Besuch der Schwiegereltern aus China

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happyfuture
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Re: Besuch der Schwiegereltern aus China

Beitrag von happyfuture »

Ting Budong hat geschrieben:Wenn du ca. 25 Minuten Zeit hast, dann besorg dir mal die Folge 412 von King of Queens. Gibt´s auch in Videotheken. Da wird das Problem treffender und lustiger veranschaulicht als in jeder Theorie.
Dies HIER?
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Ting Budong
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Re: Besuch der Schwiegereltern aus China

Beitrag von Ting Budong »

Genau das, alternativ auch auf youtube.
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lapulga2
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Re: Besuch der Schwiegereltern aus China

Beitrag von lapulga2 »

Du kannst ja mit der visaabteilung reden das sie nur ein visa fur 3wochen bekommen
báitù
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Re: Besuch der Schwiegereltern aus China

Beitrag von báitù »

Diese Fragestellung hat viele Facetten! :o
In meinem Fall ist es z. B. so, dass ich mit meinen Schwiegereltern kaum kommunizieren kann. Ich spreche kein Chinesisch, zumindest kein verständliches :(, und sie beide kein Deutsch, lediglich der Schwiegervater etwas Englisch. Es gibt wohl kaum etwas unpraktischeres als sich über Wochen oder Monate nur mittels Gestik und Mimik oder Dolmetscher verständigen zu können.
Dazu verwandelt sich unser Haushalt im Besuchsfall in einen chinesischen Haushalt (u. a. dreimal täglich warme Küche), weil meine Frau es Ihren Eltern so angenehm wie möglich machen will. :o
Dafür habe ich zwar in gewissem Umfang Verständnis, aber in kleinem Haus (zwar mit eigenem Gästezimmer) wird es mir dann "einfach zu voll". Wenn bspw. meine - ebenfalls weiter weg wohnenden - Eltern zu Besuch kommen, sind diese spätestens nach drei Tagen wieder weg.
Dreimal hatten wir bisher Besuch aus China, wobei ein 2- und ein 4 Wochen-Besuch noch recht unproblematisch waren. Fazit: Für ein paar Wochen kann man (ich) mit Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit im eigenen Haus leben, aber mehrere Monate müssen es nicht sein...:wink:
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MannAusChina
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Re: Besuch der Schwiegereltern aus China

Beitrag von MannAusChina »

VielUnterwegs hat geschrieben:Das muss ich leider sehr stark bezweifeln. Insebesondere mit Blick auf China, aber auch Indien. China ist eine sehr viel staerkere Ellenbogen- und "nach mir die Sintflut" sowie "verhungert ihr doch, ich verdiene daran" Gesellschaft als Europa.
Nach dem Erdbeben in Sichuan waren zehntausende freiwillige Helfer im Erdbebengebiet im Einsatz. Gespendet wurden fast 6 Milliarden Yuan. Dies wiederspricht deine Aussage, oder? Mein Vater hat sein ganzes Monatsgehalt spendiert. Ich wage zu zweifeln, ob du das gleiche machen würdest, wenn es in Deutschland Erdbeben gäbe.
Sicher gibt's Chinesen, die zu deiner Beschreibung ganz gut passen. Angesichts der Bevölkerungszahl von China ist die Anzahl solcher Leute auch groß. Aber ich halte es für blöd, wenn du damit behauptest, dass China eine "sehr viel staerkere Ellenbogengesellschaft als Europa" ist.
VielUnterwegs hat geschrieben:Sicher, Kinder folgen ihren Eltern laenger und eher als in Deutschland, aber das ist es auch schon. Man sollte Unterordnung der Kinder unter ihre Eltern nicht mit Famillienzusammenhalt verwechseln.
Ich halte mit meiner Eltern zusammen, weil ich meine Eltern liebe und respektiere. Vor allem weil ich mich ihnen aus tiefstem Herzen dankbar bin, dass sie mir das Leben geschicht haben, mich großgezogen haben und ihr beste versucht haben, für mich zu sorgen. Ich glaube, dass es bei den meinsten anderen Chinesen auch der Fall ist.
Ich bin schon seit 10 Jahren in Deutschland und bin fest davon überzeugt, dass in China eine Familie stärker zusammenhaltet als in Deutschland. Es ist meiner Meinung nach einerseits kuturell bedingt und andereseits darauf zurückzuführen ist, dass in Europa Individualismus stärker hervorgehoben wird.
Bin schon 16 Jahre permanent in Deutschland. Vielleicht klinge ich daher manchmal etwas überzogen, aber ich kann meine Toleranzgrenze für Double B nicht mehr weiter erhöhen. Bitte um Nachsicht.
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Linnea
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Re: Besuch der Schwiegereltern aus China

