Bei den Selbstkritiken mag das stimmen, bei dem Offenlegen-Müssen sämtlicher Kontakte (und ggf. der damit verbundenen Denunziation anderer) nicht. Das wurde als erstes vom imperialen Japan praktiziert und dann von der KP übernommen. Aber das führt jetzt zu weit.beowulf hat geschrieben: Das verfassen von Selbstkritiken ist eine konfuzianische Tradition, die von Mao aufgegriffen und instrumentalisiert wurde, aber auch heute noch weit verbreitet ist.
Die Kulturrevolution ist ebenfalls OT.
"Feind der Partei" - du hast den Jargon auch schon ziemlich drauf.beowulf hat geschrieben: Was bedeutet "hinter der Sache der Partei stehen"? No na ned, wird ein Liu Xiaobo Anhänger nicht in die KP aufgenommen. Natürlich "steht man hinter der Partei". Warum sollte jemand der sich offen als Feind der Partei deklariert in die Partei aufgenommen werden? Aber was meinst du damit genau?
Es geht nicht darum, dass man sich offen als "Feind" deklariert. Aber es muss auch eine entsprechende ideologische Ausrichtung da sein. Ich weiß, ich nerve mit meinen Bezügen darauf, aber Mitglieder einer Religion können z.B. nicht aufgenommen werden. D.h., die Lehre der Partei (ich sage jetzt bewusst nicht "der Kommunismus") muss die bestimmende Idee im Leben des Parteimitglieds sein. Andere "Götter" werden nicht geduldet. Dass das in der Praxis oft nicht so ist, ist auch klar. Aber zumindest der Anspruch ist so.
Dass "die Partei" kein monolithischer Block ist, muss hier nicht weiter diskutiert werden. Dennoch gibt es wohl einen sehr weit gefassten Konsens (Marxismus, Leninismus, Mao Zedong-Denken, Deng Xiaoping-Lehre), der von allen geteilt werden muss. Zumindest vom Anspruch her.


