Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

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Re: Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

Beitrag von happyfuture »

Ting Budong hat geschrieben:Zudem ist China zwar gross und die Leute fleissig, nach knapp acht Monaten China muss ich aber sagen, dass hier das Qualitaetsbewusstsein weit, weit hinterherhinkt.
Genau das ist der springende Punkt, der sich überall in China widerspiegelt, auch in den großen fatories, die nicht unter ausländischer Führung stehen. Das kannst Du innerhalb Tagen in China feststellen.

So gut wie jedes Top-Hotel wird von ausländischen Managern geleitet - das hat seinen Grund!

Natürlich gibt es in den Bereichen Gastronomie hüben wie drüben fehlerhafte Speisekarten, wobei das total egal ist, wenn genügend Kundschaft vorbei kommt.

Die besonderen "Tattoo-Fälle" haben doch wohl nicht annähernd etwas mit Qualitätsdenken zu tun. Hauptsache, das Zeichen sieht geil aus ... :wink:
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Re: Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

Beitrag von Laogai »

Taiyang hat geschrieben:und ich behaupte mal, dass die Mehrheit in China halbwegs mit lateinischen Buchstaben vertraut ist
Das ist richtig, denn die chinesischen Kiddies büffeln in der Schule zunächst Pinyin, bevor sie das erste Schriftzeichen aufs Papier pinseln.
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Re: Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

Beitrag von incues »

laogai hat geschrieben:Ist dir schon mal aufgefallen, dass die vielen Schilder mit chinesischen Schriftzeichen, die man überall in Deutschland sieht, auch massenhaft Rechtschreibfehler enthalten? Nein? Warum nicht?
Ja.

hier mal ein Erfahrungsbericht:

Ich war mit Freunden ein bisschen shoppen und ein Mädel wollte dann einen Abstecher in ein Modegeschäft machen. War son' kleiner Szene-Mode-Laden und der hatte an der Decke einige Transparente mit chinesischen Zeichen hängen. Leider hingen die falsch herum. Als wir die Verkäufer darauf aufmerksam gemacht haben, hieß es nur:
"Das macht nichts. Sieht trotzdem cool aus und lesen können unsere Kunden das sowieso nicht."
Wieso sich ein Modegeschäft jedoch Zeichen wie "包裹" aufhängen muss!? Die Wege des Herren sind unergründlich :-P

Aber das zeugt eher von Unverständnis (und Unkenntnis) für die Sprache, aber Rechtschreibfehler gibt wohl eher nicht :-P
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Re: Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

Beitrag von Taiyang »

laogai hat geschrieben: Wir gehen wie selbstverständlich davon aus, dass in China alles auch auf Englisch beschriftet ist. Und dann auch noch die richtige Rechtschreibung, bitte! Ein Ausländer nur mit Englischkenntnissen hat es in Deutschland viel schwerer als in China. Mein Baumarkt um die Ecke zum Beispiel hat keine einzige Beschilderung auf Englisch :(

Ja, aber das kannst du doch nicht vergleichen. Jemand der kein Deutsch kann, und in einen deutschen Baumarkt geht, nimmt sich ein Wörterbuch und schlägt die Wörter einfach nach, Buchstabe für Buchstabe.
Nicht jeder in China, der kein Chinesisch kann, hat ein elektronisches Wörterbuch dabei um die Zeichen Strich für Strich "abzumalen".

Die Beschriftungen für die Produkte in meinem Baumarkt sind auch akkurat. Nur die Werbung für den renovierten Teil ist ein bisschen stümperhaft gemacht. Aber da hat wahrscheinlich die Werbeagentur gepennt. (So ein "Internal Server Error"-Fall :mrgreen: )
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Re: Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

Beitrag von Laogai »

Taiyang hat geschrieben:Jemand der kein Deutsch kann, und in einen deutschen Baumarkt geht, nimmt sich ein Wörterbuch und schlägt die Wörter einfach nach, Buchstabe für Buchstabe.
Neulich auf der Autobahn: 太太,快帮我查一下... 太晚了 :(
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Re: Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

Beitrag von incues »

laogai hat geschrieben: 太太,快帮我查一下... 太晚了 :(
HAHAHA, dein Leid kann ich teilen. Besonders, wenn ich traditionelle Schriftzeichen entziffern muss XD
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Re: Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

Beitrag von hifi »

Ich glaube, es ist ein bisschen branchenabhängig und auch davon abhängig, welche Kundschaft eine Firma hat.
In der Computerindustrie wie z.B. bei der Mainboard- und Speicherherstellung sind schon ein paar chinesische Firmen dabei, die inzwischen auch qualitativ konkurrenzfähig sind.
Auch bei der Spielzeugindustrie, insbesondere in der Modellbaubranche sind einige chinesische Firmen inzwischen sogar führend. Wohl gemerkt handelt es sich hierbei nicht um großen internationalen Firmen, sondern eher um kleinere durch und durch chinesische Betriebe, aber dennoch zeigen viele dieser Firmen extrem viel Innovationsfreude und auch ein sehr starkes Qualitätsbewusstsein.
Vor kurzem habe ich gerade den Bericht eines amerikanischen Testpilots in dem Magazin "AERO INTERNATIONAL" gelesen. Darin beschrieb er die Erfahrung und die Zusammenarbeit mit einer chinesischen Firma, die ursprünglich Modellflugzeug herstellte, jedoch "plötzlich" mit einem brandneuen bemannten Ultraleichtflieger mit elektrischem Antrieb an einer Fachmesser in der USA teilnahm. Besonders hat es dem Autor die Kreativität und die Unkompliziertheit der Chinesen angetan, ohne dass die Qualität darunter leiden muss. Verbesserungsvorschläge nach jedem Testflug werden schnell und genau umgesetzt und erneut getestet. Die Firma steht auf einmal in Mitten der Hightechbranche und kann sich auch mit ihren amerikanischen Konkurrenten aufnehmen, die schon seit Jahren an einem marktfähigen Elektroflieger bastelten.

