Philipp hat geschrieben:
Zum Glück scheint jetzt in Südkorea mit Lee Myung-Bak wenigstens ein Präsident mit einer möglicherweise etwas realistischeren Einstellung dem Norden gegenüber das Steuer übernommen zu haben, der die Verbrecherbande im Norden für das sieht was sie sind.
Statt einen Kuschelkurs zu fahren, sollte die südkoreanische Regierung eine massive Propagandakampagne Richtung Norden starten, in der die Bevölkerung und das Militär zum Sturz des korrupten Regimes aufgerufen wird, mit der Aussicht auf Belohnung und Übernahme in die südkoreanischen Streitkräfte für Offiziere und Soldaten, die durch einen Putsch dem Regime dort ein Ende machen, bzw. harte Strafen für diejenigen die sich ihnen in den Weg stellen.
Was sind das für Töne? Das hört sich ja an wie zu "besten Zeiten" des Kalten Kriegs.
Nein, so kann es m.E. nicht funktionieren. So hat es noch nie funktioniert. Je mehr man ein Land in Bedrängnis bringt, desto mehr scharen sich seine Bewohner hinter ihrem Führer.
Je sicherer sie sich hingegen fühlen, desto weniger können sie ein repressives Regime akzeptieren. Deswegen ist meiner Meinung nach die Regierung Lee gerade auf dem falschen Weg. Abgesehen davon, dass Lee einen Turbokapitalismus und eine weitgehende Amerikanisierung Südkoreas propagiert.
Das Ziel muss meiner Meinung nach sein, militärisch möglichst wenig Druck auszuüben, und das in einer Weise, die die Bevölkerung auch bemerkt. Dann fallen die Gründe für die staatlichen Repressionen weg. Eine Möglichkeit wäre theoretisch auch, die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung zu verbessern, und das auf eine Weise, dass der Staatsapparat möglichst wenig von den Mitteln abbekommt. Aber ich bin eher pessimistisch, dass das möglich ist.
Ein Schritt wäre auch, dass China die Flüchtlinge nicht zurück schickte, aber daran hat Beijing natürlich überhaupt kein Interesse, was ich ehrlich gesagt auch nachvollziehen kann.
Meiner Meinung nach muss letztendlich das Ziel sein, die Lage der Leute zu verbessern, und nicht, Nordkorea bzw. dessen Regime eine "Niederlage" zuzufügen. Natürlich muss das Regime irgendwann entweder untergehen oder sich so ändern, dass es nicht mehr dasselbe ist. Aber das Hauptaugenmerk muss auf der Lage der Leute liegen, nicht auf Sieg oder Niederlage.