Scheidung in China

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Scheidung in China

Beitrag von Beijing to Berlin » 30.08.2014, 06:04

Hallo zusammen,

ich hoffe, hier kann mir jemand mit Erfahrung in dieser Angelegenheit weiter helfen.

Ich möchte mich eventuell nach ca. 4 Jahren Ehe (1 Kind) scheiden lassen. Wir leben zur Zeit in China (bin als Expat hier).

Was wird da auf mich zukommen (finanziell)?

Nur ich arbeite, meine Frau ist Hausfrau/Mutter.

Danke Euch!

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Re: Scheidung in China

Beitrag von Beijing to Berlin » 30.08.2014, 06:08

Ach ja: Falls jemand in Beijing einen Anwalt kennt (der Englisch oder Deutsch spricht), dann würde ich mich freuen, wenn Ihr mir diesen weiter empfehlt.

(Geht auch per PN)

Danke!

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Re: Scheidung in China

Beitrag von Shenzhen » 30.08.2014, 07:11

Nicht so viele Informationen bitte....

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Re: Scheidung in China

Beitrag von Helfer » 30.08.2014, 07:28

Es wird das nationale Scheidungsrecht, des letzten gemeinsamen Lebensmittelpunkt gewaehlt. In diesem Fall chinesisches Scheidungsrecht.

Kannst Du noch etwas dazusagen, ob die Nationalitaet von Euch beiden udn ob die Shceidung einvernehmlich ist und wo ihr geheiratet habt bzw. ist die Ehe in Deutschland anerkannt?

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Re: Scheidung in China

Beitrag von Shenzhen » 30.08.2014, 10:26

1. Das mit dem Lebensmitelpunkt ist schoen und gut, bis man "die Chinesen" davon ueberzeugt hat dauert es wenn sie es ueberhaupt interessiert.
2. Unvereinnhemlich kann es 3 Jahre und laenger dauern ausserdem siehe Punk 1, wenn ueberhaupt.
Kannst Du noch etwas dazusagen, ob die Nationalitaet von Euch beiden udn ob die Shceidung einvernehmlich ist und wo ihr geheiratet habt bzw. ist die Ehe in Deutschland anerkannt?
Sind nur ein paar der kleinen Details die fehlen...

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Re: Scheidung in China

Beitrag von Petermedia » 30.08.2014, 11:48

Aller Wahrscheinlichkeit nach ist nach Art. 17 EGBGB bei euch chinesisches Recht anzuwenden.
vgl.
http://www.isuv-online.de/?p=145261
Einen Anwalt solltest du auf der Seite der deutschen Botschaft in Beijing unter der Anwaltsliste finden.
Englischsprachige evtl auch mal Shanghaiexpat durchforsten
Scheidung in China ist relativ einfach sofern beide Ehepartner die Scheidung wollen.
Im Falle der einfachen Scheidung muss folgendes geregelt sein.
1. Sorgerechtsvereinbarung, (auch China kennt das gemeinsame Sorgerecht, das wird sogar angestrebt. Auch wenn das Kind dann bei einem Elternteil lebt.)
2 einvernehmliche Vermögensaufteilung
3 evtl Unterhalt

Nachehelicher Unterhalt für die Ehefrau ist eher unüblich.
Kindesunterhalt schon eher aber oft in der Praxis nicht durchsetzbar.
Sollte es zu keiner Einigung kommen weisen die chin Gerichte die Scheidung i.d.R. erst mal ab.
Die Ehepartner sollen dann erst mal eine Vereinbarung treffen.
Erst nach frühesten 2 eher 3 Jahren ist mit einer gerichtlichen Entscheidung zu rechnen.
Achtung. In China gilt noch immer das Verschuldensprinzip. Beste Voraussetzungen fuer einen Rosenkrieg.

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Re: Scheidung in China

Beitrag von Shenzhen » 30.08.2014, 21:59

Ohne Infos ist das reine Zeitverschwendung hier zu antworten.

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Re: Scheidung in China

Beitrag von Beijing to Berlin » 31.08.2014, 05:12

Hallo,

Danke schon mal für die ersten Angworten.