Meiner Meinung nach können die chinesischen Firmen sehr wohl Qualität liefern und konkurrenzfähig sein, wenn die Situation für sie notwendig ist.
Alles dreht sich nur um die Frage, auf welcher Kundschaft man sich richtet. In den Branchen, wo die Hauptabnehmer in Europa und Nordamerika sitzen und der Preis allein nicht als das schlagende Argument gilt, werden sehr hochwertige Produkte kreiert und produziert. Wenn es sich aber um Massenkonsumenten handelt, die wenig leisten können, dann ist die Qualität wohl nicht profitabel genug.
Und auch die chinesischen Konsumenten sind nicht nur kostenbewusst. Gerade bei den hochwertigen Produkten wie Automobil oder Unterhaltungselektronik, gelten die 国产 Ware eher als 2. Wahl. Wer sich es leisten kann, würde immer die Originalprodukte vorziehen. Wenn chinesische Produkte auf dem chinesischen Markt qualitativ besonders minderwertig sind, aber dennoch verkauft werden können, zeigt es nicht, dass den Chinesen die Qualität egal ist, sondern eher, dass die Mehrheit von Ihnen den "Luxus" noch gar nicht leisten können.
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Ting Budong
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Re: Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

Beitrag von Ting Budong »

laogai hat geschrieben:
Taiyang hat geschrieben:und ich behaupte mal, dass die Mehrheit in China halbwegs mit lateinischen Buchstaben vertraut ist
Das ist richtig, denn die chinesischen Kiddies büffeln in der Schule zunächst Pinyin, bevor sie das erste Schriftzeichen aufs Papier pinseln.
Ja, und eben drum ist es unverstaendlich, dass man 5 Buchstaben nicht in die richtige Reihenfolge bringt. In welche Richtungen schon die zwei Kappa p's gedreht wurden. Zwischendurch dachte ich, dass das so ne Art absichtliche Persiflage sein soll, weil's irgendwie witzig aussieht Kabba - hat was saechsisches. Aber ich nehme an das ist in dem Fall nicht das Motiv.
Und ich erwarte nicht, dass alles Englisch beschriftet ist, aber wenn, dann schon ohne Fehler. Es sei denn jemand war so freundlich die Gerichte seiner Imbissbude zu uebersetzen.
Ansonsten geht es aber um die Qualitaet chinesischer Produkte und die ist fuer meine Begriffe maximal ok bis gut und leider oft ganz mies, aber von sehr gut oder weltspitze noch ein gutes Stueck entfernt.
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Re: Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

Beitrag von no1gizmo »

Die mangelnde Detailverliebtheit und mangelndes Qualitätsbewusstsein ist mir in China auch aufgefallen, aber nicht so sehr bei den Kunden (klar müssen arme Chinesen auf den Preis achten und kaufen eben billig, aber wers hat, kauft gute Ware und achtet auf Markenimage), sondern bei den Anbietern von Produkten und Dienstleistungen.

Es fehlen einfach die Details, das Mitdenken, es wirkt nicht immer zu Ende gedacht. Das zeigt sich auch z. B. in dreckigen Restaurants,... es scheint einfach egal zu sein.

Dabei sind Chinesen sehr serviceorientiert (mehr als die Deutschen, allerdings ist Service hier auch sehr teuer, in Japan aber z. B. auch, und die ticken servicetechnisch aber trotzdem wie Chinesen).

Wäre man ein Rassist, könnte man einfach behaupten, Chinesen läge es in den Genen oder im Blut, dass sie einfach nicht qualitativ denken bzw. danach streben können oder dass sie zu dumm wären.
Dass das aber nicht stimmt, beweisen die Taiwaner (genetische Chinesen) und ihre (sowohl genetisch, als auch kulturell) nahen Verwandten, die Japaner.

Das Chinesen nicht so qualitätsbewusst sind, hat meiner Meinung nach folgende Gründe:

- die Zeit des Kommunismus / Maoismus hat die Leute halt immer noch geprägt, wer im (Un-)Sozialismus lebt, ist nicht für sein Eigentum verantwortlich und insbesondere nicht fürs öffentliche Eigentum. Das streben nach Verbesserung gegenüber der Konkurrenz kann nicht da sein, wenn es keine Konkurrenz gibt. Zudem ist das Leben der eigenen Kultur weitgehend ausgelöscht.
Hier in Japan gibt es noch klassiche Hotels, Feste (z. B. Geisha- und Samurai-Veranstaltungen), Kleidung (Kimonos, die öffentlich auch im Alltag getragen werden) usw. das kommt gut an und trägt eine Detailverliebtheit in die Gesellschaft.

