Dieses Land

Allgemeine Fragen und Erfahrungsaustausch rund um China - Kultur - Geschichte usw.
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Liberator
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Re: Dieses Land

Beitrag von Liberator »

Aremonus hat geschrieben:Ich hab' in China neben einer Militäranlage gewohnt und kam somit quasi täglich mit Besäufnissen in Kontakt, während das in meinem Umfeld hier in Europa eher die Seltenheit ist.
Legt man in der chinesischen Armee Wert auf Trinkfestigkeit? Hätte ich jetzt nicht unbedingt vermutet, aber warum auch nicht...
Aremonus hat geschrieben: Die Mitteleuropäer sind sowieso ein komisches Volk und stellen sehr hohe Anforderungen an ihre Mitmenschen.
Genau so ist es :!:
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no1gizmo
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Re: Dieses Land

Beitrag von no1gizmo »

Aremonus hat geschrieben:Die Mitteleuropäer sind sowieso ein komisches Volk und stellen sehr hohe Anforderungen an ihre Mitmenschen.
Das tun chinesische Erwachsene auch, nur auf ganz andere Art und Weise. Die Beziehungen sind dort recht kompliziert und verlangen stets Aufmerksamkeit und Bemühungen..
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Bernhard
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Re: Dieses Land

Beitrag von Bernhard »

Aremonus hat geschrieben: Die Jugend ist auch meiner Meinung nach überall gleich - die Unterschiede entstehen mysteriöserweise erst danach :P
nein, diesen Eindruck habe ich überhaupt nicht. Asiatische Jugendliche sind anders. Einige Unterschiede haben Pythagoras und no1gizmo schon herausgestellt. Eine andere Sache ist, dass deutsche Studenten sehr an Parties interessiert sind, chinesische gar nicht so, sondern am Studieren (jetzt mal klischeehaft ausgedrückt).
Und worin sich deutsche von asiatischen Erwachsenen so sehr unterscheiden, kann ich nicht sehen. Meiner Meinung nach nähern die beiden Gruppen sich im Erwachsenenalter eher an...

no1gizmo hat geschrieben:
Aremonus hat geschrieben:Die Mitteleuropäer sind sowieso ein komisches Volk und stellen sehr hohe Anforderungen an ihre Mitmenschen.
Das tun chinesische Erwachsene auch, nur auf ganz andere Art und Weise. Die Beziehungen sind dort recht kompliziert und verlangen stets Aufmerksamkeit und Bemühungen..
das muss ich leider bestätigen.
Ich kenne China ja nicht so sehr "von innen". Aber wenn meine Freundin mir erzählt, wie kompliziert die Beziehungen selbst innerhalb der (weiteren) Familie sind und was für Ansprüche die Mitglieder aneinander haben, da denke ich mir oft: "was ist hier doch alles einfach, wie haben wir es doch gut!"
Geist

Re: Dieses Land

Beitrag von Geist »

Aber gerade auf Grund von klischeehaften Aussagen scheitern Diskussionen dieser Art doch immer wieder und geben ein total undifferenziertes Bild jew. Kulturkreise wieder.

No1Gizmo's Aussage hinterlässt den Eindruck das alle deutschen Clubs und Diskotheken grundsätzlich Schläger beherbergen und man sich deswegen tunlichst davor in Acht nehmen sollte welchen Menschen und erst Recht welche Frau man anschaut, während dies in Japan nie passieren würde.

@Bernhard

Wer sind denn alle deutschen Studenten, das sie denn alle nur Party wollen und nicht "studieren"? Ich habe auch studiert und kann auch vom Großteil meiner Kommilitonen sagen, das Parties und Saufereien doch eher zur Ausnahme gehörten da das Studium doch den erheblichsten Teil der Zeit eingenommen hat und von daher auch mit entsprechender Ernsthaftigkeit verfolgt wurde. War ich nun kein Student und wer sagt mir jetzt ob ich zur Minderheit oder Mehrheit gehöre? Gibt es da irgendwelche Messwerte?
Bernhard
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Re: Dieses Land

Beitrag von Bernhard »

ich habe ja gesagt, dass das ein Klischee ist.
Allerdings haben deutsche Studenten eine lange "Tradition" des Party-Machens. Die studentischen Trinklieder des 19. Jhd. legen dafür ein beredtes Zeugnis ab. Natürlich studieren sie auch, aber es gibt sehr wohl auch die Ansicht von der Studienzeit als der "schönsten Zeit im Leben", die man genießt, bevor der "Ernst des Lebens" beginnt.

