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HSK - sinnvoll für Entsendung?

Verfasst: 26.08.2011, 15:11
von Andy_yi
Hallo alle zusammen,

werde nächstes Jahr mein Zweitstudium (computer engineering) beginnen und spekuliere im Anschluss auf eine Entsendung nach China (eventuell auch Lokalvertrag, mal sehen). Legen Arbeitgeber Wert auf HSK Level? Ich möchte die nächsten 3 Studienjahre vor allem nutzen um mein Chinesisch auf ein Jobfähiges Niveau zu bringen, reicht es hier wenn ich die Sprachkenntnisse in der Bewerbung angebe oder sollte ich die HSK Prüfungen ablegen? Wahrscheinlich werden manche sagen "schaden kann es nie", ich bin aber ehrlich gesagt ein Prüfungsmuffel. Wenn es keinen wirklichen Vorteil bringt, verzichte ich gerne auf die Prüfungen :mrgreen: ! Falls sinnvoll, welches HSK Level sollte ich mind. haben?

LG

Re: HSK - sinnvoll für Entsendung?

Verfasst: 26.08.2011, 15:37
von Aremonus
Wenn es keinen wirklichen Vorteil bringt, verzichte ich gerne auf die Prüfungen :mrgreen: !
Einen Vorteil bringt es sicher - aber der HSK-Test ist nicht gerade bekannt... den kennen nur Leute, die chinesisch lernen. Nicht einmal die Chinesen selber kennen ihn...
Immerhin gibt es jetzt durch den neuen HSK-Test so etwas wie eine Vergleichbarkeit, da die neue Skala dem europäischen Referenzrahmen für Sprachen angepasst worden ist. Mit ein bisschen Nachforschung findet dies auch ein Personalchef heraus.

Als Mindestniveau würde ich einen HSK 3 machen, was B1 entspricht - alles darunter interessiert sowieso keinen Personalchef. Wenn Du Dein Chinesisch aber wirklich als Karriere-Booster verwenden möchtest, solltest Du HSK 5 erreichen, Niveau C1. Das ist aber sehr Zeitaufwendig und bedingt mehrere Sommeraufenthalte in China!
Wichtiger ist aber, dass Dein Englisch zu erst auf diesem Niveau ist - Englisch ist immer noch Business Sprache Nummer 1. Ein Cambridge Certificate of Proficiency wird Dir also wahrscheinlich mehr bringen als ein HSK 5 (von 6).

Sehe den HSK nicht als Prüfung für den Personalchef - sehe ihn als Prüfung für Dich. Du legst einfach ein Ziel fest, das du erreichen möchtest, und kontrollierst es mit dem HSK. Dann bringt er auch etwas ;)
Wer für eine Prüfung lernt und nicht für den Alltag, ist sowieso nutzlos für ein Unternehmen. Wer aber fliessend chinesisch reden kann, kann gut chinesische Kunden betreuen und Kontrakte prüfen - und versteht die Chinesen auch wirklich. Deswegen ist ein Auslandaufenthalt auch unerlässlich.

Re: HSK - sinnvoll für Entsendung?

Verfasst: 26.08.2011, 16:04
von Linnea
Aremonus hat geschrieben:Als Mindestniveau würde ich einen HSK 3 machen, was B1 entspricht - alles darunter interessiert sowieso keinen Personalchef. Wenn Du Dein Chinesisch aber wirklich als Karriere-Booster verwenden möchtest, solltest Du HSK 5 erreichen, Niveau C1.
Dazu gibt es auch andere Ansichten, zumindest der Fachverband Chinesisch e.V. stuft das Niveau der einzelnen Stufen als niedriger ein. Siehe hier.

Re: HSK - sinnvoll für Entsendung?