- Durch den Kommunismus / Maoismus wurde China extrem weit zurück geworfen und verfiel in entwicklungstechnische Stagnation (was kam, kam aus der Sowjetunion). Die Armut führt nun mit der Öffnung Chinas zu einem Streben nach Wohlstand, ja mehr noch: Reichtum. Wenn ich mir 10 chinesische Studenten und 10 deutsche Studenten herausgreife, dann wollen von den Chinesen mindestens 6 selbstständig werden (sprich als Unternehmer etwas "unternehmen"), während bei den deutschen bestenfalls 3 ein solches Risiko gegen Unselbstständigkeit tauschen würden.

ABER: Wenn man sich mal diejenigen Deutschen herausgreift, die Unternehmer werden wollen bzw. werden, und die fragt nach dem Warum, kommt meistens eine Antwort, die einen persönlichen Traum als Hintergrund hat.
Die chinesischen Unternehmer suchen eher die Gewinnmarge, was sie dann als Unternehmer tun, ist egal und entsprechend leidenschaftlos.
Aber genau die Leidenschaft für ein Thema ist doch der Antrieb wirklicher und langfristiger Qualität.

Beispiel: ein deutsches Unternehmen, gegründet von ein paar Uniabsolventen, hat sich als persönliches Ziel gesetzt, ein bestimmtes Produkt zu bauen, welches eine neuartige Technik einschließt, welche die Studenten fasziniert.
Und dann kommen chinesische Unternehmer, die dieses Produkt kopieren..... aber warum kopieren sie es? Weil sie Interesse an dem Produkt haben und es optimieren wollen? Oder weil das Produkt (bzw. die Kopie) das schnelle Geld verspricht?

Allerdings, bei allem Eingeständnis zur Wahrheit, muss man sich auch mal frei machen und über Vorurteile hinwegsehen.

- Gibt es ein Problem mit einem deutschen Produkt, heißt es: "Jede Ware kann mal kaputt gehen"
Über kleinere Mackel wird bei deutschen Produkten schnell mal hinweg gesehen, immerhin ist es ja "Made in Germany" und kann dementsprechend nicht so gut sein, angeblich

- Wenn das einem japanischen Produkt passiert, sind die Reaktionen ganz ähnlich, immerhin kann jedes Produkt mal mangelhaft sein, aber sonst sind die japanischen Produkte doch ganz gut..... so heißt es

- Ist ein Produkt aus China kaputt....... dann heißt es: "typisch! Die Chinesen können es einfach nicht". Dementsprechend müssten Chinesen sich sogar noch mehr anstrengen als Deutsche und Japaner, werden aber sicherlich dennoch unfair beurteilt.
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Re: Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

Beitrag von beowulf »

Es fehlen einfach die Details, das Mitdenken, es wirkt nicht immer zu Ende gedacht. Das zeigt sich auch z. B. in dreckigen Restaurants,... es scheint einfach egal zu sein.
Ich kenne von 5 Sterne Restaurant bis zur Mini Imbissbude so ziemlich das ganze Spektrum in China. Das diese jetzt irgendwie besonders dreckig wären, ist mir noch nie aufgefallen. Mal in bessere Restaurants in reicheren Stadtvierteln gehen, wenn es dich so stört. Gilt übrigens für Deutschland auch.
Dabei sind Chinesen sehr serviceorientiert (mehr als die Deutschen, allerdings ist Service hier auch sehr teuer, in Japan aber z. B. auch, und die ticken servicetechnisch aber trotzdem wie Chinesen).
Service ist in China teuer? Was für eine art von Service meinst du? :lol:

Wäre man ein Rassist, könnte man einfach behaupten, Chinesen läge es in den Genen oder im Blut, dass sie einfach nicht qualitativ denken bzw. danach streben können oder dass sie zu dumm wären.
Dass das aber nicht stimmt, beweisen die Taiwaner (genetische Chinesen) und ihre (sowohl genetisch, als auch kulturell) nahen Verwandten, die Japaner.
Könnte aber auch ganz einfach daran liegen, dass Taiwan und Japan wirtschaftlich schon voll entwickelt sind. (Oder zumindest fast, in den ärmeren Gebieten Japans und Taiwans sind die Unterschiede zum chinesischen Festland in diesen Punkten minimal)
Das Chinesen nicht so qualitätsbewusst sind, hat meiner Meinung nach folgende Gründe:

- die Zeit des Kommunismus / Maoismus hat die Leute halt immer noch geprägt, wer im (Un-)Sozialismus lebt, ist nicht für sein Eigentum verantwortlich und insbesondere nicht fürs öffentliche Eigentum. Das streben nach Verbesserung gegenüber der Konkurrenz kann nicht da sein, wenn es keine Konkurrenz gibt. Zudem ist das Leben der eigenen Kultur weitgehend ausgelöscht.
Gehts noch propaganda klischeehafter? Kommunisten haben keinen Respekt vor Eigentum, Kommunisten sind faul und kulturlos.

