Mit Chinesen über Politik reden

Alle Themen rund um Politik in der Volksrepublik China
aquadraht
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von aquadraht »

ingo_001 hat geschrieben:
aquadraht hat geschrieben:Danke. Allerdings sind Verluste von 600.000 Mann bei einer Einheit von 300-400.000 Mann Stärke schon erheblich.
Nur mal interesehalber ... Kannst Du mir mal bitte erklären, wie bei einer Trüppenstärke von höchstens 400.000 Mann Verluste von 600.000 Mann möglich sind?
Durch Neuauffüllungen. Der Dienst in der achten war nicht besonders gut für die Lebenserwartung.
(Ich bin auch nicht sicher, ob das alles Tote oder Tote und Verwundete etc. waren. So hat beim Langen Marsch die Rote Armee über 95% ihrer Ausgangsstärke verloren, die waren aber nicht alle tot)
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ingo_001
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von ingo_001 »

aquadraht hat geschrieben:
ingo_001 hat geschrieben:
aquadraht hat geschrieben:Danke. Allerdings sind Verluste von 600.000 Mann bei einer Einheit von 300-400.000 Mann Stärke schon erheblich.
Nur mal interesehalber ... Kannst Du mir mal bitte erklären, wie bei einer Trüppenstärke von höchstens 400.000 Mann Verluste von 600.000 Mann möglich sind?
Durch Neuauffüllungen. Der Dienst in der achten war nicht besonders gut für die Lebenserwartung.
Also gibts dies bezüglich keine konkreten Zahlen?
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von aquadraht »

ingo_001 hat geschrieben: Also gibts dies bezüglich keine konkreten Zahlen?
Doch. Müsste man raussuchen, und ich habe derzeit keine Zeit dazu.
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von Grufti »

macht doch bitte endlich einen separaten Thread auf...Das ursprüngliche Thema tritt völlig in den Hintergrund .... :wink:

Oder muß ich mal wieder M/M 1 Stunde reinhängen, um alle sunzukopieren, was nicht zum ursprünglichen Thema gehört ???

Meinem PpT(Postings pro Tag)-Schnitt und meiner Postingsanzahl tut das eigentlich nur gut !! :mrgreen:
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von ingo_001 »

Dann würden wir die 110.000 doch noch bis zum Monatsende schaffen :mrgreen:
Verdammtes OT :mrgreen:
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von Liberator »

beowulf hat geschrieben: Die breite Masse in den 50er, 60er, und 70ern glaubte (und das meine ich auch im religiösen Sinn) an Mao und den Kommunismus. Viele der Intellektuellen die im Gefängnis landeten, glaubten auch an den Kommunismus - nur war ihre Kritik in dieser dogmatischen, fanatisierten Gesellschaft nicht willkommen.
Ich denke, die Gesellschaft war weit weniger fanatisiert und dogmatisch als du meinst. Klar, die Roten Garden haben ordentlich ausgeteilt. Aber letztlich auf Befehl der Führung, nicht aus der Gesellschaft heraus.
Das in einem autoritären Regime Kritik nicht willkommen ist, ist auch eine interessante Feststellung :roll:
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von Skorpid »

Also ich hab mir das Thema nochmal komplett durchgelesen, ich denke man kann zusammenfassend sagen:

Als Nicht-Chinese ist es erfahrungsgemäß in den meisten Fällen besser das Thema chinesische Politik in der Neuzeit in der Gegenwart von Chinesen (und Chinesinnen) zu vermeiden, da hier oft verschiedene Meinungen aufeinandertreffen, was häufig nicht zu einer Verbesserung der zwischenmenschlichen Beziehung führt. Dies hat verschiedene gesellschaftliche und kulturelle Gründe. Wenn ein Gespräch über Politik zustande kommen soll, ist es geschickter darauf zu warten, dass der chinesische Gesprächspartner von alleine über das Thema redet. Bei festgefahrenen unterschiedlichen Meinungen beiderseits ist es aus harmoniegründen besser das Thema zu wechseln und Ruhen zu lassen.