Also: Sie ist Chinesin und ich bin Deutscher. Wir haben in HK geheiratet.

Ehe in Deutschland anerkannt? Ich denk ja: Wir haben zwar kein Stammbuch beantragt aber meine Lohnsteuerklasse wurde ja auf die III geändert.

Ob die Scheidung einvernehmlich läuft, wird sich erst heraus stellen, wenn ich das Thema anspreche. Ich wollte mich vorab schon mal informieren, was da auf mich zukommen würde.

Zur Vermögensaufteilung:
Wie soll das funktionieren, falls wir da keine Einigung finden? Hier in China sollte es für andere ziemlich schwierig sein, heraus zu finden, wie viele Bankkonten ich habe und wie viel darauf liegt. Gleiches anders herum: Woher soll ich wissen, wieviel Geld meine Frau "beiseite" gepackt hat?

Unterhalt:
Das bereitet mir eigentlich am meisten Kopfzerbrechen, da ich keine Ahnung habe, wie Unterhalt für das Kind und Frau in etwa geregelt werden... Zumal ich als Expat zur Zeit deutlich mehr verdiene als vorher in Deutschland. Ich möchte natürlich nicht ewig einen Betrag in meinem Soll stehen haben, den ich irgendwann nicht mehr bestreiten kann.

@ Petermedia: Danke für den Tipp mit der Botschaftsseite!

@Shenzhen: Was für Infos soll ich denn noch geben (falls dies oben nur ein paar kleine, fehlende Details waren)?



Danke!

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Re: Scheidung in China

Beitrag von Shenzhen » 31.08.2014, 05:29

Habe einen ähnlichen Fall, bei nicht Einigung wird es sehr schwer, lt. Anwalt 3 Jahre wenn es überhaupt klappt, bei Kind sicher noch viel schwerer.
Auch bei Einigung nicht einfach, wir haben einen Versuch unternommen es wurde abgelehnt weil sie angeblich nicht zuständig sind. Auf Anfrage bei jemandem anderen sollten wir aber nochmal hingehen und darauf beharren, wenn beide länger als 1 Jahr an einem Platz in China registriert sind ist das zuständige Lokalgericht zuständig.
Also am besten einen Anwalt suchen und dich schon mal auf eine langwierige Sache mit relativ hohen Kosten einstellen.
Am besten einfach ruhen lassen, mache ich auch so, irgendwann hat sie die Nase voll und will auch die Scheidung, dann ist es einfacher. Da du expat bist evtl. einfach später in Deutschland scheiden lassen. Natürlich unabhängig vom Unterhalt, das kannst du dann eh so machen wie du denkst da chinesin in D kaum Chance hat was einzuklagen.

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Re: Scheidung in China

Beitrag von VielUnterwegs » 31.08.2014, 09:58

Geile Einstellung Suedchina...halt doch einfach mal die...

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Re: Scheidung in China

Beitrag von Petermedia » 31.08.2014, 10:19

Scheidung in D scheitert regelmäßig dann wenn lange kein Wohnsitz in besteht.

Mit der gegebenen Zuständigkeit in China gibt es in grossen Städten weinig Probleme
sofern beide Ehepartner in einer Stadt mindesten 1 bis 2 jahre ordnungsgemäß registriert sind und die Ehe auch in China registriert ist. Bei einer HK Ehe kein Problem.
Natürlich haben die chin Gerichte i.d.R. keinen Bock auf den binationalen Sch...s.
Bringt ja nur Ärger.
Mal ganz grundsätzlich.
Erst mal braucht es eine Strategie. Darüber sollte man nachgedacht haben bevor man einen Anwalt konsultiert.
Denn je klarer der Anwalt beauftragt wird desto klarer und kostengünstiger ist das ganze.

1. Wie lange plant man noch in China zu bleiben.
2. Gibt es Vermögen in China bes. Immos.
3 Und das wichtigste. Was plant man mit den Kindern.
4 Ist die noch Nochfrau in der Lage und hat den Support wirklich zu kämpfen.
5 Wird eine einvernehmliche Scheidung, eine Scheidung wegen Zerrüttung , oder eine Scheidung aus Verschulden angestrebt. Die entsprechenden Strategien sind unterschiedlich.

