Ich denke doch, dass du Nachrichten in diesem Hinblick auch mitbekommst. Jedenfalls mir sind solche fast schon Verzweiflungstaten in Deutschland nicht bekannt, aber in China sehr wohl. Warum gibt es diese hier wohl?belrain hat geschrieben:Ich persoenlich habe hier nicht viel von "dem ganzen Aufhebens" erlebt. Alles was ich erlebe ist regelmaessige eindeutige Angebote junger Chinesinnen, eindeutige Angebote von Geschaeftspartnern, "Health shops" mit riesigen Dildos im Schaufenster u.a. So gesehen, deutlich mehr als in Deutschland, wo alles hinter verschlossenen Tueren und FSK 18 laeuft.
Nochmal: Warum empfinden Chinesen es denn selbst als notwendig, dass mehr Aufklärung geleistet werden müsste, vor allem in Schulen? Macht doch keinen Sinn, wenn doch alles töffte ist, wenn man deiner Lehrerin folgt. Ja, ich maße mir daher an, hier zu urteilen, dass die Erfahrung deiner Lehrerin einer Minderheit entspricht, denn sonst würden nicht nur solche Aktionen wie oben seitens der Chinesen selber keinen Sinn machen, sondern auch solche Nachrichten, wie diese hier (von denen es leider dubzich im Internet gibt):Wie gesagt - fuer dich zaehlt offensichtlich nur, was du dir selbst interpretierst. Tatsachen anderer Chinesen sind fuer dich automatisch die Minderheit - schon komisch, oder?
Quelle: german.china.org.cn[...] Dennoch erklärten die Experten, die Studenten der Stadt seien gegenüber Sex offen und an angemessener Beratung interessiert. "Nach der Konferenz hat Roger Short von der Universität Melbourne, ein Professor für Fortpflanzungsbiologie und Vertreter sexueller Aufklärung, seine Studenten nach Shanghai geschickt, um mit uns bei der Ausarbeitung einer effektiveren Lehrmethode für chinesische Studenten und andere Jugendliche zu kooperieren", sagte Chen weiter.
Das Institut befragte 5234 Studenten und erhielt 5067 verwendbare Fragebögen. Mehr als die Hälfte der Studenten hinterließ ihre E-Mail-Adresse für eine weitere Kontaktaufnahme durch medizinische Experten. Obwohl 83,7 Prozent der Studenten bekannt ist, wie der HIV-Virus übertragen wird, wusste nur knapp die Hälfte, wie man ein Kondom sachgerecht anwendet. Über 40 Prozent der Studenten wussten nicht, dass die Verwendung eines Kondoms das Risiko einer HIV-Infektion verringern kann. Nahezu alle Studenten sehen sexuelle Aufklärung als wichtig an.
"Nur 38 Prozent gaben an, sie hätten an Schulen oder von medizinischem Personal eine angemessene Sexualerziehung erhalten", sagte Chen. "Die meisten beziehen Informationen über Sex aus Büchern, von Klassenkameraden, Freunden und aus dem Internet." Das Institut hat im vergangenen Semester begonnen, an der Jiaotong Universität Kurse zu Fortpflanzungsgesundheit anzubieten. Außerdem hat es nichtmedizinische Studenten angeworben, die nach einem Training als Freiwillige Informationen über Sex verbreiten sollen.
Und das in Shanghai! Wenn es da schon so düster aussieht, wie muss es dann erst an anderen, weniger verwestlichten Orten in China aussehen, Belrain?
Übrigens ein interessanter Bericht auch zu unserem anderen Problem, denn darin heißt es:
Ja, klar ist es "erstaunlich", wenn man mit der Prämisse rangegangen sein sollte, dass doch die meisten oder nicht unerheblich viele Studenten bereits Erfahrungen gesammelt haben müssten. Da gibt dann die Umfrage aber ein völlig anderes Bild wieder! Sicher ist dann der Einwand nicht unberechtigt, ob denn die über 5000 Studenten an 14 Universitäten in Shanghai (!) bei der Befragung eventuell nicht immer ganz die Wahrheit gesagt haben, aber nur weil einem das Ergebnis nicht gefällt jetzt den Befragten pauschal unterstellen, sie hätten gelogen: So kann man sich natürlich auch alles einfach zurechtmachen.Eine umfangreiche, stadtweit durchgeführte Umfrage zum Thema Sex hat einige erstaunliche Ergebnissen hervorgebracht: So räumten zum Beispiel lediglich 20,2 Prozent der Studenten und mit 10 Prozent erstaunlich wenig Studentinnen ein, über sexuelle Erfahrungen zu verfügen.