So, ich hoffe das ist wertefrei genug gesagt…
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von aquadraht »

hifi hat geschrieben:..
Aber eigentlich habe ich hier gar nichts zu melden, denn ich bin ja nur ein Chinese, der durch seine Kultur/Landesstolz/Erziehung völlig falsch getrimmt ist.
Naja, bitte sieh das nicht so verbissen. Ich schrieb schon einmal, dass die Diskurskultur der Deutschen sehr konfliktbereit und nicht wenig rechthaberisch ist, im Unterschied zur konsensorientieren Diskurskultur der US-Amerikaner und, soweit ich das erlebt habe, auch der Chinesen. Deutsche sind, besonders in politischen Debatten, ziemlich rechthaberisch und streitlustig. Der Vorteil ist, dass das, was sie Dir erzählen, eher wirklich ihre Meinung ist, während Du bei harmoniezentrierten Diskursen nie so recht weisst, was der Gesprächspartner wirklich denkt, ob Du ihn überzeugt hast oder er Dir bloss nach dem Mund redet, um des lieben Friedens willen.

Ich hoffe aber, so schlimm sind wir dann doch nicht.
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von wuseltiger »

aquadraht hat geschrieben: Ich schrieb schon einmal, dass die Diskurskultur der Deutschen sehr konfliktbereit und nicht wenig rechthaberisch ist, ....rechthaberisch und streitlustig.
Du hast vergessen, dass wir unglaublich gern andere Leute erziehen und ihnen sagen was richtig und was falsch ist, bzw. was man machen und was man unbedingt lassen soll.. Einige Ausländer behaupten das sei, nach Fußball, unser Lieblingssport.



Aber hifi, deine Kritik ist doch etwas übertrieben (auch wenn sie sarkastisch gemeint war). Gerade hier im Forum (ich kann natürlich nicht für alle sprechen), gibt es viele Leute, deren Sichtweise nicht so beschränkt und einseitig ist wie du behauptest. Trotzdem machen diese Leute die Erfahrung, dass man auf eine riesige Mauer stößt, wenn man politische Themen bei Chinesen anspricht.

Ingos Erfahrungen mit seiner Frau kenne ich nur zu gut (also nicht mit seiner Frau, das würde ihn bestimmt stören). Ich habe ca. 2 Jahre gebraucht bis ich über politische Themen diskutieren konnte, ohne dass es im Streit geendet hat, wobei meist nicht ich die Diskussion eskalieren ließ, sondern eher der verletzte chinesische Nationalstolz... In dieser Zeit habe ich aber auch sehr viele Argumente kennen gelernt, die einzusehen mir zunächst nicht leicht gefallen ist (umgekehrt war das natürlich auch so).

Trotzdem habe ich mir abgewöhnt mit anderen Chinesen über solche Themen zu diskutieren, das liegt hauptsächlich daran, dass ich keinen Grund sehe die letzten noch in D lebenden Freunde meiner Frau wegen recht nutzloser Diskussionen über Mao oder Pipi Langstrumpf vor den Kopf zu stoßen. Ich kann mich hier an eine Diskussion mit einem mittlerweile verschwundenen Mitglied erinnern, der meinte man könne getrost auf Freunde verzichten, mit denen man nicht über politische Themen diskutieren kann.. So etwas muss jeder selbst entscheiden. Einfach mal die Klappe zu halten, wenn es meine Kleine glücklich macht, ist für mich jedenfalls kein Problem ;)

Was ich aber bestätigen kann ist, dass viele Chinesen auch mit Ausländern über die immer größer werdenden Umweltprobleme in China diskutieren...
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von ingo_001 »

wuseltiger hat geschrieben:Ingos Erfahrungen mit seiner Frau kenne ich nur zu gut (also nicht mit seiner Frau, das würde ihn bestimmt stören). Ich habe ca. 2 Jahre gebraucht bis ich über politische Themen diskutieren konnte, ohne dass es im Streit geendet hat, wobei meist nicht ich die Diskussion eskalieren ließ, sondern eher der verletzte chinesische Nationalstolz... In dieser Zeit habe ich aber auch sehr viele Argumente kennen gelernt, die einzusehen mir zunächst nicht leicht gefallen ist (umgekehrt war das natürlich auch so).
:lol: Der war gut :lol:
Back to Topic:

