Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

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farnsworth
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Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Beitrag von farnsworth »

Hallo zusammen,

ich lese zwar schon eine geraume Zeit mit, und möchte mich erst mal recht herzlich bei allen bedanken, man bekommt hier doch einige sehr wertvolle Tips.

Kurz zu meiner Situation. Ich bin ein 29jähriger ITler, der aus beruflichen Gründen vor etwa 1,5 Jahren das erste mal in China (konkret Großraum Shanghai) war. Wie das Leben halt so spielt habe ich dort ein 27jähriges chinesisches Mädel kennen gelernt und wir haben recht schnell festgestellt, dass wir uns mehr als nur gern mögen. Seither war ich ca. im Vier-Monats-Turnus immer wieder in China zu Besuch. Mit den Eltern versteh ich mich blendend (soweit das mein gebrochenes Chinesisch zulässt). Sie ist aus sehr gut situiertem Haus, so dass ich mir sicher sein kann, dass finanzielle Aspekte keine Rolle spielen. Sie hingegen sagt, dass es für sie in China schwer ist einen Mann zu finden, der sie liebt und nicht auf das Geld ihrer Familie aus ist.

Im Herbst diesen Jahres haben wir 3 Wochen Urlaub miteinander verbracht und wir haben viel darüber diskutiert, wie unsere Zukunft aussehen soll. Auf Grund einiger Rahmenbedingungen (mein mittlerweile doch sehr guter Arbeitsplatz, im Hinblick auf künftige Kinder auch die Bildungssysteme der beiden Länder, etc.etc.) ist momentan das Ziel in Deutschland ein gemeinsames Leben aufzubauen. Sie hat bereits mit dem Deutschkurs für den A1-Test angefangen und kommt nun Anfang nächstens Jahres für 3 Wochen nach Deutschland um sich das Leben hier anzusehen. Das ist sicherlich nicht viel Zeit um sich intensiv mit der deutschen Mentalität und den Gegenbenheiten hier auseinander zu setzen, aber eine längere Zeit ist auf Grund ihres Jobs nicht drin. Wenn es ihr hier gefällt und sie sich ein Leben hier vorstellen kann, wollen wir heiraten.

Nun zur eigentlichen Frage: Sie möchte auf alle Fälle wieder arbeiten gehen hier. Da sie in China ebenfalls einen sehr guten Job hat, möchte ich ihr nicht zumuten, dass sie in Deutschland als Putzfrau oder dgl. arbeiten muss. Sie ist Bachalor of Business English und arbeitet als leitende International Sales Managerin bei einem chinesischen Unternehmen und betreut hier ganz speziell europäische und südamerikanische Kunden. Im vorherigen Unternehm (dort hab ich sie kennen gelernt) war sie ebenfalls schon im internationalen Vertrieb tätig, allerdings nicht in leitender Funktion.

Welche Chancen hat Sie denn realistisch auf dem deutschen Arbeitsmarkt mit diese Background? Was können die Forenteilnehmer, die mit Chinesinen verheiratet sind und in Deutschland leben, zu diesem Thema aus der Erfahrung berichten?

Beste Grüße
Farnsworth
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Tian Tian
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Re: Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Beitrag von Tian Tian »

Hallo farnsworth!

Unglaublich, aber Deine Geschichte klingt sehr ähnlich wie meine. Wir sind allerdings schon einen kleinen Schritt weiter: Wir heiraten noch dieses Jahr und meine zukünftige Frau kommt so etwa im März nach Deutschland (sie war bisher schon zweimal hier in Deutschland).

Wir stellen uns genau die gleiche Frage wie Du. Meine Verlobte hat BWL und englische Literatur studiert. Zur Zeit ist Sie in leitender Position bei einem großen amerikanischen Logistikdienstleister tätig (übrigens auch im salesoffice).

Also: Auch ich hoffe in diesem Thread auf zahlreiche und hilfreiche Antworten.

Danke!
MfG

天天
Aremonus
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Re: Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Beitrag von Aremonus »

Wichtig ist, dass sie erst einmal richtig gut Deutsch lernt - das würde bedeuten, dass sie ein Jahr oder so Auszeit nehmen müsste, um sich der Sprache zu widmen. Das ist nicht nur aus beruflichen Gründen notwendig, sondern auch aus sozialen - sonst versteht sie nicht, was die Leute auf der Strasse sprechen.

