Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

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blubb12
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Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

Beitrag von blubb12 »

Liebe Forumsteilnehmer,

ich habe in diesem Forum lange still mitgelesen und ein paar wirklich sehr gute Tipps bekommen, was die Eheschließung mit einer Chinesin und das anschließende Visum zum Ehegattennachzug angeht. Wir haben die ganze Prozedur (fast) komplett hinter uns gebracht. Ich möchte Euch daher mit einem kleinen Erfahrungsbericht danken, der vielleicht für den ein oder anderen hilfreich ist.

Ich bin Deutscher, meine Frau Chinesin aus Hunan, die aber in Guangdong lebt und arbeitet. Ziel war es, sie möglichst schnell nach Deutschland zu bringen, d.h. die Formalitäten möglichst schnell und unkompliziert zu regeln. Ursprünglich wollten wir eine Eheschließung mit Feier und allem, was dazugehört, in Ihrer Heimat durchführen. Nach dem, was ich - auch über dieses Forum - in Erfahrung bringen konnte, wäre das aber wegen der benötigten Dokumente und entsprechender Übersetzung / Beglaubigung etc. sehr schnell teuer geworden und hätte die ganze Angelegenheit sehr in die Länge gezogen. Wir haben uns daher für die Variante "Eheschließung in Hongkong mit anschließendem Ehegatten-Nachzug nach DE" entschieden. Die ganze Sache hatte einen recht "sportlichen" Fahrplan.

Eheschließung

Am 7. Dezember fiel die Entscheidung, dass wir heiraten und anschließend zusammen in Deutschland leben wollen. Antrag mit Ring, so wie sich das gehört. Am gleichen Tag habe ich bei der Hong Kong Marriage Registration über den "Online Appointment Booking Service" einen Termin fürs "Giving of Notice of Intended Marriage" gemacht und glücklicherweise einen Termin direkt für den 9. Dezember bekommen (am 10. Dezember war sowieso mein Rückflug nach DE von Hongkong aus). Die ganze Sache mit dem „Giving of Notice outside Hong Kong“ blieb uns so erspart.

Das MR21B-Formular, das eigentlich online ausgefüllt werden sollte, hat uns echte technische Schwierigkeiten gemacht wegen Zeichensatz-Inkompatibilität im PDF und Problemen mit der Internetverbindung. Wir haben es ausgedruckt und händisch ausgefüllt. War für die Leute in Hongkong auch kein Problem.

9. Dezember, Giving of Notice: Da meine Verlobte als Festlandchinesin erstmal eine Art Visum für die Sonderverwaltungszone Hong Kong hätte beantragen müssen, bin ich allein hin und habe die Eheschließung angemeldet. Benötigte Dokumente: mein deutscher Reisepass, eine Kopie ihres chinesischen Reisepasses (das 港澳通行证 – das Visumsbüchlein für Hong Kong und Macau – hätte wohl auch gereicht), sowie das möglichst leserlich ausgefüllte MR21B-Formular (bei mir gab es etliche Handschrift-Rückfragen ;-) ). Und die Anmeldegebühr von HKD 305. Man freut sich dort über passendes Kleingeld. Außerdem sind 2 zusätzliche Kopien der Reisepässe sinnvoll (inkl. Aufenthaltstitel!), sonst muss man die vor Ort anfertigen lassen (aber auch kein Problem). Da wir beide noch nie verheiratet waren, wurden auch keine zusätzlichen Scheidungspapiere
o.ä. benötigt. Nach ihrem Hukou hat auch keiner gefragt (ich hatte sicherheitshalber Kopien dabei). Wichtig ist offenbar, dass ein legaler Aufenthalt nachgewiesen werden kann; die Seite in meinem Reisepass mit dem Visa Waiver-Stempel (Bundesbürger dürfen 90 Tage) wurde genauestens inspiziert.

Die Prozedur des Giving of Notice ist recht unkompliziert. Es sind lediglich ein paar Unterschriften erforderlich, um zu bestätigen, dass alle Angaben, speziell der Ledig-Status so korrekt sind. Spannend wurde es erst, als ich aufstehen und geloben musste, dass ich alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht hatte. Da kam auch extra ein spezieller Mitarbeiter; das hat der Sache dann doch etwas mehr Gewicht gegeben.

