Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Über aktuelle Nachrichten und Artikel über China diskutieren.
Bernhard
VIP
VIP
Beiträge: 2459
Registriert: 17.01.2009, 23:34

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Bernhard »

Xian hat geschrieben:
laogai hat geschrieben:
1:0 für Yang Rui. Kubin scheint in einer anderen Welt zu leben....
Wirklich ? Ich denke dann hätte Yang Rui ruhiger reagiert und wäre etwas tiefer gegangen als „Sie sind gegen die Geschichte!“
Ein 1:0 kann ich hier nicht sehen. Nachdem ich mir die Sendung in Ruhe angeschaut habe, ist mein persönlicher Schluss: Beide sind irgendwie in ihrer Gedankenwelt gefangen.

Mein Eindruck ist folgender:
Yang Rui glaubt anscheinend felsenfest an die "Entwicklung" nicht nur in wirtschaftlicher, sondern in jeglicher Hinsicht. Für ist anscheinend das Neue automatisch das Bessere, oder zumindest hat es den normativen Charakter des Faktischen. Diese Ansicht teilt er mit vielen Menschen heutzutage, in China vielleicht noch mehr als in der "Alten Welt".

Hingegen ist für Kubin das Neue keineswegs automatisch besser, sondern er misst jegliche Entwicklung und jegliches literarisches Werk an unverrückbaren Grundsätzen. Und dabei schneidet die Gegenwartsliteratur für ihn schlecht ab.
Einerseits hat so eine Vorgehensweise mehr Tiefsinn und mehr Substanz. Es muss aber gefragt werden, ob seine Grundsätze wirklich Allgemeingültigkeit beanspruchen können. Und ich persönlich frage mich, ob er nicht die Vergangenheit zu sehr verklärt (à la "früher gab es noch Leute mit Rückgrat, heutzutage gibt es keine mehr"). Es trifft wohl zu, dass ein Schriftsteller, der sein Fähnchen nach dem Wind hängt, in ein paar Generationen keine Bedeutung mehr hat. Allerdings hat es in China auch in manchen Perioden der Vergangenheit (z.B. in der Song-Dynastie, wenn ich mich nicht irre) eine umfangreiche Unterhaltungsliteratur gegeben. Und Kubin gibt auch zu, dass es auch heutzutage Schriftsteller mit mehr Tiefsinn gibt.

Eine Überlegung von mir ist, dass sehr wohl eine allgemeine Verflachung des Kulturbetriebs zu beobachten ist. Und in China treten viele "moderne" Entwicklungen verstärkt auf. Jedoch muss man sehen, wie sich die "Szene" entwickelt, wenn die Umbrüche in China abgeschlossen sind bzw. sich verlangsamen. Dann wird sich zeigen, ob die chinesische Literatur wirklich in der Oberflächlichkeit verharren wird.
Bernhard
VIP
VIP
Beiträge: 2459
Registriert: 17.01.2009, 23:34

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Bernhard »

Wurzelaus(aquadrat) hat geschrieben: http://www.ftd.de/politik/:politik-roet ... 03596.html" target="_blank" target="_blank

müssen, müssen, müssen... Der Typ kapiert es einfach nicht und ist nur noch peinlich. USA und China müssen gar nichts. Sie machen das, was sie wollen und was ihren Interessen entspricht. So einfach und brutal ist das Gesetz des Stärkeren.
China handelt also nach dem Gesetz des Stärkeren. Und kritisiert die USA und jedes andere Land, wenn es das tut.
aquadraht
VIP
VIP
Beiträge: 1374
Registriert: 26.06.2009, 10:15
Hat sich bedankt: 7 Mal
Danksagung erhalten: 8 Mal

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von aquadraht »

jadelixx hat geschrieben:Jagdish Bhagwati - Indien oder China?
Jagdish Bhagwati ueber Zukunftsperspektiven beider Laender. Natuerlich hat Indien frueher oder spaeter die Nase vorn, vermutlich eher etwas spaeter ...
... dazu passend die Artikelserie eines Dragonomics:
Enter the Dragon - Fan Gang
Also der Jagdish hat es mal wieder geschafft, meine Vorurteile gegen Inder anzuheizen. Ich mag die Inder zwar und wünsche ihnen alles Gute (brauchen sie auch dringend). Aber vor allem indische Männer (Frauen gar nicht so) haben eine auffallende Tendenz zum Renommieren und zur Selbstüberschätzung. Das fängt schon an mit "dem akzentfreien Englisch" der Inder :lol: - ich habe jahrelang mit Indern zusammengearbeitet, und das bei allen kleinen Problemchen nichtmal ungern, aber die mit akzentfreiem Englisch waren alle in London oder San Francisco geboren :mrgreen: .

Herr Bhagwati sollte sich mal vergegenwärtigen, dass China das harte Ziel gesetzt hat, die Zahl der absolut Armen von derzeit 45-50 Millionen bis spätestens 2015 auf Null zu bringen. In Indien sind das laut Regierung/NGOs 400/800Millionen - von 1,1 Mrd. Indern. Und 48% eines Geburtsjahrgangs in Indien haben laut FAO Welternährungsbericht ab dem 5. Lebensjahr bleibende körperliche und geistige Schäden durch Unterernährung. Das ist dann ein "viel reichlicheres Angebot an Arbeitskräften und ein bei weitem günstigeres demographisches Profil" für die nächsten Jahrzehnte .. ich weiss nicht.

