jadelixx hat geschrieben:das das Thema schwierig mit Chinesen zu besprechen ist,
Eben nicht. Man muß differenzieren. Natürlich findet man bei einem
English Corner keine repräsentative Auswahl, aber man kann eben nicht sagen, daß es generell schwierig ist, darüber zu sprechen. In vielen Fällen ist es so, aber beileibe nicht in allen.
& das fand nicht auf dem Land statt. Shaoguan zB ist zwar nach chin. Maßstäben keine Großstadt, aber mit 750000 Einwohnern nur sehr bedingt als ländlich einzustufen.
Das mit der Verbohrung sehe ich ebenso bei den übrig gebliebenen kalten Kriegern, denen einfach nicht daran gelegen ist, die Wahrheit zu finden, sondern es wichtiger finden, den Kommunismus für sämtliches Übel der Welt verantwortlich zu machen.
Naja, seitdem die Bushiten abgetreten sind, ist der Einfluß kalter Krieger doch deutlich zurückgegangen. & gerade in D findet man doch eher Alt68er &/oder Altkommunisten, die in ihrer geistigen Entwicklung stehengeblieben sind.
Verbohrt bezog sich aber direkt auf das Verhalten bzgl. Mao. Bei dt. Altkommunisten kommt halt direkt die Blockade oder Ablenkung (siehe hier auch den Beitrag mit Eisenhower): "Mao war nicht so schlimm wie ...", "Mao wußte doch nicht ...", "Sind alles die anderen schuld."
Während man in China - auch bei kommunistisch indoktrinierten - doch häufiger mal genuines Interesse an einer auswärtigen Sicht der Dinge hat. Nicht, daß man dieser Sicht dann zustimmt, aber man ist doch interessiert.
Mao ist in China ebenso heilig, wie die katholische Kirche im Westen. Die Greueltaten und Fehlentscheidungen werden auf beiden Seiten nicht nach aktuellem Menschenrecht verurteilt.
Die Katholische Kirche darf sogar wider besseren Wissens weitermachen.
Sehe ich auch nicht so. Die KK wird im Westen dauernd von irgendwelchen Seiten kritisiert. Mißstände werden angeprangert & vergangenes Fehlverhalten immer wieder hervorgeholt. & nur in den wenigsten Fällen werden Kritiker drangsaliert. Letzteres kommt zwar in manchen Ländern vor, ist aber wieder schwer zu generalisieren & noch schwerer auf die KK an sich zu schieben.
Es ist eben nichts Ungewöhnliches, wenn ein Führer einer Befreiungsbewegung zunächstmal als Held in der eigenen Geschichte gesehen wird und der Rest eben weniger gewertet wird, beziehungsweise verschwiegen wird.
Das liegt aber eher an der Instrumentalisierung durch Propaganda als an den Leuten, die ihn dann anhimmeln. Wenn es nicht von Anfang an diesen (vermutlich von Mao gewollten) Personenkult gegeben hätte, wäre er heute auch nur ein Führer in der Geschichte, den man genauso kritisieren könnte wie den Qin-Kaiser. Daß der Kult auch nach Maos Tod fortgesetzt wurde war mE ein ziemlicher (noch dazu weitgehend unnötiger) Fehler.
Es wäre mal spannend zu wissen, ob Sun nicht vielleicht doch beliebter ist in der Bevölkerung, als wir uns das hier ausmalen können

Also, bei den älteren Jahrgängen, die ich kenne, ist eher Zhou Enlai der größere Held. Die haben zwar ein Maobild an der Wand, aber in den Herzen ist doch Zhou.
jadelixx hat geschrieben:Natürlich ist es hier möglich, den Papst dafür zu kritisieren. Was ist, wenn der morgen mit geistiger Verwirrung aufwacht und mal eben ausversehen das jüngste Gericht in Afrika anordnet, eben weil die Afrikaner auch Sex vor der Ehe haben wollen?
Jetzt mal abgesehen davon, daß er wirklich nur in geistiger Umnachtung sowas "anordnen" würde, würde ihm wohl kaum jemand Folge leisten. Das funktioniert dann eben doch etwas anders als unter Maos Herrschaft.