Seite 4 von 9

Re: China verschweigt Hinrichtungen

Verfasst: 30.03.2010, 16:35
von tarkan
Pinyin hat geschrieben:Oh man(n)! Habe auch gerade einmal die Beiträge des kosmopolitischen tarkan überflogen...

Pinyin, der gegen jede Form von Extremismus und Fremdenfeindlichkeit ist!

tolle argumentation von dem initiator der "echten, freien diskussion". :mrgreen:

echt beeindruckend!

Re: China verschweigt Hinrichtungen

Verfasst: 30.03.2010, 16:46
von chinavelo
Nur mal so zwischendurch: sollte das Land Hessen eines Tages aus der Bundesrepublik Deutschland austreten (momentan gibt dazu auch keinen Anlaß, aber man weiß ja nie), kann ein Verurteilter nach Artikel 21, Absatz 1 Satz 2 der Hessischen Verfassung bei besonders schweren Verbrechen zum Tode verurteilt werden. Da aber der Artikel 102 GG dem gegenübersteht (Bundesrecht bricht Landesrecht), ist Artikel 21,1,2 HV bedeutungslos (aber auch nur solange Hessen zur BRD gehört). Interessant dabei ist, daß es die hessischen Parlamentarier bis heute nicht für notwendig erachteten, den betreffenden Satz aus der HV zu streichen. Man will sich wohl alle Optionen offen halten.

Bernd

Re: China verschweigt Hinrichtungen

Verfasst: 30.03.2010, 16:58
von Pinyin
Tarkan, nach dem Bild das du in dieser und auch in der anderen Diskussion ablieferst, erübrigt sich doch eine sachliche und inhaltliche Diskussion mit dir.

Wenn du deine polemische Argumentation (Der böse Westen, Vergleiche der Forumsteilnehmer mit Nazis, usw.) ablegst und versuchst inhaltlich zu diskutieren und deine Sicht zu begründen, wäre es überhaupt kein Problem sich inhaltlich auszutauschen. Das Forum lebt davon, dass hier Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und verschiedenen Lebensbiographien aktiv sind und Meinungen austauschen. Da ist jeder eingeladen und jeder kann auch seine eigene Meinung vertreten. Ich möchte dich in deiner Sicht (Pro-Hinrichtungen) ja garnicht umstimmen aber es macht kein Sinn sich mit dir auszutauschen, wenn du polemisch die Diskussionsteilnehmer beleidigst und keine Argumente bringst.

Du kannst mich und bestimmt auch andere Forumsteilnehmer ehr überzeugen, wenn du inhaltlich diskutierst. Auch bist du mit vielen Positionen nicht alleine. In Europa und den sogenannten "Westen" (eigentlich mag ich diese künstliche Aufspaltung nicht!) gibt es Befürworter der Todesstrafe und ein breiter Teil der Bevölkerung steht bewaffneten Konflikten ablehnend gegenüber. So hat die "Schöder-SPD" im Jahr 2005 u.a. mit dem "Nein zum Irakkrieg" die Bundestagswahlen gewonnen.

Also solltest du vielleicht einmal darüber nachdenken nicht alle Menschen einer Region in eine Schublade zu packen und die Meinungsbildung differenzierter zu sehen.

So habe auch ich in vielen Gesprächen und Diskussionen mit ChinesInnen unterschiedliche Positionierungen gehört.

Re: China verschweigt Hinrichtungen

Verfasst: 30.03.2010, 17:56
von robbe
chinavelo hat geschrieben:Nur mal so zwischendurch: sollte das Land Hessen eines Tages aus der Bundesrepublik Deutschland austreten (momentan gibt dazu auch keinen Anlaß, aber man weiß ja nie), kann ein Verurteilter nach Artikel 21, Absatz 1 Satz 2 der Hessischen Verfassung bei besonders schweren Verbrechen zum Tode verurteilt werden. Da aber der Artikel 102 GG dem gegenübersteht (Bundesrecht bricht Landesrecht), ist Artikel 21,1,2 HV bedeutungslos (aber auch nur solange Hessen zur BRD gehört). Interessant dabei ist, daß es die hessischen Parlamentarier bis heute nicht für notwendig erachteten, den betreffenden Satz aus der HV zu streichen. Man will sich wohl alle Optionen offen halten.