Ein kleiner Mccarthy steckt schon in dir drinnen, oder? ;-)
Hier in Japan gibt es noch klassiche Hotels, Feste (z. B. Geisha- und Samurai-Veranstaltungen), Kleidung (Kimonos, die öffentlich auch im Alltag getragen werden) usw. das kommt gut an und trägt eine Detailverliebtheit in die Gesellschaft.
Und das alles gibt es etwa in China nicht? Ausserdem ist mir noch nicht ganz klar, wie sich dies auf die Detailverliebheit auswirkt. In Indien gibt es noch mehr Feste und traditionelle Kleidung wird noch häufiger getragen. Detailverliebt und Penibel sind Inder bekanntlich aber auch nicht.

Durch den Kommunismus / Maoismus wurde China extrem weit zurück geworfen und verfiel in entwicklungstechnische Stagnation (was kam, kam aus der Sowjetunion).
Ich frag mich inwieweit der Kommunismus und Maoismus China zurück werfen konnte. China war durch jahrezehntelangen Bürgerkrieg, Halbkolonialismus und japanischer Besatzung ziemlich kaputt.
Wenn ich mir 10 chinesische Studenten und 10 deutsche Studenten herausgreife, dann wollen von den Chinesen mindestens 6 selbstständig werden (sprich als Unternehmer etwas "unternehmen"), während bei den deutschen bestenfalls 3 ein solches Risiko gegen Unselbstständigkeit tauschen würden.
ABER: Wenn man sich mal diejenigen Deutschen herausgreift, die Unternehmer werden wollen bzw. werden, und die fragt nach dem Warum, kommt meistens eine Antwort, die einen persönlichen Traum als Hintergrund hat.
Hier sprichst du etwas wichtiges an. Nur ziehst du dabei die falschen Schlüsse. Deutsche werden viel seltener Unternehmer, träumen aber mehr davon und dann natürlich von Unternehmungen die ihren Interessen und Leidenschaften entspricht. Chinesen träumen weniger davon, führen aber Unternehmen durch und orientieren sich an der Lukrativität. Soweit stimme ich dir überein. Die Ursachen sind aber ganz andere. Deutsche werden sowieso nicht Selbstständig also können sie ruhig von allem möglichen träumen. In Deutschland herrscht eine extrem konservative Einstellung gegenüber dem Unternehmertum. Man ist relativ gut abgesichert und kann eigentlich fast nur verlieren dabei. Der Staat erleichtert die Unternehmensgründung auch nicht gerade (hohe Bürokratie) und der Markt ist relativ gesättigt. In China sind so ziemlich die gegenteiligen Umstände vorhanden. Kurz gesagt, deutsche reden leicht und gerne von ihren Träumen. Umsetzen tun sie sie sowieso nicht. Ihren Traum der Realität stellen auch nicht.
Beispiel: ein deutsches Unternehmen, gegründet von ein paar Uniabsolventen, hat sich als persönliches Ziel gesetzt, ein bestimmtes Produkt zu bauen, welches eine neuartige Technik einschließt, welche die Studenten fasziniert.
Ein deutsches Unternehme, welches von ein paar Uniabsolventen gegründet wurde, kämpft in erster Linie damit einmal die ersten paar Jahre irgendwie zu überleben und nicht in die totale Verschuldung hineinzugleiten. Da die Konkurrenz riesengroß ist, wird halt versucht in diversen Nischen irgendwie Unterschlupf zu finden. Was du da von dir gibst, klingt nach dem Inhalt diverser Werbebrochüren, hat mit der Realität aber nur sehr eingeschränkt etwas zu tun. Es wird das verkauft und entwickelt was sich verkauft und Geld machen kann. Das sind Unternehmer und keine NGOs oder Philosophen.
Und dann kommen chinesische Unternehmer, die dieses Produkt kopieren..... aber warum kopieren sie es? Weil sie Interesse an dem Produkt haben und es optimieren wollen? Oder weil das Produkt (bzw. die Kopie) das schnelle Geld verspricht?
Natürlich - weil sie Geld machen wollen. Genauso wie die deutschen Unternehmen die kopieren oder die amerikanischen usw. Das ist sowieso ein Punkt der einmal zur Diskussion gebracht werden sollte. Ist es nicht extrem naiv zu glauben, dass nur die Chinesen kopieren? Oder das die Chinesen nichts anderes machen als zu kopieren? Oder nur die Chinesen auf Profit aus sind?