Danach (oder parallel?) sollte sie vielleicht einen MBA in Deutschland in betracht ziehen und sich danach bei einem deutschen Unternehmen bewerben - gerade im Consultingbereich dürften ihre Kenntnisse des chinesischen Marktes dann durchaus gefragt sein, aber auch in vielen anderen Bereichen hätte sie mit perfektem chinesisch, gutem englisch und gutem Deutsch durchaus sehr gute Jobaussichten.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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Vulverin
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Re: Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Beitrag von Vulverin »

@farnsworth
@Tian Tian

Wenn die Geschichten so ähnlich sind, ist es doch viel wichtiger, ob es sich bei euch beiden eh nicht um die selbe Frau handelt??? :lol:

Tut mir leid, aber das konnte ich mir nicht verkneifen!!!!
Da ich somit meine Nonsensmeldung 2010 nun hatte, werd ich mich wieder aufs mitlesen beschränken.

Lg und alles gute euch beiden,
Vulverin

PS: Um auch noch etwas sinnvolles zu sagen. Meiner Erfahrung nach (aus Österreich) ist super chinesisch, englisch und auch ein fachliches know how alleine außerhalb von china nicht viel wert, da es zumindest in österreich kaum so große firmen gibt in denen nur englisch gesprochen wird, und sich ein ganzer bereich auf china beschränkt. in deutschland gibt es hier vielleicht mehr möglichkeiten, da die firmen sicher um einiges größer und zahlreicher sind.

erst mit dem faktor deutsch erhöht sich der martkwert dafür dann exponentiell, denn nur durch deutsch, kann sie ihr knowhow und auch ihre sprachfähigkeiten im sinne der firma nutzen.
daher deutsch lernen (hilft auch eindeutig sich im neuen leben in deutschland wohlerzufühlen) und dann am Arbeitsmarkt voll abräumen.
nur um deutsch wird sie leider nicht herumkommen.
drnorton
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Re: Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Beitrag von drnorton »

Hallo .....

ich bin noch ein Schritt weiter und bin schon 6 Jahre verheiratet.
Meine Frau hat auch in China studiert und war dort erst technische Leiterin und dann
Lehrerin für chinesisch, englisch und Mathematik.

Nun das Problem in Deutschland. Sie bekommt ihre Papiere nicht anerkannt.
Obwohl Sie ein Studium abgeschlossen hat. Lehrerin kann sie hier nicht mehr sein.
Auch ihren Abschluss im Beruf und Schule wird nicht anerkannt. Sie muss nun nochmals
ein Studium absolvieren um überhaupt eine Chance auf einen angemessenen Beruf zu bekommen.
Sie hat Glück das ihr Studium an den Hochschulen anerkannt wird um das Studium zum Bachelor
zu beginnen. Also es ist nocht einfach hier Fuß zu fassen. Wir haben vieles versucht, jedoch werden
durch unsere tollen Behörden viele Steine in den Weg gelegt, Fachkräfte aus dem Ausland zu unterstützen. Es wird nur viel dummes Zeug geschwätzt. Gemacht wird nichts.
Aber das soll nicht heissen das eure Damen keine Chance hier haben. Es kommt bestimmt auch auf
die Branche an.

Viele Grüße....
Pinyin
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Re: Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Beitrag von Pinyin »

Wenn deine Freundin dauerhaft in Deutschland leben möchte, ist das Deutschlernen zwingend notwendig. Einen weiteren akademischen Abschluss in Betracht zu ziehen ist durchaus erstrebenswert. Es sei dahingestellt, ob dies dann wirklich in Deutschland vollzogen wird oder um die Sache einfacher zu gestallten in einem englischsprachigen Land/Universität. Hier bieten sich Länder wie GB, Ireland, Schweden, Niederlande aber auch die USA an. Mit einem MBA sollte sie recht gute Jobchancen haben und in internationalen Unternehmen unterkommen. Ich kenne einige hochqualifizierte Arbeitnehmer in Deutschland die nur sehr wenig deutsch sprechen und in sehr guten Positionen (zb. Forschung) arbeiten. Mehr und mehr Unternehmen haben auch Englisch als Unternehmenssprache. Aber alleine aus sozialen Gründen sind Deutschkenntnisse für deine Frau wichtig.