Am Unkompliziertesten sind auch meiner Erfahrung nach die globaken Themen (Umweltverschmutzung, Wirtschaftskriese etc.), weil sie schlicht ALLE betreffen.
Aber, wie schon gesagt, wenn Chinesen von sich aus das Thema Politik anschneiden, merkt man, das da durchaus auch kritische Dinge zur Sprache gebracht werden (z.B. Korruption).
Man muss sich nur vergegenwärtigen, dass man nicht mit der Brechstange - und VOR ALLEM nicht von oben herab - argumentieren kann und meinen, für Alles die (natürlich einzige) Lösung zu haben, nur weil man aus Europa oder den USA kommt.
Viele vergessen eben (oder wissen es erst gar nicht), dass auch in unserer Demokratie die Meinungsbildung mitunter manipuliert wird, wenns denn ins politische/wirtschaftliche Kalkül passt - nur halt subtiler, als man es auf der chinesischen Seite macht.
Die Kunst hier liegt darin, den Wahrheitsgehalt von Meldungen SELBST - durch eigene Recherchen (Vergleichen mehrer Quellen) - herauszufiltern.
Leider ist das eine Arbeit, die sich heute immer weniger Leute machen (wollen).
Da ist es doch viel einfacher - weil bequemer - sich zurückzulehnen und zu sagen: "In unserer Demokratie werden keine Meinungen/Nachrichten manipuliert."

Gez. Springer-Presse :roll:
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von bossel »

jadelixx hat geschrieben:das das Thema schwierig mit Chinesen zu besprechen ist,
Eben nicht. Man muß differenzieren. Natürlich findet man bei einem English Corner keine repräsentative Auswahl, aber man kann eben nicht sagen, daß es generell schwierig ist, darüber zu sprechen. In vielen Fällen ist es so, aber beileibe nicht in allen.

& das fand nicht auf dem Land statt. Shaoguan zB ist zwar nach chin. Maßstäben keine Großstadt, aber mit 750000 Einwohnern nur sehr bedingt als ländlich einzustufen.
Das mit der Verbohrung sehe ich ebenso bei den übrig gebliebenen kalten Kriegern, denen einfach nicht daran gelegen ist, die Wahrheit zu finden, sondern es wichtiger finden, den Kommunismus für sämtliches Übel der Welt verantwortlich zu machen.
Naja, seitdem die Bushiten abgetreten sind, ist der Einfluß kalter Krieger doch deutlich zurückgegangen. & gerade in D findet man doch eher Alt68er &/oder Altkommunisten, die in ihrer geistigen Entwicklung stehengeblieben sind.

