Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

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VielUnterwegs
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Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

Beitrag von VielUnterwegs » 27.12.2011, 17:36

Da ich und meine Freundin momentan heiraten und alle Anleitungen fuer mich nicht leicht verstaendlich, laenglich, usw. waren versuche ich hier eine kurze Anleitung zu schreiben, wie man das ganze zuegig durchzieht. Ich beschraenke mich auf den "Standardfall", sprich mit Ehefaehigkeitszeugnis und Ledigkeitsnachweis der Botschaft. Es ist alles halb so schlimm. Und man kann auch mit EFZ zuegig heiraten. Oft stellt sich die Frage Zeit gegen Geld, beim Versand und bei Expressgebuehren. Wir haben im Zweifelsfall immer die schnellere (teurere) Variante gewaehlt. Lest euch auf jeden Fall die Merkblaetter der Deutschen Botschaft auf http://www.peking.diplo.de/ genau durch, diese enthalten nuetzliche Infos.


Situation:
- Ehemann aus Deutschland, wohnhaft in China, abgemeldet in Deutschland
- Ehefrau aus China, wohnhaft in China
- wollen in China heiraten

Kosten:
Gebuehren fuer Notar, Standesamt, Botschaft usw. rund 350€
Reisekosten: 1 Flugticket nach Deutschland und falls eure Freundin nicht am Hukou Ort wohnt dann 3 Tickets zu diesem. Evtl. auch noch 1 Ticket nach Peking um Dokumente ueber eine Agentur beim Foreign Affair Office einzureichen.
DHL Express 3 Werktage fuer Dokumente: China->Deutschland: 35€, Deutschland->China 55€. Wir brauchten einmal China->Deutschland.


Nun zur Vorgehensweise.

Vorarbeit in China 1: Standesamt (2 Tage)
Es ist wichtig im Vorraus zu klaeren, welche Behoerde was benoetigt um welches Dokument auszustellen. Sonst verliert ihr unter Umstaenden Zeit (und Geld), durch Behoerdenbesuche bei denen sich nur rausstellt, dass ein Dokument fehlt. Der erste Schritt ist ein Anruf oder Besuch beim "Standesamt" in China. Zustaendig ist das Standesamt, an welchem das Hukou eurer Freundin ist. Hier fragt ihr nach, welche Dokumente zur Heirat mit einem Auslaender vorgelegt werden muessen. Die Standardantwort lautet:
- Reisepass mit Visum oder Residence Permit
- Ledigkeitsnachweis (Konsularbescheinigung, ausgestellt von der Deutschen Botschaft), uebersetzt ins Chinesische. Oder auch ohne Uebersetzung, nachfragen!

Erfragt beim Standesamt von wem die Uebersetzung durchgefuehrt werden soll. Unser Standesamt besteht z.B. darauf, dass die Uebersetzung von einem Uebersetzer aus ihrer Heimatstadt durchgefuehrt wird. Manche werden vermutlich das Notariat der Heimatstadt oder der naechstgroesseren Stadt bennen, oder keine Praeferenz haben. Erspart euch das Teil in Peking zu uebersetzen und nachher wird die Uebersetzung nicht akzeptiert, da am falschen Ort durchgefuehrt.


Vorarbeit in Deutschland: Standesamt (3 Tage)
Nun da ihr wisst, dass ihr eine Konsularbescheinigung der deutschen Botschaft braucht, macht euch klar wie ihr an diese kommt. Die Botschaft stellt diese nach Vorlage eines Ehefaehigkeitszeugnisses aus. Das Ehefaehigkeitszeugnis stellt das Standesamt an dem ihr zuletzt in Deutschland gemeldet wart aus. Solltet ihr vom Dorf kommen, aber vielleicht wegen eurem Studium in einer groesseren Stadt gemeldet gewesen sein, lohnt sich eine An- und Abmeldung um das zustaendige Standesamt zu aendern. Es ist viel einfacher das ganze in einem Standesamt auf dem Dorf zu machen, wo ihr immer den gleichen Sachbearbeiter erreicht oder trefft und ihr kurze Anfahrtswege habt und/oder Freunde/Famillie die mal schnell was hinbringen koennen. Schaut auf jedenfall, dass das Standesamt zustaendig ist wo ihr aufgewachsen seit und Freunde habt. Nun klaert ihr beim Standesamt, was sie fuer ein Ehefaehigkeitszeugnis benoetigen. Die Standardantwort (steht so in der Dienstvorschrift fuer Standesaemter in Baden-Wuerttemberg):
- einfache Kopie Reisepass oder Personalausweis eurer Verlobten
- euer Reisepass
- Gebuehr in €
- Geburtsurkunde des deutschen Ehemanns (beglaubigter Auszug aus dem Geburtenregister)
- Ledigkeitsnachweis eurer Verlobten
- Geburtsurkunde eurer Verlobten
- Vollstaendige Uebersetzung des Hukou Buchs der Familie eurer Verlobten