Na gut, den Fan Gang liebe ich auch nicht heiss und innig. Das ist ein waschechter Neoliberaler und Rechter unter den chinesischen Ökonomen. Aber immerhin, auch er hat den Keynesianismus, und zwar in einer Form, wie er im Westen hier und da gepredigt, aber nie verwirklicht wurde, vollständig akzeptiert und betont, dass die chinesische Wirtschaftspolitik eben nicht erst in der Krise, sondern schon im Aufschwung aktiv wird.

Nun sind wirtschaftliche Entwicklungen kein Wettrennen. China hat sich schon 1978 das Ziel gesetzt, bis 2050 den Lebensstandard eines bescheiden entwickelten modernen Industrielands (nach damaligen Massstäben) zu verwirklichen. Unter anderen plante Deng Xiaoping in seiner berühmten 72-Jahre-Perspektive, dass China um 2020 ein GDP von ca. 35 Billionen Yuan haben und an dritter Stelle unter den Wirtschaftsmächten stehen sollte (nunja, das wurde so um 2007 erreicht :mrgreen: ). Ich denke nicht, dass sich in China irgendjemand Sorgen macht, wenn Indien ein ähnliches Ziel erreicht.

a^2
Aremonus
VIP
VIP
Beiträge: 2214
Registriert: 07.03.2007, 14:45
Wohnort: Basel / Chengdu

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Aremonus »

China ist Bildungsweltmeister
http://www.nytimes.com/2010/12/07/educa ... wanted=all

Was haltet ihr davon?

Meiner Meinung nach zeigt es hauptsächlich zwei Dinge:
1. Schüler, die hart arbeiten, lernen WIRKLICH mehr als Schüler, die herumlunger.

2. Man kann auch mit wenig Mittel eine gute Bildungsperformance im Schulberreich erreichen, ohne dass die Lehrerschaft einen "Burn out" von ihren 25 Lektionen Unterricht pro Woche kriegt.

Ich halte die Performance, auch wenn sie keineswegs repräsentativ ist, durchaus für bemerkenswert und denke, wir können hier in Europa schon etwas davon lernen.

Meines Erachtens haben wir zu stark Angst vor Wettbewerb: oft möchte man die Kinder nicht "zu stark unter Druck setzen" und "weniger Begabte integrieren" - was zu einer ineffzienten Allokation von Ressourcen führt:
Begabte Schüler langeweilen sich im Unterricht zu Tode, verhalten isch auffällig und bekommen Stress mit den Lehreren. Weniger Begabte sind derweil unter ständigem Stress und verstehen ohnehin nur die Hälfte von dem, was erzählt wird, da ihnen die Grundlagen fehlen.
Würde man mehr Leistungsniveaus machen, könnte man weniger Begabte gezielter fördern - auch schon in der Primarschule!

In der Schweiz ist das Problem ganz extrem: bei uns darf jeder an jede Uni, der einen Gymiabschluss hat. Und die Abschlüse sind nicht einmal einheitlich!
Entsprechend hat man überhaupt keinen Druck im Gymnasium - man macht Parties, macht Dummheiten die einem das ganze Leben zerstören können und ist in dem Alter etwas orientierungslos - Arbeiten lohnt sich ja sowieso nicht.
Fleiss musste ich dann während dem Studium schmerzlich lernen, war Anfangs zu faul und habe meine Mitbewohner auch angestiftet zum Faul sein - sodass diese das erste Jahr wiederholen mussten.
Hier sollten wir definitiv mehr auf Konkurrenz setzen.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
Benutzeravatar
Phytagoras
VIP
VIP
Beiträge: 1789
Registriert: 03.12.2009, 20:54
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Phytagoras »

In der Schweiz ist das Problem ganz extrem: bei uns darf jeder an jede Uni, der einen Gymiabschluss hat. Und die Abschlüse sind nicht einmal einheitlich!
Entsprechend hat man überhaupt keinen Druck im Gymnasium - man macht Parties, macht Dummheiten die einem das ganze Leben zerstören können und ist in dem Alter etwas orientierungslos - Arbeiten lohnt sich ja sowieso nicht.
Fleiss musste ich dann während dem Studium schmerzlich lernen, war Anfangs zu faul und habe meine Mitbewohner auch angestiftet zum Faul sein - sodass diese das erste Jahr wiederholen mussten.
Hier sollten wir definitiv mehr auf Konkurrenz setzen.
Hm. Hier haben wir auch eher wenig Druck am Gymnasium, aber ich sehe da kein Problem bei. Man fängt als Kind an und sollte seine Kindheit und Jugend noch ausleben können. Wenn ich da jetzt jeden Tag gelernt hätte, hätte ich weniger Spaß gehabt und würde mich fragen "Wozu das alles? Ich hab ein Leben und ich soll lernen, danach nen Job haben und dann sterben?"
Bernhard
VIP
VIP
Beiträge: 2459
Registriert: 17.01.2009, 23:34

