Erfahrungen Leben in Huzhou?Auslandseinsatz allg. in Huzhou

Wirtschafts-Forum: Wirtschaftsnachrichten diskutieren und Erfahrungsaustausch für Unternehmer, die in China tätig sind bzw. planen, in China tätig zu werden.
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docVirus
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Erfahrungen Leben in Huzhou?Auslandseinsatz allg. in Huzhou

Beitrag von docVirus »

Hallo zusammen,

habe das Forum jetzt schon ein bisschen durchkemmt, aber leider nicht wirklich was gefunden.

Kurz zu meiner Ausgangsituation. Ich bin 28 Jahre alt, verheiratet (mit einer Chinesin, die seit einem Jahr in Deutschland ist) und habe seit 4 Wochen eine kleine Tochter. Ich bin gelernter Indutriemechaniker und habe meinen Indutiremeister gemacht und den technischen Betriebswirt beides bei der IHK. Momentan arbeite ich in der Qualitätssicherung bei einem mittelständischen Automobilzulieferer. Meine Firma macht mir jetzt ein Angebot, nächstes Jahr beim Aufbau des neuen Werkes in Huzhou mit tätig zu werden und dieses als Qualitätsleitung zu betreuen. Das ganze würde nach einer Einarbeitugnsphase hier in Deutschland im April nächsten Jahres losgehen, wo ich dann für 3 Jahre in China wäre. Mein Englisch ist ganz OK, mein chinesisch....naja da gibt es eigentlich keins. Meine Frau und Kind würden auch mit auf China gehen. Allerdings kommt meine Frau aus Zhuhai, also ganz andere Region. Soviel zu meiner Person, falls es noch fragen dazu gibt, einfach stellen.

So nun mal zu meinen Fragen zu Huzhou:

Gibt es jemanden der schon mal in Huzhou war, bzw. vielleicht sogar mal dort gearbeitet hat?
Wäre über jede Inforamtion über die Stadt ansich dankbar.
z.B. Wie sind die Lebenshaltungskosten dort? (Essen, etc)
Wie sind die Mieten bzw was bekomme ich für mein Geld an Wohnqualität?
Wie ist der Verkehr, ist es schwierig ein Taxi zu bekommen?
Gerne auch noch mehr was Huzhou angeht. einfach mal drauf losplaudern ^^


Dann noch ein paar Fragen zu dem Auslandseinsatz an sich. Hier habe ich auch schon einiges in dem Forum gelesen bzw auf anderen Internetseiten aber unter dem Strich steht eigentlich überall verschiedenes, deshalb kann ich es nicht so wirklich auf mich widerspieglen. Darum frage ich hier jetzt nocheinmal direkt auf meine Situation hin.

- Auf was sollte ich in meinem Vertrag wirklich achten?
- Was ist zu bevorzugen, lokaler oder weiterhin deutscher Arbeitsvertrag (ich denke Fa. wird lokalen wollen)?
- Wo liegt mein Verhandlungsspielraum vom Gehalt? Ich habe Zahlen gelesen von 10 - 100% mehr?!
- Wohnungszuschuss?
- Rückflüge ins Heimatland?
- Sozialversicherungen?
- Kindergeld?

Mir würden hier jetzt noch 100terte Fragen einfallen glaub ich.
Vielleicht kann jemanden oder am besten mehrere einfach ihre Erfahrungen (wenn es geht unter der Berücksichtung meiner Ausgangsituation) mitteilen.

Vielen Dank für eure Hilfe und Unterstützung.

mfg
docVirus
tigerprawn
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Re: Erfahrungen Leben in Huzhou?Auslandseinsatz allg. in Huz

Beitrag von tigerprawn »

Du hast ja schon einen deutschen Vetrag. Behalte den einfach, vielleicht ein paar Änderungen (auch beim Gehalt?).

Die Gegend in die Du hinziehst ist klimatisch schwierig. Im Sommer heiß im Winter kalt (und üblicherweise keine Heizung/ nur Klimaanlage mit schlechten Fenstern).

