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Macht ihr asiatischen Kampfsport?

Verfasst: 11.11.2007, 15:42
von no1gizmo
Seit dem ich mich bei Tae Kwon Do angemeldet habe, bin ich voll auf dem JetLi-Trip.

Tae Kwon Do habe ich mir ausgesucht, weil`s da so tighte Bein-/Tritttechniken gibt. Würde mich aber am liebsten für alle Kampfsportarten anmelden und fleißig ausprobieren (fraglich wäre nur Sumoringen, dafür bin ich nicht "gut" genug gebaut). Bis auf Thai-Boxen kann ich glaube ich auf dem ersten Blick allen was abgewinnen. Geil muss auch Kendo sein, ist nur teuer wegen der teuren Rüstung.

Was macht ihr in Sachen Kampfsport?
Gibt es eigentlich so ne Art Hierachie "Harter Kampfsport" vs "Softi-Kampfsport"? So Judo und Akido sind je recht softi, KungFu hingegen erscheint mir ziemlich hart :wink:

Verfasst: 11.11.2007, 15:48
von HK_Yan
Ich hab mal Ikebana gemacht und kam bis zum gruenen Guertel.

Verfasst: 11.11.2007, 15:49
von no1gizmo
Das`s ja toll, aber was sind deiner Meinung nach die schönen und die weniger schönen Seiten an Ikebana?

Verfasst: 11.11.2007, 16:25
von HK_Yan
Ja, bei un's ging es knallhart zu, schau's dir an:

http://www.youtube.com/watch?v=LF8-8rQWzBE

Verfasst: 11.11.2007, 16:34
von no1gizmo
Nicht schlecht! Hat was! Setze ich gleich mal auf meine Favoritenliste :wink:

Verfasst: 11.11.2007, 16:51
von Grufti
HK_Yan hat geschrieben:Ich hab mal Ikebana gemacht und kam bis zum gruenen Guertel.
ist das nicht die fernöstliche Kunst des Möbelzusammensteckens ???? :roll:


ach neee
das ist "Ikeabana"!!!

Verfasst: 11.11.2007, 17:09
von serenita
Ich mache Schwerttanz. Damit lässt sich das Unkraut gut jäten. Ehrenwort!

Verfasst: 11.11.2007, 17:17
von no1gizmo
Ja klar, Frauen wollen immer tanzen, aber mit Schwertern? Ist doch keine Kampfkunst.

Eine Schwerttänzerin ist aber nicht verkehrt, eignet sich bestimmt gut für den Küchendienst.

Verfasst: 11.11.2007, 17:59
von Grufti
no1gizmo hat geschrieben:Ja klar, Frauen wollen immer tanzen, aber mit Schwertern? Ist doch keine Kampfkunst.

Eine Schwerttänzerin ist aber nicht verkehrt, eignet sich bestimmt gut für den Küchendienst.
paß mal 8 , daß Du dabei nicht unter die Messer kommst... : :lol:

ich denke bei so etwas immer an das Shangahi der "Roaring 20ties - 40ties".... :roll:

Verfasst: 11.11.2007, 19:14
von Ling Ling
Hallo, was wir so machen kannst du hier sehen:

http://www.youtube.com/watch?v=Rz5tPB9U1DI

Ist unser Meister (80 Jahre alt, Chen Style), einer der besten in China. Persönlich habe ich noch nicht bei ihm trainiert, nur bei einem seiner Schüler.

Es gibt eine Unterscheidung zwischen Kampfsport und Kampfkunst. Kampfsport isf auf Wettkampf und Vergleich mit anderen ausgerichtet, Kampfkunst hat etwas mit der Erkenntnis zu tun, das man sich selbst der größte Feind ist. Wenn du ein Fan von Jet Li bist, dann kannst du dir ja mal die DVD Fearless ansehen, es gibt eine Version mit Interviews als Zusatz. Dort erklärt Jet Li ganz gut den Sinn der Kampfkunst.