Die andere Alternative wäre es für die ein Import/Export-Geschäft in Deutschland zu gründen. Sie kann die Qualität der chineischen Waren besser als viele deutsche Einkäufer beurteilen und die Verträge lesen. So könnte sie Produkte aus China importieren und hier als Zwischenhändlerin weiter verkaufen. Das geht natürlich auch umgekehrt: Deutsche Waren in Richtung China verkaufen... Vorteil der Länder Deutschland/China: Dem Export/Import geht es im Moment sehr gut!
Hanbao
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Re: Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Beitrag von Hanbao »

Ich möchte keinen entmutigen, kann auch ein Einzelfall sein, aber ...

eine gute Bekannte von mir, die sehr gut deutsch spricht, hat zunächst kurz in China studiert, dann hier in Deutschland ihr IT Studium an einer Technischen Uni gemacht. Gleich nach dem Abschluß hat sie einen guten Job bekommen, nach einem Jahr hat man sie aber entlassen. Seit Jahren ist sie arbeitslos obwohl sie sich immer wieder bewirbt.

Wie schon vermerkt, kann ein Einzelfall sein.

Die Chancen im Export/Import sind glaube ich noch die besten, allerdings vor paar Tagen haben sich Freunde von mir beklagt, daß die Importpreise in ihren Branchen innerhalb eines Jahres um 100% gestiegen sind, und sie sich deswegen ernsthaft Gedanken um ihre Zukunft jetzt machen müssen.
Man sollte immer den Vorteil nutzen daß man Chinesisch spricht, und einigermassen die Verhältnisse dort kennt - sollte man zumindest annehmen. Einige Chinesen, die nach Deutschland kommen sind allerdings mit ihren Vorstellungen, was die Gegebenheiten sowohl in Deutschland als auch in China angeht, leider ziemlich naiv.
báitù
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Re: Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Beitrag von báitù »

Pinyin hat geschrieben:Die andere Alternative wäre es für die ein Import/Export-Geschäft in Deutschland zu gründen.
Das ist schon längst keine erfolgsversprechende Alternative mehr, da eine gefühlte Million Chinesen dies bereits genau so macht. Ich würde daher (auch aus eigener Erfahrung) dringend davon abraten, allein auf diese Option zu setzen.

BTW: Meine Frau hat ebenfalls einen chinesischen Bachelor, der hier nicht die Bohne wert ist. Eine adäquate Arbeit zu finden ist bzw. war reine Glückssache... Der Tip mit dem Aufbaustudium ist wohl die erfolgsversprechenste Option, wenn sie einen hochwertigen Job anstrebt. Hauptsache, es kommt kein Kind dazwischen. :wink:
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Re: Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Beitrag von Hanbao »

Ein anderes Beispiel das ich kenne...

Ein Bekannter, abgeschlossenes Uni-Studium in China, ist vor einigen Jahren nach Deu gekommen um sein Glück hier zu versuchen. Hat deutsch schon sehr gut in China gelernt, dann paar Semester in Hamburg studiert, dies und jenes gemacht, u.a. als Übersetzer, für glaube ich zwei Firmen, gearbeitet. Es wollte aber nicht so richtig klappen, also ist er nach China zurückgekehrt und dort eine gute Arbeit in einer deutschen Firma bekommen. Jetzt darf er wieder ein, zwei Mal jährlich nach Deutschland fliegen und seine "deutsche" Firma vertreten.
Der ist aber wirklich sehr schlau, spricht inzwischen sehr gut deutsch und englisch - fast akzentfrei.

Wie báitù aber richtig schreibt, es wird inzwischen immer schwieriger, weil es immer mehr solche "Kandidaten" gibt. Kleidung&Co läßt KIK z.B. auch schon überwiegend in Indien oder Bangladesh fertigen, weil China langdsam zu teuer wird.
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Re: Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Beitrag von VielUnterwegs »

Woher wisst ihr, dass ein Bachelor von einer chinesischen Universitaet in Deutschland nichts wert ist? Habt ihr z.B. gesehen, dass jemand von einer deutschen Firma mit der Begruendung abgelehnt wurde, dass er seinen Bachelor an einer Universitaet in China erworben hat? Ich kann mir das schwer vorstellen. Ich habe so einige Kollegen in den USA die dort bei einer der angesehensten Internetfirmen mit ihrem Bachelor Abschluss aus China sehr gut bezahlt werden. Und das sind keine Ausnahmen. Bei Dingen wie Arzt, Anwalt oder Krankenschwester verstehe ich das Argument, nicht aber bei so Dingen wie Fertigungsleiter oder Sales Manager, denn hier ist rechtlich gar kein Abschluss Vorraussetzung. Auch wuerde ich da nochmal kritisch hinterfragen wie gut die angeblich so exzellenten und hochqualifizierten Jobs in China wirklich waren. Wenn ich da nur an die Bank of China denke und was man dort mit dem Wort "Auslandsueberweissung" ausloesen kann. Viele deren "Manager on Duty" wuerde ich mir als Filialleiter der Sparkasse auch nicht einstellen wollen.
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Re: Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Beitrag von Pinyin »