Am besten lasst ihr nun sofort euren Vater oder Mutter die beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister besorgen. So kostet es euch keine Zeit und ihr habt das Dokument spaeter.


Vorarbeit in China 2: Notar (1 Tag)
Klaert beim Notar im Heimatort (Hukou Ort) eurer Freundin, was fuer Geburtsurkunde und Ledigkeitsnachweis eurer Verlobten beizubringen ist. Standardmaessig ist das:
- Geburtsurkunde: Beide Eltern und eure Freundin gehen zum Notar mit ihren Ausweisen und bezeugen wo eure Freundin wann geboren wurde (Die Geburtsurkunde muss die Personalausweisnummern des Kindes und der Eltern enthalten, sonst verweigert spaeter das Foreign Affairs Office in Peking die Ueberbeglaubigung)
- Ledigkeitsnachweis 1: Eure Freundin bezeugt, dass sie keine Ehe in China registriert hat
- Ledigkeitsnachweis 2: Aufgrund des Status "ledig" im Hukou bescheinigt der Notar, dass eure Freundin in ihrer Heimatstadt keine Ehe registriert hat
- Vollstaendige Kopie und Uebersetzung des Hukou Buchs: Muss vom Hukou "Hausherr" beim Notar beantragt werden. Dies ist derjenige mit dem Status "Hausherr" (ihr Vater oder Mutter), der andere Elternteil hat als Status "wohnt beim ...".

Klaert mit dem Notar ob er die notariell bestaetigten Uebersetzungen ins Deutsche anfertigen kann. Kann er dies, so muss die Uebersetzung von ihm durchgefuehrt werden. In diesem Fall wird auch das Notariat in Peking sich weigern die Uebersetzungen durchzufuehren. Kann der Notar die Uebersetzungen nicht durchfuehren, ist das Notariat in Peking zustaendig.


Dokumente in China 1: Gang zum Notar (2-14 Tage)
Nun ist es an der Zeit fuer eure Freundin mit ihrem Personalausweis dorthin zu gehen, wo ihr Hukou ist. Dort geht sie dann mit ihren Eltern und deren Ausweisen und dem Hukou Buch zum Notar, wo die 3 dann die Hukou Kopie, Ledigkeitsnachweis und Geburtsurkunde beantragen. In unserem Fall kann der Notar in ihrem Heimatort die deutschen Uebersetzungen ausstellen. Also gleich mit Uebersetzung beantragt. Meine Freundin hat dem Notar gut zugeredet und Beziehungen aktiviert, sie koennte die Dokumente mit notarieller Uebersetzung am naechsten Tag abholen. Ansonsten koennen wohl spaeter die Eltern die Dokumente nach der Bearbeitungszeit abholen oder der Notar schickt sie euch selbst. Teilt dem Notar unbedingt mit, dass ihr die Dokumente nachher ueberbeglaubigen und legalisieren lassen wollt. Wurde ein Dokument nicht den Anforderungen entsprechend ausgestellt (z.B. Geburtsurkunde ohne Personalausweisnummern der Eltern) lehnt das Foreign Affairs Office diese spaeter ab und verweigert die Ueberbeglaubigung. Der Notar sollte also einigermassen die aktuell gueltigen Regulierungen befolgen.


Dokumente in China 2: Ueberbeglaubigung und Legalisation (14-21 Tage)
Habt ihr nun die vom Notar ausgestellten Dokumente mit Uebersetzung muesst ihr diese dem Foreign Affairs Office in Peking zur Ueberbeglaubigung und Legalisation geben. Das Foreign Affair Office bringt (gegen Gebuehr) die Dokumente selber zur Deutschen Botschaft zur Legalisation, das ist der unkompliziertere Weg. Die Dokumente koennen entweder durch eine Agentur, z.B. China Travel Service (CTS), oder ueber das Foreign Affairs Office in der Provinzhauptstadt des Hukou Wohnortes in Peking eingereicht werden. Letzteres kostet euch Wochen, also besser ab zu CTS. Bezahlt ein paar € mehr fuer die Expressbearbeitung, dauert dann nur 2 statt 3 Wochen.