Auf dem MR21B wurde nach Kontaktinformationen in Hongkong gefragt, speziell Telefonnummer und / oder Ansprechperson. Hatten wir beide nicht, und bei der Eingabe der Daten hat der Mitarbeiter diese Felder wohl einfach leer gelassen (in Online-Formular geht das nicht).

Bei diesem Termin wurde auch geklärt, wo und wann die Eheschließung durchgeführt werden soll. Da das für uns hauptsächlich ein Verwaltungsakt dargestellt hat, wollten wir direkt in der Marriage Registry heiraten und nicht mit einen Civil Celebrant. Wir hatten den 10. Januar im Sinn, und da gab es glücklicherweise noch zwei freie Termine in City Hall. Ein Termin früher als 1 Monat im Voraus schien nach einem kurzen Blick auf das Buch eher schwierig zu sein, also sollte man da schon mehr als die mindestens nötigen 14 Tage einkalkulieren. Der Termin lässt sich aber auch nach Anmeldung noch problemlos ändern, wurde mir auf Nachfrage zugesichert. Man muss nur in dem Dreimonatsfenster bleiben.

10. Dezember: Rückflug nach DE (allein :( ). Meine Verlobte hat sich in der Zwischenzeit um ihr Hongkong-Visum gekümmert und zwei Trauzeugen (beides Festlandchinesen) organisiert. Außerdem erste DE-Visums-Vorbereitungen, aber zum Visum später mehr.

7. Januar: Hinflug nach Hong Kong, und erstmal ein paar Tage Urlaub mit meiner Verlobten und Vorbereitung inklusive kleiner Shopping-Tour. Wir haben ein Zweibettzimmer in Y-Loft gebucht, eigentlich ein Hostel, aber auf Hotel-Niveau und eine Unterkunft mit wirklich hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis, speziell für Hongkong. Nicht direkt im Zentrum, aber dafür ruhig.

9. Januar: Ankunft der beiden Trauzeugen. Leider hatten wir für die beiden ein mieses Hotel erwischt (unser Hostel war schon ausgebucht). Notiz an mich: nächstes Mal schlechte Kritiken im Internet ernst nehmen.

10. Dezember: Eheschließung in City Hall. Wir waren eine Stunde vorher da, um wirklich sicher zu sein, dass alles glatt geht. Aber eine Viertelstunde früher reicht scheinbar wirklich. Andere kamen wesentlich knapper. Dresscode: ziemlich egal, sowohl Jeans und Pulli als auch das klassische Brautkleid haben wir gesehen. Bei mir war es ein normaler schwarzer Anzug, weißes Hemd, Krawatte; meine Verlobte trug ein elegantes langes rotes Kleid. Wir gehörten damit eher zu den besser gekleideten Personen.

Zunächst Prüfung der Dokumente. Reisepässe im Original, auch für die Trauzeugen. Prüfung der Aufenthaltsberechtigung aller Beteiligter (Visa bzw. Visa Waiver). Ganz wichtig: Braut und Bräutigam müssen dasselbe Dokument vorlegen, unter dem die Eheschließung angemeldet wurde. Meine Verlobte hatte zunächst lediglich das Hongkong/Macau-Visumsbüchlein vorgelegt und damit für Irritation gesorgt. Bei Ihr wurden beide benötigt; Reisepass wegen Identität, Visumsbüchlein wegen Visum. Die Trauzeugen kamen mit den Visumsbüchlein gut zurecht. Die Pässe werden bis zum Ende der Trauung einbehalten. Im Anschluss direkt Bezahlen der Gebühr (HKD 715), auch hier freut man sich über "passend".

Kurzes Warten, dann kam unser Aufruf und wir gingen zu unserem Marriage Room. Eine Angestellte erklärte uns kurz die Prozedur, wer wann aufzustehen hat, was gesagt werden muss, was unterschrieben werden muss, etc. Auch die Frage, ob man Ringe tauschen möchte oder nicht, kommt hier. Man muss das nicht; wir machen das erst sehr viel später, bei unserer Feier in DE. Tipp: den Text des "Marriage Vow" zu Hause mal üben. Ich bin tatsächlich über den Namen meiner Verlobten gestolpert, als ich ihn beim Sprechen in den Text einfügen wollte :? .