Bernd
Das machen einige Staaten so. Gibt recht viele Staaten mit der Todesstrafe, jedoch wird sie in diesen Staaten auch oft nicht mehr angewandt. Vielleicht ist es in Hessen aufwendig dieses Gesetz zu streichen? Keine Ahnung, würde mich auch interessieren.

Chinesen haben wohl einfach ein anderes Rechtsverständnis, wenn sie der Todesstrafe zu stimmen. In Somalia ist es normal, dass Ehebrecher gesteinigt werden (im Spiegel oder Stern gabs mal Fotos, falls es jmd bezweifelt).
Mich würde mal interessieren, ob die meisten Hinrichtungen auf dem Land oder in Städten stattfinden (China). Was ich mal so gelesen habe, ist die Hinrichtung öffentlich (lieg ich da falsch?). Interessant fände ich auch hier, ob sich die Akzeptanz zwischen Land und Stadt unterscheidet.

Ich halte es auch für problematisch bzw. nicht wirkungsvoll sich als Fremder in solche Gesellschaftsthemen einzumischen, um "gute Ratschläge" zu geben.

Re: China verschweigt Hinrichtungen

Verfasst: 30.03.2010, 18:22
von tarkan
Pinyin hat geschrieben:Tarkan, nach dem Bild das du in dieser und auch in der anderen Diskussion ablieferst, erübrigt sich doch eine sachliche und inhaltliche Diskussion mit dir.

Wenn du deine polemische Argumentation (Der böse Westen, Vergleiche der Forumsteilnehmer mit Nazis, usw.) ablegst und versuchst inhaltlich zu diskutieren und deine Sicht zu begründen, wäre es überhaupt kein Problem sich inhaltlich auszutauschen. Das Forum lebt davon, dass hier Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und verschiedenen Lebensbiographien aktiv sind und Meinungen austauschen. Da ist jeder eingeladen und jeder kann auch seine eigene Meinung vertreten. Ich möchte dich in deiner Sicht (Pro-Hinrichtungen) ja garnicht umstimmen aber es macht kein Sinn sich mit dir auszutauschen, wenn du polemisch die Diskussionsteilnehmer beleidigst und keine Argumente bringst.

Du kannst mich und bestimmt auch andere Forumsteilnehmer ehr überzeugen, wenn du inhaltlich diskutierst. Auch bist du mit vielen Positionen nicht alleine. In Europa und den sogenannten "Westen" (eigentlich mag ich diese künstliche Aufspaltung nicht!) gibt es Befürworter der Todesstrafe und ein breiter Teil der Bevölkerung steht bewaffneten Konflikten ablehnend gegenüber. So hat die "Schöder-SPD" im Jahr 2005 u.a. mit dem "Nein zum Irakkrieg" die Bundestagswahlen gewonnen.

Also solltest du vielleicht einmal darüber nachdenken nicht alle Menschen einer Region in eine Schublade zu packen und die Meinungsbildung differenzierter zu sehen.

So habe auch ich in vielen Gesprächen und Diskussionen mit ChinesInnen unterschiedliche Positionierungen gehört.

es ist wirklich erheiternd bei soviel gestörter wahrnehmung und absichtlicher verdrehung.

erstens bist du derjenige, der in diesem thread mit der polemik angefangen hat: nachdem ich bei deinen behauptungen nach beweise gefragt habe, rastest du aus und warf mit wörtern wie "paranoia" und "verfolgungswahn" um dich, da sollst du wirklich zuerst mal in den spiegel gucken.

zweitens habe ich schon deutlich meine position zur todesstrafe hier kundgetan: ich bin weder für noch gegen die todesstrafe in allgemein; wenn die deutschen dagegen sind, fein; wenn die chinesen sie befürworten, auch kein problem. was ich nervig finde, ist diese besserwisserische haltung, eigene meinung den menschen in anderen ländern aufzwingen zu wollen.

da du mir absichtlich unterstellst, die todesstrafe zu unterstützen, zeigt schon, dass du hier überhaupt keine sachliche diskussion führen möchtest.

was schröder anbelangt, war es eine einzige heuchelei. oberflächlich wetterte er gegen den irakkrieg, insgeheim kooperierte und unterstützte er der US-kriegsmaschinerie wo er nur kann: geheimdienstlich, logistisch, organisatiorisch. aber das alles hat ihm nicht genützt, schliesslich wurde er einfach abserviert. das zeigt, wie das westliche system zur scheindemokratie verkommen ist.