- Gibt es ein Problem mit einem deutschen Produkt, heißt es: "Jede Ware kann mal kaputt gehen"
Über kleinere Mackel wird bei deutschen Produkten schnell mal hinweg gesehen, immerhin ist es ja "Made in Germany" und kann dementsprechend nicht so gut sein, angeblich
Liegt am Identifikationsgrad. Made in Germany wird als Leistung der Eigengruppe betrachtet. Die Eigengruppe wird immer differenzierter und positiver gesehen/bewertet. Fremdgruppen werden hingegen nicht differenziert betrachtet. Je größer die Distanz und je größer die Konkurrenz desto stärker die negative stereotypisierung
- Wenn das einem japanischen Produkt passiert, sind die Reaktionen ganz ähnlich, immerhin kann jedes Produkt mal mangelhaft sein, aber sonst sind die japanischen Produkte doch ganz gut..... so heißt es
Ja, aber wenn sich das wiederholt, werden japanische Produkte schneller negativ bewertet als Deutsche. Siehe Differenzierung
- Ist ein Produkt aus China kaputt....... dann heißt es: "typisch! Die Chinesen können es einfach nicht". Dementsprechend müssten Chinesen sich sogar noch mehr anstrengen als Deutsche und Japaner, werden aber sicherlich dennoch unfair beurteilt.
Ja stimmt. Da müssen sie aber durch. Deutschland und Japan haben genau das gleiche durchgemacht. Siehe "Made in Germany" und seine Geschichte.

Was aber stimmen könnte, ist, dass Deutsche kulturell und historisch bedingt eine Spur konkreter und genauer sind, als der Rest der Bevölkerung. Die sogenannten "deutschen Tugenden". :lol:
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Re: Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

Beitrag von no1gizmo »

beowulf hat geschrieben: Service ist in China teuer? Was für eine art von Service meinst du? :lol:
Eben nicht.

Ich wollte nur darauf hinaus, dass man argumentieren könnte, dass in Deutschland der Service zu teuer wäre und daher China die Nase vorne hat.

In Japan ist Service aber auch teuer (mit Deutschland vergleichbar), also ist dieses Argument entkräftet.

beowulf hat geschrieben: Könnte aber auch ganz einfach daran liegen, dass Taiwan und Japan wirtschaftlich schon voll entwickelt sind.
Das "könnte" nicht nur so sein, sondern ist auch ganz bestimmt so.
beowulf hat geschrieben: Gehts noch propaganda klischeehafter? Kommunisten haben keinen Respekt vor Eigentum, Kommunisten sind faul und kulturlos.
Narf.... wer ist Kommunist? Sind die chinesichen Bürger überzeugte Kommunisten? Oder wurde es ihnen aufgezwungen.
Jedenfalls konnte zu dieser besagten Zeit kein echtes Unternehmertum wachsen, kein echter Marktwettbewerb und die Eigenverantwortung bzw. auch die Möglichkeit aufzustreben war nicht gegeben.

Also da kann beim besten Willen, und das zeigten/zeigen Länder wie die DDR, Nordkorea und damals eben die VR China bestens. Unter solchen Bedingung kann auch kein nachhaltiges Qualitätsbewusstsein entstehen, denn es gab keinen Wettbewerb, an dem man sich messen kann. Motivation gegen Null.
Und das alles gibt es etwa in China nicht? Ausserdem ist mir noch nicht ganz klar, wie sich dies auf die Detailverliebheit auswirkt. In Indien gibt es noch mehr Feste und traditionelle Kleidung wird noch häufiger getragen. Detailverliebt und Penibel sind Inder bekanntlich aber auch nicht.
In diesem Punkt stimme ich zu, dass der Zusammenhang vielleicht doch etwas aus der Luft gegriffen war, von mir.
Ich frag mich inwieweit der Kommunismus und Maoismus China zurück werfen konnte. China war durch jahrezehntelangen Bürgerkrieg, Halbkolonialismus und japanischer Besatzung ziemlich kaputt.
"Zurück"geworfen war vielleicht auch falsch.

Aber Deutschland und Japan waren auch kaputt, Frankreich und Korea ebenfalls. Aber diese Länder, von Nordkorea und damals die VR China abgesehen, haben am technischen und wirtschaftlichen Fortschritt teilhaben können.