Seine Internetseite findest du hier, ist etwas mehr als man von einem Schauspieler erwartet, sehr engagiert und auch mit religiösen und philosophischen Artikeln.
http://www.jetli.com/

Ein Interview sende ich dir zu, da es komplett aus einer Zeitschrift ist, möchte ich es nicht ins Form stellen.

Kung Fu bedeutet nur harte Arbeit, also den Einsatz von Zeit und Mühe. Man kann das auch in allen Tätigkeiten des täglichen Lebens erreichen. Xia Kung Fu bedeutet etwas mit ganzem Einsatz zu tun.

Harte und weiche Kampfkünste unterscheiden sich vom Trainingsansatz her.

Bei harten Kampfkünsten beginnt man mit muskulärem Aufbau, lokalem Qi Training und später werden die Bewegungen immer weicher und die Muskelkraft wird immer weniger eingesetzt. Dafür wird der Einsatz des Qi immer wichtiger.

Bei den weichen Kampfkünsten beginnt man mit der Entwicklung des Qi. Das Ziel ist aber das gleiche. Mit Softi hat das nichts zu tun. Zum Beispiel hat Yang, der Begründer des Yang Stil Tai Ji Quans, als Ausbilder der kaiserlichen Garden gearbeitet und war unbesiegt. Er wurde berühmt, weil er alle Gegner schlagen konnte, ohne sie zu verletzen.

Yang lernte sein Tai Ji von der Familie Chen, deren berühmtester Vertreter ein General war und die kaiserlichen Truppen befehligte.

Was die hohen Beintechniken angeht, sowas ist nur für Show und Wettkampf interessant, da gibt es Regeln. Als Kampfkunst ist das hohe Treten nur eine Form des Trainings. Im Kampf ist es viel zu gefährlich höher als zum Bauch zu treten. Je höher du trittst, je näher muß der Gegner stehen. Es reicht, wenn er dann aus Angst sein Knie hochzieht.

Der Vorteil des Tae Kwon Do ist, das es einen ordentlichen Verband gibt und du auch in ein vernünftiges Wettkampfsystem kommst. Tae Kwon Do ist übrigens koreanisch, so wie Hapkido. Hapkido passt ganz gut dazu.
Judo, Kendo, Karate und Aikido sind japanisch. Karate hat seine Wurzeln in China, kam über Okinawa nach Japan.

Thaiboxen ist ein typisches Beispiel, wie eine Kampfkunst zum Sport wird und damit sehr viel von seiner eigenen Identität verliert. Das es auch anderes Thai Boxen gibt kannst du dir auf den DVDs von Tony Jaa ansehen, zum Beispiel Ong Bak.

Verfasst: 11.11.2007, 20:03
von Attila
Habe in meiner Jugend sehr viel Karate trainiert und bin sogar ziemlich Weit gekommen. Danach wurde es mir langweilig und es schloss sich eine Suchphase an in der ich Wing Chun Kung Fu, Jiu Jitsu und Boxen (westlich) trainiert habe.
Im Sparring habe ich mir einiges von Trainingspartnern abgeschaut die Thai Boxer, westliche Boxer oder auch Kickboxer waren.

Tja, dann kam das Berufsleben. Nun gehe ich immerhin regelmäßig ins Fitness Studio da ich Homer Simpson immer ähnlicher wurde. *g*

Ich denke es gibt keine 'beste' Kampfsportart oder Kampfkunst - diese Diskussion ist müßig und gehört ins Reich der Pubertät.

Man muss eben das wählen was am besten zu einem passt bzw. am besten gefällt.

Eine gute Schule zu finden ist sehr wichtig ansonsten hat man nicht viel davon die angeblich beste Kampfsportart zu trainieren.

Zur Selbstverteidigung fand ich Wing Chun Kung Fu sehr effektiv, sofern man nicht mehrere Jahre investieren will bis man etwas gebrauchsfähiges erlernt hat.


Freier Kampf hat dann nicht mehr viel mit der Eleganz zu tun wie man sie in Kung Fu Filmen sieht. Einfach mal nach Pride Fighting, Ultimate Fighting oder MMA (Mixed Martial Arts) Videos suchen. der Unteschied zu den Kinokämpfen ist dann doch gewaltig.