Re: China verschweigt Hinrichtungen

Verfasst: 30.03.2010, 23:13
von Topas
Ohne jetzt die ganzen Vorpostings gelesen zu haben :
tarkan hat geschrieben:eigene meinung den menschen in anderen ländern aufzwingen zu wollen.
Die Problematik sehe ich vielmehr darin, dass es bei Todesurteilen, in welcher Form auch immer, nicht um eine blose Meinung oder politischen Zwecken wegen gehen darf. Das gilt auch für andere Lebensbeschneidende Strafen ( etwa Lebenslänglich, Arbeitslager etc ). Nur leider spielen Meinungen zu häufig eine Rolle. Politische Meinungen, Wirtschaftliche Meinungen, gesellschaftliche Meinungen. Und damit meine ich nicht, die freie Verfolgung der interessen, sondern vielmehr, das meinungen eher subjektiv und emotional dem Ego folgend vertreten werden. Gerade jedoch in Rechtssystemen muss dieser Faktor möglichst aushgeklammert werden. Und bei rein objektiver Betrachtung ( vor allem im Hinblick auf grossen Anzahl an Fehlurteilen ) ist die Todesstrafe nonsense, da - einmal ausgeführt - sie nicht mehr abänderbar ist.

Zudem ist die Anwendung einer Todesstrafe letztendlich der Versuch ein Ergebnis mit einem Ergebnis zu verändern. Als würde versucht, Feuer mit Feuer zu löschen. Und ob zwei Tote soviel besser sind als einer ? Primär müssen die Ursachen bekämpft werden - in der Richtung hingehend, dass Menschen gar nicht mehr einen Mord in Betracht ziehen. Klar - Kritiker sagen jetzt, das es immer Mörder geben wird. Nun, aber dass ist kein Grund, einen weiteren Mord zu legalisieren. Die Gerfahr besteht nun mal, das solch ein legalisiertes Instrument für irgendwelche Machtzwecke missbraucht werden kann.

Re: China verschweigt Hinrichtungen

Verfasst: 30.03.2010, 23:23
von andy
tarkan hat geschrieben:oberflächlich wetterte er gegen den irakkrieg, insgeheim kooperierte und unterstützte er der US-kriegsmaschinerie wo er nur kann: geheimdienstlich, logistisch, organisatiorisch. aber das alles hat ihm nicht genützt
Könntest du für diese Behauptung mal Beweise, Quellen und dergleichen posten?

Re: China verschweigt Hinrichtungen

Verfasst: 31.03.2010, 00:21
von Laogai
Seufz :( :( :(
Alle drei Jahre wieder?

Meine Anmerkungen zum Thema Todesstrafe (in China):
1) Irgendwo hier im Thread wurde der Begriff "Rechtsstaat" in die Runde geworfen. Seit 11 Jahren gibt es den deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialog [1][2]. Schon allein die Tatsache, dass dieser Dialog nicht propagandistisch ausgeschlachtet wird -weder von der chinesischen noch von der deutschen Seite, denn er ist kaum bekannt und findet in den Medien kaum Beachtung- zeigt doch, dass der chinesischen Regierung durchaus daran gelegen ist, das Land in Richtung moderner Rechtsstaat zu entwickeln.
Dabei sollte man nie die Dimensionen und die historischen Hintergründe Chinas aus den Augen lassen! 1.300.000.000 Menschen lassen sich nicht binnen weniger Jahre von einer Gesellschaft aus dem 19. Jahrhundert in die moderne westliche Welt katapultieren.

2) Seit ein paar Jahren müssen alle Todesurteile in China vom Obersten Volksgericht bestätigt werden. Ich weiß nicht, ob dies ein Erfolg des Rechtsstaatsdialog ist, aber immerhin ein Schritt in eine wichtige Richtung. Je mehr Menschen bei der Entscheidungsfindung zu einem Urteil einbezogen sind, umso weniger Willkür.

