Aremonus hat geschrieben:ich denke, man muss hier gerade als ausländischer Ehemann extrem vorischtig sein und seine Partnerin gut zu verstehen versuchen. Am Anfang ist sie sicher (wie man selber ja auch) von der neuen, exotischen Beziehung fasziniert. Dann verschwindet die Faszination allmählich, der Alltag kehrt ein. Nun kann es sein, dass das Paar trotzdem heiratet, da sich die Dame (u.U. noch auf Druck Seitens der Familie oder so) denkt, dass der Mann ein guter Mann ist (hat ja Geld, Stil und ist nett). Viele Chinesinnen denken auch heute noch, dass man zu erst überleben können muss - Liebe ist sekundär bei der Ehe.
Dann zieht das junge Paar also nach Europa. Die Frau lernt die Sprache, lebt sich allmählich ein, zieht ihr Kind gross. Dann realisiert sie (unter Anderem wegen dem europäischen Umfeld), dass das Leben doch noch mehr zu bieten haben muss als bloss eine Vernunftbeziehung und möchte, in manchen Fällen zumindest, eben wieder diese Nähe und Vertrautheit, die sie vielleicht das letzte Mal in ihrer Jugend erlebt hatte. Dann beginnt sie sich eben schnell einmal zu fragen, ob der gefundene Mann auch wirklich noch der Richtige ist... Und wenn sie dann eben irgendwie gelernt hat, in Europa auf eigenen Beinen zu stehen, ist eine Scheidung oft naheliegend und befreiend.
Der Mann seinerseits kennt seine Frau als Familienorientierte Person, die ihn ohnehin nie im Leben verlassen würde, also sieht er sie irgendwie als selbstverständlich an. Er kümmert sich nicht mehr gross um sie, versucht sie nicht mehr zu verstehen, lässt totale Langeweile aufkommen - wie das schon oft in normalen Beziehungen geschieht. Die Frau weiss oft nicht, wie diesen Punkt ansprechen, und der Mann ist ohnehin blind, also wird die Frau ziemlich frustriert. Dieses Gefühl färbt natürlich auch auf ihn ab, es gibt Streit.. und so fängt eben die Scheidung an. Der Prozess geht ja nicht von heute auf morgen, sondern dauert Jahre...
Daher halte ich es für wichtig, dass eine chinesische Frau die europäische Gesellschaft nicht nur oberflächlich, sondern auch in der Tiefe kennenlernt - und dazu am besten in Europa studiert oder arbeitet, vor der Heirat.
Hallo Aremonus,
liest sich gut, hört sich fast perfekt an ...
Wie ist es denn im richtigen Leben, wenn sich zwei Menschen begenen, Gefühle aufbauen und mehr und mehr daran glauben, füreinander bestimmt zu sein? Holst Du dann rechtzeitig deine "Checkliste" raus, um sicher zu gehen, für die Zukunft alles richtig zu machen?
Genau darin liegt doch der Reiz, liegen Doch unsere Aufgaben, spüren wir doch auch die Kraft unserer Liebe, die uns "Bäume" ausreißen lässt (nur zu Beginn ??? Checkliste ON: ist das wahre Liebe ?? Checkliste OFF)
Interkulturelle Ehen kannst Du auch mit DM + DF haben:
Du als Mann bist aus Bayern, Sie aus dem Hohen Norden Flensburg - einzig die Sprache sollte verständlich sein, auch hier gibt es bezüglich der Ortwahl gemeinsamen Lebens (hat auch mit Arbeitsplatz zu tun) für den einen oder anderen Partner Kompromisse zu finden oder sich umzustellen.
In einer Zweierbeziehung zeigt sich dann sehr schnell, ob die äußeren Umstände dazu führen, diese "Liebe" aufzugeben. Andererseits kann sich genau an dieser Stelle zeigen, wie sehr sich diese Partner gegenseitig unterstützen können. So sehe ich das besonders in meiner Beziehung DM + CF.
Ein Freund von mir ist mit einer CF seit 2006 verheiratet, leben in einem Dorf in NRW, sie kann immer noch nicht richtig Deutsch sprechen, dafür mein Freund gut chinesisch, wobei er selten in China war und keinen VHS Kurs oder sonstiges besucht hat.
Sind es nicht oft mehr die Bequemlichkeiten der Gesellschaft, die uns von unseren Zielen weglocken?
Bevor ich mein Ja-Wort meiner Liebsten gegeben habe, habe ich ihr bestmöglich meine Wünsche, Träume und Ziele erklärt und ebenso Ihre erfragt. Gewiss keine garantie, ebenso können sich diese Dinge ändern aber genau darin liegt doch der Reiz einer jeden Paarbeziehung, oder nicht?
Antworten finde ich nur, wenn ich an mich und an meinen Partner glaube, sodass wir uns trauen.
Ich lebe jetzt in China, was ich vor einem Jahr noch wehement abgelehnt hätte!
Werner