Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

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Laogai
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Laogai »

Bernhard hat geschrieben:Das rückt sie noch lange nicht in die Nähe von Extremisten, oder ähnliches....
Das wollte ich damit auch nicht sagen!

Es ist lediglich mein Erlebnis im Gegensatz zu HK_Yan's "Ich hab bisher z.B. noch kein muslimisches Restaurant gesehen das kein Bier hatte". Daher auch nur eine Randbemerkung.
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Jesse's Vater
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Jesse's Vater »

Pinyin
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Pinyin »

Habe heute einen Bericht (ARD) über die Demo in Xinjiang gesehen und die haben sich in den Kommentaren sehr von den Demonstranten distanziert. Ich hatte durchaus den Eindruck, dass die Ereignisse unabhängig und vorurteilsfrei dargestellt werden sollen. Gerade bei westlichen Medien kommt es sehr auf die Quelle der Berichterstattung an. Die einen versuchen direkte Informationen aus der chinesischen Provinz zu bekommen und andere schreiben einfach drauf los und bedienen sich der allgemein gültigen Stereotyps. Aber das kommt wohl auch durch den Druck und den Konkurrenzkampf zwischen den Medien. Bei Geschehnissen soll möglichst schnell berichtet werder und das geht u.a.auf Kosten der Qualität.
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Topas
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Topas »

Alter Schwede,

wie sich ein und dasselbe Thema doch immer wieder auskauen lässt. Mischen wir doch mal etwas mit :

Fakten :

Uighuren wie Tibeter sind in ihren eigenen provinzen ( bzw historischen Gebilden ) in der unterzahlö
Uighuren wie Tibeter fühelen sich nicht ( ethnisch gesehen sogar berechtigterweise ) als Chinesen
Uighuren wie Tibeter werden westlich unterstützt, chinesisch unterdrückt
Uighuren wie Tibeter werden propagandistisch missbraucht ( drüben mehr , hüben weniger )
Uighuren wie Tibeter sind Menschen ( wie auch die Chinesen, die Deutschen und die Livländer )
Uighuren wie Tibeter lebe in einem strategisch wichtigen Gebiet aus Chinesischer Sicht

Vermutungen ( Chapter 1 )

Uighuren wie Tibeter sind religiös bzw ideologistisch angestachelt worden
Uighuren wie Tibeter fühlen sich bis auf einzelne Krawallmacher innerhalb china wohl (Fortschritt..)
Uighuren wie Tibeter sind seit den fünfziger Jahren "zivilisiert" worden
Uighuren wie Tibeter sind Chinesen
Uighuren wie Tibeter werden vom Westen für antichinesische Propaganda missbraucht

Vermutungen ( Chapter 2 )

Uighuren wie Tibeter werden unterdrückt
Uighuren wie Tibeter - die Problematik wird seitens China verschwiegen bzw Propandistisch missbraucht
Uighuren wie Tibeter haben völkerechtlich entweder einen eigenen Staat verdeint oder aber zumindest Minderheitenrechte - kulturell, allokativ wie auch distributiv
Uighuren wie Tibeter sind keine Chinesen
Uighuren wie Tibeter kämpfen für ihre Freiheit
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Topas »

Kurzes OT :

Hatte gerade Probleme beim erstellen der Nachricht. Die unterste Zeile ist immer unterhalb des Sichtfeldes des Textbereiches gerückt. Ich musste mit dem Coursor immer nach unten scrollen, wobei nach der nächsten Buchstabeneingabe jeweils wieder eine Zeile nach oben gescrollt wurde ( nicht von mir ) und ich mehr oder weniger bilnd geschrieben hab.
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Bernhard
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Bernhard »

@Topas

ähh.... und was ist die Aussage dieser Auflistung?
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Topas
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Topas »

Das dem Leser vielleicht wie mir auffällt, dass in den meisten Diskusionen ( Tibet, Iran ect ) prinzipiell immer dass gleiche gegenüber steht : Gut gegen schlecht, schwarz gegen weiss.

Es ist aber meistens so, dass eine differenzierte Sicht und beurteilung besser angebracht ist.

Ausserdem geht es hier um Menschen - und es gibt nun wirklich keinen Grund - egal von welcher Seite, dass Menschen sterben müssen. Das problem ist - wie leider so oft - Macht.

Ausserdem ist es doch mal eine gute übersicht, die durchaus erweitert werden kann, oder ? So hat jeder den totalen Überblick ....
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Coolchen
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Coolchen »

Nun ja ich habe mir gerade einmal die Nachrichten angeschaut gehabt und es wird von den Medien wieder einmal Panikmachen geschoben: China in Angst usw. um Unser Mediengeilheit zu steigern.

