sweetpanda hat geschrieben:edmund27 hat geschrieben:So sind halt alle Machthaber. Egal ob Demokratie oder Diktatur. Wenn es um Ihre Interessen geht sind alle Systeme gleich.

So wollen vielleicht die Machthaber in beiden Systemen sein...bleiben es in einer Demokratie aber nicht lange.
2 Beispiele die deutlich machen wie Demokratien mit solchen Zwischenfällen anders umgehen.
Ein gewisser Benno Ohnesorg wurde 1967 von einem Polizisten, der heute als Stasimann entlarvt ist, bei einer Demo erschossen. Es war der "Startschuss" für die Studentenbewegung mit umfassenden gesellschaftlichen Veränderungen die das ganze politische Klima in Deutschland nachhaltig veränderten.
Sowas würde es aber heute gar nicht mehr geben.
Damals gabs ne klare Rechts-/Links-Trennung bei den Wählern.
Das gibts heute gar nicht mehr.
Die Wahlprogramme von CDU/CSU und SPD sind in weiten Teilen austauschbar.
Selbst die jeweils eigenen Mitglieder bzw. die potentiellen Wähler, tippten bei Testfragen auf die jeweilige Konkurrenz.
Und de Facto, ist das auch die Situation im heutigen China.
Solange die breite Masse, sich vom jetzigen System mehr Vor- als Nachteile verspricht/erhofft, wirds da auch keine gravierenden Umbrüche geben.
Die allgegenwärtige Korruption, die Umweltverschmutzung und die weiter werdende Schere zwischen arm und reich - das (und m.E. nur das), sind potentielle "Sprengsätze" für gravierende Veränderungen.
Sollte das die chin. Regierung aber in den Griff bekommen (wovon ich ausgehe, denn sie wird sich nicht den Ast absägen, auf dem sie sitzt), dann wird sich nichts ändern.
Und genau nach dem Prinziep regiert "Mutti" hier auch mit ihrer GroKo: Nur das ändern, was unvermeidlich ist, um am Ruder zu bleiben.
Bei uns heißt das hochtrabend Demokratie.
De Facto aber am Ende kein großer Unterschied zur chin. Variante.
Volk hier ist satt und träge - und will daran nichts ändern.
Und die Chinesen sind, bis auf die von mir genannten Punkte im Großen und Ganzen auch mit dem Status Quo zufrieden.
Wenn nicht, würden sie ihn nämlich ändern.
sweetpanda hat geschrieben:Ein neueres Beispiel sind die Proteste um Stuttgart 21. Ein überharter Polizeieinsatz fegte die CDU-Regierung aus einem CDU-Stammland und heute haben wir dort einen Grünen Ministerpräsidenten.
Hat aber im Bund nichts geändert, weils ne Landtagswahl war.
Allenfalls im Bundesrat, hats "Mutti" etwas gekostet.
sweetpanda hat geschrieben:Im Bund werden nun sogar Schwarz-Grüne Koalitionen möglich gehalten.
Das sind Gedankenspiele von Hinterbänklern aus der 2. bzw. 2. Reihe.
Für die Altvorderen gilt: Nein, das haben beide Seiten kategorisch (für die nächste Bundestagswahl) ausgeschlossen.
Wenn, dann also frühestens in 7 Jahren.
sweetpanda hat geschrieben:Hier wird deutlich welche Stärken eine Demokratie hat und welche Schwächen eine Diktatur, auch die in China, hat. Die einen werden durch Volkes Wille abgesetzt, die anderen halten sich mit blanker Gewalt an der Macht.
De facto entwickelt sich die dt. Demokratie in Richtung des österreichischen Proporz hin.
Stichworte: Rente mit 63, Mütterrente.
Dazu noch "Muttis" "Sowohl-als-auch" Schaukeleien + mangelnden (fehlenden) klaren Aussagen ...
De facto also ... ja, genau -> noch mehr Parteienverdrossenheit - was NICHT Politikverdrossenheit bedeutet.
Ob die stetig sinkende Wahlbeteiligung nun ein Beleg für den Erfolg unsere Demokratie ist, bezweifle ich.
Logisch wäre eine Wahlpflicht: Da würde sich sehr schnell zeigen, ob da tatsächlich die derzeitige GroKo gewählt worden wäre.
Ich sage mal: Nein, das Ergebnis wäre differenzierter und ehrlicher.
Nur, um das klar zu stellen: Natürlich bin ich für unsere Demokratie und auch dafür das Wahlrecht auch auszuüben.
Aber wenn "Mutti" & Co. von einer Mehrheit in der Bevölkerung sprechen, dann ist das ne Mogelpackung und eine vorsätzl. Falschaussage, denn sie lassen die Nichtwähler da unter den Tisch fallen.
Deswegen bin ich für eine Wahlpflicht.
Die gibts übrigens nicht nur in China, sondern auch im ein oder anderen EU-Land.
Wers nicht glaubt - einfach mal googeln.