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Bernhard »

Aremonus hat geschrieben: 2. Man kann auch mit wenig Mittel eine gute Bildungsperformance im Schulberreich erreichen, ohne dass die Lehrerschaft einen "Burn out" von ihren 25 Lektionen Unterricht pro Woche kriegt.
Bei dem ersten Halbsatz hast du meine volle Zustimmung. Bei dem zweiten nur sehr bedingt. Die Lehrer in China haben bestimmt viel mehr Schüler. Wie dort die Unterrichtsmethoden allgemein sind, weiß ich nicht. Aber dass sie so sind wie hier, bezweifle ich.
Außerdem ist ein "burn out" vor allem ein emotionales Problem. Hierzulande haben die Lehrer so ziemlich jeden gegen sich. Die Schüler, die Eltern, die Öffentlichkeit. In China ist das anders. Das dürfte der eigentliche Grund sein. Obwohl es die Lehrer in China auch nicht leicht haben.

Aremonus hat geschrieben: Meines Erachtens haben wir zu stark Angst vor Wettbewerb: oft möchte man die Kinder nicht "zu stark unter Druck setzen" und "weniger Begabte integrieren"
Meine bescheidene Meinung ist, dass man Kinder Kinder sein lassen soll. Kinder sollten in erster Linie eine unbeschwerte Kindheit haben und lernen, dass auch andere Dinge im Leben wichtig sind als Leistung. Ich hatte das Glück, nie unter Druck gesetzt worden zu sein. Manche meiner Klassenkameraden hatten Sorgen wie: "In dieser Klassenarbeit muss ich mindestens eine vier plus schreiben, sonst krieg ich im Zeugnis keine vier, und dann kriege ich massiven Ärger mit meinen Eltern." Ich fand das immer schrecklich....
Es ist wichtig, dass Kindern Gewissenhaftigkeit und ein geschüttelt Maß an Pflichtgefühl beigebracht wird. Sie sollten lernen, dass man sein Bestes geben und seine Aufgaben gewissenhaft erfüllen soll. Aber ihnen von klein auf eine Ellenbogen-Haltung einzuimpfen, davon halte ich gar nichts. Eine Art spielerischen Ehrgeiz schließt das natürlich nicht aus.
Aremonus hat geschrieben: Begabte Schüler langeweilen sich im Unterricht zu Tode, verhalten isch auffällig und bekommen Stress mit den Lehreren.
Das möchte ich mal bezweifeln. Nach meiner bescheidenen Erfahrung als Schüler sind es in der Mehrheit nicht die besonders Begabten, die sich auffällig verhalten und Stress mit den Lehrern bekommen.
Aremonus hat geschrieben: Würde man mehr Leistungsniveaus machen, könnte man weniger Begabte gezielter fördern - auch schon in der Primarschule!
Wie du wahrscheinlich weißt, wird in Deutschland nach der 4. Klasse selektiert. Was allgemein aber als kontraproduktiv und dringen reformbedürftig erachtet wird.
Aremonus hat geschrieben: In der Schweiz ist das Problem ganz extrem: bei uns darf jeder an jede Uni, der einen Gymiabschluss hat.
Wo ist das Problem? Ich finde so etwas auf jeden Fall besser als die leidigen Aufnahmeprüfungen, die es in vielen anderen Ländern gibt. Es ist gerechter, weil die Leistungen über einen Zeitraum von zwei Jahren gewertet werden, und nicht von ein oder zwei Tagen. Und es führt zu weniger Stress (ok, für dich vielleicht kein Argument, aber für mich schon).

Aremonus hat geschrieben: Entsprechend hat man überhaupt keinen Druck im Gymnasium - man macht Parties, macht Dummheiten die einem das ganze Leben zerstören können und ist in dem Alter etwas orientierungslos - Arbeiten lohnt sich ja sowieso nicht.
Studenten machen auch Parties. Sie sind ja geradezu dafür bekannt. Aber das eine schließt das andere nicht aus.
Das mit dem "Arbeiten lohnt sich ja sowieso nicht" stimmt in gewisser Hinsicht schon. "Lohnen" tut es sich nur dann, wenn die Noten spürbare Konsequenzen haben. Wie es in Deutschland in den letzten beiden Jahren des Gymnasiums der Fall ist. Aber das ist in jedem Land so, schätze ich mal.
Aremonus hat geschrieben: Fleiss musste ich dann während dem Studium schmerzlich lernen, war Anfangs zu faul und habe meine Mitbewohner auch angestiftet zum Faul sein - sodass diese das erste Jahr wiederholen mussten.
Ok, aber das war dann persönliches.... Mismanagement. Wenn man weiß, was davon abhängt, dann liegt es an einem selber, was man daraus macht. Bei meinen Studienkollegen war es zumindest so, dass sie sehr wohl wussten, was davon abhing.
Aremonus
VIP
VIP
Beiträge: 2214
Registriert: 07.03.2007, 14:45
Wohnort: Basel / Chengdu

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Aremonus »