Mao Zedong hat das eben einige Jahrzehnte (auch teilweise noch nach seinem Tod, welcher als Feiertag in China eingehen sollte) gekonnt verhindert.
Hier sprichst du etwas wichtiges an. Nur ziehst du dabei die falschen Schlüsse. Deutsche werden viel seltener Unternehmer, träumen aber mehr davon und dann natürlich von Unternehmungen die ihren Interessen und Leidenschaften entspricht. Chinesen träumen weniger davon, führen aber Unternehmen durch und orientieren sich an der Lukrativität. Soweit stimme ich dir überein. Die Ursachen sind aber ganz andere. Deutsche werden sowieso nicht Selbstständig also können sie ruhig von allem möglichen träumen. In Deutschland herrscht eine extrem konservative Einstellung gegenüber dem Unternehmertum. Man ist relativ gut abgesichert und kann eigentlich fast nur verlieren dabei. Der Staat erleichtert die Unternehmensgründung auch nicht gerade (hohe Bürokratie) und der Markt ist relativ gesättigt. In China sind so ziemlich die gegenteiligen Umstände vorhanden. Kurz gesagt, deutsche reden leicht und gerne von ihren Träumen. Umsetzen tun sie sie sowieso nicht. Ihren Traum der Realität stellen auch nicht.
Stimme ich fast überein! Nur bitte, es gibt schon einige, die den Arsch in der Hose haben und ihre träume verwirklichen, einige davon sind erfolgreiche Mittelständler, die in die ganze Welt Qualitätsware exportieren, andere sind gar Konzerne geworden.
Beispiel: ein deutsches Unternehmen, gegründet von ein paar Uniabsolventen, hat sich als persönliches Ziel gesetzt, ein bestimmtes Produkt zu bauen, welches eine neuartige Technik einschließt, welche die Studenten fasziniert.
Ein deutsches Unternehme, welches von ein paar Uniabsolventen gegründet wurde, kämpft in erster Linie damit einmal die ersten paar Jahre irgendwie zu überleben und nicht in die totale Verschuldung hineinzugleiten. Da die Konkurrenz riesengroß ist, wird halt versucht in diversen Nischen irgendwie Unterschlupf zu finden. Was du da von dir gibst, klingt nach dem Inhalt diverser Werbebrochüren, hat mit der Realität aber nur sehr eingeschränkt etwas zu tun. Es wird das verkauft und entwickelt was sich verkauft und Geld machen kann. Das sind Unternehmer und keine NGOs oder Philosophen.
Quark. Es gibt viele Absolventen, nenen wir sie ruhig Wissenschaftler, welche von ihrer Idee überzeugt sind und diese nur in einen Businessplan verpacken müssen (nicht wollen), um sie realisieren zu können. Im Kern ist aber die Idee, nicht der schnelle Profit.
Natürlich - weil sie Geld machen wollen. Genauso wie die deutschen Unternehmen die kopieren oder die amerikanischen usw. Das ist sowieso ein Punkt der einmal zur Diskussion gebracht werden sollte. Ist es nicht extrem naiv zu glauben, dass nur die Chinesen kopieren? Oder das die Chinesen nichts anderes machen als zu kopieren? Oder nur die Chinesen auf Profit aus sind?
Niemand sagt das? Auch Inder kopieren! :mrgreen:

Nein, alle kopieren, auch Deutsche, Amis und Japaner. Und alle sind auf Geld aus.
Aber die Maßstäbe sind schon andere.

Von meinen deutschen Kollegen hier in Japan, waren schon einige in Thailand, Korea, China, Vietnam usw. und alle sind sich komischerweise einig, dass es in China ganz besonders krass ums liebe Geld geht.

Ich glaube, da kann ich zustimmen.
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Re: Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

Beitrag von hifi »

Trotzdem gibt es in manchen Branchen chinesische Hersteller, die geradezu penibel auf die Qualität achten.
Wie gesagt, kenne ich mich hobbytechnisch bedingt recht gut mit Plastikmodellhersteller aus. Und es gibt einige chinesiche Hersteller wie z.B. Trompeter, wo man ihre Qualitätssteigerung von Modell zu Modell zusehen kann. Und es ist nicht einfach in diesem Branche Akzeptanz und gute Kritik zu bekommen, wo viele dieser verrückten Modellbaufreaks doch schon immer als notorische Nietenzähler gelten. Da muss man schon sehr viel Recherchen und Vorarbeit leisten bis man eine Qualität erreichen kann, um die Konkurrenz mit den bereits etablierten Hersteller wie Tamiya (Japan) und Dragon (HongKong) zu bestehen. Als die ersten Modelle von diesem Firma auf dem europäischen Markt kam, haben alle nur darüber lachen können und niemand hat sich je vorstellen können, dass Trumpeter nach ein paar wenige Jahre tatsächlich auch Modelle bauen wird, die zum Teil sogar besser als die von dem Branchenführer sind. Und wenn man von Detailverliebtheit spricht, dann ist zur Zeit das "Non Plus Ultra" der Branche, die Produkte der Shanghaier Firma Lion Roar. Im Vergleich dazu sind die Produkte der "führenden" deutsch-amerikanischen Firma Revell nur noch Kinderspielzeug. Alles was die noch hat, ist ihre Marke, die hier in Deutschland weiterhin sehr beliebt ist. Aber die echten Modellbauer haben Revell bereits längst vergessen.

Daher bin ich immer noch der Meinung, dass die Qualität von der Kundschaft abhängt. Solange man Geld auch mit billigem Schrott verdienen kann, wozu sollte man bei der Qualität investieren? Letztendlich möchte jede Firma nur Geld verdienen.
Auch in Deutschland sehen wir ja zum Teil die ähnliche Situation. Mit der Umorientierung der Konsumenten, die hauptsächlich in die Richtung "je billiger je besser" gehen, steigt der Einfluss und Gewinnnahme von Discounter stetig. Viele Fachgeschäfte verschwinden bereits aus der Innenstadt und dass dabei auch Qualität der verkauften Ware verlohren geht, sollte eigentlich kein Geheimnis sein.
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Re: Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

Beitrag von beowulf »

Das "könnte" nicht nur so sein, sondern ist auch ganz bestimmt so.
Naja, dann sind wir uns ja eh einig. :lol:

Narf.... wer ist Kommunist?
Ist Stoff für einen ganzen eigenen Thread :lol:
Sind die chinesichen Bürger überzeugte Kommunisten?