Verfasst: 26.08.2011, 18:04
von Hendrik
Die HSK Angaben sind reine Werbung. Wenn Du ein für den Beruf nützliches Niveau erreichen magst, also C1, dann solltest den höchsten HSK 6 locker schaffen, selbst wenn Du nicht speziell dafür lernst. Insofern kannst Du den HSK als Leitlinie nehmen bis HSK 6 und anschließen fachspezifisches Vokabular dazu nehmen.

Eine ganz andere Frage dagegen ist, willst Du eine Stelle bei der Chinesisch Pflicht ist? Es sind immernoch genug Europäer mit gutem Gehalt in China, deren Chinesisch auf dem Bier-Bestellen-Niveau ist.

Re: HSK - sinnvoll für Entsendung?

Verfasst: 27.08.2011, 03:10
von Andy_yi
Hendrik hat geschrieben: Eine ganz andere Frage dagegen ist, willst Du eine Stelle bei der Chinesisch Pflicht ist? Es sind immernoch genug Europäer mit gutem Gehalt in China, deren Chinesisch auf dem Bier-Bestellen-Niveau ist.
Nicht unbedingt. Ich habe allerdings schon mehrere Stellenausschreibungen von Namenhaften Firmen gesehen, welche im Bewerberprofil "chinese business fluent" angegeben haben. Wenn ich also meinen Pool an möglichen Stellen durch Chinesisch Kenntnisse erweitern kann, warum nicht :) ...

Re: HSK - sinnvoll für Entsendung?

Verfasst: 27.08.2011, 03:20
von happyfuture
Andy_yi hat geschrieben:
Hendrik hat geschrieben: Eine ganz andere Frage dagegen ist, willst Du eine Stelle bei der Chinesisch Pflicht ist? Es sind immernoch genug Europäer mit gutem Gehalt in China, deren Chinesisch auf dem Bier-Bestellen-Niveau ist.
Nicht unbedingt. Ich habe allerdings schon mehrere Stellenausschreibungen von Namenhaften Firmen gesehen, welche im Bewerberprofil "chinese business fluent" angegeben haben. Wenn ich also meinen Pool an möglichen Stellen durch Chinesisch Kenntnisse erweitern kann, warum nicht :) ...
Für einen Berufseinsteiger stelle ich mir vor, dass gute CN-Sprachkenntnisse ein dickes Plus gegenüber "profilierten europäischen Hasen" mit rudimentären "Bier-Bestellen-Niveau" ist. :wink:

Re: HSK - sinnvoll für Entsendung?

Verfasst: 27.08.2011, 18:00
von Hendrik
Natürlich will ich niemanden davon abhalten für den Beruf Chinesisch zu lernen, im Gegenteil, ich finde das gut, wenn man Freude am lernen der Sprache hat.

Re: HSK - sinnvoll für Entsendung?

Verfasst: 27.08.2011, 23:00
von Linnea
Andy_yi hat geschrieben:Ich habe allerdings schon mehrere Stellenausschreibungen von Namenhaften Firmen gesehen, welche im Bewerberprofil "chinese business fluent" angegeben haben. Wenn ich also meinen Pool an möglichen Stellen durch Chinesisch Kenntnisse erweitern kann, warum nicht
Ich schätze der Großteil dieser Stellenanzeigen ist überhaupt nicht an Ausländer gerichtet, sondern eigentlich an Chinesen. Vielleicht täuscht mich auch der Eindruck, aber wenn neben den beschreibenen Chinesischkenntnissen noch Englisch oder Deutsch erwartet werden (allerdings nicht auf dem gleich hohen Niveau), dann kann ich mir kaum vorstellen, dass diese Anzeige wirklich an einen Nicht-Chinesen gerichtet ist. Und davon habe ich auch schon einige gesehen.

Re: HSK - sinnvoll für Entsendung?

