VielUnterwegs hat geschrieben:Stell dir vor der Spiegel hat mal eine Quelle im Artikel verlinkt, und keiner sieht hin.
Eine Quelle, die 0,1 Punkte oberhalb von FLG-Publikationen liegt.
Trotzdem, ich habe kaum Zweifel daran, dass es in irgendeinem Nest in Guizhou zu Protesten gekommen ist. Wenn der chinesische Volkszorn erstmal entfacht ist kann es ganz gut abgehen. Aber es ist die Art und Weise, wie der Spiegel diese Meldung fast schon zu einem Staatsuntergang hochpuscht. Zwei umgestürzte Polizeiautos, wie auf den Fotos von Canyu zu sehen, sind natürlich ein deutliches Anzeichen für den Untergang. Wenn man Fläche und Bevölkerung vergleicht müsste die eingeschlagene Windschutzscheibe eines Polizeiautos in Deutschland locker ausreichen, um der Bundesrepublik ein jähes Ende zu prophezeien.
Meinungsmache und lokale Rangeleien.Geist hat geschrieben:Kann denn jmd. bzgl. der "Proteste" die im Spiegel dargebrachten Informationen wiederlegen oder handelt es sich nur um Meinungsmache?[...]
Potentieller nationaler Aufstand oder lokale Rangelei?
Der Artikel ist ein Paradebeispiel für Manipulation durch die Medien. Das fängt schon bei der Überschrift an: "Tausende Chinesen revoltieren gegen die Staatsmacht". Das klingt natürlich ziemlich erschreckend. Aber wieviel "tausende" Chinesen sind es denn, die da revoltieren? Denn tausend Leute in einem Land von 1,3 Milliarden Menschen sind nicht so arg viel. Ich würde es sogar "wenig" bezeichnen.
Und revoltieren die alle gegen die Staatsmacht? Mal schnell den Artikel überfliegen .. ach ja, hier haben wir schon was: "Zu den Unruhen soll es gekommen sein, als ein Falschparker mit städtischen Angestellten in Streit geraten war". Ich muss zugeben, hier musste ich etwas schmunzeln. Für wie bescheuert hält der Spiegel seine Leser eigentlich? Obwohl, immer wenn ich ein Knöllchen bekomme wünsche ich mir auch ganz schnell eine andere Regierung herbei. Das geht sicherlich jedem so.
Aber es kommt noch besser: "Bereits Ende Juli war es nach dem Tod eines behinderten fliegenden Händlers in einer anderen Stadt in Guizhou zu Ausschreitungen gekommen." Hier kann es sich nur um eine Entladung gegen Deng Pufang, also über sieben Ecken und seinem Vater um eine Auflehnung gegen das Regime handeln. Anders ist das wohl nicht zu werten.
Dann haben wir noch das: "Und auch nach einem Zugunglück, bei dem etliche Menschen ums Leben kamen, gab es Massenproteste." Ist doch nur logisch, dass die Chinesen jede Tragödie der Regierung anlasten und daher deren Abschaffung fordern. Die Chinesen sind doch nicht so clever wie wir, die wir zwischen Eschede und Berlin unterscheiden können.
Weitere Textanalysen gewünscht?
Wer also nicht nur einfach-unbekannt-ich ist sollte schnell erkennen, dass bei dem Artikel mehr Meinungsmache dahinter steckt, als das Berichten über Fakten. Schäm dich, Spiegel!
Und hier noch eine aktuelle Meldung, ich hoffe die chinesische Presse liest mit: Um die Ecke von meiner Wohnung in Berlin/Neukölln findet gerade ein "autonomes Straßenfest" statt. Soeben wurde von den Anwesenden "Hoch die internationale Solidarität" skandiert. Der Untergang ist also auch in Deutschland nahe!