Hier der Marriage Vow schon mal zum Üben :D :

Bräutigam: "I call upon all persons here present to witness that I, (name of the male party), do take thee, (name of the female party), to be my lawful wedded wife."

Braut: "I call upon all persons here present to witness that I, (name of the female party), do take thee, (name of the male party), to be my lawful wedded husband."

Dann noch Dokumente unterschreiben, und das war‘s. Die Urkunde wird unmittelbar nach Unterschrift ausgehändigt, Ausweise gibt’s dann auch zurück. Dauer der eigentlichen Prozedur: 3 Minuten. Nach 10 Minuten im Hochzeitszimmer waren wir wieder draußen und sehr glücklich.

Im Anschluss ging es direkt zum High Court, um die Urkunde mit einer Apostille zu versehen. Und da lag ein Fehler. Wir hätten erstmal zwei oder drei Duplikate anfertigen lassen sollen (haben wir nicht bedacht); so haben wir jetzt nur das apostillierte Original der Urkunde. Bis jetzt war das kein Problem, aber das könnte später mal nervig werden. Egal. Jedenfalls bin ich zum High Court und habe die Urkunde beim Apostille Office vorbeigebracht, habe einen Zettel mit Zahlungsanweisung bekommen, bin damit zur Zahlstelle (gleiches Gebäude, anderes Stockwerk), habe bezahlt (HKD 125), mit der Quittung wieder zum Apostille Office, noch einen Zettel mit Kontaktinformationen ausgefüllt, alles abgegeben. Bearbeitungsdauer: 2 Tage.

Dann erstmal mit den Trauzeugen lecker essen gegangen. Als Entschädigung für das miese Hotel ein wenig teurer als ich eigentlich geplant hatte ;-). Anschließend kleine Fotosession in Hong Kong Park, das ist direkt auf dem Berg "hinter" dem High Court und ein wunderschönes Szenario für Hochzeitsbilder, inklusive künstlichem Wasserfall. Wenn man sowieso zum High Court muss, kann man da ruhig vorbeischauen für ein paar Schnappschüsse.

13. Januar: Abholung der apostillierten Eheschließungs-Urkunde. Eigentlich hätten wir das aber auch schon am 12. Januar machen können. Anschließend Weiterreise nach Festland-China und weitere Vorbereitung der Visums-Beantragung.

Ehegatten-Nachzugsvisum

Nachdem die Hochzeit für den 10. Januar angemeldet war, haben wir beide angefangen, die Visums-Formalitäten zu regeln. Ach was haben wir uns Stress und Sorgen gemacht!

Der leidige A1-Sprachnachweis stand im Raum. Den Test wie vom Konsulat vorgeschlagen an einem Goethe-Institut zu machen ist enorm aufwändig und auch finanziell belastend (Reise, Unterbringung, Prüfungsgebühr, Prüfungstermine zu schlechten Zeitpunkten, etc). Glücklicherweise war meine Frau insgesamt bereits dreimal in Deutschland, um an einer deutschen Universität an einem Feriensprachkurs teilzunehmen. Sie hat darüber auch entsprechende Zertifikate, die sich als extrem hilfreich erwiesen haben (insgesamt 240 Stunden, bis hin zu Mittelstufe-Niveau).

Meine Verlobte hat um den 15. Dezember herum telefonisch über das German Visa Application Center in Guangzhou (Kanton) einen Termin beim für sie zuständigen deutschen Konsulat für ein Interview wegen des Ehegattennachzugs-Visums ausgemacht (19. Januar, früher wäre es beim Konsulat auch nicht gegangen).

Ich habe mir von meiner gesetzlichen Krankenkasse ein Dokument ausstellen lassen, dass meine damals noch zukünftige Frau nach Eheschließung und Einreise familienversichert ist. Das Dokument war unnötig, wie sich später herausstellte. Als deutscher Staatsbürger muss ich das gar nicht nachweisen.

Außerdem bin ich zu meiner örtlichen Ausländerbehörde gegangen und habe die Situation mit dem zuständigen Sachbearbeiter durchgesprochen. Mein Ziel war eigentlich, eine Vorabzustimmung zu erreichen, um uns mehr Planungssicherheit zu geben. Das hat man dort abgelehnt. Ich kann das verstehen, wenn das jeder wollen würde, käme man dort auch nicht mehr zum normalen Arbeiten. Nach grober Durchsicht der Unterlagen (ich hatte wirklich alles in Kopie dabei, Hukou, Master-Uni-Zeugnis von ihr, Gehaltsabrechnungen von mir, Sprachzertifikate) hat man mir aber zu verstehen gegeben, dass von deren Seite überhaupt nicht mit Problemen zu rechnen sei. Überhaupt war man sehr freundlich und hilfsbereit.