Schau das in der Zusage:
- Übernahme der Krankenkosten in internationalen Krankenhäusern für die ganze Familie,
- Mind 1x Heimflug mit der ganzen Familie pro Jahr
- vieleicht wenn es geht: Wohnung von der Firma gestellt mit Heizung (jetzt pokerst Du aber hart)
- Kinderbetreuung internationaler Kindergarten (später Schule) kosten von der Firma übernehmen lassen. (Wenn es denn dort soetwas gibt)
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egon
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Re: Erfahrungen Leben in Huzhou?Auslandseinsatz allg. in Huz

Beitrag von egon »

Mal so was mir einfällt:

Nur dt. Vertrag, am Besten einen Nettovertrag, welcher Wohnung, lokalen Transport, Ersatz für Kindergeld, Steuern in China, Krankenversicherung nach westlichem Standard, Kinderbetreuung....plus Buschzulage mit enthält. Sozialversicherungen laufen in Deutschland weiter. Flüge sind auch Verhandlungssache. Ich würde hier für ein Jahresbudget verhandeln, welches Du selbst verwalten kannst.
Ganz wichtig ist zu definieren, was nachher passiert, wenn die 3 Jahre um sind. Wenn Das nicht geregelt ist, gehst Du auf Stellensuche.
Lohn ist so ne Sache.
Ich habe Leute getroffen, die waren mit 3000 Euro Brutto in Changzhou glücklich, andere reden von 5stellig.
Geh mal nicht mit so ner direkten Forderung in die Verhandlungen. Eher, dass Du mit Leuten gesprochen hast, die in ähnlicher Position dort xxxx verdienen. Dann wirst ja sehen, was sie sagen.
Wer kriecht, der stolpert nicht.
docVirus
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Re: Erfahrungen Leben in Huzhou?Auslandseinsatz allg. in Huz

Beitrag von docVirus »

Also ihr seit quasi der Meinung auf alle fälle deutschen Vertrag? Was ist der große/welche Nachteile gibt es bei einem lokalen Vertrag? Soll ich definitiv auf den bestehenden deutschen Vertrag pochen?

Was mir noch wichtig ist, wie viel Tage im Urlaub hat man in China? Ist das auch Verhandlungssache?
Ist das wirklich nur Verhandlungssache mit dem Gehalt oder gibt es da nicht irgendwelche "Richtlinien"?

Ist es wirklich so kalt in Huzhou? wenn ich im Internet schaue, sehe ich zwar das es kalt ist (0°C aber nur in der Nacht), tagsüber hat es aber doch trotzdem Temperaturen so um die 10°C oder sehe ich das falsch?
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Re: Erfahrungen Leben in Huzhou?Auslandseinsatz allg. in Huz

Beitrag von Canis Lupus »

Warum denn einen lokalen Vertrag, wo du am Ende nicht weißt was drinsteht? Und man dich am Ende wohl noch nach den 3 Jahren einfach vor die Tür setzen darf?

Ich würde aufjedenfall auf einen deutschen Vertrag mit gewohnten Inhalt bestehen.
Und den auch nicht befristen lassen, sondern vorn ab Regeln, dass nach 3 Jahren die Option besteht wieder nach Deutschland zurückzukommen - ein unbefristeter Vertrag! Sonst schneidest dir doch am Ende nur ins eigene Fleisch.
Dann machst du 3 Jahre dieses China-Abenteuer mit, die brauchen dich dort nicht mehr, deine Stelle ist in Deutschland auch schon besetzt - und dann heißt's "machs Gut".
Wenn ich an deiner Stelle wäre und Sie mir keinen unbefristeten deutschen Vertrag oder eine wirklich exorbitante Gehaltserhöhung geben würden, würde ich das Spiel garnicht mitmachen.

Edit:
Wenn du eine Führungsposition inne hast und ohnehin keinen Kündigungsschutz hast, kann man das vielleicht wieder anders sehen.
Aber wenn du Kündigungsschutz hast, wäre mir dieser mehr Wert als 3 Jahre China Abenteuer mit Zukunft ungewiss...
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Re: Erfahrungen Leben in Huzhou?Auslandseinsatz allg. in Huz

Beitrag von Laogai »

docVirus hat geschrieben:Ist es wirklich so kalt in Huzhou? wenn ich im Internet schaue, sehe ich zwar das es kalt ist (0°C aber nur in der Nacht), tagsüber hat es aber doch trotzdem Temperaturen so um die 10°C oder sehe ich das falsch?
Das siehst du zwar nicht falsch, aber du fühlst es noch nicht :wink:

Nicht umsonst hat man irgendwann einmal die "gefühlte Temperatur" eingeführt. 10° C bei einer hohen Luftfeuchtigkeit fühlen sich nämlich kälter an als -5° C bei trockener Luft. Hinzu kommt, dass es in der Region kaum Heizungen gibt, allenfalls Klimaanlagen, die auch ein wenig warme Luft auspusten können. Öffentliche Gebäude, Läden und Restaurants werden kaum beheizt. Die 10° C sind also nicht nur an der frischen Luft, sondern quasi überall.