Das was mir wirklich auffällt, ist wenn es um China geht immer China der Bösewicht sein soll und ich frage mich warum?

Diese Auseinanderstetzungen sind heftig, sicherlich, aber im Vergleich zu dem was sich unbemerkt von der Weltöffentlichkeit in Afrika abspielt sind die Medienwichtigen Konflikte die Uns so präsentiert werden dagegen wie der Nürnberger Christkindlmarkt.

Keine Ahnung wie das so in China ist, aber wenn in Deutschland eine Demo nicht genehmigt oder angemeldet ist, wird diese auch aufgelöst und auch mit massivster Gewalt wenn es sein muss.

Wenn ich für oder gegen etwas demonstrieren will, benötige ich keine Messer oder Schlagstöcke, somit kann ich auch die These aufstellen, dass diese Eskalation bereits von Anfang an feststand – genauso wie bei Uns der „Schwarze Block“ nicht zum Kuschelkurs mit der Polizei sich bei Demos einfindet.

Was also soll die chinesische Führung machen, wenn völlig unbeteiligte Personen, weil Sie Chinesen sind auf offener Straße angegriffen werden?

Sicherlich über 150 Tote ist eine sehr heftige Zahl, hingegen empfinde ich 800 Verletzte, bei 3000 randalierenden Demonstranten als fast schon „normal“ – auch wenn das „normal“ irgendwie daneben klingt.

Das wird sich meiner Ansicht nach jetzt ein paar Tage hinziehen bis sich die Lage wieder beruhigt hat, Wir werden medientechisch wieder einmal vom allerfeinsten gefüttert, damit wir Uns wieder mal ein bisschen fürchten und sagen können, schau mal der böse Chinese, dann folgt zur Steigerung noch eine kleine Priese Uhiguren, Tibet, Moslems und Menschenrechte so das Uns eine feine Suppe präsentiert werden kann und wenn das Thema ausgelutscht ist, interessiert dieses doch keinen Menschen mehr was da abgeht und auch nicht in diesem Forum.

LG Coolchen
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Topas
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Topas »

Nun ja,

provokantes Auftreten a la Schlagstöcke ist genau so daneben, wie die Sittenpolizei.
In wie weit ich es aber gerade bei der Medienpolarisierung glauben kann.....

- Sind die U's nun wirklich mit Messern losgegangen oder ist es eine Erfindung ?
- Hat die Polizei nun wirklich brutale Gewalt angewandt, oder ist es Panikmache ?
- uns so weiter und so fort....

Es kann derzeit alles und nichts wahr sein. Von daher bleibt derzeit kaum etwas anderes übrig, als von Modellen auszugehen.

- Wenn die Uighuren tatsächlich...., dann....ist es richtig/falsch
- Wenn die Chinesen tatsächlich...., dann....sind sie Täter/Opfer

Was Xinhua erzählt, die ja nun mal dank ausweisung westlicher ( und damit zwangsweise auf hörensagen ausgerichtet ) Journalisten, quasi die Berichtsmoonopolisten darstellen, die von der parteischen Regierung kontrolliert und zensiert werden, ist sehr sehr subjektiv, und hat damit noch weit mehr als westliche Medien ihren Status als informationsmedium verloren.
Selbst wenn die die Wahrheit erzählen sollte - wo kanns unsereiner nachprüfen ?
Und dabei ist es die Chinesische Regierung selbst schuld ......diese Misere und damit das Vertraune kann sie wiedergewinnen, indem sie den Informationsfluss transparent macht, und aussenstehenden die möglichkeit gibt, sich selbst ein Bild zu machen.

Hab schon wieder dieses "blindschreibe"pproblem. Die letzte Zeile zeigt er nur an, wenn ich aktiv runterscrolle. Sobald ich etwas eingebe, springt er wieder nach ooben und ich sehe nicht mehr was ich eingebe. Woran liegt dass ?
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bossel
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von bossel »

devurandom hat geschrieben:Das alleschaerfste in dem Bericht finde ich den Satzteil "Xinjiang, (früher Sinkiang)". Dass die beiden Namen von den ein und selben Chinesischen Wort kommt, ist wohl bei der Eifer untergeganagen, den Eindruck zu erwecken, dass die Provinz damals ein unabhaengiger Staat war....
Da bist Du mal wieder etwas überempfindlich, wie's scheint. Das ist nur die übliche PC der linksorientierten SZ. Das wird auch in anderen Fällen so gemacht, zB "Myanmar, das ehemalige Birma/Burma", "Kaliningrad, das ehemalige Königsberg", ua. Wenn die darauf abgezielt hätten, eine etwaige Unabhängigkeit zu betonen, hätten sie wohl eher von Ostturkestan gesprochen.