Nach Eheschließung haben meine Frau und ich noch ein paar Tage Deutsch zusammen gelernt, damit sie das Interview auch problemlos schafft.

19: Januar: Visumsbeantragung in Kanton: Zunächst sind wir zum German Visa Application Center gegangen, wo man die Unterlagen formal geprüft hat. Es war überraschend leer, Wartezeit ca. 5 Minuten. Normalerweise ist da wohl mehr los. Die Dokumente waren sämtlich ohne Beanstandung und im Grunde war die Prüfung ein wenig überflüssig, aber man will ja auf Nummer Sicher gehen. Kosten: RMB 220 für die formale Prüfung + RMB 50 für die spätere postalische Zustellung des Reisepasses.

Dann sind wir gemeinsam weiter zum deutschen Konsulat, eine Stunde vor dem Interview-Termin. Nummer ziehen, ein wenig warten. Die Abgabe der Unterlagen erfolgte bei einer chinesischen Sachbearbeiterin und lief unproblematisch. Dann nochmals ein wenig warten bis zum Interview-Termin.

Der Interviewpartner war ein sehr freundlicher deutscher Konsulatsmitarbeiter, der direkt anmerkte, dass die drei Sprachkursnachweise ja schon hervorragend wären. Das folgende Interview zu den Deutschkenntnissen bestand im Grunde lediglich aus drei Fragen an meine Frau: Sie können schon etwas Deutsch? Was möchten Sie in Deutschland tun? Welche Hobbies haben Sie? Es ging wirklich nur um den Nachweis von Grundkenntnissen, alle Sorgen waren unnötig. Zu beachten ist, dass er an einem Schalter hinter einer Glasscheibe sitzt und mit Mikrofon / Lautsprecher mit der Antragstellerin spricht. Er ist gut verständlich, aber meine Frau war nicht darauf eingestellt, dass die Stimme etwas verzerrt klingt und leise ist, und das hat sie leicht verunsichert.

Dann kam ein Teil, mit dem wohl Scheinehen ausgeschlossen werden sollen. Das war auf Chinesisch für sie und auf Deutsch für mich. Im Grunde prüfte man da die Übereinstimmung von Antworten auf einfache Fragen zur Beziehung. Im Anschluss gab es direkt die unverbindliche mündliche Aussage, dass für unseren Visumsantrag nicht mit Problemen zu rechnen sei, und dass es 4 bis 6 Wochen dauern würde, bis das Visum genehmigt ist. Kosten für die Beantragung: EUR 0 :D (Wohl weil ich deutscher Staatsbürger bin).

Nach diesem sehr positiven Erlebnis sind wir erstmal freudig einen Kaffee trinken gegangen. Das chinesische Neujahrsfest haben wir bei Ihrer Familie verbracht, und da gab es auch eine richtige Feier anlässlich der Hochzeit mit jeder Menge Verwandtschaft, leckerem (sehr scharfem) Essen und vielen roten Umschlägen. Aktuell warten wir auf das Visum. In ein paar Tagen fliege ich zurück nach Deutschland, und wir hoffen, dass meine Frau schon im März folgen kann. In DE gibt es dann voraussichtlich im Spätsommer noch eine Feier mit kirchlicher Trauung und Ringtausch.

Ein paar grundsätzliche Erkenntnisse:

Heiraten in Hongkong ist wirklich unproblematisch! Urkunde auf Chinesisch und Englisch, mit Apostille quasi überall anerkannt. Feiern kann man nach den Formalitäten sowieso irgendwo anders.

Der A1-Sprachnachweis, über den wir so viel Schlechtes gehört hatten, war in unserem Fall Gottseitdank nicht schlimm. Grundsätzlich gilt wohl, dass jede Art von Zertifikat über Deutschkenntnisse für den Nachweis hilfreich ist. Es muss nicht Goethe-Institut draufstehen. Ein klein wenig aktives Sprachverstehen und Sprechvermögen sollte man natürlich mitbringen.

