Das "könnte" nicht nur so sein, sondern ist auch ganz bestimmt so.
Naja, dann sind wir uns ja eh einig.
Narf.... wer ist Kommunist?
Ist Stoff für einen ganzen eigenen Thread
Sind die chinesichen Bürger überzeugte Kommunisten?
Naja abgesehen jetzt von der Frage "was und wer ist ein Kommunist" (siehe oben), kann man schon sagen, dass ab einen gewissen Zeitpunkt der Kommunismus in China schon sehr populär war. "Aufgezwungen" ist das falsche Wort. Und auch eine typisch westlich (verzeihung, will hier keine Fronten aufbauen) naive Sichtweise. Ähnlich aktuell in Indien. Hier wird das erstarken des "Maoismus" als eine Art Virus beschrieben. Das die sozialen und wirtschaftlichen Umständen dazu führen, dass sich die Leute dem Kommunismus zuwenden wird gerne ignoriert. Das war in China nicht anders. Die Europäer waren sogar indirekt die größten Unterstützer des Kommunismus in China. Das Verhalten der (Halb)Kolonialmächte war letztendlich der Grund, warum sich der gläubige Christ Sun Yatsen zur Sowjetunion hingewandt hat.
Jedenfalls konnte zu dieser besagten Zeit kein echtes Unternehmertum wachsen, kein echter Marktwettbewerb und die Eigenverantwortung bzw. auch die Möglichkeit aufzustreben war nicht gegeben.
Naja - dann ist es ziemlich überraschend wie quasi über Nacht die Chinesen zu erfolgreichen Unternehmern wurden.

Das Unternehmerwesen und Geschäftswesen war bei den Chinesen schon länger entwickelt. Sie haben nicht ganz umsonst den Spitznamen die "Juden Asiens".
Unter solchen Bedingung kann auch kein nachhaltiges Qualitätsbewusstsein entstehen, denn es gab keinen Wettbewerb, an dem man sich messen kann. Motivation gegen Null.
Sehe ich ganz anders. Ein Qualitätsbewusstsein ist in China sehr stark vorhanden (die Chinesen achten sobald sie es sich leisten können darauf selbst Qualität zu kaufen. An sich kaufen wir Europäer oft Ramsch wo sich die Chinesen selbst fragen, was mit uns eigentlich los ist

)
Nur - der Markt für Qualitäts- und High Tech produkte war schon von den Europäern und Amerikanern besetzt. Gleichzeitig fehlen die Ressourcen, das technische Wissen und die Erfahrungen für einen internationalen Markt. Dafür ist massenweise billig und auch relativ kompetente Arbeitskraft vorhanden. Es ist an sich vollkommen logisch, dass die Chinesen sich auf die Billigproduktion konzentrierten. Das haben übrigens die Taiwanesen, Japaner, Koreaner usw. auch so gemacht. Die haben halt nur 2 Jahrzehnte vorher angefangen und konnten auf westliche Unterstützung (oder zumindest keine Sabotage - stimmt auch nicht ganz. Japan wurde ab den späten 80ern auch torpediert was geht) aufbauen.
Mao Zedong hat das eben einige Jahrzehnte (auch teilweise noch nach seinem Tod, welcher als Feiertag in China eingehen sollte) gekonnt verhindert.
Die große Frage wie schlecht Mao für China war.... Oft diskutiert, aufgrund der Umstrittenheit der Person, aber leider meist nicht nüchtern. Mao führte einige Dinge durch, welche die GMD niemals, oder höchstens nur eingeschränkt, durchführen hätte können, aber für eine gewisse wirtschaftliche Entwicklung die benötigte Basis ist. Unter anderem steht er für die neue Landverteilung (weniger positiv ausgedrückt, Zwangsenteignung der Großgrundbesitzer). China hätte hier sehr leicht den Weg Südamerikas inklusive United Fruit & Co. einschlagen können. Natürlich alles "was, wäre wenn" Spekulationen. Vielleicht wäre ganz China schon auf dem wirtschaftlichen Niveau von Tokio. Glaub ich aber nicht. Mir ist diese Beurteilung der "verlorenen Jahre" etwas zu einfach und zu vorschnell. Was jetzt nicht bedeutet, dass ich alle Entscheidungen Maos positiv sehe. Ich vertrete halt nur den Standpunkt, dass dies alles miteinander verbunden ist. (Kaiserreich, Kolonialismus, Republik, Kommunismus um Mao, Gaige Kaifang ab 80er)
Nur bitte, es gibt schon einige, die den Arsch in der Hose haben und ihre träume verwirklichen, einige davon sind erfolgreiche Mittelständler, die in die ganze Welt Qualitätsware exportieren, andere sind gar Konzerne geworden.
