Britt hat geschrieben:Hi,
eine Frage: Kann es sein, dass chinesische Kinder besonders musikalisch sind durch die verschiedenen Töne in ihrer Sprache? Immerhin erfordert es ja einiges an Musikalität, um die unterschiedlichen Töne korrekt zu identifizieren und zu treffen (hab immer ein bisschen das Gefühl, als müsste ich da vorher erst Musikunterricht nehmen

).
Kann natürlich sein, dass ich grade auch totalen Bullshit rede, aber interessieren tut es mich trotzdem.
Meiner Meinung nach nein. Dass Chinesisch unterschiedliche (festgelegte) Tonhöhe besitzt, hat, denke ich, nichts mit Musikalität zu tun. Wenn du genauer drauf achtest, hat jede Sprache unterschiedliche Töne, nur dass diese nicht so streng festgelegt sind und man die Wörter auch noch versteht, WENN sie anders ausgesprochen werden. Normalerweise werden sie aber von Muttersprachlern immer gleich ausgesprochen. So wird wohl jeder Deutsche "Basel" wie im 1. und im 5. Ton aussprechen. Wenn jemand es wie "Ba4sel2" aussprechen würde, hörte sich das extrem seltsam an. Der einzige Unterschied zum Chinesischen ist wie gesagt, dass man die Bedeutung immer noch versteht. Das ändert aber nichts daran, dass die Betonung eigentlich falsch ist.
Das Gleiche gilt für Intonationsfragen oder -aussagesätze. Wenn du eine Frage stellst, hebst du automatisch die Stimme an am Ende des Satzes (entspricht also dem 2. Ton), während du bei einer Feststellung oder einem Befehl die Stimme senken wirst (4. Ton).
Wir verfügen also auch über Töne, nur unbewusst.
Rigga hat geschrieben:es ist wissenschaftlich erwiesen, dass erheblich mehr Chinesen als Europäer noch in hohem Alter das absolute Gehör besitzen ...eine Folge der betonenden Sprache !
Ach, was heute alles wissenschaftlich "erwiesen" wird... Dann werden je 5000 Chinesen und Europäer auf ihr Gehör getestet. Die Chinesen erreichen dann, meinetwegen, 90% der zu erreichenden Punkte und Europäer 86%, was dann natürlich zweifelsfrei auf die Sprache zurückzuführen ist... Dass bei den meisten Studien, die irgendetwas "beweisen", oft total abenteuerliche Schlussfolgerungen gezogen werden, wird oft nicht beachtet.