Außerdem ist ein "burn out" vor allem ein emotionales Problem. Hierzulande haben die Lehrer so ziemlich jeden gegen sich. Die Schüler, die Eltern, die Öffentlichkeit. In China ist das anders. Das dürfte der eigentliche Grund sein. Obwohl es die Lehrer in China auch nicht leicht haben.
Das ist auch etwas, was ich nicht verstehen kann... warum tun Lehrer bei uns alles, um möglichst eine autoritäre Kultur, die überhaupt nicht der Zeit entspricht, zu etablieren und beklagen sich dann, wenn die Schüler sich wehren? Meine Lehrer verlangten sogar, dass wir sie siezen, während sie uns duzten! Die konnten mich gern haben...
Das möchte ich mal bezweifeln. Nach meiner bescheidenen Erfahrung als Schüler sind es in der Mehrheit nicht die besonders Begabten, die sich auffällig verhalten und Stress mit den Lehrern bekommen.
Naja, das war zumindest in meinem persönlichen Fall so. Ich war ein enfant terrible, da ich dem Schulpsychologen zufolge zwar einen extrem hohen IQ hatte - was der aber nicht messen konnte war Empathie - und die war bei mir in jungen Jahren kaum vorhanden. So konnte ich beispielsweise nicht verstehen, warum lehrer sich angegriffen fühlten, wenn ich sie korrigierte, und entsprechend zurückschossen. Ich für meinen Teil konnte es nie akzeptieren, wenn Lehrer Falsches erzählten und habe sie immer bloss gestellt (während manche Lehrer ständig z.B. anti-AKW propaganda machten, da das eben in ihrer Jugend "in" war und sie hofften, wieder eine Bewegung unter den Schülern aufzubauen, und dabei nicht einmal den Unterschied zwischen einem Leichtwasser- und einem Gravitreaktor kannten...) Naja, da war Stress mit den Lehreren vorprogrammiert. Ich schwänzte, wie gesagt, auch ständig, was die Sache nicht einfacher machte - erst im Gymi hat man mich dann nebenbei zur Uni geschickt und dann hatte ich die perfekte Ausrede zum Schwänzen einerseits und zum Diskutieren andererseits :lol:

Ich denke, dass das Hauptproblem darin besteht, dass "intelligent" einfach ein extrem positiv behafterer Term in unserer Kultur ist - dabei wird wenig differenziert (Intelligenz ist bei uns nur Abstrahierungsvermögen). Das führt zu Neid und das wiederum dazu, dass man es als Schüler extrem schwer hat, Leistung einerseits gegenüber dem Lehrer (so sie nicht genau der Linie des Lehrers entspricht) und andererseits gegenüber den Kommilitonen zu rechtfertigen. Mir gelang dies lange Zeit nicht und das führte sogar dazu, dass ich mich, als ich langsam in die Pubertät kam, vor Leistung zu fürchten begann und dachte, ich muss schlechtere Noten schreiben, um von denen Leuten, die mir wichtig waren, akzeptiert zu werden. Akzeptiert wurden die, die sich gegen die unterdrückende Autorität (=Lehrer) wandten, womit meine dominante Strategie klar war.
Ich finde so etwas auf jeden Fall besser als die leidigen Aufnahmeprüfungen, die es in vielen anderen Ländern gibt
Ich verlange auch nicht einen Gaokao, aber beispielsweise gewisse Mindesqualifikationen (z.B. Niveau C1 englisch, B2 französisch, einen gewissen Standard an mathematischen Kenntnissen und so weiter...)
Die müssen ja nicht an einem einzigen Tag geprüft werden - denkbar wäre sogar, dass man einfach irgendwann während seiner Gymikariere zeigen muss, dass man die Kenntnisse besitzt und die Prüfung, falls es nicht klappt, im nächsten Semester wiederholt.
Aber ich möchte hier nicht normativ Lösungen suchen, dafür fehlt mir das hintergrundwissen - ich deute nur auf Missstände.
Aber das ist in jedem Land so, schätze ich mal.
In jedem Land ausser in der Schweiz, wo die Noten überhaupt keinen Einfluss haben (ausser man will ins Ausland).
Ok, aber das war dann persönliches.... Mismanagement. Wenn man weiß, was davon abhängt, dann liegt es an einem selber, was man daraus macht. Bei meinen Studienkollegen war es zumindest so, dass sie sehr wohl wussten, was davon abhing.
Aremonus hat geschrieben: 2. Man kann auch mit wenig Mittel eine gute Bildungsperformance im Schulberreich erreichen, ohne dass die Lehrerschaft einen "Burn out" von ihren 25 Lektionen Unterricht pro Woche kriegt.
Bei dem ersten Halbsatz hast du meine volle Zustimmung. Bei dem zweiten nur sehr bedingt. Die Lehrer in China haben bestimmt viel mehr Schüler. Wie dort die Unterrichtsmethoden allgemein sind, weiß ich nicht. Aber dass sie so sind wie hier, bezweifle ich.
Außerdem ist ein "burn out" vor allem ein emotionales Problem. Hierzulande haben die Lehrer so ziemlich jeden gegen sich. Die Schüler, die Eltern, die Öffentlichkeit. In China ist das anders. Das dürfte der eigentliche Grund sein. Obwohl es die Lehrer in China auch nicht leicht haben.