Nichtsdestotrotz ist es natürlich Unsinn, da es sich um den gleichen Ort handelt & man im Deutschen den Ortsnamen überhaupt nicht hätte ändern müssen. PC eben ... :roll:


laogai hat geschrieben:Ein geschlossener Militär-LKW fährt bei Nacht auf einer breiten Straße und wird mit Steinen von Leuten, die am Straßenrand stehen, beworfen. Wohl durch einen Treffer auf die Windschutzscheibe bleibt der LKW stehen und sofort stürmen mehrere Leute auf den LKW zu und bombardiert das Lenkerhaus mit Steinen. Es war ganz offensichtlich, dass die Insassen zu Tode gesteinigt wurden. Das Ganze wurde ohne jeglichen Kommentar ausgestrahlt.
Ich kann mich nicht entsinnen, ob es damals gezeigt wurde, oder nicht. Aber was hätte die Ausstrahlung geändert? Zu dem Zeitpunkt hatte die Armee ja schon durchgegriffen, wenn ich das richtig sehe. &, sosehr ich Mobs auch ablehne, so ist eine derartige Verhaltensweise doch verständlich, wenn man die Situation sieht. Eine mit Stöcken & Steinen bewaffnete Menge steht gegen eine bewaffnete (oft aus gepanzerten Fahrzeugen operierende) Armee. Da wird natürlich jedes Anzeichen von Schwäche ausgenutzt. Ein in die Enge getriebener Soldat, ein steckengebliebener Panzerwagen, oder - wie hier - ein gestoppter LKW sind da willkommene Ventile für Angst, Frust & Wut.


Bernhard hat geschrieben:Die Probleme in Xinjiang sind in erster Linie ethnische, nicht religiöse Spannungen.
Das trifft es vermutlich auf den Punkt.
Es ist völliger Schwachsinn, wenn in diesem Fall irgendein Kulturkämpfer die religiöse Keule rausholt.
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bossel
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von bossel »

Coolchen hat geschrieben: Wir werden medientechisch wieder einmal vom allerfeinsten gefüttert, damit wir Uns wieder mal ein bisschen fürchten und sagen können, schau mal der böse Chinese,
Na, dann schieb mal ein paar Beispiele rüber (aus den Mainstreammedien) für diese Darstellung.


Topas hat geschrieben:- Sind die U's nun wirklich mit Messern losgegangen
Da werden wohl mit ziemlicher Sicherheit welche dabeigewesen sein. Du kannst jemanden aber auch totschlagen, Du brauchst nicht unbedingt ein Messer.
- Hat die Polizei nun wirklich brutale Gewalt angewandt, oder ist es Panikmache ?
Die Polizei wohl eher nicht, wahrscheinlicher, daß die Miliz (bewaffnete Polizei) da durchgegriffen hat.

Aber wir werden sowieso erst wissen, was wirklich los war, wenn die unzähligen unabhängigen Reporter vor Ort uns mit ihren Berichten versorgen. :roll:
Coolchen
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Coolchen »

- Na, dann schieb mal ein paar Beispiele rüber (aus den Mainstreammedien) für diese Darstellung.:
Nun ich wollte mit diesem Satz nicht die Chinesen als böse darstellen.

Nein ich gehe eher davon aus, das die Medien wie auch die Presse in Deutschland manipuliert sind und uns Themen vorgehalten werden wo Jeder gleich sagt: „Da müssen Wir einmal was machen“ oder eine Angst geschürt wird.

Wie gefährlich war Herr Arafat bevor Er den Friedensnobelpreis bekam?
Wie gefährlich war die Klimakatastrophe, bevor man zur Einsicht gelangte das es sich hierbei um einen Klimawandel handelt der sein 4 Milliarden Jahre vor sich hinwandelt?
Wie ungefährlich waren eigentlich die Taliban, als diese von den Amerikanern mit Geld und Waffen im Krieg Afghanistan gegen Russland unterstützt wurden und wie gefährlich werden Sie heute dargestellt?
Ach ja und wie gefährlich ist heute der Iran?

Der Hammer aus meiner Sichtweise wurde im September vor einem Jahr im Stern herausgebracht, der titelte: Wie gefährlich ist der Islam?

