sweetpanda hat geschrieben:
Also nackter Wahnsinn und mit nicht zu begründen als Wahnsinn.
Ok 30% Wertverlust in 18 Monaten spricht auch eine deutliche Sprache.
Dann muss man bedenken, dass die Buden höchstens 25-30 Jahre halten werden.
Irgendwie spekuliert man scheinbar darauf, dass die Enkel in 60 Jahren bei dem dann 2. neu zu bauendend Haus ein neues Anrecht haben?
Ich denke, der Hase liegt in einem anderen Pfeffer.
a) China hat bis heute kein Steuersystem, dass per Umlage die Städte und Kommunen mit Geld versorgt.
b) Bis 2010 war es für ausländische Investoren und Investmentbanken relativ einfach, Immobilien in China zu erwerben.
Chinesische Städte können sich seit 10 Jahren nur noch über die (geringe) Einkommenssteuer finanzieren. Das reichte nie. Deshalb führte die Entscheidung, den Grund und Boden den Städten selbst zuzuschlagen, zur massiven Erschließung von Bauland und zum bekannten Bau-Boom.
Im Jahre 2009 wurden von 10 verkauften Eigentumswohnungen in Beijing, fast 7 von ausländischen Investoren erworben.
Im Jahre 2010 änderte China die Gesetzeslage. Für ausländische Investoren wurde es sehr erschwert, Immobilien zu erwerben, ausländische Einzelpersonen wurden quasi ausgeschlossen.
Seit dem (genauer seit 2008, wo erste Maßnahmen ergriffen wurden), stagnierten die Preise und seit 2012 fallen sie deutlich.
Als 2013 die ersten Wirtschaftssegmente ins Stocken kamen, beschleunigte sich der Wertverfall.
In 2014 räumten erste Stellen in China ein, dass mehr Angebot an Wohnungen bestünde, als Nachfrage.
Seit 2015 herrschen in zahlenreichen Städten Baugenehmigungsverbote. In Xi'an werden Neubauprojekte bis 2020 nicht mehr bewilligt. Gleichzeitig zeichnet sich eine Rezession ab.
In Xi'an haben sich die Umsätze in der Gastronomie in den letzten beiden Jahren halbiert.
Insoweit handelt es sich im Grunde nur um eine Preisbereinigung, nachdem (ausländische) Investoren und gierige Stadtverwaltungen den Markt überhitzt hatten.
Die Entscheidung der Regierung aus 2010, möglichst keine ausländischen Investoren mehr zuzulassen, war aus meiner Sicht richtig.
Nur so konnte verhindert werden, dass ein Grundbedürfnis des Menschen (Dach über dem Kopf) nicht zum absoluten Luxusgut wird, wie in Deutschland, dem Land mit der geringsten Eigenheimquote aller Industrieländer.
Dennoch .... die Preisgrenze nach unten scheint erreicht. Nachdem der Markt fast 2 Jahre nur noch eine Richtung kannte, ziehen die Preise in vielen Gegenden wieder an.
Die heutigen Baustandards im gehobenen Preissegment sind auch nicht mehr auf 20-30 Jahre ausgelegt.
Meine "Hütte" beispielsweise wurde überwiegend gemauert (und nicht aus Beton gegossen), die überwiegend raumhohen Fenster und Türen haben solide Holzrahmen und sind 3-fach verglast (und nicht, wie früher, einfache Schiebefenster im Metallrahmen), es existiert ein eigener Instandhaltungsfond der Community (und nicht der staatliche, der über Milliarden verfügt, aber kaum Gelder für Renovierungen zur Verfügung stellt), kein Flachdach, sondern um ein Giebeldach (bzw. Walmdach) mit Dachziegeln und gedämmtem Dachboden, Wasser- Strom- und Gasleitungen wurden nicht einfach in den Beton geworfen oder "auf Putz" verlegt, sondern in verzinkten Schächten, usw.
Wir werden sehen, wie es weitergeht.