Und so ein Image gibt es in China nicht. "Traditionell" nicht, und die Mehrzahl der heutigen Studenten sind auch eher zurückhaltend, wenn es um solche Vergügungen geht. Der chinesische "Student an sich" interessiert sich für sein Fach und seinen Lehrer.
Geist

Re: Dieses Land

Beitrag von Geist »

Bernhard hat geschrieben:ich habe ja gesagt, dass das ein Klischee ist.
Allerdings haben deutsche Studenten eine lange "Tradition" des Party-Machens. Die studentischen Trinklieder des 19. Jhd. legen dafür ein beredtes Zeugnis ab.
Achso, und weil Studentenverbindungen jeglicher Couleur Jahrzehnte lang für ihre trinkfesten Mitglieder bekannt waren, pflegt man dieses folkloristische Klischee auch heute noch. Nein, im Ernst. Mir ist bewusst das Deutschland eine entsprechende Trinkkultur hat und wenn man Studien glaubt, trinken 30 Prozent der Studenten leider zuviel. Grund ist natürlich der zunehmende Leistungsdruck und die Flucht vor Problemen. Was hilft da besser als ein Betäubungsmittel. Aber ich sage doch auch nicht, das sich alle Chinesen aus dem Fenster schmeißen nur weil unter diesen in bestimmten Altersklassen die Suizidraten entsprechend hoch sind.

Alkohol ist in China doch mind. so populär wie in Europa. Ob das nun beim Essen im Restaurant oder mit Geschäftspartnern war. Also ich habe da bisher noch nie die Ausnahme erlebt (was nichts heißen soll). Gerade in den nördlichen Regionen sind die Chinesen "Alkoholgelagen" m. E. n. alles andere als abgeneigt.
"Traditionell" nicht, und die Mehrzahl der heutigen Studenten sind auch eher zurückhaltend, wenn es um solche Vergügungen geht. Der chinesische "Student an sich" interessiert sich für sein Fach und seinen Lehrer.
Traditionell galt dies auch nicht für deutsche Schüler und Studenten. Da wurde Disziplin und Ordnung verlangt. Wenn nicht, gab's eine.

Der deutsche "Student an sich" interessiert sich auch für sein Studium, sonst würde er es wohl kaum wählen.
Bernhard
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Re: Dieses Land

Beitrag von Bernhard »

ich habe nie gesagt, dass deutsche Studenten sich nicht für ihr Studium interessieren. Ich habe nur gesagt, dass viele von ihnen Parties auch nicht abgeneigt sind und dass das bei chinesischen nicht so stark verbreitet ist.

In China fängt es eher nach dem Studium an. Wie du schreibst, sind viele Chinesen dem gemeinsamen (manchmal übermäßigen) Trinken auch nicht abgeneigt. Aber meist erst nach dem Studium...
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no1gizmo
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Re: Dieses Land

Beitrag von no1gizmo »

Bernhard hat geschrieben:Der chinesische "Student an sich" interessiert sich für sein Fach und seinen Lehrer.
Nein!

Also natürlich gibt es (nicht wenige) Studenten, die wirklich nur das studieren, was sie studieren wollen, aber in China (es gibt keine duale Ausbildung und auch keine anderen Bildungsalternativen mit Zukunftspotenzial) ist es erstmal wichtig überhaupt zu studieren und dabei ist (übrigens ähnlich wie in Japan) nicht das Fach der wichtigste Punkt. Für chinesische Studenten ist es erstmal wichtig, die bestmögliche Uni zu erreichen (z. B. Tongji-Uni, wenn die nicht klappt, dann vielleicht die Zhejiang-Uni, wenn es dort auch nicht geht, dann eine drittklassige, notfalls eine viertklassige Hochschule). Das Fach ist da absolut sekundär...., wobei Ingenieur-Studiengänge die Primorität haben, da Ingenieure höchste Anerkennung in China haben (auch in der Politik sind die Ingenieure in der Mehrzahl, z. B. Hu Jintao).