Dokumente in Deutschland 1: Das EFZ beim Standesamt (3-21 Tage)
Nun nehmt ihr die legalisierten Dokumente eurer Freundin, die selbst angefertigte Passkopie und euren Reisepass sowie die Gebuehr (in meiner Gemeinde 40€) und geht zum Standesamt. Dort beantragt ihr das Ehefaehigkeitszeugnis und koennt es auch gleich mitnehmen. Das Ehefaehigkeitszeugnis muss persoehnlich beantragt werden.
Tipp: Schickt alle Dokumente per DHL Express zu einem Freund oder Verwandten. Dieser geht aufs Standesamt und laesst sie kontrollieren. Erst wenn ihr das Ok der Standesbeamten habt, dass sie das EFZ basierend auf diesen Dokumenten ausstellen macht ihr euch auf den Weg nach Deutschland und vermeidet so einen unnoetigen, aber teuren, Heimflug. Kostet euch aber 1-2 Wochen Zeit.
Achtung: Das Ehefaehigkeitszeugnis ist nur fuer 6 Monate gueltig, ab Ausstellungsdatum.


Dokumente in China 3: bei der Botschaft (oder dem Konsulat) (1 Tag)
Da ihr nun das beruehmt-beruechtigte EFZ in den Haenden haltet geht es ab zur Botschaft (oder Konsulat), welche euch die ersehnte Konsularbescheinigung (Ledigkeitsnachweis) ausstellt. Ihr koennt sie noch am gleichen Tag mitnehmen. Mitzubringen ist:
- EFZ
- Euer Reisepass
- Passkopie der/des Verlobten


Dokumente in China 4: ein letzter Gang zum Notar (2-14 Tage)
Nun steht der allerletzte Verwaltungsakt vor der eigentlichen Hochzeit an. Ihr geht zu dem Notar den das Standesamt will, dass ihr benutzt und lasst eure Leidgkeitsbescheinigung ins chinesische Uebersetzen. Sobald ihr diese bekommt, koennt ihr mit eurem Reisepass bewaffnet heiraten.


Dokumente in China 5: Eine Bonusrunde zum Anerkennen der Ehe in DE (14-30 Tage)
Habt ihr das lang ersehnte rote Buechlein, dann muesst ihr nochmals zum Notar um dieses in's Deutsche uebersetzen zu lassen. Da ihr nun schon reichlich Uebung habt, sollte das schnell gehen. Die Uebersetzung muss dann wieder ueberbeglaubigt und legalisiert werden. Stand 06.01.2012 ist laut der deutschen Botschaft in Peking das rote Hochzeitsbuechlein die Heiratsurkunde und die notarielle (Gong Zheng Shu) Kopie des Originals mit Uebersetzung kann legalisiert werden. Ihr braucht hier wieder fuer jedes Exemplar das Paar-Passbild mit rotem Hintergrund, welches auch in das rote Buechlein kam. Lasst euch also beim Fotograf mehrere Abzuege geben.





Warum 2 Ledigkeitsnachweise?
Laut Notar im Heimatort meiner Freundin gibt es in China momentan zwei Moeglichkeiten einen Ledigkeitsnachweis auszustellen. Der eine basiert auf dem Eintrag beim Standesamt, dieser bescheinigt aber nur, dass beim Standesamt X keine Ehe registriert ist. Der andere bescheinigt, dass eure Freundin bezeugt, nirgendwo eine Ehe registriert zu haben. Da wir nicht sicher waren welcher benoetigt wird und dann nichts riskieren wollten haben wir einfach beide erstellen lassen, legalisiert und dem deutschen Standesamt gegeben.


Tipps zum Umgang mit der deutschen Botschaft
Seid immer freundlich, auskunftsbereit und bedankt euch artig. So wie ihr das in Deutschland auf dem Standesamt eben auch machen wuerdet. Seid auf keinen Fall uebertrieben freundlich, Formulierungen wie "Hochachtungsvoll" oder "Ersuche Sie hoeflichst" verwendet man erst wenn man die Achtung schon verloren hat bzw. eben nicht mehr hoeflich ersucht. Die MAs der Botschaft haben mit buerorkatischem Schriftverkehr und dessen Nuancen im Ton ihre Erfahrung und so wird das bei denen ankommen. Schreibt also lieber "MfG" und "Koennen sie mir bitte helfen". Ich habe 8 Anfragen an die Botschaft gesendet, wobei ich immer innerhalb eines Werktags eine Antwort hatte. Auch auf Rueckfragen reagierte der entsprechende MA immer sehr schnell, manchmal sogar innerhalb einer Stunde. So wie es in den Wald hineinschreit.