Wenn es elegant aussieht ist es meist nicht effektiv und umgekehrt.

:wink:

Aber es gibt auch Ausnahmen:
http://www.youtube.com/watch?v=wMJ_b9uV1Lo
*seuftz*

Und viele aufgeblasene Egos:
http://www.youtube.com/watch?v=gEDaCIDvj6I
:roll:

Verfasst: 11.11.2007, 20:27
von no1gizmo
Kung Fu muss ich irgendwann mal machen, schon allein weils chinesisch ist.

Karate wirkt auf mich etwas fad und sehr diszipliniert.

Tae Kwon Do wie Karate, aber etwas mehr Show und Akrobatik (für mich "das bessere Karate").


Kendo ist das, was mich richtig interessiert. Habe mir sogar Übungsschwerter (Bokken oder sowas) bestellt. Würde ja gerne ein echtes Schwert haben, allerdings bin ich glaube ich nicht reif genug für sowas. Würde dann KillBill-mäßig um mich herum wirbeln (wenn ich allein zu Hause bin) und sicherlich schnell ein wichtiges Körperteil verlieren, lieber nicht.

Ich glaube ein echtes japanisches Katana und ein japanisches Motorrad würden mich schnell invalide machen.

Verfasst: 11.11.2007, 21:27
von no1gizmo
@Ling Ling: Danke fürs Interview per PN, habs verstanden! :D

Ich glaub, ich muss mal FEARLESS von JetLi auf DVD kaufen, der Film soll gut sein.

Verfasst: 11.11.2007, 21:32
von farandor
Ich bin in einem Verein für Asiatische Kampfkunst.
Wie Ling Ling schon richtig geschrieben hat betreiben wir keinen Wettkampf,da es sich um Kampfkunst und nicht Sport handelt.

Es wird Kung Fu,TaiChi und Chi Gong gelehrt.

Mit Kung Fu habe ich angefangen,aber schnell gemerkt das man am besten alles zusammen macht um ganzheitlich weiter zu kommen und Zusammenhänge zu begreifen.Ist mir aber trotzdem noch nicht so ganz gelungen :?

Allerdings muss ich zu meiner Schande gestehen das ich eine fürchterlich faule Socke bin,und schon seid längerem nichts mehr gemacht habe :oops: :oops: :wink:

Muss mich also nicht wundern.

Verfasst: 11.11.2007, 22:50
von Attila
no1gizmo hat geschrieben: Karate wirkt auf mich etwas fad und sehr diszipliniert.
Yupp! *lach*

Daher habe ich auch nach ein paar Jahren aufgehört.

Glücklicherweise war meine Schule vom Stil her nicht konservativ auf die Okinawa Stile beschränkt. Mit vielen Jiu Jitsu Elementen um auch auf sehr geringe Distanz und auf dem Boden effektiv zu sein.

Klassisches Karate geht von einer großen Angriffsdistanz aus, ca. 1-3 meter, Tae Kwon Do übrigens auch. Im Gedränge funktioniert das dann nicht mehr so toll.
Einen Mix aus verschiedenen Distanzen und Abwehrbewegungen sieht man recht schön in diesem kurzen Video, vor allem weil sich beide langsam bewegen *g*:
http://www.youtube.com/watch?v=Qzp_Y6UlydE

Wing Chun ist da eine ideale Ergänzung, wenn weniger als eine Armlänge Platz ist.

Jiu Jitsu, Judo oder Sambo Elemente sind dann ideal wenn man am Boden liegt, was oft recht schnell vorkommt.

Habe aber auch mal mir einer Baletttänzerin zusammen trainiert, sie zeigte mir einige Bewegungen aus dem Balett. Soooo fremd ist mir Ästhetik also nicht!
:wink:

Mir ist nur immer noch nicht ganz klar wie es Baletttänzerinnen schaffen auf ihren Zehenspitzen durch die Gegend zu trippeln. Finde ich nach wie vor beeindruckend.

Tanzen ist nebenbei gesagt eine hervorragende Ergänzung zu Kampfsport. Man lernt die andere Seite kennen... sich in Harmonie mit jemanden zu bewegen.