Umgekehrt wird in Deutschland kritisiert, dass die Leute im Luxus versinkent jeden Quatsch studieren, z. B. Sinologie (:wink:) oder Medienkuntibuntifächer, der den Studenten zwar interssiert, aber kaum anständiges Zukunftspotenzial bringt.

Dass der chin. Student sich für seinen Lehrer "interessiert" mag eher sein, nicht umsonst (im wahrsten Sinne..) bekommen Lehrer/Dozenten viele Geschenke von ihren Studenten..
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GoWest
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Re: Dieses Land

Beitrag von GoWest »

Na gut, eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen mich "auszukotzen" und es damit belassen allerdings gehen mit die Rassismus Vorwuerfe zuweit. An alle die mir eine NPD Gesinnung oder Rassismus vorwerfen, wenn man mal soviele Laender kennengelernt hat wie ich und mit sovielen verschiedenen Menschen aus allen moeglichen Laendern zusammenarbeitet hat, Abends mit Ihnen im Hotel an der Bar sitzt, sie zuhause in ihren Laendern besucht und tiefe Einblicke bekommt, dann ist Rassismus eine Stufe die man weit hinter sich gelassen hat. Es ist dann einfach nur eine sehr fundierte Beurteilung der Situation und kein Rassismus!
Ein alter Freund von mir der 30 Jahre lang Strassen in allen Laendern der Welt gebaut hat, hat mich letztes Jahr besucht (1. mal in China) und ist mit Entsetzen heimgefahren und gemeint, dass er solch etwas schreckliches noch nie erlebt, erfahren und gesehen hat.
Trotzallem hoffe ich noch das China sich zum Besseren entwickelt obwohl es nicht so aussieht wenn man sich mal die letzten 3000 Jahre anschaut. Enden moechte ich mit einem Zitat von einem meiner (vielen) chinesischen Freunde: "They where always like this and they will also be like this".

Cheers!
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happyfuture
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Re: Dieses Land

Beitrag von happyfuture »

... nicht umsonst erhalte ich von Chinesen immer wieder den gleich gut gemeinten Rat:

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beowulf
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Re: Dieses Land

Beitrag von beowulf »

Abends mit Ihnen im Hotel an der Bar sitzt..
Genau da liegt ja das Problem. :lol:

Segregationsstrategie in der sich die Zuwanderer abkapseln und nichts anderes tun als sich in ihrem Frust und Heimweh gegenseitig zu verstärken. Das ganze nimmt eine Dynamik an die erschreckend ist, und mit der Zeit die letzten Hemmungen fallen und Geraunze ständig positiv gegenseitig verstärkt wird. Das ist aber nicht China spezifisch, sondern diese Expat-Unkultur lässt sich von Nairobi bis Caracas finden.
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Re: Dieses Land

Beitrag von blur »

Wie siehts denn nun aus GoWest, wird da ein Job für mich frei?
Aremonus
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Re: Dieses Land

Beitrag von Aremonus »

Ein alter Freund von mir der 30 Jahre lang Strassen in allen Laendern der Welt gebaut hat, hat mich letztes Jahr besucht (1. mal in China) und ist mit Entsetzen heimgefahren und gemeint, dass er solch etwas schreckliches noch nie erlebt, erfahren und gesehen hat.
Also ich fand Arabien und ganz besonders Indien noch viel schlimmer - China verfügt dagegen über eine ganz brauchbare Infrastruktur.

Aber witzigerweise konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Deutsche sehr oft ein echtes Problem haben mit Chinesen und auch umgekehrt. An meiner Uni studieren viele Deutsche und viele Chinesen, aber wenn man mal mit einem Deutschen und einem Chinesen in 'nem Team ist, macht's keinen Spass. Der Deutsche legt dann oft ein arrogantes Verhalten und wenig kulturelle Sensitivität an den Tag (Begrüssung: na, haste Deinen Hund schon gegessen, höhöhöhö) und der Chinese verliert dann jegliche Motivation, kümmert sich nicht mehr um die Teamarbeit und ärgert sich. Hier scheint irgendetwas kulturell einfach zu sehr im Argen zu liegen...
Interessanterweise ist das bei Frauen nie ein Problem.

