Sehr gut beschrieben.
Solche Fälle passieren eigentlich andauernd. Als ich meine Frau kennenlernte, war ich noch ganz wild. Ich hing fast die ganze Zeit mit Kumpels vom Studium und Freunde vom Wohnheim herum. Nicht jeder Tag, aber schon mehrmals in der Woche gingen wir aus oder laberten in einer Kneipe über Gott und die Welt. Dann lernte ich eine kleine süsse Ossi kennen. (Viele Freunde waren sogar mit dabei.) Am Anfang fanden alle ganz toll, weil sie auch vieles miterleben durften. Aber dann kippte irgendwann die Stimmung um und uns wurde vorgeworfen, dass wir uns zu sehr zurückziehen würden. Sogar in dem Wohnheim gab es Stress mit einigen Mitbewohnern, die vorher immer sehr nett zu mir waren. Oberflächlich war das Problem, dass meine damals noch Freundin immer bei mir umhängen würde, obwohl sie gar nicht in diesem Wohnheim wohnte, aber irgendwann später kam die Wahrheit heraus: Wir als Paar würden die WG-Charakter zerstören. Naja, was soll man dazu sagen? Eifersucht war das nicht, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass viele Freunde (sowohl männlich als auch weiblich) das Gefühl hatten, mich irgendwie zu verlieren. Meine Frau wurde nie richtig 100% von der Clikke akzeptiert. Das hat mich zwar damals auch sehr belastet, aber sie war mir trotzdem viel viel wichtiger. Erst nach dem Studium, nachdem wir alle sehr weit auseinander gelebt haben und jede von uns auch viele andere neue Freunde gefunden haben, habe ich inzwischen wieder eine gute Beziehung zu einigen der alten Freunde. Und diesmal werden wir auch richtig einfach als Paar akzeptiert.
Eine andere Geschichte, wo es genau umgekehrt war: Ich habe einen Freund aus der USA. Wir haben, als er noch nicht lange in Deutschland war, sehr viel zusammen unternommen. Viel am Computer gezockt und auch viel gemeinsam gesoffen... Er war eine Zeit lang bei uns fast der 3. Mitbewohner im Haus. Eines Tages hat er eine Freundin durch seine Mannschaftssporttätigkeit kennengelernt. Natürlich haben wir uns für ihn gefreunt. Aber dann hörte der gemeinsame Freizeitvertreib mit uns fast auf einem Schlag auf. Umgekehrt hören wir auf einmal kaum noch etwas von ihm. Am Anfang war es nicht so schlimm, weil ich auch mit meiner Frau viel unternehme. (Sie ist eine super Zockerin!