Ich gebe Hanbau in seiner Behauptung recht, dass es eine gewisse Verlagerung von Produktionsstätten im asiatischen Raum gibt. Hingegen halte ich die Chinesen für Wettbewerbsfähiger als man denkt. Wenn die Löhne in Ostchina zu teuer werden, bietet sich immer mehr eine Verlagerung in Richtung Inland an. Alleine schon der breite und wichtige Absatzmarkt in China macht dort eine Produktion interessant. Einige große Unternehmen haben schon reagiert und Produktionsstätten in günstigere Gebiete Chinas verlagert. Die Regierungen unterstützen die Verlagerung durch einen Ausbau der Infrstruktur. Beispiel: Siehe Foxconn.

Auch wenn in dem Niedriglohnsektor Verlagerungen stattfinden, ergeben sich immer mehr neue Produktionsmöglichkeiten im chinesischen Raum. Durch Investitionen in "Forschung&Entwicklung" (Patente,Knowhow wie auch immer erworben) werden höherwertige Produkte in China gefertigt. Die ersten Computer und Elektronikprodukte werden schon in deutschen Kaufhäusern verkauft. In China werden gezielt bestimmte Branchen gefördert (zb. die Solarenergie) und es entstehen neue Produkte. Das erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der Chinesen. Wenn eine Verlagerung von günstigen Produkten wie Kik.Texilien weiter verlagert werden, kann dies durch andere Produktionsanlagen ausgeglichen werden.

Export/Import machen viele. Es ist immer die Frage wie das Knowhow ist... Ist es vorhanden und man ist gut und innovativ, ist man besser als die Konkurrenz.
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Re: Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Beitrag von Andy_yi »

báitù hat geschrieben: Meine Frau hat ebenfalls einen chinesischen Bachelor, der hier nicht die Bohne wert ist.
Dann liegt’s aber daran das ihr Studium nichts wert ist.
Ich kenne einige Chinesen die in Deutschland direkt nach ihrem abgeschlossen Bachelor eine Stelle gefunden haben. Kommt eben drauf an, an welcher Universität studiert wurde. Ein Bachelor einer third level Universität ist halt nicht gleichzusetzen mit einem Bachelor des first levels ( bei level 3-5 schätze ich die Jobchancen auf dem internationalen Arbeitsmarkt = 0 , die sind ja selbst auf dem chinesischen Arbeitsmarkt (fast) nichts Wert ).
Natürlich spielt die Branche und Berufserfahrung auch noch eine Rolle.
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Re: Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Beitrag von báitù »

Andy_yi hat geschrieben:
báitù hat geschrieben: Meine Frau hat ebenfalls einen chinesischen Bachelor, der hier nicht die Bohne wert ist.
Dann liegt’s aber daran das ihr Studium nichts wert ist.
Auch ein Abschluss in Wirtschaft an einer namhaften Universität führt nicht dazu, dass dieser in Deutschland anerkannt [sic!] wird.

BTW: Uniranking in China: http://rank2003.netbig.com/en/rnk_1_0_0.htm
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Re: Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Beitrag von Hanbao »

@Pinyin

Deinen Satz "Es ist immer die Frage wie das Knowhow ist" kann ich nur unterstreichen.
Fachleute, die wirklich Ahnung haben werden immer und überall gesucht, man muß sich aber auch in solchen Fällen gut verkaufen, und unter anderen den Zahlenden überzeugen können, daß man zuverlässig ist und unseren, westlichen Verhaltenskodex voll akzeptiert.
Das ist leider bei Geschäften mit China sehr oft nicht der Fall.

Es ist vielleicht etwas am Rande des Thema, trotzdem aber ...

Vor fünf Jahren habe ich zwei "asiatische" Geräte gekauft:
- eine japanische Kamera mit einem SD-Karten-Slot, und
- eine chinesische externe Festplatte ebenfalls mit so einem Slot.
Im Laufe der Jahre hat sich aber die Technologie soweit entwickelt, daß die SD-Karten durch SDHC ersetzt worden sind. Neue Treiber mußten also her.
So.
Gestern habe ich mir von der Canon-Seite die entsprechenden Firmware-Updates für die Kamera geholt, dagegen bei dem chinesischen Hersteller habe ich erfahren, daß sie schon seit 2006 (!!!) keine Unterstützung mehr bietet. Die Firma hat inzwischen zweimal den Namen geändert, und will von den eigenen Geräten nichts mehr wissen. Stattdessen versucht sie jetzt "100% Kopien" von Apples iPads zu verkaufen. Viel Erfolg, kann ich nur sagen.