Wenn ich dann die Deutschen drauf anspreche heisst es (:=> siehe Eingangspost) und Seitens der Chinesen heisst es dann immer "die wollen ja nicht zusammenarbeiten, mögen uns nicht, sind arrogant" und so weiter und trauen sich nicht, irgendetwas zu tun, da sie ja wieder einen Fehler machen könnten und Gefahr liefen, als Dumm hingestellt zu werden. Dann bleibt die ganze Arbeit immer am Rest des Teams hängen. Inzwischen vermeide ich Gruppenkonstellationen, in denen sich Deutsche und Chinesen vermischen, da ich keine Lust habe Kindergartenmädchen zu spielen (es sei denn ich weiss genau, dass der entsprechende Deutsche eine gewisse Kulturkompetenz hat wie z.B. unser Laogai, dann ist das Problem nicht vorhanden).

Den Leuten, die solche Probleme in China habe, würde ich daher wärmsten empfehlen, mal den Fehler bei sich selber und nicht immer bei "den Chinesen" zu suchen. Das ist IMHO eine grundlegende Fähigkeit, die ich von jedem Verantwortungsträger erwarte. Ich würde nie jemanden mit derart wenig Kulturkompetenz ins Ausland schicken, das kann doch gar nicht zu brauchbaren Resultaten führen.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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ItsmeSusan
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Re: Dieses Land

Beitrag von ItsmeSusan »

Jeder hier hat doch irgendwie Recht.

Aber ich glaube, der Unterschied ist einfach, wo man gerade in China ist und welchen Bezug man zu China hat.

Hier in Guilin ist es manachmal schon arg schwer, den Chinesen keine Missgunst entgegen zu bringen.

Ich wirklich noch sie so viele schmutzige und stinkende Menschen gesehen und gerochen wie hier in Guilin. Und das ist keine Sache des Geldes, zumindest nicht zwangsläufig.
So war ich erst kürzlich in einer Bank, wartete am VIP Schalter. Dort kam dann ein chinesisches Pärchen hinzu. Dreckig und ärmlich gekleidet mit entsprechendem Geruch. Ich war nicht wirklich verwundert, weil hier die Menschen oft so gekleidet sind. Überrascht war ich dann aber doch als sie etwa sechs Plastiktüten mit zig Bündeln von Hundert-Yuan-Geldscheinen auspackten.

Benehmen, klar, da treffen Kulturen aufeinander, wer mag da entscheiden, was gut und was schlecht ist?
Aber gewisse Verhaltensweien finde ich einfach nur widerlich.
So sind wir beispielsweise des öfteren in einem 5-Sterne Hotel zugegen, als Treffpunkt, zum Sport usw. Hier passieren immer wieder unglaubliche Begebenheiten.
Neulich ließ erst wieder ein Vater sein Kind an das Handwaschbecken des Toilettenraumes und ließ das Kind (etwa drei Jahre alt) in hohem Bogen hineinpinkeln, so dass Spiegel und Ablagen ebenfalls nass wurden.
Im Jakuzi werden regelmäßig ganze Familienwaschungen mit Shampoo etc. abgehalten.
Usw.usw.

Ich finde das einfach ekelig, ich finde, da muss man sich auch nicht anpassen.
Manche Dinge tut man einfach nicht, in China nicht, in Deutschland nicht und sonstwo nicht.
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MannAusChina
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Re: Dieses Land

Beitrag von MannAusChina »

@Geist,

Du warst ganz aufgeregt, wenn Bernhard die Trinkenkutur der Deutschen deiner Meinung nach übertreibend dargestellt hast. Zu der Aussagen von GoWest bis du aber ganz locker geblieben. Kann man das als "Heuchelei" beschreiben?
Bin schon 16 Jahre permanent in Deutschland. Vielleicht klinge ich daher manchmal etwas überzogen, aber ich kann meine Toleranzgrenze für Double B nicht mehr weiter erhöhen. Bitte um Nachsicht.
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