Aremonus hat geschrieben: Meines Erachtens haben wir zu stark Angst vor Wettbewerb: oft möchte man die Kinder nicht "zu stark unter Druck setzen" und "weniger Begabte integrieren"
Meine bescheidene Meinung ist, dass man Kinder Kinder sein lassen soll. Kinder sollten in erster Linie eine unbeschwerte Kindheit haben und lernen, dass auch andere Dinge im Leben wichtig sind als Leistung. Ich hatte das Glück, nie unter Druck gesetzt worden zu sein. Manche meiner Klassenkameraden hatten Sorgen wie: "In dieser Klassenarbeit muss ich mindestens eine vier plus schreiben, sonst krieg ich im Zeugnis keine vier, und dann kriege ich massiven Ärger mit meinen Eltern." Ich fand das immer schrecklich....
Es ist wichtig, dass Kindern Gewissenhaftigkeit und ein geschüttelt Maß an Pflichtgefühl beigebracht wird. Sie sollten lernen, dass man sein Bestes geben und seine Aufgaben gewissenhaft erfüllen soll. Aber ihnen von klein auf eine Ellenbogen-Haltung einzuimpfen, davon halte ich gar nichts. Eine Art spielerischen Ehrgeiz schließt das natürlich nicht aus.
Aremonus hat geschrieben: Begabte Schüler langeweilen sich im Unterricht zu Tode, verhalten isch auffällig und bekommen Stress mit den Lehreren.
Das möchte ich mal bezweifeln. Nach meiner bescheidenen Erfahrung als Schüler sind es in der Mehrheit nicht die besonders Begabten, die sich auffällig verhalten und Stress mit den Lehrern bekommen.
Aremonus hat geschrieben: Würde man mehr Leistungsniveaus machen, könnte man weniger Begabte gezielter fördern - auch schon in der Primarschule!
Wie du wahrscheinlich weißt, wird in Deutschland nach der 4. Klasse selektiert. Was allgemein aber als kontraproduktiv und dringen reformbedürftig erachtet wird.
Aremonus hat geschrieben: In der Schweiz ist das Problem ganz extrem: bei uns darf jeder an jede Uni, der einen Gymiabschluss hat.
Wo ist das Problem? Ich finde so etwas auf jeden Fall besser als die leidigen Aufnahmeprüfungen, die es in vielen anderen Ländern gibt. Es ist gerechter, weil die Leistungen über einen Zeitraum von zwei Jahren gewertet werden, und nicht von ein oder zwei Tagen. Und es führt zu weniger Stress (ok, für dich vielleicht kein Argument, aber für mich schon).

Aremonus hat geschrieben: Entsprechend hat man überhaupt keinen Druck im Gymnasium - man macht Parties, macht Dummheiten die einem das ganze Leben zerstören können und ist in dem Alter etwas orientierungslos - Arbeiten lohnt sich ja sowieso nicht.
Studenten machen auch Parties. Sie sind ja geradezu dafür bekannt. Aber das eine schließt das andere nicht aus.
Das mit dem "Arbeiten lohnt sich ja sowieso nicht" stimmt in gewisser Hinsicht schon. "Lohnen" tut es sich nur dann, wenn die Noten spürbare Konsequenzen haben. Wie es in Deutschland in den letzten beiden Jahren des Gymnasiums der Fall ist. Aber das ist in jedem Land so, schätze ich mal.
Aremonus hat geschrieben: Fleiss musste ich dann während dem Studium schmerzlich lernen, war Anfangs zu faul und habe meine Mitbewohner auch angestiftet zum Faul sein - sodass diese das erste Jahr wiederholen mussten.
Ok, aber das war dann persönliches.... Mismanagement. Wenn man weiß, was davon abhängt, dann liegt es an einem selber, was man daraus macht. Bei meinen Studienkollegen war es zumindest so, dass sie sehr wohl wussten, was davon abhing.
Das sehe ich anders - Selbstdisziplin und die Fähigkeit, sich seine Zeit einteilen zu können, müssen erst entwickelt werden - und dabei sind sie so wichtig für das Studium. Gerade so etwas sollte doch bereits im Gymnasium gefördert werden.

Für mich besteht der Hauptunterschied zu China darin, dass man in Europa für gute Noten nicht bewundert, sondern gehasst wird und dass die Lehrer bei uns "von oben herab" 'rumbefehlen, was dazu führt, dass man den Lehrer als Gegner und nicht als Coach wahrnimmt.
In China werden die Lehrer danach bezahlt, wie gut ihre Schüler in den Prüfungen (die jeweils Schulweit stattfinden) abschneiden - die Lehrer haben also ein vitales Interesse an einem guten Unterricht. Bei uns hingegen erhält ein Lehrer Ende Monat stets denselben Lohn, womit seine dominante Strategie bereits klar ist: mit möglichst wenig Aufwand durch den Tag zu kommen. Und das merkt jeder Schüler.

