Flieder hat geschrieben:
hehe. Über CaoNiMa war nur ein Witz. Aber im Tianjin-Dialekte haben die beiden Wörter wirklich gleich Tonen und gleichen silben. Dieses Witz kommt auch aus dem Dialeket.hehe.
Das mit dem Tianjin-Dialekt wusste ich nicht. Ich kenne das mit caonima aus Chats und Foren, wo die Leute so die "Böse-Worte-Filter" austricksen (so wie bei uns Leute f*ck oder shice schreiben

).
Ja. Die Jetztigen Junge schreiben wirklich viel weniger auf dem Papier. Dies verursacht, die Handschrift meiner Generation viel hässlicher als die Generation meiner Eltern. Das ist sehr schade.
In meiner Generation gab es auch ein Unterfach "Schönschrift" im Deutschunterricht. Das war für mich ein Alptraum, da meine Handschrift nicht besonders ist und das einzige Fach im Deutschen, in dem ich schlechte Noten hatte. Ich fand schon die Schreibmaschinen einen echten Gewinn, da da jeder gleich schön oder hässlich schrieb. Die Computer schliesslich, bei denen man Fehler korrigieren, Texte speichern und neu arrangieren kann etc. eine wahre Befreiung und die Möglichkeit, sich mit dem Inhalt zu beschäftigen statt mit der mechanisch korrekten Niederschrift.
Im Chinesischen habe ich anfangs sehr viele Hanzi geschrieben, da ich finde, dass sich die Zeichen beim Schreiben besser einprägen als beim reinen Lesen.
Bei der Gelegenheit: Ich habe noch ein Buch "Reading and Writing Chinese" von William McNaughton aus dem Jahr 1979. Das enthält 1020 Basis-Hanzi und weitere 2000 der "kompletten Liste", die Sinologiestudenten am Anfang erlernen müssen. Alle diese Zeichen hat der gute Professor handschriftlich niedergeschrieben, die ersten 1020 sogar strichweise in Reihenfolge. Das muss eine hammerharte Arbeit gewesen sein. Und die Handschrift des Autors ist (in meiner bescheidenen Meinung

) nicht mal besonders schön. Auch die drei Bände "Fun with Chinese Characters" von Tan Huay Peng aus dem Jahr 1985 (Erstauflage 1982) enthalten die über 500 Zeichen mit Strichfolge in fototechnisch reproduzierter Handschrift (Tans Handschrift ist schöner, er ist aber auch Zeichner

). Heute sind der neue McNaughton ebenso wie Tan Huay Pangs Buch "What's in a Chinese Character" mit computergenerierten Standardscriptfonts versehen, die viel ebenmässiger sind, aber eben auch alle gleich.
Aber wenn du gut chin. Schriftzeichen schreiben kannst, gewinnst du trotzdem die Anpreise von anderen. Oder du kannst als Kalligrafiekunstler leben. In China hat ein guter Kalligrafiekunstler sehr hoch Sozialnevau. Die Abfassung von berühmten Kalligrafiekunstler kann 100,000 Euro kosten.
Ja, Kalligraphie ist auch eine Kunstform, die direkt von den chinesischen Schriftzeichen abhängt.
Aber PinYin sind immer sehr bedeutend. Die hilft leute richtig zu sprechen. Aber Methode sind eigentlich nicht neu. Vor ca. 300 Jahr benutzten die Chinesen schon eine ähnliche Sache zur Hilfe des Lesen von Schriftzeichen: 四角号码. Die wird bis heute in Taiwan immer noch benutzt. Wenn du heute das Taiwan-TVProgramm siehst, hast du mal viellecht manchmal solche komischen Einzelstrich des Schriftzeichens gesehen. Sie sind 四角号码.
Bist Du sicher, dass sijiaohaoma so alt ist? Meines Wissens geht es auf Wang Yunwu zurück und stammt aus den 1920er Jahren, wichtige Beiträge zu seiner Einführung kamen von Cai Yuanpei und Hu Shi. Von Letzterem stammt das Gedicht
一横二垂三点捺,
点下带横变零头,
叉四插五方块六,
七角八八小是九。
Da Hu Shi in der Volksrepublik als Konterrevolutionär galt, gab es dort die "korrigierte" Version:
横一垂二三点捺,
叉四插五方框六,
七角八八九是小,
点下有横变零头。
Als Eingabemethode am Rechner finde ich sijiaohaoma genial und deutlich besser als Pinyin, auch einen Datenbankindex würde ich damit eher organisieren als mit Pinyin, da es bei Beachtung der Regeln (z.B. dass "非" 1111 ist, nicht 2222, was auch ginge) eindeutig ist, anders als Pinyin.