punisher2008 hat geschrieben:Wie gesagt, was "besser" ist, ist reine Geschmackssache.
Star Wars und Star Trek sind beides SciFi - ansonsten aber haben sie wenig miteinander gemein.
Während Star Wars als modernes Märchen (Prinzessinn wird durch Held gerettet ... etc konzipiert wurde), zeigt Star Trek eine fiktiv mögliche Zukunft, in der eine geeinte Menschheit die Missstände unserer Zeit erfolgreich überwunden hat. Das die Handlung hauptsächlich im Weltrum spielt, mag der Tatsache geschuldet sein, das so spannendere Handlungen eingebaut werden konnten.
In der Hauptsache gings dem Erfinder von Star Trek (Gene Roddenberry) darum den
Toleranz-Gedanken auf eine einem breiten Publikum zugänglichen Art und Weise näher zu bringen.
Seine Idee oder besser Vision von einem friedlichem Zusammenleben der Menschheit kann gar nicht genug hervorgehoben werden. Muss man sich doch ins Gedächtnis rufen, zu welcher Zeit (Mitte der 1965er) er das verwirklicht hatte: Der kalte Krieg war im vollem Gang, von Gleichbereichtigung von Farbigen konnte keine Rede sein und der 2. Weltkrieg lag gerade mal 20 Jahre zurück.
Und was macht er?
Entgegen dem damaligen politischen Zeitgeist macht er Amis, Russen, Farbige, Japaner und einen Halb-Ausserirdischen zur "Brücken-Crew" und zeigt so augenfällig, wie belanglos die in unserer Realzeit gemachten Unterschiede sind.
Star Trek war (und ist) auch immer ein Stück Sozial-Kritik an bestehenden realen Verhältnissen.
Deshalb ist Star Trek m.E. nicht nur SciFi, sondern mehr noch eine Aufforderung unsere kleinlichen Zänkereien ernsthaft zu hinterfragen.
punisher2008 hat geschrieben:Die Anhänger von ST mögen etwas fanatischer sein, und sich selbst etwas ernster nehmen
Nicht fanatischer - wohl aber aus o.g. Gründen ernster, weil eine konkrete Botschaft vermittelt wird.
punisher2008 hat geschrieben:aber man kann nicht grundsätzlich behaupten, dass ST kulturell einflussreicher als SW ist.
Doch, kann man, weils bei Star Trek im Kern um die positive Darstellung einer fiktiven Realität geht, die verwirklicht werden
könnte.
punisher2008 hat geschrieben:Man darf nicht vergessen, SW sollte ein "modernes" Märchen werden,
Und
DAS ist eben der endscheidende Unterschied zu Star Trek.
punisher2008 hat geschrieben:ST dagegen reiner SF. Bei SW steht die Technik eher im Hintergrund, es geht mehr um die Charaktere, Handlung oder sogar Philosophie. Bei ST gibt es keinen durchgehenden Handlungsfaden, sondern nur einzelne Abenteuer, irgendwie gibt es kein zentrales Thema.
Doch das zentrale Thema ist Toleranz.
Und die Handlung bei Star Trek ist ab STNG (u. folgende) auch in sich weitgehend schlüssig. Das trifft umso mehr auf die Star Trek Kinofilme zu.
Nicht vergessen: Star Trek wurde zuerst als Serie konzipiert und erst nach dem unerwarteten Erfolg der Serie (auch) ins Kino-Format gebracht.
Star Trek ist einfach komplexer als Star Wars-
punisher2008 hat geschrieben:Außerdem finde ich sogar, SW wirkt "realistischer". Waffen, Raumschiffe, Kleidung, Kämpfe und Technologie orientieren sich näher an der heutigen Welt, und wirken weniger weit entwickelt als bei ST.
Was aber durch mystische und pseude-relegiöse Inhalte kompensiert wird.
Von der Konzeption her hat Star Wars m.E. mehr mit dem Herrn der Ringe gemeinsam als mit Star Trek.
Wobei die ersten Beiden klar als Märchen gelten, bei denen man mal so richtig schön "abschalten" kann (ist jetzt wirklich nicht negativ gemeint).
Star Wars ist m.E. reines "Popcorn-Kino", welches auch gut gemacht ist, wobei ich die ursprünglichen ersten drei Filme besser finde als die Nachgedrehten. Da wurde für meinen Geschmack zuviel Wert auf Effekte gelegt - zu Ungunsten der Handlung.
Special Effects ersetzen für meinen Geschmack keine Handlung.