Heirat in DE mit Fiktionsbescheid oder in Hong Kong?

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Kim
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Heirat in DE mit Fiktionsbescheid oder in Hong Kong?

Beitrag von Kim » 02.05.2019, 18:34

Hallo zusammen, ich lese mich jetzt schon länger durch das Forum und hätte ein paar Fragen zu meinem speziellen Fall:

Meine Freundin kommt aus China (Kanton), hält sich seit 2012 in Deutschland auf (Studium + 18 Monate Arbeitssuche nach dem Studium + 2 Monate Arbeit) und wir möchten diesen Herbst heiraten. Sie müsste sich für alle nötigen Dokumente aber vier Wochen oder mehr in China Zeit nehmen und dafür ihren jetzigen Arbeitsplatz kündigen. Dadurch wäre aber auch ihre Aufenthalsterlaubnis weg. Da sie parallel aber noch 2 Monate Fiktionsbescheinigung hat, planen wir, dass sie kündigt (um den Arbeitsplatz ist es nicht besonders schade), ihre Fiktionsbescheinigung um mindestens 3 Monate verlängert, die Dokumente in China besorgt, wir die Heirat hier anmelden, auf die Bestätigung warten und den Heiratstermin machen. Für die Verlängerung der Fiktionsbescheinigung reicht scheinbar auch die Aussicht auf einen neuen Arbeitsvertrag in Form einer Einladung zum Probearbeiten. Die können wir bekommen. Wenn sie ihre Fiktionsbescheinigung bis zum Heiratstag verlängert bekommt, dann kann sie heiraten und hier ihre Aufenthalserlaubnis verlängern, ohne extra noch ein Visum zur Eheschließung oder Ehegattennachzug zu brauchen, richtig?

Option 2 wäre, in Hong Kong zu heiraten, da ich sowieso in China mit ihren Eltern sprechen soll. Da müssten wir dann deutlich weniger Dokumente beschaffen, aber anschließend wieder 6-12 Wochen auf das Visum zum Ehegattennachzug warten. Mit der Fiktionsbescheinigung hätte sie dann sogar noch eine gültige Aufenthaltserlaubnis. Kann sie auch damit nach Deutschland zurück oder benötigt sie dann auf jeden Fall ein Visum zum Ehegattennachzug?

Mir erscheint da die Option Hong Kong fast besser. Gibt es bei all dem irgendwelche Fallstricke, die ich übersehen habe oder hat jemand schon etwas ähnliches gemacht?

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ingo_001
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Re: Heirat in DE mit Fiktionsbescheid oder in Hong Kong?

Beitrag von ingo_001 » 02.05.2019, 19:19

Es ist geradezu faszinierend, wie viele "neue" stille Mitleser innerhalb von so kurzer Zeit "aufploppen" :mrgreen: :lol:
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.

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Re: Heirat in DE mit Fiktionsbescheid oder in Hong Kong?

Beitrag von Kim » 02.05.2019, 19:28

ingo_001 hat geschrieben:Es ist geradezu faszinierend, wie viele "neue" stille Mitleser innerhalb von so kurzer Zeit "aufploppen" :mrgreen: :lol:
Kann ja nicht jeder über 10 Jahre dabei sein ;)

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Re: Heirat in DE mit Fiktionsbescheid oder in Hong Kong?

Beitrag von rundherum » 03.05.2019, 06:51

Sie müsste sich für alle nötigen Dokumente aber vier Wochen oder mehr in China Zeit nehmen und dafür ihren jetzigen Arbeitsplatz kündigen.
Sie war 18 Monate auf Arbeitssuche, hat gerade mal 2 Monate gearbeitet und will schon wieder kündigen? Das macht sich echt schlecht im Lebenslauf. Besser wäre, wenn sie jetzt mal 2 Jahre Arbeitserfahrung sammelt. Wenn ihr der Job dann immer noch nicht passt, kann sie ja noch eine Weiterbildung machen.
Kann sie nicht im Urlaub nach China fliegen, die Dokumente beantragen, wieder ein paar Wochen in Deutschland arbeiten und dann wieder nach China fliegen um die Dokumente zu holen? Die Familie könnte da sicher auch helfen.

Für mich hört sich das alles eher danach an, dass Deiner Herzdame der Job nicht gefällt und sie einen Ausweg sucht. Daran ist nichts auszusetzen. Sie sollte sich aber unbedingt ihre langfristigen Ziele vor Augen halten, sonst verbaut sie sich Wege.

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Re: Heirat in DE mit Fiktionsbescheid oder in Hong Kong?

Beitrag von Kim » 03.05.2019, 08:59

rundherum hat geschrieben:
Für mich hört sich das alles eher danach an, dass Deiner Herzdame der Job nicht gefällt und sie einen Ausweg sucht. Daran ist nichts auszusetzen. Sie sollte sich aber unbedingt ihre langfristigen Ziele vor Augen halten, sonst verbaut sie sich Wege.
Sie hatte sich in den 18 Monaten auf einen Masterplatz beworben, noch einen Heimataufenthalt, als privates Projekt ein Buch illustriert und ihren Führerschein gemacht. Mit der Jobsuche hat sie so spät angefangen, weil ihre Freundin relativ leicht einen gefunden hatte, was aber offenbar nicht für die Zeit Dezember bis März gilt.

Natürlich ist es schlecht, einen Job nach 2 Monaten zu kündigen, aber das ist genau das, was alle ihre Kollegen und vermutlich auch jeder von uns in ihrer Situation tun würde. Die Chefin verlangt dort nicht nur z.T. 15-20 Überstunden die Woche (rechtlich unzulässig), sondern ist komplett unfähig, irgendein Projekt vernünftig zu organisieren. In dem Laden arbeitet kaum jemand länger als 6 Monate.

Meine Freundin möchte in Zukunft gern schwerpunktmäßig als Illustratorin arbeiten, die in Deutschland im Gegensatz zu China alle freiberuflich agieren. Und damit ein Visum zu bekommen ist laut der Ausländerbehörde mit am schwierigsten. Deshalb wollen wir das lieber nach der Heirat in Angriff nehmen.

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Re: Heirat in DE mit Fiktionsbescheid oder in Hong Kong?

Beitrag von Kim » 06.09.2019, 21:03

Ok, wir habens geschafft und sind verheiratet^^ Hier mein Erfahrungsbericht, sowohl für Heirat in DE als auch in HK: viewtopic.php?f=49&t=34628

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Re: Heirat in DE mit Fiktionsbescheid oder in Hong Kong?

Beitrag von w.b.a@gmx.net » 30.01.2020, 13:39

Mmh, mich würde angesichts der Fitkionsproblematik im Allgemeinen vor allem die Frage interessieren, ob jetzt angesichts des Corona-Virus nicht alle Fiktionsbescheinungen sowieso unbefristet ausgestellt werden müssen, denn es bestünde ja Lebensgefahr bei der Rückkehr nach China, oder sehe ich das zu europäisch-humanistisch ? Grüße Walt

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Re: Heirat in DE mit Fiktionsbescheid oder in Hong Kong?

Beitrag von w.b.a@gmx.net » 30.01.2020, 13:39

Mmh, mich würde angesichts der Fitkionsproblematik im Allgemeinen vor allem die Frage interessieren, ob jetzt angesichts des Corona-Virus nicht alle Fiktionsbescheinungen sowieso unbefristet ausgestellt werden müssen, denn es bestünde ja Lebensgefahr bei der Rückkehr nach China, oder sehe ich das zu europäisch-humanistisch ? Grüße Walt

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