Bei einer Scheidung aus Zerrüttung wird selten Unterhalt gezahlt. Das Vermögen wird geteilt und ein Unterhaltsbetrag für das Kind ausgehandelt.

I.d.R kann die Ex kaum Vermögen aufspüren.
2 Dinge sollte man im Hinterkopf behalten.
A Immos die während der Ehe erworben wurden gehören beiden, egal wer bezahlt hat.
B immos die vor der Ehe erworben wurden gehören dem Erwerber. Eine Zugewinnschätzung findet i.d.R. in
China nicht statt.
C Wenn es zu einem Verfahren in China kommt ist man natürlich zur Auskunft verpflichtet und macht sich
strafbar und evtl angreifbar wenn man Falschausgaben macht. Auch da braucht es dann eine klare Strategie welche von PKT 4 abhängt
D Unterhaltstitel können abgeändert werden.
E In Ermangelung von validen Vollstreckungsabkommen ist es fast unmöglich für die Ehefrau einen chin
Unterhaltstitel einzutreiben.
F Bei Kindesunterhalt soll es angeblich ein Abkommen geben.
Also nachdenken dann Beratungsgespäch beim Anwalt, dann erst Aktion.

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Re: Scheidung in China

Beitrag von cayman » 31.08.2014, 12:33

VielUnterwegs hat geschrieben:Geile Einstellung Suedchina...halt doch einfach mal die...
finde von Suedchina kein Posting in diesen Fred, hab ich was verpasst?
Anstatt zu klagen was ihr wollt, solltet ihr dankbar sein, dass ihr nicht all das bekommt, was ihr verdient

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Re: Scheidung in China

Beitrag von Be_happy » 31.08.2014, 15:26

[quote="Shenzhen]Am besten einfach ruhen lassen, mache ich auch so, irgendwann hat sie die Nase voll und will auch die Scheidung, dann ist es einfacher. Da du expat bist evtl. einfach später in Deutschland scheiden lassen. Natürlich unabhängig vom Unterhalt, das kannst du dann eh so machen wie du denkst da chinesin in D kaum Chance hat was einzuklagen.[/quote]

Da vertue Dich mal nicht! Eine Bekannte von uns wurde von ihrem deutschen Ehegatten n die Heimat verfrachtet - vor acht Jahren! Die hat einen deutschen Anwalt gefunden der für sie die Sache bearbeitet - einschließlich Getrenntlebenunterhalt, der eigentlich binnen sechs Monaten seit Trennung eingeklagt werden muß.

Wer einen einschlägigen Anwalt findet, bekommt den dann auf Prozeßkostenhilfe!

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Re: Scheidung in China

Beitrag von Helfer » 31.08.2014, 16:18

Falls moeglich wuerde ich eine Scheidung vor einem deutschen Gericht anstreben. Ein paar Basisinfos: http://www.konsularinfo.diplo.de/Vertre ... idung.html

Zu Rechtsanwaelten, die wollen auch nur ihr Gehalt maximieren und aus gutem Grund ist eine Scheidung durch keine Rechtsschutzversicherung abgeckt.

In Beijing gibt es einen deutschen Anwalt fuer Familienrecht, der auch auf der Botschaftsliste steht, aber keine Scheidung vor einem chinesischem gericht durchfuehren kann, also Achtung!

Was noch keiner gesagt hat, eine Scheidung sollte wohl ueberlegt sein. Bei einer binationalen Ehe mit Kind kein leichtes Thema.... Wo wird das Kind aufwachsen und wo wird man selber leben?

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Re: Scheidung in China

Beitrag von Laogai » 31.08.2014, 21:35

Am Rande:
cayman hat geschrieben:finde von Suedchina kein Posting in diesen Fred
Er wurde vom Admin gelöscht.
cayman hat geschrieben:hab ich was verpasst?
Nein.
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