Verbohrt bezog sich aber direkt auf das Verhalten bzgl. Mao. Bei dt. Altkommunisten kommt halt direkt die Blockade oder Ablenkung (siehe hier auch den Beitrag mit Eisenhower): "Mao war nicht so schlimm wie ...", "Mao wußte doch nicht ...", "Sind alles die anderen schuld."
Während man in China - auch bei kommunistisch indoktrinierten - doch häufiger mal genuines Interesse an einer auswärtigen Sicht der Dinge hat. Nicht, daß man dieser Sicht dann zustimmt, aber man ist doch interessiert.
Mao ist in China ebenso heilig, wie die katholische Kirche im Westen. Die Greueltaten und Fehlentscheidungen werden auf beiden Seiten nicht nach aktuellem Menschenrecht verurteilt.
Die Katholische Kirche darf sogar wider besseren Wissens weitermachen.
Sehe ich auch nicht so. Die KK wird im Westen dauernd von irgendwelchen Seiten kritisiert. Mißstände werden angeprangert & vergangenes Fehlverhalten immer wieder hervorgeholt. & nur in den wenigsten Fällen werden Kritiker drangsaliert. Letzteres kommt zwar in manchen Ländern vor, ist aber wieder schwer zu generalisieren & noch schwerer auf die KK an sich zu schieben.
Es ist eben nichts Ungewöhnliches, wenn ein Führer einer Befreiungsbewegung zunächstmal als Held in der eigenen Geschichte gesehen wird und der Rest eben weniger gewertet wird, beziehungsweise verschwiegen wird.
Das liegt aber eher an der Instrumentalisierung durch Propaganda als an den Leuten, die ihn dann anhimmeln. Wenn es nicht von Anfang an diesen (vermutlich von Mao gewollten) Personenkult gegeben hätte, wäre er heute auch nur ein Führer in der Geschichte, den man genauso kritisieren könnte wie den Qin-Kaiser. Daß der Kult auch nach Maos Tod fortgesetzt wurde war mE ein ziemlicher (noch dazu weitgehend unnötiger) Fehler.
Es wäre mal spannend zu wissen, ob Sun nicht vielleicht doch beliebter ist in der Bevölkerung, als wir uns das hier ausmalen können :idea:
Also, bei den älteren Jahrgängen, die ich kenne, ist eher Zhou Enlai der größere Held. Die haben zwar ein Maobild an der Wand, aber in den Herzen ist doch Zhou.


jadelixx hat geschrieben:Natürlich ist es hier möglich, den Papst dafür zu kritisieren. Was ist, wenn der morgen mit geistiger Verwirrung aufwacht und mal eben ausversehen das jüngste Gericht in Afrika anordnet, eben weil die Afrikaner auch Sex vor der Ehe haben wollen?
Jetzt mal abgesehen davon, daß er wirklich nur in geistiger Umnachtung sowas "anordnen" würde, würde ihm wohl kaum jemand Folge leisten. Das funktioniert dann eben doch etwas anders als unter Maos Herrschaft.
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von bossel »

Skorpid hat geschrieben:Ich habe inzwischen aufgegeben meine chinesischen Bekannten/Freunde auf Politik/Mao/Minderheiten/etc. anzusprechen.
Darauf ansprechen tue ich sowieso niemanden. Ich werde angesprochen. Ich kann durchaus verstehen, wenn eine gewisse Abwehrhaltung entsteht, wenn da ein Ausländer aus heiterem Himmel fragt "Was ist eigentlich mit Mao? Denkst Du nicht, daß er ein Massenmörder war?". Von daher sollte man doch warten, bis jemand anders die Initiative ergreift oder bis ein Gespräch sich in diese Richtung entwickelt.
Was ich allerdings noch "blöder" finde, ist, wenn ausser den Chinesen dann die dazugehörigen europäischen Freunde, die es eigentlich besser wissen müssten, dann nur um zu gefallen, auch Mao hochrühmen, alles schönreden und sich versuchen anzubiedern
:mrgreen: Ja, das sind die sogenannten Chinaliebhaber. Leute, die an den schwachsinnigen "Wenn in Rom..."-Spruch glauben.


aquadraht hat geschrieben:(Ich bin auch nicht sicher, ob das alles Tote oder Tote und Verwundete etc. waren.
Ui, da zeigt wieder einer seine überragende Bildung. Die angegebenen militärischen Verluste beinhalten natürlich Tote, Verwundete & MIA.

