WangZeDong hat geschrieben:Hier findest Du folgenden Auszug [...]
Danke für den Link zu dem Artikel. Er zeigt mal wieder, wie gerne der Mythos "
Massaker am Platz des Himmlischen Friedens" (aus der Überschrift) in unseren Medien aufrecht erhalten wird. Und er wirft etliche Fragen auf:
Tagesspiegel hat geschrieben:Vom Hotel aus hatte man die beste Sicht auf die Geschehnisse auf dem Platz, und Zeugen waren unerwünscht. Jeff Widener steuerte entschlossen auf das einzige westliche Gesicht in der Lobby zu, schlug dem Mann freundschaftlich auf die Schulter und sagte: „Hallo Jo, wo warst du?“ Anschließend flüsterte er dem Unbekannten zu: „Ich arbeite für Associated Press, können Sie mir helfen?“
Jeff Widener hatte Glück. Der US-amerikanische Collegestudent Kirk Martsen verstand, worum es ging, und spielte das Theater mit. Gemeinsam gingen sie in sein Zimmer, wo ihm Martsen erzählte, dass nur wenige Minuten zuvor Volkssoldaten von einem vorbeifahrenden Lastwagen aus wahllos Touristen in der Hotellobby erschossen hatten.
Dass man vom Beijing Hotel nicht direkt den Tiananmen Platz einsehen kann wurde in mehreren hier bereits verlinkten Artikeln geschrieben. Jeff Widener ist dort hingefahren, weil in dem Hotel die meisten westlichen Journalisten untergebracht waren.
Das Hotel war seiner Zeit das nobelste in ganz Beijing. Wie konnte sich ein Collegestudent dort ein Zimmer leisten? Für den Preis einer Übernachtung hatte man sich damals mehrere Wochen in China aufhalten können, Unterkunft, Verpflegung und Transport alles inklusive. Im Beijing Hotel sind ganz sicher keine Studenten abgestiegen.
Dann die Sache mit den "nur wenige Minuten zuvor erschossenen Touristen". Da muss Jeff Widener schon ziemlich umnebelt gewesen sein, um das ganze Blut und Chaos in der Lobby nicht bemerkt zu haben. Damals sind im Beijing Hotel fast ausnahmslos ausländische Touristen abgestiegen. Chinesische Touristen gab es zu der Zeit so gut wie gar nicht und wenn konnte sich kaum einer von ihnen eine Nacht in dem Hotel leisten. Wenn jedoch im Laufe des 4. Juni ausländische Touristen umgekommen wären hätte man es breit ausgewalzt.
Meine Vermutung: Kirk Martsen war kein harmloser Collegestudent, sondern .... was?
Tagesspiegel hat geschrieben:„Es überrascht mich nicht, dass mich alle nach Tank Man fragen“, sagt Jeff Widener, „ich bin ja der Letzte, der ihn gesehen hat.“
Und auf Seite 2:
Tagesspiegel hat geschrieben:Genau genommen gab es neben zwei Fernsehkameras noch drei weitere Fotografen, die am 5. Juni 1989 auf den Balkonen des Beijing Hotels standen und jene surreale Szene dokumentierten.
Aha.
Tagesspiegel hat geschrieben:„Die Sicherheitskräfte haben geraucht und sich unterhalten, als jenes Foto an ihnen vorbei lief, das nun für die chinesische Regierung so peinlich und unangenehm ist.“
Verschwiegen und zensiert
So peinlich und unangenehm, dass es in China in den Medien verboten und im Internet gelöscht wird.
Ob gerade sein Foto in den chinesischen Medien gezeigt wurde weiß ich nicht. Aber das Video zum "Tank Man" wurde unmittelbar nach dem 4. Juni 1989 auch im chinesischen Fernsehen ausgestrahlt.
Zum "Tank Man" selbst:
Tagesspiegel hat geschrieben:Von seiner Gehirnerschütterung benebelt, versteht er nicht sofort, welch zeitgeschichtliche Sensation sich vor seinen Augen entwickelt. Mit dem Finger am Auslöser wartet er auf den Augenblick, an dem der Mann erschossen wird.
Zu blöd aber auch! Warum wurde der Mann nicht einfach ignoriert und überrollt oder kurzerhand erschossen? Aber nein, man versucht zunächst ihm mit dem Panzer auszuweichen und selbst als er auf den Panzer klettert öffnet man die Luke und unterhält sich mit ihm. Anschließend lässt man ihn laufen. Wie passt das zusammen mit dem angeblichen Schießbefehl auf jeden, der sich der Armee in den Weg stellt? Es möge bitte keiner behaupten hier hat man aus Rücksicht vor den vielleicht zuschauenden ausländischen Journalisten milde gehandelt! Die Besatzung des Panzers hatte zu dem Zeitpunkt ganz bestimmt andere Sorgen, um sich über die Weltpresse Gedanken zu machen.
Noch eine "Spitzfindigkeit/sophistry" am Rande:
Tagesspiegel hat geschrieben:Jeff Wideners Bild steht in einer Reihe mit anderen Fotos des 20. Jahrhunderts, die zu Ikonen wurden: der Brand der Hindenburg, das Aufstellen der US-Flagge auf Iwojima, das vor Napalm-Bomben fliehende nackte vietnamesische Mädchen.
Das Foto aus Iwojima wurde gestellt
Hier sind meine Thesen zum 4. Juni 1989 in Beijing:
- Es gab kein Massaker nach der
Definition von Wikipedia.
- Die chinesische Regierung hat die Armee befehligt die Ordnung in Beijing bzw. im Lande wieder herzustellen, da es zu der Zeit keine Polizeieinheiten gab, die für eine solche Situation ausgerüstet und ausgebildet war.
- Die Armee ist (im zweiten Anlauf und nach einem ersten Rückzug!) auf massiven Widerstand gestoßen, den sie mit dem ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, nämlich scharfen Schußwaffen, begegnet ist. Es gab nie einen Befehl extensiv gegen die Demonstranten vorzugehen.
- Es gab Verluste (Tote) auf beiden Seiten. Jeder Tote hat die Gewaltbereitschaft der jeweiligen Seite weiter aufgestachelt.
- Die chinesische Regierung versucht die Anzahl der Opfer herunter zu spielen, die gegnerischen Regierungen versuchen die Anzahl der Opfer nach oben zu drücken.
- Wir werden von beiden Seiten belogen und betrogen.
Und mein Fazit: Damals ist etwas ganz übel aus dem Ruder gelaufen. Etwas, welches weder die Demonstranten noch die chinesische Regierung so wollten. Alle Beteiligten waren ziemlich unerfahren
