Wow! So viele Fragen, die aber nur Gegenfragen hervorbringen:
Nun ja, zugegebermaßen kenne ich eine Dozentin, die tatasächlich ausreisen musste, weil sie sich negativ über den chinesischen Kommunismus geäußert hat.
Ja, hey...wenn Sie das natürlich gegenüber dem Institutsleiter (der zudem Parteikader ist) gesagt hat, dass Kommunismus blöd sei... Oder in der Klasse vor den Studenten, von denen dann bestimmt einer gepetzt hat (denn das machen chinesische Studenten mit Vorliebe...Achtung insbesondere bei solchen Studis, die durch extreme Hyperaktivität im Unterricht auffallen und meinen, den Lehrer immer korrigieren zu müssen und dabei doch nur Unsinn aus deren Mund kommt...das sind richtige Brenner, die zwar von nix einen Plan haben, aber vor anderen, insbesondere wichtigeren Personen, immer super dastehen und verhätschelt werden wollen...)
Ein Bekannter hat keinen Folgevertrag bekommen, weil er behauptet hat, der Panda sei ein ätzendes Tier, weil er sogar zum F....zu faul sei...
Interessant! Wurde das so wirklich als Begründung genannt? "Herr X, sie bekommen keinen Vertrag mehr vor uns, weil sie vor 28 Tagen 4 Stunden und 58 Sekunden gesagt haben, dass der Panda ein Schlappschwanz ist!" Oder ist der Zusammenhang herbeikonstruiert, dass es vielleicht daran gelegen habe? Zumeist kenne ich Gründe, dass sich ein solcher Lehrer auf eine Liebschaft mit einer Studentin eingelassen hat, warum dessen Vertrag nicht verlängert worden ist.
In meinen Kursen gab es sogar offizielle Spitzel, die aufgefordert waren mir bestimmt Fragen zu stellen ("Wie finden Sie Japan?", Taiwan gehört doch zu China, finden Sie nicht?") Darauf habe ich immer so souverän wie möglich geantwortet.
Das sind kaum Spitzel, sondern eher patriotisch gestimmte Studenten, die sich für diese Frage und deine Sichtweise zwar aufrichtig interessieren (um dich dann aber eventuell anzuschwärzen, um selbst als Helden dastehen zu können). Aber das sie aufgefordert worden wären, dich auszuhorchen finde ich eher abwegig. Nein, nein...die Studis hier in China sind häufig wirklich von sich aus so drauf. Insofern gut, dass du "souverän" geantwortet hast. Ansonsten würde mich interessieren, woher du weißt, dass sie "offiziell" waren? Saßen sie vielleicht nur einmal in deinem Kurs?
Ihr tut ein wenig so, als ob man im heutigen China sagen und machen könne, was man wolle.

Anders kann ich mir ein durch eine fremde Stimme unterbrochenes Telefonat mit der Bitte, nicht Dialekt zu sprechen, nicht erklären.
Als ich 1 Jahr in Hangzhou studiert habe, hat mir das ein Kommilitone auch erzählt, dass er mit seiner Mutter in Kiel geschnackt habe, und ihn plötzlich eine fremde Stimme dazu aufgefordert hätte, doch langsamer zu sprechen. Ich will nicht behaupten, dass dem nicht so war, aber kann es vielleicht ein Missverständnis gewesen sein, dass da die Stimme nur eben durchgesagt hat: "Sie haben nur noch ein Guthaben von 10 RMB"? Ich meine, ich kenne jetzt dein Chinesisch nicht, aber das Chinesisch des Bekannten damals war grottig, dass ich mir sowas gut erklären konnte. Aber vielleicht tue ich ihm da auch Unrecht.
Ansonsten: Paranoia ist nicht immer ganz verkehrt, aber a) sollte einen nie wirklich beherrschen und b) zu Angstzuständen reizen.
P.S.: Es steht in der Regel in einem Arbeitsvertrag eines Lehrers in China, sich jedweder politischen Wertung und Aktivität zu enthalten. Wer sich daran nicht hält, riskiert tatsächlich den Rückflug.