Beitrag von Linnea »

MannAusChina hat geschrieben:Ich bin schon seit 10 Jahren in Deutschland und bin fest davon überzeugt, dass in China eine Familie stärker zusammenhaltet als in Deutschland.
Woran machst du diese Beobachtung fest? Kannst du konkrete Beispiele nennen, die dich zu dieser Überzeugung kommen lassen?

Denn ich denke, dass diese Aussage:
MannAusChina hat geschrieben:Ich halte mit meiner Eltern zusammen, weil ich meine Eltern liebe und respektiere. Vor allem weil ich mich ihnen aus tiefstem Herzen dankbar bin, dass sie mir das Leben geschicht haben, mich großgezogen haben und ihr beste versucht haben, für mich zu sorgen.
so, oder so ähnlich, auch viele Deutsche machen würden, und sie nicht "typisch chinesisch" ist.
Aremonus
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Re: Besuch der Schwiegereltern aus China

Beitrag von Aremonus »

Es gibt wohl kaum etwas unpraktischeres als sich über Wochen oder Monate nur mittels Gestik und Mimik oder Dolmetscher verständigen zu können.
Es gibt wohl kaum eine bessere Gelegenheit, um sein Chinesisch aufzubessern :D
Ich bin schon seit 10 Jahren in Deutschland und bin fest davon überzeugt, dass in China eine Familie stärker zusammenhaltet als in Deutschland.
Schön wäre es... leider sehe ich so oft das Gegenteil - gerade in den ärmeren Schichten wird einem schwachen Familienmitglied kaum geholfen. Ist aber auch verständlich: wenn man selber mit seinem Leben nicht zufrieden ist, hilft man nicht auch noch anderen.

Ich halte dies aber allgemein nicht für eine kulturelle, sondern eher für eine individuelle Frage. Das Umfeld (Bildung, Wohlstand, Zeit, Distanz) ist hier sehr viel wichtiger als die Farbe des Passes.
Aber ich halte es für blöd, wenn du damit behauptest, dass China eine "sehr viel staerkere Ellenbogengesellschaft als Europa" ist
Leider spricht die Statistik eine andere Sprache... und auch der Konkurrenzdruck in der Schule.

Statistik:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_ ... verteilung

Also ist China diesbezüglich vergleichbar mit den USA - und in den USA existiert ja auch eine sehr verbreitete Philantrophie-Kultur... aber nur ein sehr schwacher Sozialstaat und kaum Umverteilung.

Wenn man ein paar hundert Millionen Euro spendet, ist das nichts im Vergleich zu beispielsweise einem Wirtschaftsrettungspaket in der höhe von 700 Milliarden Euro zuzüglich Geldmengenausweitung, das einer kleinen Elite zu Gute kommt. Aber immerhin konnte China die Zahl seiner Milliardäre durch dieses Rettungspaket verzwölffachen 8)

Also die deutsche Gesellschaft ist schon sehr viel mehr auf dieses "wir sind alle Gleich"-Denken ausgerichtet als die Chinesische.

