Laogai hat geschrieben:
Leider ist da auch der von dir verlinkte Thread nicht wirklich hilfreich, denn es gibt dort nur
einen Zweizeiler von Dennis (CDS), der etwas vage darauf eingeht:
Dennis (CDS) hat geschrieben:Was sind die chinesischen Buchstaben für ABC...?
Im Chinesischen gibt es kein Alphabet. Es gibt keine Schriftzeichen für ABC...XYZ.
Besser wird es bei
Wikipedia erläutert, gleich zu Beginn:
Wikipedia hat geschrieben:Ein Schriftzeichen repräsentiert grundsätzlich eine Silbe als Lautstruktur eines Morphems.
Sicher nicht so ausführlich wie Wiki, aber für den Durchschnitts-Tattoo-Freak mehr als ausreichend was Dennis da geschrieben hat.
OK, nochmal kurz falls hier andere Neulinge mitlesen. Chinesisch hat keine Buchstaben, wie Laogai schon sagte. Daher lassen sich ausländische Namen auch nicht 1:1 wiedergeben. In ganz seltenen Fällen kann man Eigennamen zwar "übersetzen", aber das gilt nur sehr selten für Personennamen. Ein Beispiel eines übersetzen Ortsnamens wäre z.B. die Stadt Phoenix, Arizona. Die heißt im chinesischen tatsächlich 凤凰城, also Phönix-Stadt. Fast alles andere, ich würde sagen über 99%, sind lautliche Annäherungen wie eben dein Cecilia. Wenn man ab und zu mal chinesische Untertitel von Filmen liest findet man den einen oder anderen Namen auch mal wirklich übersetzt. Da gibt es einen 天行者, "der am Himmel gehende" - kannst dir denken was gemeint ist. Da fällt mir noch ein dass Spud aus
Trainspotting im chinesischen 番薯仔 genannt wird ("Kartoffel-Typ"). So was finde ich sogar noch einigermaßen originell und passend. Ansonsten aber gilt: Namen werden nur, meist schlechter als besser, mit den wenigen Silben die in Mandarin zur Verfügung stehen, irgendwie lautlich wiedergegeben, meist aber dadurch eher unkenntlich gemacht.
astennu hat geschrieben:
Es ist also wenn ich das richtig verstanden habe, eine Folge von Zeichen die nacheinander gesprochen ansatzweise wie Cecilia klängen.
Nun ja, "sai/se-xi-li-ya". Ja, ansatzweise erkennbar, aber nur weil dieser Name noch relativ leicht übertragen werden kann. Bei anderen ist das Ergebnis mehr oder weniger grauenhaft. Es gibt nämlich weder ein passendes "R" noch Konsonanten ohne Endvokale (außer n und ng). Clinton ist z.B. "ke-lin-dun", Hitler "xi-te-le", Frankfurt "fa-lan-ke-fu", also die 2 Silben werden zu 4, ziemlich umständlich.
Hier ist eine komplette Tabelle aller in Mandarin vorkommenden Silben:
https://eastasiastudent.net/img/2010/09 ... chart1.png
Mehr gibt es nicht. Daraus könnte man sich also theoretisch seinen Namen auf Chinesisch zusammenbasteln. Das setzt natürlich etwas Kenntnis von der Aussprache der Silben voraus. Hier findet man zwar auch ein "R", aber das wird aus einem mir nicht bekannten Grund fast nie bei der Wiedergabe ausländischer Namen verwendet. Stattdessen nimmt man Silben mit "L". Rom z.B. heißt "luo-ma". Ich fände "ruo-ma" passender, aber in China geht nicht alles mit Logik zu. Und das Klischee dass Chinesen kein "R" sprechen können stimmt größtenteils. Viele tun sich nämlich verdammt schwer, zwischen "R" und "L" (auch "N") zu unterscheiden.