3) Machen wir uns doch nichts vor! Dass es in Deutschland keine Todesstrafe (mehr) gibt ist nicht dem deutschen Volk zu verdanken (wobei ich bei dem Wort "verdanken" schon wieder etwas zusammenzucke), sondern den Machern des deutschen Grundgesetzes. Wäre eine Einführung der Todesstrafe per Volksentscheid in Deutschland möglich hätten wir diese ratzfatz, spätestens nach dem nächsten Kinderschänder, der durch die Regenbogenpresse geht.

Re: China verschweigt Hinrichtungen

Verfasst: 31.03.2010, 00:27
von ingo_001
Eloquent auf den Punkt gebracht - ein gutes Schlussstatement für diesen Thread.

Re: China verschweigt Hinrichtungen

Verfasst: 31.03.2010, 03:18
von beowulf
Mit Chinesen diskutiere ich aber nur noch ungern darüber, weil der chin. Minderwertigkeitskomplex jegliche Kritik aus dem Westen ablehnt.
Es sind genau solche Stammtischparolen, welche eine Diskussion von vorhinein eskalieren lassen. Können wir vielleicht in Zukunft versuchen uns nicht gegenseitig "Rassismus", "Gehirnwäsche" und "Minderwertigkeitskomplexe" vorzuwerfen? :wink:

Re: China verschweigt Hinrichtungen

Verfasst: 31.03.2010, 03:32
von Grufti
chinavelo hat geschrieben:Nur mal so zwischendurch: sollte das Land Hessen eines Tages aus der Bundesrepublik Deutschland austreten (momentan gibt dazu auch keinen Anlaß, aber man weiß ja nie), kann ein Verurteilter nach Artikel 21, Absatz 1 Satz 2 der Hessischen Verfassung bei besonders schweren Verbrechen zum Tode verurteilt werden. Da aber der Artikel 102 GG dem gegenübersteht (Bundesrecht bricht Landesrecht), ist Artikel 21,1,2 HV bedeutungslos (aber auch nur solange Hessen zur BRD gehört). Interessant dabei ist, daß es die hessischen Parlamentarier bis heute nicht für notwendig erachteten, den betreffenden Satz aus der HV zu streichen. Man will sich wohl alle Optionen offen halten.

Bernd

hahahhahaha .... da sind die Bayern direkt fortschrittlich, denn aus der bayerischen Verfassung wurde die Todesstrafe in der Verfassungsreform vom 20.02.1998 abgeschafft.....

Re: China verschweigt Hinrichtungen

Verfasst: 01.04.2010, 15:30
von ingo_001
Grufti hat geschrieben:hahahhahaha .... da sind die Bayern direkt fortschrittlich, denn aus der bayerischen Verfassung wurde die Todesstrafe in der Verfassungsreform vom 20.02.1998 abgeschafft.....
Is´ es wahr 8)

Re: China verschweigt Hinrichtungen

Verfasst: 01.04.2010, 16:23
von Skorpid
Grufti hat geschrieben: .... da sind die Bayern direkt fortschrittlich, denn aus der bayerischen Verfassung wurde die Todesstrafe in der Verfassungsreform vom 20.02.1998 abgeschafft.....
Erzähl das mal Bruno...

Langsam wird's hier aber Off-Topic...

Re: China verschweigt Hinrichtungen

Verfasst: 01.04.2010, 16:46
von chinavelo
Skorpid hat geschrieben:
Grufti hat geschrieben: .... da sind die Bayern direkt fortschrittlich, denn aus der bayerischen Verfassung wurde die Todesstrafe in der Verfassungsreform vom 20.02.1998 abgeschafft.....
Erzähl das mal Bruno...

Langsam wird's hier aber Off-Topic...
Die Ermordung Brunos war letztendlich dafür ausschlaggebend, daß Deutschland im Jahre 2006 nicht Fußball-Weltmeister wurde.

Bernd

Re: China verschweigt Hinrichtungen

Verfasst: 01.04.2010, 19:52
von mistervac
tarkan hat geschrieben: die chinesen sind mehrheitlich für die todesstrafe, und sie brauchen keine belehrung aus dem westen.
Das entspricht auch meiner Erfahrung. Nur : Interessiert es das ZK was "Die Chinesen" wolllen ?? Wohl kaum. Hier liegt doch der Hund begraben in der "Peoples" Republic.