Ja Hallo? Geht’s noch?
Jeder aufgeklärte Mensch weiß, dass Glaube und Extremismus zwei völlig verschiedene Dinge sind – man kann diese kombinieren, man muss es aber nicht!
Somit ist nicht Jeder Gläubige egal welcher Religion ein Extremist.
Aber mit solchen Fragen und einer Prise Zwangsheirat und Ehrenmord, den es bei Uns auch gibt nur als Familiendrama bezeichnet wird, wird der Zusammenhang geschaffen, dass es doch möglich wäre und der Argadesch der Dir am Sonntagmittag einen leckern Döner zubereitet, eventuell ein Extremist sein könnte.

Welche Angst wurde geschürt, als die ersten japanischen Wagen auf den deutschen Markt kamen? Mir kam das so vor wie Weltuntergangsstimmung.

Hopperla und dann kamen die Chinesen und mit Ihnen auch das Wort Globalisierung und wieder hatten alle Angst, weil diese Menschen für weniger Geld und fleißig wie Sie sind viel länger arbeiten obwohl es die Seidenstraße seit ewigen Zeiten gibt.

Wenn ich etwas in meinem täglichen Leben höre das sich gegen die Chinesen richtet, ist und bleibt es immer der Selbe Faktor das Sie weniger Geld verdienen, fleißiger sind und länger arbeiten. Es ist eigentlich ein Kompliment, aber man kann ja mal suchen gehen.
Tibet oha, Menschenrechte oha, Kommunismus oha, usw. usw. und wo haben Wir uns über die Foltermethoden in Chile aufgeregt?
Was ist eigentlich aus den Kurden geworden?
Auch wieder usw. usw. usw.

LG Coolchen
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Grufti
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Grufti »

*** Gäääähn****



@Coolchen
Willkommen im "Schwarz-Weiß-Theater" 8) als Basher der westlichen Medien und Bevölkerung ..
Du machst genau das Gegenteil von den "China-Bashern"
Meinst Du wirklich, daß es einer Diskussion förderlich ist , wenn Du hier Deinen Ekel vor dem Westen aus......... breitest ???

Laß Dir doch bitte mal was Originelleres einfallen ! :wink:
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von aquadraht »

Coolchen: Du schreibst mir aus der Seele. Leider gibt es immer wieder Leute, für die die Welt einfach sein muss, wie man auch in den Debatten hier bemerkt. Da ist jede Abweichung vom Mainstream "KPCh-Propaganda" und Leute, die jede differenzierende Anmerkung am liebsten verschwinden sähen, klagen theatralisch, man dürfe nichts gegen China sagen.

Ärgerlich sind einmal mehr die Medien: Der ZDF-Korrespondent erklärt summarisch die chinesische Minderheitenpolitik für gescheitert, die "Geschichtskenner" "wissen", dass China 1955 "Sinkiang unterworfen" hat, laut BBC "crushed" China eine "short-lived republic of Turkestan". Tatsächlich gibt es Xinjiang seit Kaiser Qianlong und war ein Teil des Uighurengebiets 1945 zur kommunistischen Republik proklamiert worden, ein Jahr später gab es eine Koalitionsregierung zwischen Kommunisten, regionaler KMT und regionalen Modernisten/Nationalisten mit sozialistischer Prägung. 1949 wurde nach Verhandlungen mit China der Anschluss an die Volksrepublik beschlossen, 1955 erfolgte die Gründung des Autonomen Gebiets.

In deutschen Fernsehsendungen wurde wiederholt behauptet, Xinjiang sei für Journalisten, teilweise hiess es sogar, für westliche Reisende gesperrt. Nun bin ich zwar kein Journalist, aber ich kenne Journalisten, die vor allem wegen Berichten über die dortige EE-Industrie (Xinfeng als führender WEA-Hersteller und gleich ein paar Dutzend Solarfirmen) regelmässig nach Xinjiang reisen. Und ich hatte, als ich in Xining war, eine Fahrkarte nach Urumqi kaufen wollen, kriegte nur keinen yingwo oder ruanwo, und fast 36h sitzen war mir dann doch zu viel. Aber nichts von Reisebeschränkungen nach Xinjiang.