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Re: Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

Beitrag von Ghoule » 27.12.2011, 18:20

Find ich gut die Anleitung. Da wir auch bald vor dieser Prozedur stehen, ist ganz gut wenn man wie hier alles auf einen Blick hat. Zumindest als Richtlinie durchaus zu benutzen :)
Danke dir :)

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Re: Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

Beitrag von VielUnterwegs » 27.12.2011, 18:31

qpr hat geschrieben:Danke für deine Mühe und Arbeit. :wink:

Vielleicht solltest du aber dabei schreiben, an welchem Standesamt ihr heiraten wollt.

Nicht bei jedem Standesamt lautet die Standardantwort

- Ledigkeitsnachweis (Konsularbescheinigung, ausgestellt von der Deutschen Botschaft), uebersetzt ins Chinesische

Dem Standesamt in Changchun z.B. reicht die Konsularbescheinigung ohne chinesische Übersetzung.

Ansonsten wünsche ich euch eine schöne Hochzeit. :mrgreen:
Gern geschehen, und danke fuer die Glueckwuensche! :-) Ich habe das noch angepasst. Wir heiraten in der Provinz Shandong.

Aber klar, so eine Anleitung kann nur ein Leitfaden sein. Ich habe auch einige solcher Erfahrungsberichte gelesen und mir so zusammengereimt wie es geht und Details mit den jeweiligen Behoerden die fuer uns zustaendig sind geklaert.

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Re: Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

Beitrag von AngelofMoon » 27.12.2011, 18:47

Ich ergänze hier zum Standesamt Deutschland etwas:
Das Standesamt in Deutschland kann aber muss nicht, die Papiere zum OLG senden für die Befreiung zur Beibringung des EFZ des Ausländischen Ehepartners.
Das liegt im ermessen des Standesamtes wo das EFZ beantragt wird.

VielUnterwegs ich Wünsche Euch auch eine schöne Hochzeit in China.
Konfuzius sprach: “Mach’ Dir keine Sorgen darüber, dass die Menschen Dich nicht kennen, sondern darüber, dass Du sie nicht kennst.”

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Re: Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

Beitrag von VielUnterwegs » 06.01.2012, 10:20

Habe noch einen Absatz ueber die Anerkennung der Heirat in DE, bzw. wie man von der chinesischen zur in DE gueltigen Heiratsurkunde kommt, ergaenzt.

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Re: Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

Beitrag von VielUnterwegs » 21.01.2012, 10:09

Noch ein Nachtrag zu CTS: Legalisierungen bei der deutschen Botschaft kosten 40€ für sonstige Dokumente und 20€ für Personenstandsurkunden. CTS versucht ganz gerne Personenstandsurkunden, z.B. eine Heiratsurkunde, so abzurechnen als ob es 40€ kostet. Ihr könnt euch selber entscheiden, ob euch die 20€ die 15 Minuten Gezeter und Gemotze wert sind. Die Deutsche Botschaft schreibt den Preis bei der Legalisierung aufs Dokument, Beweise für die echten Kosten habt ihr also.

Da ich hier CTS erwähnte wollte ich deren Abzockversuch nicht unkommentiert lassen. Ansonsten ging da aber alles reibungslos und zügig.

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Re: Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

Beitrag von simonsays111 » 04.03.2012, 07:48

Warum 2 Ledigkeitsnachweise?
Laut Notar im Heimatort meiner Freundin gibt es in China momentan zwei Moeglichkeiten einen Ledigkeitsnachweis auszustellen. Der eine basiert auf dem Eintrag beim Standesamt, dieser bescheinigt aber nur, dass beim Standesamt X keine Ehe registriert ist. Der andere bescheinigt, dass eure Freundin bezeugt, nirgendwo eine Ehe registriert zu haben. Da wir nicht sicher waren welcher benoetigt wird und dann nichts riskieren wollten haben wir einfach beide erstellen lassen, legalisiert und dem deutschen Standesamt gegeben.