Dennoch halte ich es für verkehrt, China deswegen anzuprangern - denn dieses System ermöglicht dem Land ja auch, sich extrem schnell zu entwickeln - nur dass eben ein paar Leute schneller vorankommen und ein paar weniger schnell. Menschen sind eben einfach nicht alle gleich - sondern alle verschieden. Und da ist es ganz sinnvoll, die Menschen über Investitionen entscheiden zu lassen, die auch etwas von der Sache verstehen - gerade in einem ehemaligen Arbeiter- und Bauernparadies...

Ich persönlich lebe lieber in einer "Ellenbogengesellschaft" als in einer Gesellschaft, in der Nichtsleisten die dominante Strategie ist.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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Re: Besuch der Schwiegereltern aus China

Beitrag von MannAusChina »

Linnea hat geschrieben:Woran machst du diese Beobachtung fest? Kannst du konkrete Beispiele nennen, die dich zu dieser Überzeugung kommen lassen?
Bsp.1 Ich habe einmal vor Weihnachten einen Deutsche gefrage, wenn er zu seiner Eltern fuhr. Er sagte, dass er nicht zu seiner Eltern fahren wurde, weil er zusammen mit seiner Freundin das Weihnachten feiern möchtete.

Bsp.2 Ein Deutsche einmal mir gesagt, dass sein Vater ein neues Auto gekauft hat und er das alte Auto für 3000€ an ihn verkauft hat.

Bsp.3 Ich habe bei einem alten deutchen Ehrpaar 4 Jahre gewohnt und habe ihre Tochter nur 3 mal gesehen.
Linnea hat geschrieben:so, oder so ähnlich, auch viele Deutsche machen würden, und sie nicht "typisch chinesisch" ist.
Das meinte ich doch gar nicht. Ich glaube, dass es bei den meinsten so ähnlich ist, egal wo.
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Taiyang
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Re: Besuch der Schwiegereltern aus China

Beitrag von Taiyang »

MannAusChina hat geschrieben: Bsp.1 Ich habe einmal vor Weihnachten einen Deutsche gefrage, wenn er zu seiner Eltern fuhr. Er sagte, dass er nicht zu seiner Eltern fahren wurde, weil er zusammen mit seiner Freundin das Weihnachten feiern möchtete.
Das nennt man Abnabelung. Und genau das sehe ich das bei Chinesen eher selten :wink:

"Familienzusammenhalt" definiert sich nur anders in China. In Deutschland kann eine Famile auch zusammenhalten ohne einander auf der Tasche zu liegen, oder mit 3 Generationen in einer Wohnung zu wohnen.

Und was genau ist verkehrt daran, wenn der Vater dem Sohn das Auto verkauft? Soll er es verschenken? Ich habe meinem Vater auch meine alte Stereoanlage verkauft; das finde ich absolut akzeptabel.
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Ting Budong
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Re: Besuch der Schwiegereltern aus China

Beitrag von Ting Budong »