Die Meinung unter uns Leuten, die China seit schon über 20 Jahren beruflich kennen ist, daß die Chinesen zwei sehr fähig sind der Welt zu zeigen, daß auch sie in der Lage wären Hi-Tech Produkte herzustellen ... das wars dann aber meistens schon. Von Kontinuität und Zuverlässigkeit kann keine Rede sein. Ein Haus wird bei uns zwar vielleicht fünfmal langsamer als in China gebaut, dient aber auch fünfmal länger seinen Bewohnern. Auch das ist nichts neues.
Man traut daher den Chinesen hierzulande nicht besonders viel.
Dazu noch die allherrschende Meinung "die wollen uns nur ausspionieren" oder bestenfalls von uns lernen um es selber zu machen. Viele Wessis lehnen sowas aber ab.
Ich versuche mir jetzt vorzustellen welche Chancen ein Chinese mit einem chinesischen Papier hat sich hier im westlichen Europa zu bewerben.

Mit der Verlagerung der Produktionsstätten ins Landesinnere, hast natürlich recht, nur das würde die Transportkosten und die Lieferzeiten zum Teil deutlich erhöhen. Wenn ich aber ein Produkt aus Shenzhen schon heute haben kann, und ein etwas billigeres aus Chengdu auf das ich vielleicht drei Tage länger warten muß, dann nehme ich lieber das erste, zumal Preisgarantie für Chengdu-Geräte habe ich auch keine. In 2-3 Jahren sind sie vielleicht gleich.

Ich kenne einen authentischen Fall wo eine deutsche Firma Pleite gemacht hat, weil sie sich nur auf einen Lieferanten aus der Shaanxi Provinz verlassen hat. Nach einem Erdbeben vor einigen Jahren wurden die Zufahrtswege unpassierbar, sie konnten die Rohstoffe nicht bekommen, konnten nicht liefern, gingen selber Pleite, und mit denen die deutsche Firma.
Jemand sagt vielleicht - drei Tage bedeuten nichts.
Irrtum.
Hamburg ist der größte "polnische" Hafen, weil Waren die für Polen in Hamburg gelöscht werden, landen in Schlesien ganze drei Tage früher als wenn man dies in Danzig tun würde. Daß die Arbeitskraft in Danzig deutlich weniger als in Hamburg kostet, spielt dabei eine geringere Rolle.
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ingo_001
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Re: Chance für Chinesin auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Beitrag von ingo_001 »

Hanbao hat geschrieben:@Pinyin

Deinen Satz "Es ist immer die Frage wie das Knowhow ist" kann ich nur unterstreichen.
Fachleute, die wirklich Ahnung haben werden immer und überall gesucht, man muß sich aber auch in solchen Fällen gut verkaufen, und unter anderen den Zahlenden überzeugen können, daß man zuverlässig ist und unseren, westlichen Verhaltenskodex voll akzeptiert.
Sorry, das stimmt nur so weit ... bis die dt. Bürokratie ins Spiel kommt.
Meine Frau hat über 10 Jahre als Krankenschwester in der Neurochirurgie und inneren Medizin gearbeitet.
Hätte hier sofort als Krankenschwester anfangen können (Fachkenntnisse hatte sie durch Probetage nachgewiesen, potentielle Arbeitskollegen und Patienten waren gleichfalls von ihrem Können überzeigt).
Es fehlte nur die Anerkennung.
Die gabs nicht, weil China eben nicht Litauen ist.
Ich formulier das jetzt extra überspitzt - trifft aber zu.
Wurde mir so auch vom zuständigen Leiter des betreffenden Fachressort-Leiters des berliner Senats bestätigt.
Wir müssten uns durch sämtl Instanzen klagen - bis wir dann vor dem Internationalem Gerichtshof letztlich beste Aussichten hätten Recht zu bekommen.
Da das aber frühestens nach 5 Jahren der Fall wäre, haben wir davon abgesehen. Trotz RS Versicherung.
Recht haben und Recht bekommen sind Zweierlei.

Es stimmt einfach nicht, das fachliche Qualifikation und Berufserfahrung hier gefragt ist - jedenfalls nicht von Behördenseite - trotz Lippenbekenntnissen.
Wenn einem das auch noch unter vier Augen bestätigt wird ... moralisch zwar ne kleine Hilfe - mehr aber auch nicht.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.
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