Ich sage nicht, dass wir das chinesische System blind kopieren sollen - aber wir sollten zumindest die Vorteile desselben analysieren und schauen, was wir lernen können.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
Bernhard
VIP
VIP
Beiträge: 2459
Registriert: 17.01.2009, 23:34

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Bernhard »

Mein Abitur liegt nun schon ca. 15 Jahre zurück, vielleicht hat sich seither das eine oder andere geändert. Aber teilweise verstehe ich nicht genau, was du schreibst.

Wo ist das Problem, wenn Lehrer Schüler duzen? Es ist im deutschen Sprachraum nun mal so, dass Erwachsene gesiezt werden, Kinder geduzt, bis sie 15 oder 17 Jahre alt sind. Danach müssen die Lehrer die Schüler theoretisch siezen, aber bei uns war in vielen Fällen den Schülern auch danach das "du" angenehmer.

Was die "Mindestqualifikationen" anbelangt, die du forderst - das genau ist doch das Abitur, oder?

Ich weiß auch nicht, warum du meinst, "Selbstdisziplin und die Fähigkeit, sich seine Zeit einteilen zu können" werde auf dem Gynmasium nicht gefördert. Es war doch so, dass es hieß "bis dann und dann müsst ihr diese Hausaufgabe gemacht haben" bzw. "dann und dann schreiben wir eine Klassenarbeit, bereitet euch gut darauf vor". Und die Schüler taten halt oft nix. Das kann man aber nicht den Lehrern anlasten, sondern den Eltern, die kein Auge auf ihre Kinder haben, oder den Schülern, die nicht kapieren, dass die Hauptaufgabe in ihren jungen Jahren nicht Nebenjobs, nicht Computerspiele, nicht Parties ist, sondern fit zu werden für das Leben und sich die nötigen Kenntnisse anzueignen.

In Europa wird man von seinen Mitschülern für gute Noten gehasst, ja. Aber ich fürchte, das ist in einem gewissen Alter normal und kann nicht geändert werden.
Dass die Lehrer ""von oben herab" 'rumbefehlen" mag schon sein. Aber das rührt teilweise daher, dass die Schüler sich unmöglich benehmen. Und meiner Meinung nach benehmen sie sich großenteils deswegen unmöglich, weil sie von ihren Eltern zu wenig Sozialverhalten und Respekt vor Respektspersonen (jawohl, auch das!) gelernt haben.
Und genau das war m.E. früher anders, und ist in China heutzutage noch anders. Und das ist meiner Meinung nach der Hauptgrund, warum der Lehrerberuf früher in Europa einfacher war und heutzutage in China noch einfacher ist.

Natürlich gibt es bestimmt auch Lehrer, die einfach bequem durch den Tag kommen wollten. Aber ich wage zu behaupten: Zumindest am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn haben die meisten nicht so eine Einstellung. Zumindest habe ich das bei den Referendaren und anderen jungen Lehrern, die ich kenne, noch nicht beobachet.


Wie du siehst... Ich stimme großenteils zu, dass hier in der Bildungspolitik einiges schief läuft. Aber die Hauptursachen liegen meiner Meinung nach woanders.
aquadraht
VIP
VIP
Beiträge: 1374
Registriert: 26.06.2009, 10:15
Hat sich bedankt: 7 Mal
Danksagung erhalten: 8 Mal

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von aquadraht »

Aremonus hat geschrieben:..
2. Man kann auch mit wenig Mittel eine gute Bildungsperformance im Schulberreich erreichen, ohne dass die Lehrerschaft einen "Burn out" von ihren 25 Lektionen Unterricht pro Woche kriegt.
Nimms nicht persönlich, aber das mit der Vereinseitigung und der mangelnden Empathie, was Du erwähntest, merkt man immer noch deutlich.

Wenn Lehrer 25 Unterrichtsstunden haben, sollte jedem denkenden Menschen (also Nicht-BWLer) klar sein, dass das nicht die ganze Arbeit ist. Selbst wenn nur normaler Schreib- und Bürokratiekram, Berichtswesen und dienstliche Kommunikation dabei ist, ist das mit einer Stunde am Tag im besten Falle ganz knapp erfüllt (das kann sehr wohl das doppelte und mehr werden), dazu kommen mindestens 2 Stunden Konferenz pro Woche. Damit bleiben noch 8 Stunden pro Woche, um alle Klassenarbeiten zu korrigieren, den Unterricht vorzubereiten und sich um Probleme einzelner Schüler zu kümmern, Eltern zu beraten usw.

Ich habe für Schulungen, bei denen das Material vorbereitet war, stets einen 6-Stundentag voll bezahlt bekommen, und das zu 150% der sonst üblichen Tagessätze. Dabei gab es keine Konferenzen, und kaum Bürokratie, sehr wenig Arbeiten der "Schüler" auszuwerten. Dass die Spesensätze auch noch recht gut waren (Flieger/Hotel sowieso), muss kaum betont werden. Das macht die Industrie nicht zum Spass.

Ich finde es immer wieder erheiternd oder erschreckend, wie ignorant Leute über die Arbeit von Lehrern urteilen.