Verfasst: 28.08.2011, 04:06
von Andy_yi
Linnea hat geschrieben:
Andy_yi hat geschrieben:Ich habe allerdings schon mehrere Stellenausschreibungen von Namenhaften Firmen gesehen, welche im Bewerberprofil "chinese business fluent" angegeben haben. Wenn ich also meinen Pool an möglichen Stellen durch Chinesisch Kenntnisse erweitern kann, warum nicht
Ich schätze der Großteil dieser Stellenanzeigen ist überhaupt nicht an Ausländer gerichtet, sondern eigentlich an Chinesen. Vielleicht täuscht mich auch der Eindruck, aber wenn neben den beschreibenen Chinesischkenntnissen noch Englisch oder Deutsch erwartet werden (allerdings nicht auf dem gleich hohen Niveau), dann kann ich mir kaum vorstellen, dass diese Anzeige wirklich an einen Nicht-Chinesen gerichtet ist. Und davon habe ich auch schon einige gesehen.
In den Ausschreibungen die ich gesehen habe, war Chinesisch und Englisch auf dem selben Level angegeben. Mir kam es so vor, als wäre das an Ausländer gerichtet. Werde dann nochmal Nachhaken. Lg

Re: HSK - sinnvoll für Entsendung?

Verfasst: 28.08.2011, 09:06
von Aremonus
Dazu gibt es auch andere Ansichten, zumindest der Fachverband Chinesisch e.V. stuft das Niveau der einzelnen Stufen als niedriger ein. Siehe hier.
Ich habe mich auf die Angaben des Konfuzius Institutes berufen, ohne diese zu kontrollieren - aber nach Deinem Hinweis bin ich der Sache nachgegangen und auch zum Schluss gekommen, dass diese Angaben falsch sind.
Die verlinkten Angaben halte ich zwar für zu pessimistisch - Chinesisch besteht nicht nur aus Zeichenlernen, wie das quasi von dem Fachverband mit seinen Angaben unterstellt wird, sondern auch aus Kommunikation. Aber die Konfuziusangaben sind auch etwas übertrieben. Ich denke, dass bei den neuen Stufen HSK 4 in etwa dem Niveau B1 entspricht. Daher würde ich sagen, dass der TS mindestens diese Stufe anstreben solltest, um die Sprache zumindest im Alltag sinnvoll einsetzen zu können.

Um geschäftliche Dinge seriös und differenziert besprechen zu können, wäre somit mindestens (xin)HSK 6 nötig...

Re: HSK - sinnvoll für Entsendung?

Verfasst: 29.08.2011, 00:12
von Linnea
Aremonus hat geschrieben:Ich denke, dass bei den neuen Stufen HSK 4 in etwa dem Niveau B1 entspricht.
Aremonus hat geschrieben:Um geschäftliche Dinge seriös und differenziert besprechen zu können, wäre somit mindestens (xin)HSK 6 nötig...
Wie kommst du zu diesen Annahmen? Kannst du das tatsächlich einschätzen, besser als Menschen, die damit wenigstens teilweise ihr täglich Brot verdienen und auch durchaus einräumen, dass eine Einschätzung des Tests nicht den mündlichen (kouyu) Teil des Tests umfasst? Das war doch dein Kritikpunkt. Kannst du persönlich beispielsweise ganz klar eine Linie zwischen HSK 4 und HSK 6 ziehen und benennen, wo die Unterschiede liegen?

Um geschäftliche Dinge besprechen zu können, muss man ganz sicher nicht das komplette HSK Oberstufen Vokabular beherrschen. Dort sind so viele Vokabeln zu finden, die man nie wieder brauchen wird, und mit dem eigenen Fach gar nichts zu tun haben. Klar ist es nett, wenn auch ein Ingenieur etwas zum Thema Pekingoper beitragen kann, aber ob es in geschäftlicher Hinsicht nötig und hilfreich sein wird, bleibt dann dennoch Spekulation... In diese Rchtung ging doch auch die Fragestellung.

Ich würde nicht erst nach der erfolgreichen Absolvierung dieses Testes (HSK 6) beginnen Fachvokabular zu lernen. Ich würde einfach alles rausschmeißen, was man persönlich nicht braucht. HSK hin oder her, das ist bloß eine olle Prüfung...