Hätte es trotzdem Probleme mit dem Nachweis der deutschen Sprachkenntnisse gegeben, hätte bei meiner Frau möglicherweise ein Ausnahmetatbestand gegriffen ("erkennbar geringer Integrationsbedarf": Universitätsabsolventin, die aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation (zertifizierte Lehrerin für Englisch / Chinesisch) in Deutschland voraussichtlich in ihrem Beruf arbeiten kann). Aber das ist immer so eine Sache, keine Ahnung ob man mit dieser Argumentation in der Praxis durchkommt. Jedenfalls war das unsere Notfallargumentation.

Wenn es geht, sollte man gemeinsam mit seiner Frau zur Visums-Beantragung gehen. Ich finde, dass sich das sowieso gehört, aber das macht wohl auch einen guten Eindruck. Der deutsche Konsulatsmitarbeiter hat sich jedenfalls notiert, dass die Antragstellerin mit ihrem Ehemann erschien.

Ich hoffe, dass dieser (laaaange) Bericht für den einen oder anderen Leser hilfreich ist. Die Vorgehensweisen sind natürlich rein auf unsere Situation zugeschnitten. Ich hoffe jedenfalls, dass ich ein paar Hilfestellungen geben konnte, wie man im "Hauruckverfahren" heiratet und das Visum beantragt. Jetzt muss nur noch formal alles genehmigt werden, und dann ist gut :)

Viele Grüße
der Blubb
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Re: Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

Beitrag von ingo_001 »

Erstmal: Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Hochzeit :)

Dein Bericht ist informativ und auch unterhaltsam geschrieben, was das Lesen recht kurzweilig gemacht hat :)

Meine Frau und ich hatten damals (2006) den "steinigeren" Weg gewählt und in Mainland-China geheiratet - insofern ist der Keks für uns schon lange gegessen :)

Aber mit Sicherheit wird die Hongkong-Variante nach Deinem Bericht noch mehr Anhänger bekommen :wink:
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.
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Re: Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

Beitrag von VielUnterwegs »

Glückwunsch und vielen Dank für deinen Beitrag zur Community!

Ich habe auch den "steinigen" Weg im Mainland hinter mir, wohl auch deshalb weil HK weit von Peking weg ist und meine Frau für ihr HK Permit erstmal ins Hometown gemusst hätte. Für Guangzhouer aber sicher eine tolle Variante. Als ich das mit dem Schwur las, wurde ich echt neidisch. Das war im Mainland leider sehr formlos.
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Re: Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

Beitrag von cookie2008 »

Herzlichen GLueckwunsch und alles Gute!

Noch eine Anmerkung zu den beglaubigten Kopien der Heiratsurkunde:
Die beglaubigten Kopien kann man auch im Nachhinein noch beantragen. Wenn man es am Tag der Eheschliessung macht, spart man allerdings die Gebuehr fuer das Heraussuchen. Man kann mit den Beamten gut reden. Sie versuchen dann ggf auch (versprechen aber nicht), die Kopien schneller anzufertigen. Die beglaubigten Kopien muessen danach dann auch zur Ueberbeglaubigung (Appostille) zum High Court, damit sie ganz sicher anerkannt werden.

Und nun noch was: Eine Heiratsurkunde aus HK wird nicht ohne Weiteres in Mainland China anerkannt. China ist nicht Teil der Staaten, die das Apostille-Abkommen anerkennen. Die Urkunde muss bei Bedarf noch notariell beglaubigt werden, von einem Notar in HK, der wiederum befugt sein muss, die Anerkennung (Stemple) der chinesischen Vertretung einzuholen.
Das mag in verschiedenen Teilen Chinas aber unterschiedlich gehandhabt werden....
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Re: Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

Beitrag von blubb12 »

Vielen Dank für die Glückwünsche, auch im Namen meiner Frau! :)

Der Hinweis mit den beglaubigten Kopien ist sehr hilfreich. Sollte ich nochmal für ein paar Tage in Hongkong sein, werde ich das in Angriff nehmen, rein sicherheitshalber.