Naja abgesehen jetzt von der Frage "was und wer ist ein Kommunist" (siehe oben), kann man schon sagen, dass ab einen gewissen Zeitpunkt der Kommunismus in China schon sehr populär war. "Aufgezwungen" ist das falsche Wort. Und auch eine typisch westlich (verzeihung, will hier keine Fronten aufbauen) naive Sichtweise. Ähnlich aktuell in Indien. Hier wird das erstarken des "Maoismus" als eine Art Virus beschrieben. Das die sozialen und wirtschaftlichen Umständen dazu führen, dass sich die Leute dem Kommunismus zuwenden wird gerne ignoriert. Das war in China nicht anders. Die Europäer waren sogar indirekt die größten Unterstützer des Kommunismus in China. Das Verhalten der (Halb)Kolonialmächte war letztendlich der Grund, warum sich der gläubige Christ Sun Yatsen zur Sowjetunion hingewandt hat.
Jedenfalls konnte zu dieser besagten Zeit kein echtes Unternehmertum wachsen, kein echter Marktwettbewerb und die Eigenverantwortung bzw. auch die Möglichkeit aufzustreben war nicht gegeben.
Naja - dann ist es ziemlich überraschend wie quasi über Nacht die Chinesen zu erfolgreichen Unternehmern wurden. :lol: Das Unternehmerwesen und Geschäftswesen war bei den Chinesen schon länger entwickelt. Sie haben nicht ganz umsonst den Spitznamen die "Juden Asiens".
Unter solchen Bedingung kann auch kein nachhaltiges Qualitätsbewusstsein entstehen, denn es gab keinen Wettbewerb, an dem man sich messen kann. Motivation gegen Null.
Sehe ich ganz anders. Ein Qualitätsbewusstsein ist in China sehr stark vorhanden (die Chinesen achten sobald sie es sich leisten können darauf selbst Qualität zu kaufen. An sich kaufen wir Europäer oft Ramsch wo sich die Chinesen selbst fragen, was mit uns eigentlich los ist :lol: )

Nur - der Markt für Qualitäts- und High Tech produkte war schon von den Europäern und Amerikanern besetzt. Gleichzeitig fehlen die Ressourcen, das technische Wissen und die Erfahrungen für einen internationalen Markt. Dafür ist massenweise billig und auch relativ kompetente Arbeitskraft vorhanden. Es ist an sich vollkommen logisch, dass die Chinesen sich auf die Billigproduktion konzentrierten. Das haben übrigens die Taiwanesen, Japaner, Koreaner usw. auch so gemacht. Die haben halt nur 2 Jahrzehnte vorher angefangen und konnten auf westliche Unterstützung (oder zumindest keine Sabotage - stimmt auch nicht ganz. Japan wurde ab den späten 80ern auch torpediert was geht) aufbauen.
Mao Zedong hat das eben einige Jahrzehnte (auch teilweise noch nach seinem Tod, welcher als Feiertag in China eingehen sollte) gekonnt verhindert.
Die große Frage wie schlecht Mao für China war.... Oft diskutiert, aufgrund der Umstrittenheit der Person, aber leider meist nicht nüchtern. Mao führte einige Dinge durch, welche die GMD niemals, oder höchstens nur eingeschränkt, durchführen hätte können, aber für eine gewisse wirtschaftliche Entwicklung die benötigte Basis ist. Unter anderem steht er für die neue Landverteilung (weniger positiv ausgedrückt, Zwangsenteignung der Großgrundbesitzer). China hätte hier sehr leicht den Weg Südamerikas inklusive United Fruit & Co. einschlagen können. Natürlich alles "was, wäre wenn" Spekulationen. Vielleicht wäre ganz China schon auf dem wirtschaftlichen Niveau von Tokio. Glaub ich aber nicht. Mir ist diese Beurteilung der "verlorenen Jahre" etwas zu einfach und zu vorschnell. Was jetzt nicht bedeutet, dass ich alle Entscheidungen Maos positiv sehe. Ich vertrete halt nur den Standpunkt, dass dies alles miteinander verbunden ist. (Kaiserreich, Kolonialismus, Republik, Kommunismus um Mao, Gaige Kaifang ab 80er)
Nur bitte, es gibt schon einige, die den Arsch in der Hose haben und ihre träume verwirklichen, einige davon sind erfolgreiche Mittelständler, die in die ganze Welt Qualitätsware exportieren, andere sind gar Konzerne geworden.
Das gilt aber für China auch. Ich weiß nicht, ich kann hier mehr technologische, wirtschaftliche und politische Faktoren wahrnehmen die hier einen Einfluss haben. Kulturell eher weniger. Profit wollen alle machen und alle wollen das am liebsten mit einer Idee für die sie stehen und die sie selbst irritiert. Leider trifft das nur auf die wenigsten zu.
Quark. Es gibt viele Absolventen, nenen wir sie ruhig Wissenschaftler, welche von ihrer Idee überzeugt sind und diese nur in einen Businessplan verpacken müssen (nicht wollen), um sie realisieren zu können. Im Kern ist aber die Idee, nicht der schnelle Profit.
Und wer entscheidet ob diese Idee sich dann auch durchsetzt? Ausserdem, wer sagt, dass dies bei Chinesen nicht zutrifft? Die Prioritäten sind halt anders. Obwohl auch nicht wirklich. Der deutsche enscheidet sich aufgrund Risikovermeidung die Idee zu verwerfen und bei Siemens anzufangen und der Chinese sich dafür ein kleines Unternehmen zu gründen welches billige (und kopierte um noch mehr auf Sicherheit zu gehen) Produkte für Deutschland herstellt, wie z.B. einen Wäscheständer und genug Profit einzufahren um einen gewissen Wohlstand und Sicherheit für sich und seine Familie zu erreichen.
Aber die Maßstäbe sind schon andere.
Ja aber warum? Weil einige Länder inzwischen auf dem Standpunkt sind wo sie selbst nicht mehr oder kaum produzieren aber dafür umso mehr forschen? Und ihre Produktion gesamt nach China auslagern?
Von meinen deutschen Kollegen hier in Japan, waren schon einige in Thailand, Korea, China, Vietnam usw. und alle sind sich komischerweise einig, dass es in China ganz besonders krass ums liebe Geld geht.
Also Japan und Korea waren und sind doch genauso Geldfixiert wie Chinesen. Vielleicht jetzt weniger, da schon mehr Wohlstand vorhanden ist. Aber ich bekomme genug Sachen gerade aus Korea mit, vor allem die in den 80ern und 90ern gelaufen sind, die könnten 1:1 aus dem chinesischen Hinterland stammen. Weil ich gerade neulich darüber mit meiner Frau geredet habe - siehe z.B. Daegu Brandkatastrophe 2003 mit über 100 Toten. Du musst hier nur etwas tiefer schürfen, weil die westlichen Massenmedien über solche Dinge bei Korea oder Taiwan wenig bis gar nicht berichten. Beim besagten Daegu Brand, stand der Brandstifter und die Tat im Mittelpunkt. Über die Korruption und dem Pfusch beim Bau wurde gar nichts berichtet. Und gerade dies führte dazu, dass aus einem kleinen Brand in einem U-Bahn Wagon die U-Bahnstation und das anschliessende Einkaufszentrum in kurzer Zeit zu einer Todesfalle wurden.

