Ob 3. oder 4. oder gar 5. Fremdsprache -- alles unrealistisch. Auch sehe ich keinerlei echte Anzeichen, dass sich dies irgendwie ändert. Wie gesagt, dass alles ist für mich eher ein Ausdruck der europäischen Angst, nicht mehr in Afrika uneingeschränkt bestimmen zu können, als ein reales Szenario. Fällt für mich in die gleiche Kategorie, wie die USA haben in ein paar Jahren die Bedeutung eines dritte Welt Landes und wir alle lernen stattdessen in der Schule chinesisch.
Das, was "der Westen" früher durch militärische Unterwerfung und Kolonisation in Afrika tat macht China jetzt auf eine viel subtilere Art, was im Ergebnis für die einheimische Befölkerung deshalb nicht wirklich besser ist - Stichwort Agrar-Kolonisation (hatten wir hier im Forum schon).
Erstens der Westen hat nicht "früher" etwas gemacht, sondern ist heute, in diesem Moment afrikaweit sowohl militärisch als auch kolonisatorisch aktiv. Es ist aber mehr seit dem Ende des echten Kolonialismus (der ja zumindest, einen gewissen Aufbau beinhaltete), nur mehr ein Halbkolonialismus wie er in China im 19. und 20. Jahrhundert praktiziert wurde. Ich finde es daher extrem pervers, sich darüber zu mockieren, dass China etwas auf viel subtilere Art prakziert, was wir heute noch mit dem Holzhammer durchziehen. Und noch perverser finde, ich dass bei chinesischen Engagements in Afrika sofort der Begriff Kolonialismus bei der Hand ist.
Europäisches Engagement welches auf reine Ausbeutung und sogar Aufrechterhaltung von Konflikten ausgelegt ist (ein anderes Interesse als Rohstoffabbau ist ja nicht vorhanden), wird ignoriert und die blauäugige Selbstwahrnehmung geht davon aus, dass Europa heute in Afrika nur gutes tut. Gibt es irgendwelche Skandale (z.B. Atommüllentsorgung vor Afrika, italienische Journalisten die das aufgedeckt haben, wurden natürlich ermordet) werden diese ignoriert oder als bedauernswerte Einzelfälle abgetan und im besten Fall die konkrete Firma beschuldigt, welche es dann auf Zulieferbetriebe oder afrikanische Partner abschiebt. Wenn jetzt aber eine chinesische Firma z.B. schlechte Arbeitsbedingungen bietet (die auf gleichen Niveau wie z.B. indische sind - das Problem ist, dass die Chinesen keine Zulieferbetriebe anstellen und somit die Hände in Unschuld waschen können), steht diese natürlich stellvertretend für ganz China und dient als Beweis für einen chinesischen Masterplan, der als Ziel hat alle Afrikaner zu versklaven. Zu deren Rettung sich natürlich die Europäer lautstark einsetzen müssen.
Sorry aber ich finde diese Afrika Diskussion wie sie im Westen geführt wird, als bestes Beispiel für vollkommen durchgedrehte Realsatire. Wenn ein Nordkoreaner/Chinese sich über die fehlende Meinungsfreiheit (die haben wir übrigens im Vergleich zu anderen Ländern, in Europa tatsächlich, nur wird die öffentliche Meinung über die Massenmedien dermassen gleichgeschaltet, dass diese von Seiten des Staates sehr leicht gewährt werden kann) in z.B. Frankreich lautstark mockiert, wäre es nicht minder skuriller.