Die notarielle Beglaubigung der Urkunde für Mainland China haben wir erstmal ausgelassen. Ich habe das meiner Frau zwar vorgeschlagen, auch wegen einer Änderung ihres Hukou. Sie meinte, es würde für sie kein Bedarf bestehen, da sie sowieso mit mir in DE leben wird. Und sollten wir uns mal scheiden lassen, kann man dann immer noch schauen :lol: Sie ist da wesentlich pragmatischer als ich; ich hätte es machen lassen, einfach um es gemacht zu haben. Vielleicht typisch Deutsch von mir :wink:

Das mit dem Schwur war tatsächlich recht feierlich, sofern während einer Drei-Minuten-Prozedur Feierlichkeit entstehen kann. Ich war ein wenig nervös in dem Moment, und ich denke, dass das den meisten so geht. Insofern ist meine Empfehlung ernst gemeint, den Schwur mal zu üben. Einer der Trauzeugen hat ein Video von der ganzen Prozedur gemacht, und der peinliche Patzer wird mich jetzt mein Leben lang begleiten :roll:

Übrigens scheint es der Atmosphäre der Eheschließung nicht abträglich zu sein, wenn man währenddessen Fotos macht. Unsere Trauzeugen haben geknipst wie die Weltmeister. Mir war das schon fast etwas unangenehm, aber die Standesbeamten hats kalt gelassen ...
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Re: Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

Beitrag von VielUnterwegs »

blubb12 hat geschrieben: Die notarielle Beglaubigung der Urkunde für Mainland China haben wir erstmal ausgelassen. Ich habe das meiner Frau zwar vorgeschlagen, auch wegen einer Änderung ihres Hukou. Sie meinte, es würde für sie kein Bedarf bestehen, da sie sowieso mit mir in DE leben wird. Und sollten wir uns mal scheiden lassen, kann man dann immer noch schauen :lol: Sie ist da wesentlich pragmatischer als ich; ich hätte es machen lassen, einfach um es gemacht zu haben. Vielleicht typisch Deutsch von mir :wink:
Es gibt fuer sie vermutlich wirklich keinen Grund die Ehe in China zu beurkunden lassen. Meine Freundin (jetzt Frau) hat auch nichtmal ihr Hukou geaendert, da das selbst bei einer Heirat in CN nicht automatisch geschieht. Der Vorteil ist, dass die Familienplaner dann nicht geweckt werden.

Siehe:
http://forum.chinaseite.de/ftopic8850.html
http://forum.chinaseite.de/ftopic14869.html
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Re: Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

Beitrag von blubb12 »

VielUnterwegs hat geschrieben: Der Vorteil ist, dass die Familienplaner dann nicht geweckt werden.

Siehe:
http://forum.chinaseite.de/ftopic8850.html
http://forum.chinaseite.de/ftopic14869.html
Diese Beiträge hatte ich nach meinem letzten Beirag noch gelesen, und es hat mich gelinde gesagt doch stark irritiert, wie da vorgegangen wird. Naja, andere Länder, andere Sitten. Gut, dass wir da keine "überstürzten" Aktionen gemacht haben. Wir halten also weiterhin die Füße still und wecken keine schlafenden Hunde ... In ein paar Wochen ist die Sache mit dem Visum hoffentlich eingetütet, und dann wird sowieso alles gut :-)
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VielUnterwegs
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Re: Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

Beitrag von VielUnterwegs »

Bei mir sind die Erfahrungen aus Shandong, bei Attilla aus Guangdong. Aber das ändert sich von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf und hängt von so vielen Faktoren ab...
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misterbigs
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Re: Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

Beitrag von misterbigs »

Auch von mir herzlichen Glückwunsch zur Eheschließung. Deine Schilderungen entsprechen in etwa den von mir gemachten Erfahrungen (siehe http://forum.chinaseite.de/ftopic14298.html).

Allerdings sind unsere Erfahrungen mit dem Konsulat in Kanton weniger gut. Da meine Frau aus der Provinz Guangxi stammt, war dort auch unser Anlaufpunkt. Als sie den Visumsantrag dort stellte wurde sie jedoch sofort zurückgewiesen, da ihr A1 Zertifikat in Peking ausgestellt wurde. In Peking lief dann alles sehr entspannt. Das Personal war sehr hilfsbereit und man mußte auch nicht durch eine Gasscheibe reden.

