, und eine große Menge für jeden Typen. Es gibt einen alten Spruch in China, 物以类聚,人以群分。Das bedeutet ungefähr "Sachen stehen je nach Sorten zusammen, so tun die Menchen auch". Deswegen habe ich den folgenden Vorschlag für dich: wenn du in China nicht mehr wie ein dummes Aschloch verhältest, kannst du vielleicht bessere Leute kennenlernen.
Ich wünsche dir alles gutte in der Zukunft.
Mannauschina
Tief in deinem Herzen weisst du aber, dass elstudente recht hat, deshalb fühlst du dich ja so verletzt. Ich kann deine Gefühle verstehen, beschweren sich doch Chinesen im chinesischsprachigen Internet in zahllosen Artikel selber darüber, dass chinesische Frauen so sehr auf Europäischstämmige stehen. Natürlich gibt es immer Ausnahmen, aber meines Erachtens ist es in China zur Zeit tatsächlich so, dass europäischaussehende Menschen in China generell einen positiven Rassismus erleben, d.h. von vielen Chinesen als ne Art Übermenschen angesehen werden. China hat meiner Meinung nach die koloniale Denkmuster nie hinter sich gelassen, das mangelnde kulturelle Selbstvertrauen ist das Problem, das zu alldem geführt hat. Vielleicht beruhigt es deinen Nationalstolz einwenig, wenn du weisst, dass es vor 1500 Jahren zur Zeit des Großen Tang Reiches genau umgekehrt zuging.Damals lebten c.a. 100.000 Ausländer in der chinesischen Hauptstadt Changan, in der Stadt des Langen Friedens.Damals wurden Ausländer in China, egal ob Araber oder Europäier oder Japaner oder Koreaner, generell als etwas kulturell niedriges angesehen und dementsprechend behandelt.Für sie war es ein sozialer Aufstieg, einen Chinesen oder eine Chinesin zu ehelichen, wobei letztere (Ehe zwischen ausländischem Mann und chinesischer Frau) später von der chinesischen Regierung der Tang-Dynastie verboten wurde.In den Gastronomien der Weststadt (西市) von Changan tanzten die ausländischen Frauen, sogenannte Huji, 胡姬, in der Hoffnung, dass irgendein Chinese sie zur Qie, also einer Konkubine nimmt.Denn eine ausländische Frau als Hauptfrau war damals in China freilich nicht akzeptabel.
Heute sind Chinesen, obwohl sie auf der Oberfläche die zweitgrößte Wirtschaftsmacht geworden sind, kulturell immer noch schwach(haben sie überhaupt noch
die chinesische Kultur inne?). Alles aus dem Westen gilt modern, fortschrittlich, zivilisiert, menschlich.Das chinesische der Huaxia Zivilisation gilt dank der Kulturrevolution in der hohen Gesellschaft immer noch als rückständig und feudalistisch.
Das zu ändern bedarf eines langen Prozesses der Wiederherstellung eines chinesischen Selbstbewusstseins, einer chinesischen
Selbstachtung, einer chinesischen Identität, einer chinesischen Kultur. Wenn Wir Chinesen irgendwann so weit sind, dass wir unsere eigenen Leute respektieren, als unsere ebenbürtigen und gleichberechtigte Landsleute schätzen, egal ob sie Bauernarbeiter sind oder Kaderkinder, wenn wir irgendwann so weit sind, dass wir unseren Minderwertigkeitskomplex überwunden haben, dass wir nicht auf jede ausländische Kritik hin sofort die Keule des Koloninialismus des 19. Jh hochschwingen, dann, aber erst dann, ist ein Wiederaufstieg Chinas als solches möglich.