Im übrigen beziehen sich die 600000 auf alle kommunistischen Streitkräfte, nicht nur die Route.
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von Bernhard »

ingo_001 hat geschrieben: Das "Jüngste Gericht" dürfte wohl das Ende unseres Universums sein, was ja noch einige Mrd. Jahre auf sich warten lassen wird :mrgreen:
Jetzt werden hier philosophische Betrachtungen angestellt - und das auch noch um diese Zeit :wink:
Bei dem Bier, bin ich dann natürlich mit dabei :mrgreen:
Darum ging es hier nur am Rande. Die These von jadelixx war, dass die Kirche ausrasten und so etwas wie eine Kulturrevolution durchziehen könne. Und ich habe das verneint oder zumindest extrem in Frage gestellt.
ingo_001 hat geschrieben: Der Punkt Politik wird von selbst (chinesischer Seite) nicht angesprochen, es sei denn, man (oder Familie) ist/sind in irgendeiner Weise davon betroffen.
Das kann ich so nicht ganz bestätigen. Zumindest die Tagespolitik wird bei meinen Bekannten (resp. meiner Freundin) schon kommentiert.
Skorpid hat geschrieben: Ich habe inzwischen aufgegeben meine chinesischen Bekannten/Freunde auf Politik/Mao/Minderheiten/etc. anzusprechen. Als Europäer hat man da keine Chance ein vernünftiges Gespräch zu führen. Finde ich persönlich sehr schade.
Das Problem ist, wir wissen auch relativ wenig darüber. Zumindest mir geht es so. Ich bereue mittlerweile manche Dinge, die ich meiner damaligen Freundin bzw. manchen Bekannten gesagt habe.
Und das mit dem "Ansprechen" ist so eine Sache.... Ich habe zwar manchmal auch das Bedürfnis, über solche Dinge zu reden. Aber wenn man das Gespräch anfängt und dann irgendwie (bewusst oder unbewusst) durchblicken lässt "ich weiß einige Dinge besser als ihr", dann kommt das leicht arrogant rüber.

Meine Erfahrung ist, dass man mit einigen Chinesen durchaus über Politik reden kann. Klar, manche sind nicht interessiert, aber das ist bei den Deutschen ja auch nicht anders.
Was mich allerdings etwas nervt (sorry, ich wiederhole mich), ist, wenn sie einen auf ein Thema ansprechen und dann ärgerlich werden, wenn man nicht ihrer Meinung ist. Ist mir voriges Jahr während der Tibet-Geschichte manchmal passiert.
Skorpid hat geschrieben: Was ich allerdings noch "blöder" finde, ist, wenn ausser den Chinesen dann die dazugehörigen europäischen Freunde, die es eigentlich besser wissen müssten, dann nur um zu gefallen, auch Mao hochrühmen, alles schönreden und sich versuchen anzubiedern
OK, ich habe noch nicht an vielen europäisch/chinesischen Diskussionsrunden teilgenommen, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. In Foren findet man solche Leute vereinzelt, aber in meinem Umfeld zumindest ich bisher nicht.
Das mit dem "besser wissen" ist so eine Sache (s.o.). Wir wissen vielleicht manche Fakten, die die Chinesen nicht wissen (obwohl manche hier im Forum mir da auch heftig widersprechen würden). Aber wir kennen oft die genauen Hintergründe nicht, bzw. die allgemeine Stimmung in China, zumal vor einigen Jahrzehnten.
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von bossel »

Bernhard hat geschrieben:Das mit dem "besser wissen" ist so eine Sache (s.o.). Wir wissen vielleicht manche Fakten, die die Chinesen nicht wissen (obwohl manche hier im Forum mir da auch heftig widersprechen würden).
Ich schätze mal, er meinte damit nur, daß man wohl genug über Maos Taten wissen sollte, um nicht auch noch Lobpreisungen anzustimmen.
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Re: Mit Chinesen über Politik reden

Beitrag von Babs »

bossel hat geschrieben: Also, bei den älteren Jahrgängen, die ich kenne, ist eher Zhou Enlai der größere Held. Die haben zwar ein Maobild an der Wand, aber in den Herzen ist doch Zhou.
das ist auch meine Erfahrung, vor allem bei Frauen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Frau nasse Augen bekommt, wenn sie anfängt von 周总理 zu schwärmen. Zur Erinnerung: Zhou Enlai hat alle Entscheidungen Maos - wenn auch manchmal widerwillig - mitgetragen.
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