Die chinesischen Medien haben recht breit berichtet, danach sind die grosse Mehrzahl der Toten und Verletzen Han-Zivilisten, über 60 Tote wurden auf den Strassen geborgen, der Rest ist im Krankenhaus gestorben. Krankenhäuser haben 6-7mal soviele verletzte Han wie Uighuren gemeldet, auch Hui (obwohl Muslime) und Kasachen waren unter den Opfern. Bei der ethnischen Menschenjagd sollen sogar Menschen aus ihren Wohnungen gezerrt und zusammengeschlagen worden sein. Es wurden danach nur 2 Polizeiwagen zerstört, aber 190 Busse und hunderte Geschäfte. Einige der Brände wurden erst am Montag endgültig gelöscht. Die chinesischen Medien schreiben nichts von Schusswaffeneinsatz der Polizei, wie ihn Exiluighuren behaupten. Auch der in Urumqi befindliche BBC-Reporter Somerville bestätigt keinen Schusswaffeneinsatz. Generell scheint die Darstellung der Exiluighuren auch etwas krude: Wenn eine friedliche Demonstration durch wahllose Schüsse der Polizei in die Menge aufgelöst wird, werden die Demonstranten nicht von jetzt auf gleich zu blutrünstigen mordenden und brandschatzenden Gewalttätern.

Die Frage, die sich die chinesischen Behörden stellen müssen, ist nicht die nach Drahtziehern im Ausland. Die gibt es seit jeher, und im Kalten Krieg hatten die eher mehr Hilfe durch feindselige Staaten. Solche Ausbrüche von Gewalt sind eher ein Indiz sozialer Spannungen, die sich nicht nur in China entlang ethnischer Konfliktlinien entladen. Das traf schon auf die Pogrome in Tibet 2008 zu.

Während klar ist, dass China solche Krawalle nicht dulden kann, sollte schon eine genauere und realitätsnähere Ursachenforschung getrieben werden. In einer sich so rapide entwickelnden Gesellschaft wird es immer Modernisierungsverlierer geben, und können sich Spannungen häufig gewaltsam entladen. Patentrezepte dagegen gibt es zwar nirgends auf der Welt. Aber die Schuldzuweisung an ausländische Extremisten greift gewiss zu kurz.
Pinyin
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Pinyin »

Coolchen hat geschrieben: Nein ich gehe eher davon aus, das die Medien wie auch die Presse in Deutschland manipuliert sind und uns Themen vorgehalten werden wo Jeder gleich sagt: „Da müssen Wir einmal was machen“ oder eine Angst geschürt wird.
An eine Manipulation der Medien glaube ich nicht bzw. weiß ich nicht wer die Medien manipullieren sollte oder warum die Medien ein Interesse an der weitergabe falscher Informationen haben. Allerdings denke ich schon, dass viele falsche und ungenaue Informationen aus Unwissenheit weitergegeben werden. Es werden sich "Tatsachen" zusammengereimt und als Tatbestände an den Mediennutzer vermittelt. Die Medien sollten ihre Informationsquellen regelmäßig hinterfragen und nicht sofort in die Vorurteilsschublade greifen. Ich habe zB. einen Bericht auf dem Privatsender RTL gesehen der die ganze Geschichte sehr einseitig darstellt und die Chinesen als Quelle der Gewalt rüberbrachte. Da stellt sich doch wirklich die Frage, ob sich die Verantwortlichen mit der Thematik auseinadergesetzt haben oder ob schnell marktgängiges Bildmaterial zusammengesetzt wurde. Dadurch entstehen falsche Bilder in der Öffentlichkeit und wenn Menschen oft genug gehört haben, dass die chinesische Regierung gewalttätig ist, glauben sie es auch.

Hingegen möchte ich mich hier nicht einseitig auf die Seite der chinesischen Regierung stellen. Ich denke die Frage warum so viele Menschen sterben mussten (im Moment werden von 156 gesprochen), muss aufgeklärt werden. Normalerweise hat die Staatsmacht eine Vielzahl von Möglichkeiten, um Demonstrantionen aufzulösen. Eine so hohe Anzahl von Menschen stirbt nicht ohne Grund. Die Polizei, Miliz, oder wer auch immer gegen die Demonstranten eingesetzt wurde, könnte Stöcke, Pfefferspray oder Wasserwerfer einsetzen, wenn es zu harten Ausschreitungen kommt. Davon sterben aber keine hunderte von Menschen... Man muss sich hingegen wirklich fragen ob die Informationsquellen der Todeszahl und der Veletzten glaubwürdig sind. Aber scheinbar sprechen die chinesishen Medien auch von Opferzahlen in dieser Höhe (kann das jemand bestätigen?). Wenn dem so wäre, sollte man schon annehmen können, dass es Opfer in min. dieser Höhe gegeben hat.
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