Nicht falsch verstehen: Auch ich halte die Zahlen für ein wenig zu niedrig, aber ich denke immer noch, dass sie nahe an der Realität sind und demnach tatsächlich die meisten Studenten in Shanghai noch keine sexuelle Erfahrung haben sammeln können. Das würde auch dem allgemeinen Altersdurchschnitt entsprechen, der in China angegeben wird bei der Frage, mit durchschnittlich wie viel Jahren ein Chinese / eine Chinesin erste sexuelle Erfahrung sammelt: Mit 24 Jahren. Studenten sind aber in der Regel mit 22, spätestens 23 bereits von der Uni und stehen dann im Beruf. Und wenn es schon so schlimm um die Situation in Shanghai bestellt ist, DEM westlichen Vorzeigeobjekt in China, wie muss es dann andernortens erst aussehen. Auch hier wieder meine Meinung: Was mir meine Freundin erzählt hat, dass in ihrem Wohnheim von 6 Studentinnen nur 2 bereits sexuelle Erfahrung gesammelt haben, deckt sich mit solchen Untersuchungen und Statistiken viel eher, als was deine Bekannten, Lehrer und andere sagen, Belrain.
Auch eine Meldung:
Ich denke, du siehst da meine Argumentation wieder. Ich rede hier also nicht nur aus dem hohlen Bauch heraus. So toll die Aufklärung hier in China, dass rund 60% der Jugendlichen nicht wissen, wie man ein Kondom richtig verwendet. Was gibt es da eigentlich überhaupt zu lernen, frage ich mich...Seit 1988 gibt es in den Schulen im ganzen Land einen Sexualkundeunterricht. "Der Unterricht ist per Gesetz vorgeschrieben. Es sichert die Rechte des Jugendlichen auf eine sexuelle Erziehung", sagte Pan Guiyu, stellvertretender Direktor der regierungsunabhängigen China Family Planning Association. Trotzdem ist bekannt, dass diese Politik nur schlecht umgesetzt wird. Der Hauptgrund ist, dass Sex für viele ein Tabu ist, das nicht öffentlich diskutiert werden kann. Betroffen sind davon insbesondere Schulen und Familien – die beiden Hauptorte, wo Kinder erzogen werden, sagen Experten. Tang erinnert sich: "Mein Lehrer in der Mittelschule hat uns die Texte über Sexualkunde alleine zu Hause lesen lassen."
Das Resultat ist, dass die Zahl der ungewollten, frühen Schwangerschaften steigt. Die meisten von ihnen führen zu Abtreibungen, heißt es in älteren Berichten. Eine Umfrage aus dem Jahre 2008 zeigte, dass rund 60 Prozent der chinesischen Jugendlichen nicht wissen, wie man ein Kondom richtig verwendet.
Naja...egal...was soll's, Belrain. Ihr (also Du und die anderen) habt Euer Bild von China in dieser Hinsicht, ich habe mein Bild von China und beide Bilder widersprechen sich in diesem Fall und es ist nicht abzusehen, dass wir da zu einer gemeinsamen Meinung finden können, dass man vielleicht einfach so verbleiben kann, dass wir keinen Konsens finden? Vielleicht können wir uns darauf einigen? Und uns dann vielleicht auch noch anderen Vorurteilen widmen...
Nachgetragen:
Hast du dir schon mal heutigen Sexualkundeunterricht an deutschen Schulen angeschaut? *hihi* Ach, übrigens...das mit dem Film und dem erigierten Penis war zu meiner Zeit eine Trickfilmanimation. So weit wollte man bei uns an der Schule doch nicht gehen, dieses Objekt in seiner vollen Größe und Lebenskraft zu zeigen.Klar - werde meine Lehrerin fragen ob sie weiss wie man nen Dildo benutzt, ob im Unterricht Pornos liefen etc. Wenn dich das Thema so interessiert, solltest du eine offizielle Studie in Auftrag geben. Nur so nebenbei - ein Sexualkundeunterricht wie du ihn dir vorstellst hat es zu meiner Zeit in der Schule nicht gegeben - dildos rumreichen (am Besten noch ausprobieren), Filme mit erigierten Penissen (dafuer gabs die Bundeswehr
) etc.