Das gilt aber für China auch. Ich weiß nicht, ich kann hier mehr technologische, wirtschaftliche und politische Faktoren wahrnehmen die hier einen Einfluss haben. Kulturell eher weniger. Profit wollen alle machen und alle wollen das am liebsten mit einer Idee für die sie stehen und die sie selbst irritiert. Leider trifft das nur auf die wenigsten zu.
Quark. Es gibt viele Absolventen, nenen wir sie ruhig Wissenschaftler, welche von ihrer Idee überzeugt sind und diese nur in einen Businessplan verpacken müssen (nicht wollen), um sie realisieren zu können. Im Kern ist aber die Idee, nicht der schnelle Profit.
Und wer entscheidet ob diese Idee sich dann auch durchsetzt? Ausserdem, wer sagt, dass dies bei Chinesen nicht zutrifft? Die Prioritäten sind halt anders. Obwohl auch nicht wirklich. Der deutsche enscheidet sich aufgrund Risikovermeidung die Idee zu verwerfen und bei Siemens anzufangen und der Chinese sich dafür ein kleines Unternehmen zu gründen welches billige (und kopierte um noch mehr auf Sicherheit zu gehen) Produkte für Deutschland herstellt, wie z.B. einen Wäscheständer und genug Profit einzufahren um einen gewissen Wohlstand und Sicherheit für sich und seine Familie zu erreichen.
Aber die Maßstäbe sind schon andere.
Ja aber warum? Weil einige Länder inzwischen auf dem Standpunkt sind wo sie selbst nicht mehr oder kaum produzieren aber dafür umso mehr forschen? Und ihre Produktion gesamt nach China auslagern?
Von meinen deutschen Kollegen hier in Japan, waren schon einige in Thailand, Korea, China, Vietnam usw. und alle sind sich komischerweise einig, dass es in China ganz besonders krass ums liebe Geld geht.
Also Japan und Korea waren und sind doch genauso Geldfixiert wie Chinesen. Vielleicht jetzt weniger, da schon mehr Wohlstand vorhanden ist. Aber ich bekomme genug Sachen gerade aus Korea mit, vor allem die in den 80ern und 90ern gelaufen sind, die könnten 1:1 aus dem chinesischen Hinterland stammen. Weil ich gerade neulich darüber mit meiner Frau geredet habe - siehe z.B. Daegu Brandkatastrophe 2003 mit über 100 Toten. Du musst hier nur etwas tiefer schürfen, weil die westlichen Massenmedien über solche Dinge bei Korea oder Taiwan wenig bis gar nicht berichten. Beim besagten Daegu Brand, stand der Brandstifter und die Tat im Mittelpunkt. Über die Korruption und dem Pfusch beim Bau wurde gar nichts berichtet. Und gerade dies führte dazu, dass aus einem kleinen Brand in einem U-Bahn Wagon die U-Bahnstation und das anschliessende Einkaufszentrum in kurzer Zeit zu einer Todesfalle wurden.
Wäre das gleiche in Peking passiert.... Naja, ich glaub du weisst schon worauf ich hinauswill.
Thais sind in der Tat etwas anders. Die haben weniger eine Unternehmer Mentalität. Deswegen ist auch die Thai Wirtschaft in thai-chinesischer Hand. Aber Qualitätsbewusster sind Thais deswegen auch nicht.
Vietnam orientiert sich meines Wissens nach (was natürlich nur oberflächlich ist, ich kenne Vietnam nicht sehr gut) sehr stark an den Chinesen und der KP.
Qualitätsbewusstsein hängt von vielen Faktoren ab. Deutsche sind im Schnitt vielleicht sorgfältiger bei der Arbeit, aber die individuelle Komponente spielt hier eine so starke Rolle, dass man sich hier auf dieses Stereotyp am besten nicht zu sehr verlassen sollte.