MannAusChina hat geschrieben:
VielUnterwegs hat geschrieben:Das muss ich leider sehr stark bezweifeln. Insebesondere mit Blick auf China, aber auch Indien. China ist eine sehr viel staerkere Ellenbogen- und "nach mir die Sintflut" sowie "verhungert ihr doch, ich verdiene daran" Gesellschaft als Europa.
Nach dem Erdbeben in Sichuan waren zehntausende freiwillige Helfer im Erdbebengebiet im Einsatz. Gespendet wurden fast 6 Milliarden Yuan. Dies wiederspricht deine Aussage, oder? Mein Vater hat sein ganzes Monatsgehalt spendiert. Ich wage zu zweifeln, ob du das gleiche machen würdest, wenn es in Deutschland Erdbeben gäbe.
Wenn du das Fass unbedingt aufmachen willst, dann vergleich mal die Spendenzahlen für die Tsunami-Opfer´04 und schon wird ganz schnell wieder ein Schuh draus.
MannAusChina hat geschrieben:
VielUnterwegs hat geschrieben:Sicher, Kinder folgen ihren Eltern laenger und eher als in Deutschland, aber das ist es auch schon. Man sollte Unterordnung der Kinder unter ihre Eltern nicht mit Famillienzusammenhalt verwechseln.
Ich halte mit meiner Eltern zusammen, weil ich meine Eltern liebe und respektiere. Vor allem weil ich mich ihnen aus tiefstem Herzen dankbar bin, dass sie mir das Leben geschicht haben, mich großgezogen haben und ihr beste versucht haben, für mich zu sorgen. Ich glaube, dass es bei den meinsten anderen Chinesen auch der Fall ist. Ich bin schon seit 10 Jahren in Deutschland und bin fest davon überzeugt, dass in China eine Familie stärker zusammenhaltet als in Deutschland.
So wirklich versucht zu verstehen hast du jetzt aber nicht, oder? Meinst du wir lieben unsere Eltern weniger, weil wir uns ungern 3 Monate am Stück auf der Pelle hocken? Die meisten Leute haben halt sowas wie ein Leben. Ich habe den Eindruck du willst hier keine Antworten finden, sondern einfach ein indirektes Statement abgeben. Die Botschaft ist angekommen, die chinesische Eltern-Kind Beziehung ist nicht zu toppen. Kannst den Thread dann schließen.
MannAusChina hat geschrieben: Es ist meiner Meinung nach einerseits kuturell bedingt und andereseits darauf zurückzuführen ist, dass in Europa Individualismus stärker hervorgehoben wird.
Wo ist da jetzt der Unterschied?
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Re: Besuch der Schwiegereltern aus China

Beitrag von báitù »

MannAusChina hat geschrieben: Bsp.1 Ich habe einmal vor Weihnachten einen Deutsche gefrage, wenn er zu seiner Eltern fuhr. Er sagte, dass er nicht zu seiner Eltern fahren wurde, weil er zusammen mit seiner Freundin das Weihnachten feiern möchtete.

Bsp.2 Ein Deutsche einmal mir gesagt, dass sein Vater ein neues Auto gekauft hat und er das alte Auto für 3000€ an ihn verkauft hat.

Bsp.3 Ich habe bei einem alten deutchen Ehrpaar 4 Jahre gewohnt und habe ihre Tochter nur 3 mal gesehen.
Zu 1:
Der Familienbegriff wird in Deutschland sicher anders interpretiert als in China. Meine Eltern und Geschwister waren meine Familie, als ich noch dort lebte. Nun sind meine Frau und mein Kind meine Familie - im Sinne der kleinst möglichen autarken Organisationseinheit.
Zu 2:
Ich habe auch schon mal ein Auto auch von meinem Vater gekauft. Und? Sonst hätte er es anderweitig verkauft und vermutlich sogar einen höheren Preis erzielt und ich hätte ebenfalls wo anders teuer kaufen müssen..
Zu 3:
Unsere Nachbarn haben zwei erwachsene Kinder. Beide wohnen ca. 200 Kilometer von ihren Eltern entfernt. 2 bis 3 Mal im Jahr sind sie bei ihren Eltern übers Wochenende zu Besuch. Das dürfte hier zu Lande wohl der Normalzustand sein.

Ich denke aufgrund der zentralen Bedeutung der Familie innerhalb der chinesischen Gesellschaft, ist auch der Bezug untereinander (noch) stärker als bei uns. Diese Werte sind jedoch mit zunehmendem Wohlstand und der gesellschaftlichen Entwicklung einem massiven Wandel unterworfen. Auch in China gibt es bereits jede Menge Altersheime...

Ansonsten hat die "Sonne" den Nagel auf den Kopf getroffen!