___

Vielleicht kannst Du mir dabeinoch einmal helfen. Die Aussage, dass es zwei Ledigkeitsbescheinigungen gibt, habe ich auch von der Botschaft erhalten. Die haben auch gesagt, dass die zweite Variante für das Ehefähigkeitszeugnis benötigt wird.

Meine Freundin hat jedoch die Auskunft vom Notariat erhalten, dass die erste Variante (Urkunde von der Behörde des Hukous: bescheinigung über eine Nichteintragung einer Ehe im lokalen Eheregister) die einzige verfügbare Variante ist...

Gibt es eine besondere chinesische Übersetzung für das zweite Dokument, so dass ich es meiner Freundin vielleicht damit erklären kann bzw. was wie sieht die zweite Variante aus?

Würde mich sehr über hilfreiche Infos freuen...:-)

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Re: Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

Beitrag von VielUnterwegs » 04.03.2012, 10:29

Was die Botschaft zum Thema Ledigkeitsnachweis sagt spielt keine Rolle, legalisieren tut sie beide. Es kommt auf euer Standesamt an. Welche Wortwahl wuenscht man sich da? Das der Notar letzteren Ledigkeitsnachweis als Erklaerung verweigert, ist komisch. Letztlich handelt sich dabei nur um eine vor dem Notar getaetigte Aussage, welche dieser bestaetigt. Auf der anderen Seite wurden uns zwar beide ausgestellt, aber es hiess man sei momentan in der Uebergangsphase...

Die Ueberschrift (wohl der Name, in der abenteuerlichen Uebersetzung: "Erklaerung zu keine Eheregistrierung" genannt) sieht so aus:
Bild

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Re: Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

Beitrag von Richi_Will » 04.03.2012, 10:57

Danke, fuer die ausfuehrlichen Hinweise. Gute Arbeit. Sehr uebersichtlich. Ich hab das Ganze fast schon komplett hinter mir, aber mir scheint vielen weiteren Paaren ist damit sehr geholfen.

Viel Glueck Euch! :)

Ich habe eine vielleichj etwas abwegig klingende Frage: Ich habe noch nicht die Anerkennung in Deutschland beantragt. Meine Hoffnung ist, dass man das in irgend einer Weise beim deutschen Standesamt feierlich begehen kann. Weil ich demnaechst in Deutschland eine Hochzeitsfeier habe und ungern auf jegliche Zeremonie verzichten wuerde, war meine Idee, die Anerkennug beim Standesamt feierlich als Eheschliessung nach deutschem Recht zu "inszenieren". Deutsche Standesaemter sind ja heute offener geworden und trauen auf Wunsch zum Beispiel auch zum zweiten mal (habe ich zumindest mal gehoert).

Ist meine Vorstellung realistisch? Hat vielleicht jemand Erfahrungen in dieser Hinsicht?

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Re: Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

Beitrag von VielUnterwegs » 01.09.2012, 21:09

Richi_Will hat geschrieben: Ich habe eine vielleichj etwas abwegig klingende Frage: Ich habe noch nicht die Anerkennung in Deutschland beantragt. Meine Hoffnung ist, dass man das in irgend einer Weise beim deutschen Standesamt feierlich begehen kann. Weil ich demnaechst in Deutschland eine Hochzeitsfeier habe und ungern auf jegliche Zeremonie verzichten wuerde, war meine Idee, die Anerkennug beim Standesamt feierlich als Eheschliessung nach deutschem Recht zu "inszenieren". Deutsche Standesaemter sind ja heute offener geworden und trauen auf Wunsch zum Beispiel auch zum zweiten mal (habe ich zumindest mal gehoert).

Ist meine Vorstellung realistisch? Hat vielleicht jemand Erfahrungen in dieser Hinsicht?
Ich denke du muesstest mit deinem Standesamt sprechen, bekannt ist mir aber nichts. Hier aber noch ein Nachtrag zum Thema Anerkennung und Erlangen einer deutschen Heiratsurkunde.

Wir sind nach der Heirat nach Kalifornien gezogen, es war aber trotzdem unkompliziert und ich denke der Ablauf der Nachbeurkundung ist gleich wie in Peking. Der Vollstaendigkeit halber, hier der letzte Schritt.