Ich war zwar noch nicht in Huzhou, aber dort dürfte es nicht viel anders sein als in Chengdu im Winter. Die Temperaturen sind ähnlich. Dort laufen meine Schwiegereltern zu der Jahreszeit dick eingepackt in ihrer Wohnung herum.
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Re: Erfahrungen Leben in Huzhou?Auslandseinsatz allg. in Huz

Beitrag von mazzel »

Zu der vertrags-Frage wurde eigentlich alles gesagt... Du musst halt wissen, was du willst. Wenn China ein 3-Jahres-Abenteuer bleiben soll, dann bist du gut beraten, den deutschen Vertrag zu nehmen (Zwecks Rückkehr). Wenn du jetzt schon weißt, dann ein langfristiges Engagement in China dein Ziel ist, dann kannst du mit einem lokalen Vertrag besser fahren. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, nimm den deutschen Vertrag (falls das überhaupt zur Option steht) und switche danach auf nen lokalen, falls du doch länger bleiben willst.
Aber auch bei deutschen Verträgen musst du anständig verhandeln. Gerade jetzt, bei den starken Wechselkursschwankungen, sollte sowas mit abgedeckt sein. Sollte es doch der chinesische Vertrag werden, dann verhandel eine gute Krankenversicherung, anständiges Gehalt (logisch, ne?), Heimflüge (wie schon erwähnt), Urlaubstage (15 is Standard bei uns in der Firma für "Lokals") und was dir sonst noch in den Sinn kommt (Housing, Company Car, etc.).
Wenn die dich wirlich in China haben wollen, dann wird die Firma zu einigen Zugeständnissen bereit sein!
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Re: Erfahrungen Leben in Huzhou?Auslandseinsatz allg. in Huz

Beitrag von itzi »

Keine Ahnung, was ein "chinesischer" Vertrag sein soll in diesem Zusammenhang.

Frage Deinen Arbeitgeber, wie man sich das vorstellt.

Keine Ahnung, wie das läuft bei Dir und welche Flitzpiepe da nun Dein Ansprechpartner ist und wie Du einen Draht zu dem hast, aber vorbeigehen musst Du und erfragen, was Sache ist.
Oder man kommt auf Dich zu.
Kannst ja einfach sagen, dass Du gerne hingehen und danach zurück möchtest.

Und und und.

Ich gehe mal nicht davon aus, dass das bei Euch so eiskalt läuft, wie hier angedeutet.

Wenn ja, dann musst da eh weg.

Gucke, dass da Deine deutsche Firma Vertragspartner ist und nicht sonst wer.
Und es gibt so Klauseln.

Nimm 200€ in die Hand, wenn Du eine fundierte Meinung willst, und gönne Dir Beratung beim Arbeitsrechtler, wenn Du gaaanz ruhig schlafen möchtest mit einer fundierten Rechtsmeinung, die anhand eines Vertrages zustande kam.
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Re: Erfahrungen Leben in Huzhou?Auslandseinsatz allg. in Huz

Beitrag von mazzel »

Ein "chinesischer" Vetrag ist ein lokaler, sprich nach chiensischen Standards aufgesetzter Vertrag. In ausländischen Firmen nenntn man solche Arbeitnehmer "local hired Internationals". Habe es chinesischer Vertrag genannt, damit bei der Verwendung des Wortes "lokal" keine Missverständnisse aufkommen.
Normalerweise ist der Unterschied zu einem Expat Vertrag, dass man bei der chinesischen Niederlassung/Tochterfirma etc. direkt angestellt, hat also keine Ansprüche auf seine alte Stelle in D.Rückflüge etc. sind ebenfalls nicht als Standard enthalten und müssen extra verhandelt werden. Dann sind in einem chinesischen Vertrag 15 Tage Jahresurlaub die Regel.
itzi hat geschrieben: Nimm 200€ in die Hand, wenn Du eine fundierte Meinung willst, und gönne Dir Beratung beim Arbeitsrechtler, wenn Du gaaanz ruhig schlafen möchtest mit einer fundierten Rechtsmeinung, die anhand eines Vertrages zustande kam.
Gibts die in D auch für chinesische Verträge? ;-)
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