P.S.: An Mama und Papa - falls Ihr das lest: Ich liebe euch, auch wenn ich kein Chinese bin! :wink:
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Re: Besuch der Schwiegereltern aus China

Beitrag von MannAusChina »

Taiyang hat geschrieben:Und was genau ist verkehrt daran, wenn der Vater dem Sohn das Auto verkauft? Soll er es verschenken?
In China halt man es für sehr komisch und unverständlich, wenn ein Vater seinem Sohn etwas (was er so gar nicht mehr braucht) verkauft. Aber das muss nicht heißen, dass es gut so ist. Andere Länder, andere Sitten.
Taiyang hat geschrieben:Das nennt man Abnabelung. Und genau das sehe ich das bei Chinesen eher selten :wink:
anscheinend definiert sich "Abnabelung" auch anders in China. :wink:
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Re: Besuch der Schwiegereltern aus China

Beitrag von báitù »

MannAusChina hat geschrieben:In China halt man es für sehr komisch und unverständlich, wenn ein Vater seinem Sohn etwas (was er so gar nicht mehr braucht) verkauft.
Wer hat denn behauptet, dass der Vater sein Auto nicht mehr braucht? :roll:
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Re: Besuch der Schwiegereltern aus China

Beitrag von Linnea »

MannAusChina hat geschrieben:Bsp.1 Ich habe einmal vor Weihnachten einen Deutsche gefrage, wenn er zu seiner Eltern fuhr. Er sagte, dass er nicht zu seiner Eltern fahren wurde, weil er zusammen mit seiner Freundin das Weihnachten feiern möchtete.
Abnabelung wurde ja schon genannt, das andere ist das "Zwangsfamilienfest" Weihnachten. Ich finde es immer wieder erschreckend wenn ich mitbekomme, in wie vielen Familien es deswegen zu großem Streit kommt, vor allem wenn die Eltern auf Besuche bestehen (wird bei mehreren Kindern mit eigener Familie ein einziger Stress...). Dann doch lieber das Treffen von Weihnachten entkoppeln und sich "einfach mal so" treffen.
MannAusChina hat geschrieben:Bsp.3 Ich habe bei einem alten deutchen Ehrpaar 4 Jahre gewohnt und habe ihre Tochter nur 3 mal gesehen.
Ähnlich wie oben. Haben sie sich denn sonst irgendwo getroffen, die Tochter besucht oder sich über die seltenen Besuche geärgert? Auch in diesem Fall kenne ich Familien, bei denen es immer wieder großen Ärger gibt, weil die Kinder ihre Eltern angeblich nicht oft genug besuchen. Die Eltern aber im Gegenzug auch nicht bereit sind sich mal aus dem Haus zu begeben und zu ihren Kindern zu fahren, obwohl das oftmals einfacher wäre. Oder wo jeder Besuch damit endet, dass die Eltern die Kinder wegen deren Lebenswandel oder der/des "blöden Schwiegertochter/-sohnes" fertigmachen. Wenn die Besuche dann aufrechterhalten werden, sieht das vordergründig zwar nach einem tollen Familienleben aus, aber hinter der Fassade bröckelt es doch gewaltig...
MannAusChina hat geschrieben:In China halt man es für sehr komisch und unverständlich, wenn ein Vater seinem Sohn etwas (was er so gar nicht mehr braucht) verkauft.
Wahrscheinlich braucht er das Geld, das aus dem Verkauf kommt. In Deutschland ist es auch nicht üblich, dass Eltern sich dafür Geld geben lassen, wenn sie Dinge, die sie wirklich nicht mehr brauchen und die sich auch nicht zu Geld machen lassen, das man dringend braucht, an ihre Kinder weitergeben. Z.B. Geschirr oder Möbel, die noch aus Omas Erbe herumstehen und dann in die Studentenbude wandern.
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VielUnterwegs
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Re: Besuch der Schwiegereltern aus China

Beitrag von VielUnterwegs »