Was das Shanghaier Ergebnis angeht, gönne ich den Chinesen ihren Erfolg von Herzen. Aber ich habe in den Materialien der Testreihe auch lesen können, dass die chinesischen Schüler eventuell auf Grund der erstmaligen Teilnahme chinesischer Schulen an einer internationalen Auswertung patriotisch übermotiviert waren. Insofern kann man Zweifel anmelden, ob das Ergebnis völlig repräsentativ für China ist. Die wichtigsten Ergebnisse liegen aus meiner Sicht eher darin, dass die soziale Varianz der Leistungen der getesteten chinesischen Schüler weit unter der westlicher Schüler lag (bei denen Deutschland in Bezug auf den Bildungserfolg sozial Benachteiligter obendrein eines der Schlusslichter ist).

a^2
TomTom

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von TomTom »

Sein Stuhl blieb leer: In Oslo ist der Friedensnobelpreis verliehen worden - ohne Preisträger Liu Xiaobo. Der Bürgerrechtler sitzt wegen seines Kampfes für mehr Demokratie in China im Gefängnis.[...]
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/10/ ... 82,00.html" target="_blank
Bernhard
VIP
VIP
Beiträge: 2459
Registriert: 17.01.2009, 23:34

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Bernhard »

aquadraht hat geschrieben: Aber ich habe in den Materialien der Testreihe auch lesen können, dass die chinesischen Schüler eventuell auf Grund der erstmaligen Teilnahme chinesischer Schulen an einer internationalen Auswertung patriotisch übermotiviert waren.
ob das deine Wurzel gern hört.... :mrgreen:
Aremonus
VIP
VIP
Beiträge: 2214
Registriert: 07.03.2007, 14:45
Wohnort: Basel / Chengdu

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Aremonus »

Nimms nicht persönlich, aber das mit der Vereinseitigung und der mangelnden Empathie, was Du erwähntest, merkt man immer noch deutlich.
Sorry, ich wollte Dich nicht in Deiner Ehre verletzen.
Wenn Lehrer 25 Unterrichtsstunden haben, sollte jedem denkenden Menschen (also Nicht-BWLer) klar sein, dass das nicht die ganze Arbeit ist
Was hat das nun wieder mit BWL zu tun? Ich bin ja selber kein BWLer, aber ich kenne viele BWLer, die durchaus intelligente Leute sind und für Deinen Geschmack eher zu viel denken (also Dinge hinterfragen, die Du nicht hinterfragt haben willst...). Aber das ist ein anderes Thema.
Selbst wenn nur normaler Schreib- und Bürokratiekram, Berichtswesen und dienstliche Kommunikation dabei ist, ist das mit einer Stunde am Tag im besten Falle ganz knapp erfüllt (das kann sehr wohl das doppelte und mehr werden), dazu kommen mindestens 2 Stunden Konferenz pro Woche. Damit bleiben noch 8 Stunden pro Woche, um alle Klassenarbeiten zu korrigieren, den Unterricht vorzubereiten und sich um Probleme einzelner Schüler zu kümmern, Eltern zu beraten usw.
Warum nimmst Du es persönlich, wenn ich sage, dass man hier keinen Burnout bekommen muss?

Aber Du hast es ja ganz gut verstanden: 8 Stunden bleiben noch zur Unterrichtsvorbereitung, da der Feierabend ja bekanntlich wichtiger ist als das Vorankommen der Schüler (zumindest gemäss dem derzeitigen Lohnsystem). Da muss die Qualität ja auf der Strecke bleiben.
Deswegen sage ich, dass die Idee, Lehrer nach der Performance ihrer Schüler und nicht einfach fix zu bezahlen, vielleicht garnicht so abwegig ist...

Bitte versuche, meine Aussagen nicht als Beleidigung oder in Frage Stellen Deiner persönlichen Arbeit aufzufassen, sondern einfach einmal nach zu denken, ob wir denn wirklich alles besser machen. Ich sehe einfach nicht ein, warum es denn so schlecht ist, nach Leistung statt nach Zeit bezahlt zu werden?
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
FromChinaWithLove
Neuling
Beiträge: 18
Registriert: 08.12.2010, 21:01

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von FromChinaWithLove »

aquadraht hat geschrieben:
Aremonus hat geschrieben: Aber ich habe in den Materialien der Testreihe auch lesen können, dass die chinesischen Schüler eventuell auf Grund der erstmaligen Teilnahme chinesischer Schulen an einer internationalen Auswertung patriotisch übermotiviert waren. Insofern kann man Zweifel anmelden, ob das Ergebnis völlig repräsentativ für China ist.

a^2

:D :D :D Ich möchte Deutschland stolz machen und ich werde nächstes mal alle drei Pisa-Bereiche mit der Maximal-Punktzahl absolvieren, auch wenn ich die Hauptschule nicht schaffe. Das klappt bestimmt, denn ich bin ja übermotiviert und werde alle Aufgaben lösen können. Insofern sollte niemand daran zweifeln, dass ich das nicht schaffe.