Wäre das gleiche in Peking passiert.... Naja, ich glaub du weisst schon worauf ich hinauswill.

Thais sind in der Tat etwas anders. Die haben weniger eine Unternehmer Mentalität. Deswegen ist auch die Thai Wirtschaft in thai-chinesischer Hand. Aber Qualitätsbewusster sind Thais deswegen auch nicht. :lol:

Vietnam orientiert sich meines Wissens nach (was natürlich nur oberflächlich ist, ich kenne Vietnam nicht sehr gut) sehr stark an den Chinesen und der KP.

Qualitätsbewusstsein hängt von vielen Faktoren ab. Deutsche sind im Schnitt vielleicht sorgfältiger bei der Arbeit, aber die individuelle Komponente spielt hier eine so starke Rolle, dass man sich hier auf dieses Stereotyp am besten nicht zu sehr verlassen sollte.
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Laogai
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Re: Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

Beitrag von Laogai »

So, ich habe mal 3,20 Euro aus der Portokasse meiner Firma stibitzt und das Magazin gekauft. Sonst noch jemand?

Der Artikel ist lange nicht so, wie der Titel befürchten lässt. Überraschend neutral, kein China-Bashing, kein erhobener Zeigefinger und keine Panikmache vor der Gelben Gefahr. Es werden viele Bereiche angesprochen, aber alles sehr an der Oberfläche. Halt Fokus/Stern Stil. Ein paar Zahlen werden in die Runde geworfen, der Text mit Diagrammen aufgepeppt.

Zum Beispiel der wirtschaftliche Aufschwung von BYD (Automobilkonzern) und Trina Solar (Hersteller von Solarzellen). Was mich am meisten erstaunt und gefreut hat: China hat 2009 mehr Geld für alternative Energien ausgegeben als jedes andere Land der Welt, sogar mehr als die USA und GB zusammen, die auf Platz zwei und drei liegen. Dann der übliche Vergleich der Rüstungsausgaben, hier geben die USA nach wie vor fast mehr RMB aus als alle anderen Länder zusammen :(

Etwas Nichtssagend die Zahl von 11 Mio m². Soviel hat nämlich Beijing angeblich für ein neues Raumfahrtzentrum auf der Insel Hainan eingeplant. Weiß einer von euch wie viel m² so ein durchschnittliches Raumfahrtzentrum hat?

"Made in China" wird auch erwähnt. Aber eher in Richtung "das Armutszeugnis hat bald ausgedient".

Wer jetzt Lust auf mehr bekommen hat sollte in den nächsten Tagen dem Zahnarzt einen unerwarteten Besuch abstatten und das ausliegende Magazin im Wartezimmer lesen. Oder warten, bis der Artikel online ist. Ich jedenfalls bin froh, dass das Geld für mein Exemplar aus der Portokasse kam. Hoffentlich merkt es keiner in meiner Firma... :wink:
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Re: Focus Thema: "China wird gefährlich gut"

Beitrag von beowulf »

Na, das nenne ich einmal eine schöne und gelungene Zusammenfassung. Ich werd mir eine Ausgabe vielleicht für die nächste Zugfahrt besorgen.

Kann es aber sein, dass du Domaslas Stil hier ein wenig "kopierst"? :lol:
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