MannAusChina hat geschrieben:
VielUnterwegs hat geschrieben:Das muss ich leider sehr stark bezweifeln. Insebesondere mit Blick auf China, aber auch Indien. China ist eine sehr viel staerkere Ellenbogen- und "nach mir die Sintflut" sowie "verhungert ihr doch, ich verdiene daran" Gesellschaft als Europa.
Nach dem Erdbeben in Sichuan waren zehntausende freiwillige Helfer im Erdbebengebiet im Einsatz. Gespendet wurden fast 6 Milliarden Yuan. Dies wiederspricht deine Aussage, oder? Mein Vater hat sein ganzes Monatsgehalt spendiert. Ich wage zu zweifeln, ob du das gleiche machen würdest, wenn es in Deutschland Erdbeben gäbe.
Sicher gibt's Chinesen, die zu deiner Beschreibung ganz gut passen. Angesichts der Bevölkerungszahl von China ist die Anzahl solcher Leute auch groß. Aber ich halte es für blöd, wenn du damit behauptest, dass China eine "sehr viel staerkere Ellenbogengesellschaft als Europa" ist.
Mich hat die Hilfsbereitschaft der Chinesen nach dem Erdbeben in Sichuan auch positiv ueberrascht und man kann das sicher als gutes Beispiel hervorheben. Es ist aber eine Ausnahmesituation und es war auch zum Teil eine von der Regierung/Partei gefahrene Kampagne die auch als Patriotismusagitation daherkam. Wir reden ja gerade aber ueber den Alltag in der Gesellschaft. Und da sehe ich in China sehr wenig Zusammenhalt, keine Bruederlichkeit, Rassismus von Chinesen gegen Chinesen, etc. Sicher ist Europa, vergleichen mit dem Europa der 70er bis 90er heute eine staerkere Ellenbogengesellschaft, aber dennoch weit von den Verhaeltnissen in China ("trete nach unten") oder USA ("lache die unten aus") entfernt. Das ist keine Kritik an "den Chinesen", im Gegenteil. Es zeigt sich in China einfach nur das, was sich auch in anderen Gesellschaften ohne soziale Sicherungssysteme (aber dafuer mit gallopierender Inflation) zeigt: Jeder kaempft um seinen Status und Geld regiert die Welt. Dies fuehrt zu den extremen Auspraegungen von Famillienzusammenhalt oder totalem Fallenlassen eines gescheiterten Famillienmitglieds, oder eben erwaehnter Egomanie im Alltag. Auch das schnelle relativieren aller moralischen Grundsaetze zugunsten finanziellen Gewinns kommt aus dieser Ecke. Man sieht das in China ja sogar stark wenn dritte, z.B. Polizeichefs bewertet werden. Nach dem Motto "wenn ich de waehre wuerde ich auch die Millionen unter'm Bett verbuddeln". In Europa zeigt sich das eben auch wieder staerker, da soziale Sicherunssysteme abgebaut, Loehne gekuerzt und alle "dem Markt" ueberlassen werden. Es lebe der Neoliberalismus. :(
VielUnterwegs hat geschrieben:Sicher, Kinder folgen ihren Eltern laenger und eher als in Deutschland, aber das ist es auch schon. Man sollte Unterordnung der Kinder unter ihre Eltern nicht mit Famillienzusammenhalt verwechseln.
Ich halte mit meiner Eltern zusammen, weil ich meine Eltern liebe und respektiere. Vor allem weil ich mich ihnen aus tiefstem Herzen dankbar bin, dass sie mir das Leben geschicht haben, mich großgezogen haben und ihr beste versucht haben, für mich zu sorgen. Ich glaube, dass es bei den meinsten anderen Chinesen auch der Fall ist. [/quote]

Ja, ist es meiner Erfahrung nach. Trotzdem bist du deinen Eltern nicht zu Dank verpflichtet nur weil sie ihre Pflicht erfuellt haben, sprich: dich grossgezogen. Haben dir deine Eltern auch erzaehlt, man haette dich im Muell gefunden? Ich habe diese Geschichte nun schon oefter gehoert, und finde es jedesmal wi-der-lich was Eltern so ihren Kindern in's Hirn setzen...
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