Bezüglich der beizubringenden Dokumente für das Visum gibt es auf den Webseiten (Botschaft Peking bzw. Konsulat Kanton) Merkblätter. Diese sind jedoch nicht gleich. In Peking fordert man zusätzlich einen Krankenversicherungsnachweis für die zuziehende Person und eine Meldebescheinigung des deutschen Ehepartners. Ein Mitarbeiter der Botschaft erklärte mir das folgendermaßen: Die Botschaft und die Konsulate sind rechtlich gesehen unabhängig voneinander. Obwohl es natürlich nur eine Rechtslage gibt, werden in den Merkblättern die nach Ansicht der Ersteller benötigten Dokumente gefordert. So zeigt beispielsweise die Praxis im Visavergabeverfahren in Peking, dass die Ausländerbehörden in Deutschland manchmal diese zusätzlichen Dokumente nachfordern. Man will derartige Nachforderungen, die das Visaverfahren verzögern können, somit von vornherein vermeiden. Daher mein Tipp: Immer das aktuelle Merkblatt der zuständigen Behörde herunterladen!

Meine Frau hat ihren Visa-Antrag am 14. Januar gestellt. Laut Webseite dauert die Bearbeitung zwischen 6 und 12 Wochen. Ich hoffe natürlich, dass es schneller geht. :)
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AngelofMoon
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Re: Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

Beitrag von AngelofMoon »

misterbigs hat geschrieben:Allerdings sind unsere Erfahrungen mit dem Konsulat in Kanton weniger gut. Da meine Frau aus der Provinz Guangxi stammt, war dort auch unser Anlaufpunkt. Als sie den Visumsantrag dort stellte wurde sie jedoch sofort zurückgewiesen, da ihr A1 Zertifikat in Peking ausgestellt wurde.
Da hat das Konsulat in Kanton aber einen Bockmist verzapft.
Da es unerheblich ist wo man seinen Sprachnachweis A1 gemacht hat, das Konsulat in Kanton hätte den Visums-Antrag zur FZF annehmen und bearbeiten müssen, da Deine Frau im Zuständigkeitsbereich des Konsulats in Kanton fällt.
Um es mal so zu sagen: Wo sollte den meine Frau dann dass FZF beantragen wenn der Sprachnachweis A1 in Deutschland gemacht wurde, beim Auswärtigen Amt?
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Re: Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

Beitrag von blubb12 »

Jippiejippie! Am letzten Donnerstag ist das Visum für meine Frau eingetroffen! Dauer seit Beantragung gerade mal 28 Tage, und das obwohl das chinesische Neujahrsfest auch noch in der Zeit lag. Jetzt haben wir noch knappe 3 Monate Gültigkeit des Visums, um alles zu regeln und sie in einen Flieger nach DE zu setzen. Sollte gut machbar sein :-)

@misterbigs: Deine Frau hat ja nur ein paar Tage vor meiner beantragt, aber im Peking. Seid Ihr auch schon durch? Im Übrigen schließe ich mich AngelOfMoon an; ich finde das auch seltsam, dass man Deine Frau in Kanton wegen des Ausstellungsortes des A1-Zertifikats weggeschickt hat. Für die Provinz Guangxi ist nun mal eigentlich das Konsulat in Kanton zuständig.
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Re: Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

Beitrag von tigerprawn »

Auch noch die Zeit in Deutschland für die Visumsgültigkeit berücksichtigen (Anmeldung und zur ABH). Am besten frühzeitig Termin mit der ABH ausmachen
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Re: Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

Beitrag von blubb12 »

Danke für den Tipp. Ich hatte schon mit der Sachbearbeiterin der zuständigen ABH gesprochen. War sehr stressfrei. "Kommense einfach während der Öffnungszeiten rein, dann machen wir das gerade." :) Ist aber auch eine Kleinstadt.
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misterbigs
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Re: Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

Beitrag von misterbigs »

So, hier mein Update:

Meine Frau hat ihr Visum am 16. Februar bekommen. Es ist vom 1. März an für 3 Monate gültig. Morgen wird sie von mir am Flughafen erwartet. :D Was ich nicht verstehe, ist der letzte Satz auf dem Visum: "ABH. FRANKFURT AM MAIN STV". Kann mir das jemand erklären?

@blubb12
Ich denke, es hat damit zu tun, dass die Nachfrage kam, wo sie den Kurs besucht hat. Sie sagte "in Peking".
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Re: Erfahrungsbericht: Heirat in Hongkong und FZF-Visum

Beitrag von Sachse28 »

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