Nachbeurkundung der Ehe (deutsche Heiratsurkunde):
Dauer: ~3 Monate
Kosten: ~110€
Wir haben uns dafuer entschieden die Ehe in Deutschland Nachbeurkunden zu lassen. Vorteil ist, dass man dabei sich eine Urkunde in Deutscher, aber auch eine in Englischer Sprache ausstellen lassen kann. Das wird es uns in Deutschland und den USA leichter machen, insbesondere da ich in Deutschland vom Dorf bin und da noch keiner eine chinesische oder eine legalisierte Uebersetzung einer Heiratsurkunde gesehen hat. Zum Ablauf an sich, wir haben beim Konsulat angerufen und es wurde uns gesagt wir koennen jederzeit vorbeikommen. Mitgebracht haben wir alle Dokumente die sich im Laufe der Heirat so angesammelt haben. Die MA der deutschen Botschaft hat sich von den Geburtsurkunden, Paessen und der Heiratsurkunde Kopien gemacht und wir mussten ~10€ vor Ort zahlen und die Dokumente wurden von der Botschaft ans Standesamt I in Berlin geschickt. Nach rund 3-4 Wochen kam dann eine E-Mail mit einer "Rechnung" vom Standesamt I und es waren nochmal 100€ zu zahlen, als Uberweisung auf ein Konto in Berin und der exakte Betrag muss ankommen. Ich habe also von meinem deutschen Konto aus uberwiessen. Nach weiteren 3 Monaten hatten wir dann unsere Heiratsurkunde auf deutsch sowie den Auszug aus dem Eheregister (englisch/deutsch/franzoesisch) im Briefkasten. Beides sind einfache lose A4 Blaetter, schwarze Schrift auf weissem Grund.

Maus66
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Re: Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

Beitrag von Maus66 » 14.03.2014, 12:34

gute Infos

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ingo_001
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Re: Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

Beitrag von ingo_001 » 14.03.2014, 12:43

Happy:

Ich brauche aus gegebenen Anlass (Postings von "Nicht-die-Katze),
einen Hand-vor-die-Stirn-Schlag Smilie ...
Und einen Gegen-die-Wand-renn-Smilie ...

Beide möglichst groß ... :mrgreen:

Ich sag schon mal danke :lol:
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.

solariz
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Re: Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

Beitrag von solariz » 09.06.2014, 13:18

Ich habe im April erfolgreich in Shanghai geheiratet und mich auf einige Informationen aus dem Forum hier gestüzt, danke im allgemeinen dafür.

Als deutsche Tugend hab ich natürlich lieber zuviel als zu wenig vorbereitet. Aber das EFZ war letztendlich vollkommen überflüssig und wurde nicht einmal gebraucht, weder in DE noch in China. Lediglich eine aktuelle Ledigkeitsbescheinigung (Übersetzt + Beglaubigt + Überbeglaubigt + Endbeglaubigt) wollte der Officer vor Ort sehen. Als ich ihm EFZ reichte winkte er freundlich ab und versucht uns zu erklären das er das nicht mehr brauche.

Nun wie dem auch sei, es scheint von Region zu Region unterschiedlich zu sein. Ist hier auf den Ämtern ja auch nicht anders. Die Ehe ist auch mittlerweile in deutschland registriert und ich habe eine deutsche Heiratsurkunde.


Viel Erfolg allen bei ihrer Hochzeit.


Ach noch ein Nachtrag zur Nachbeurkundung der Ehe in Deutschland. Da ich selbst aktuell wieder in Deutschland bin habe ich das slebst gemacht auf dem lokalem Standesamt. Habe hier immer noch einen Wohnsitz gemeldet und damit ist das kein Problem. Vorteil: a) Es ist billiger, habe "nur" 50 € bezahlt (40€ Eintragung, 10€ Internationale Urkunde) und b) alles sofort mitbekommen, also keine Wartezeit. Wenn ihr also sowieso hin und wieder nach Deutschland kommt, macht es am besten dort. Es reicht auch wenn nur ein Ehepartner anwesend ist (Solange die namen nicht geändert werden).

Gruß

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Re: Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

Beitrag von Rainbiker » 17.06.2014, 18:06

Eine gute Anleitung und viele nützliche Tips!

Für mich gibt es aber noch eine Frage dazu (bitte nicht lachen) :

Muss ich bei einer Heirat in China chinesisch können?
Fotografieren ist wie Bogenschiessen:
richtig zielen, schnell schiessen, abhauen.

Staudi
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Re: Heiraten in China: kurz & knackige Anleitung

Beitrag von Staudi » 17.06.2014, 19:54

Rainbiker hat geschrieben:Muss ich bei einer Heirat in China chinesisch können?
DU ja ,alle anderen nicht :lol: :lol: :lol: :!:

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....nein,natürlich nicht ;-)

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