Der Witz des Jahres! :D :D :D
Andy_yi
VIP
VIP
Beiträge: 1321
Registriert: 21.08.2010, 03:30

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Andy_yi »

Aremous hat geschrieben: Für mich besteht der Hauptunterschied zu China darin, dass man in Europa für gute Noten nicht bewundert, sondern gehasst wird und dass die Lehrer bei uns "von oben herab" 'rumbefehlen, was dazu führt, dass man den Lehrer als Gegner und nicht als Coach wahrnimmt.
Ich kann das so nicht bestätigen und bin auch in Europa zur Schule gegangen. Auf dem Gymnasium in Essen, auf dem ich war, gab es durchweg Bewunderung für gute Noten, nicht nur von den Lehrern sondern auch von den Mitschülern.
Die Lehrer die ich kennenlernen durfte waren immer hilfsbereit und haben die Schüler gefördert.

Du solltest also nicht so schnell pauschalisieren und deine Erfahrung als Maß der Dinge betrachten, nur weil dein Bildungsweg bislang ( laut. deinen Geschichten hier, ich bitte um Verzeihung ) miserabel war.
FromChinaWithLove hat geschrieben:
aquadraht hat geschrieben:
Aremonus hat geschrieben: Aber ich habe in den Materialien der Testreihe auch lesen können, dass die chinesischen Schüler eventuell auf Grund der erstmaligen Teilnahme chinesischer Schulen an einer internationalen Auswertung patriotisch übermotiviert waren. Insofern kann man Zweifel anmelden, ob das Ergebnis völlig repräsentativ für China ist.

a^2

:D :D :D Ich möchte Deutschland stolz machen und ich werde morgen die Mathe-Olympiade gewinnen, auch wenn ich die Hauptschule nicht schaffe.

Der Witz des Jahres! :D :D :D
Dir wird jeder Chinese bestätigen, dass Chinesen besonders Aufnahmefähig sind weil sie eben durch ihr Schulsystem gelernt haben - still sitzen und auswendig lernen. Dazu natürlich noch der familäre Druck.
In den Prüfungen schneiden deswegen Chinesen, oder generell Asiaten, gut ab.

Dir wird auch jeder Chinese bestätigen, dass in der späteren Praxis ( vorallem im Bereich der Fremdsprachen oder Führungspositionen jeglicher Art) die Welt nicht mehr so rosig aussieht.
Da hilft auch der 1.0 Notendurchschnitt nicht weiter.

Dir und auch Aremous sollte klar sein, dass die westliche Schulbildung trotz der schlechteren Noten in den Prüfungen einen viel größeren Marktwert hat.
Bernhard
VIP
VIP
Beiträge: 2459
Registriert: 17.01.2009, 23:34

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Bernhard »

Andy_yi hat geschrieben: Auf dem Gymnasium in Essen, auf dem ich war, gab es durchweg Bewunderung für gute Noten, nicht nur von den Lehrern, sondern auch von den Mitschülern.
Das kann ich so nicht bestätigen. In der Unter- und Mittelstufe musste man Lernen hasse und Lehrer ärgern wo es nur ging. Sonst war man schnell als "Streber" verschrieen und der Buhmann der Klasse. Erst in der Oberstufe, wo etwas von den Noten abhing, änderte sich das.
Anders als Aremous bin ich aber der Meinung, dass das zur pubertären Entwicklung gehört und zumindest bis zu einem gewissen Rahmen "normal" ist.
Andy_yi hat geschrieben: Dir wird jeder Chinese bestätigen, dass Chinesen besonders Aufnahmefähig sind weil sie eben durch ihr Schulsystem gelernt haben - still sitzen und auswendig lernen.
In den Prüfungen schneiden deswegen Chinesen, oder generell Asiaten, gut ab.
Na ja, Asiaten schneiden aber auch in Fächern wie Mathematik gut ab, wo es eben nicht aufs Auswendiglernen ankommt, sondern auf "praktische" Erfahrung und geistige Wendigkeit.
Andy_yi hat geschrieben: Dir wird auch jeder Chinese bestätigen, dass die spätere Praxis, vorallem in Fremndsprachen und Führungspositionen extreme Mängel haben.
Fremdsprachen sind eine Sache, aber da tun sich die Europäer auch schwer mit. Dass viele Deutsche noch relativ passabel englisch sprechen, liegt bestimmt auch daran, dass englisch für Deutsche relativ leicht zu lernen ist. In Ländern mit romanischer Muttersprache ist es um die Fremdsprachenkenntnisse oft noch schlechter bestellt. Die einzigen Europäer, die i.d.R. wirklich gut Fremdsprachen sprechen, sind die aus kleineren Ländern (Skandinavien, die Niederlande, und merkwürdigerweise vor allem Ungarn).
Andy_yi hat geschrieben: Dir und auch Aremous sollte klar sein, dass die westliche Schulbildung trotz der schlechteren Noten in den Prüfungen einen viel größeren Marktwert hat.
Woran machst du das fest? So viel "kollektives Selbstbewusstsein" traue ich mir da nicht zu. Es kann sein, dass sie jetzt noch einen guten RUF genießt. Die Frage ist, ob sie nicht von früherem Glanz profitiert. Z.B. zählt der "deutsche Ingenieur" in manchen Ländern noch viel, obwohl ich nicht glaube, dass die Ingenieursausbildung in anderen europäischen oder asiatischen Ländern schlechter ist.
Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast