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Re: China / Deutschland

Verfasst: 24.04.2011, 22:51
von Loong
sunshine6868 hat geschrieben:Wenn es ihnen bewusst ist, warum wurden dann z. B. die Reporter aus aller Welt mundtot gemacht bei den letzten "Unruhen" in Lhasa ???????????????
Zum Beispiel, weil die chinesische Regierung absolut keine Lust hat auf "Reportagen" wie die dieser ARD-Dummtussie aus Ürümqi währen der Xinjiang-Unruhen, wo sie allen Ernstes behauptete, die uigurische Sprache sei verboten, während man im Hintergrund ein zweisprachig uigurisch-chinesisch beschriftetes Hinweisschild sah...

Warst du das etwa?

Re: China / Deutschland

Verfasst: 24.04.2011, 22:56
von sunshine6868
robbe hat geschrieben:
sunshine6868 hat geschrieben: Ein bißl habe ich was gelernt, halt alles solche Sachen, die bei euch in den Schulen nicht existent bzw. verboten waren (oder auch noch sind) :D
Anscheinend Gelerntes nur nicht gut umgesetzt :?
Du weißt ja gar nicht, was ich gelernt habe ............., na ja, das ist schon lange her.

Aber auch heute würdest du dich sehr wundern, wie unterschiedlich der Unterricht aktuell in den Schulen in China und in Deutschland abgeht.

Ich habe vor ca. 2 Jahren ein Interview einer deutschen 12-jährigen Schülerin gesehen, die sechs Monate in China bei einem Austauschprogramm war. Sie hatte berichtet, dass ihre chinesische Mitschülerin bis nachts 24.00 - 1.00 Uhr für die Schule lernen musste, bis sie totmüde ins Bett fiel.

Ich möchte dem Kind jetzt keine Lügen unterstellen, ich war nur geschockt.
Aber eines ist doch klar, dass chinesische Kinder mit allem sehr viel mehr gefordert werden, ob im sportlichen Bereich oder lerntechnischen Bereich.
Da mache ich mir als Mutter schon Gedanken, ob da nicht ein Teil "Kindheit" kaputt gemacht wird.

O. K. mittlerweile ist bei uns in Deutschland im schulischen Bereich auch schon sehr viel im "Argen", was ich leider bemängeln muss.

Der Mittelweg von beiden Systemen, das wäre gut !

Re: China / Deutschland

Verfasst: 24.04.2011, 22:58
von robbe
sunshine6868 hat geschrieben: Du weißt ja gar nicht, was ich gelernt habe ............., na ja, das ist schon lange her.

Aber auch heute würdest du dich sehr wundern, wie unterschiedlich der Unterricht aktuell in den Schulen in China und in Deutschland abgeht.

Ich habe vor ca. 2 Jahren ein Interview einer deutschen 12-jährigen Schülerin gesehen, die sechs Monate in China bei einem Austauschprogramm war. Sie hatte berichtet, dass ihre chinesische Mitschülerin bis nachts 24.00 - 1.00 Uhr für die Schule lernen musste, bis sie totmüde ins Bett fiel.

Ich möchte dem Kind jetzt keine Lügen unterstellen, ich war nur geschockt.
Aber eines ist doch klar, dass chinesische Kinder mit allem sehr viel mehr gefordert werden, ob im sportlichen Bereich oder lerntechnischen Bereich.
Da mache ich mir als Mutter schon Gedanken, ob da nicht ein Teil "Kindheit" kaputt gemacht wird.

O. K. mittlerweile ist bei uns in Deutschland im schulischen Bereich auch schon sehr viel im "Argen", was ich leider bemängeln muss.

Der Mittelweg von beiden Systemen, das wäre gut !
Schon wieder ein Fehler in deiner Denkweise, den ich bereits schon so oft erwähnt habe. Du bist keine Chinesin und kannst deren Situation, wie sie denken etc. nicht objektiv einschätzen (PUNKT). WIe kannst du dir anmaßen über deren Leben zu urteilen? Nicht jeder Mensch auf der Welt tickt wie ein Deutscher oder Europäer. Ist halt so... Nennt sich Kultur

Re: China / Deutschland

Verfasst: 24.04.2011, 23:02
von quant
Richtig, da gelten Sprichwörter wie dieses:

"Lernen ist wie rudern gegen den Strom - wer aufhört, treibt zurück."

siehe http://de.wikiquote.org/wiki/Chinesisch ... %C3%B6rter

Re: China / Deutschland

Verfasst: 24.04.2011, 23:05
von Yingxiong
Verlangt die chinesische Regierung, dass die Kinder so viel lernen? Oder verlangen es die Eltern?

Re: China / Deutschland

Verfasst: 24.04.2011, 23:13
von quant
Wir können hier auch nach Südkorea schauen, da ist es auch nicht viel anders, dass ist halt die Lernkultur dort

Re: China / Deutschland

Verfasst: 24.04.2011, 23:13
von sunshine6868
qpr hat geschrieben:
sunshine6868 hat geschrieben: Ach, das würde ich so nicht sagen :D

Ein bißl habe ich was gelernt, halt alles solche Sachen, die bei euch in den Schulen nicht existent bzw. verboten waren (oder auch noch sind) :D
Was bitte schön ist denn an deutschen Schulen verboten bzw. nicht existenz????
Du hast mich falsch verstanden, sorry, dann bist du also Deutscher.
Ich meinte damit die chinesischen Schulen.
Was hier an deutschen Schulen abgeht, wäre in China ein NO GO.
Hier läuft es doch sehr "relaxt" ab.

Re: China / Deutschland

Verfasst: 24.04.2011, 23:14
von Loong
sunshine6868 hat geschrieben:Du hast mich falsch verstanden, sorry, dann bist du also Deutscher.
Glaubst du etwa immer noch, die meisten hier wären Chinesen?

Re: China / Deutschland

Verfasst: 24.04.2011, 23:17
von DangsSheep
Kleiner Einwurf
Peter Scholl Latour über den Dalai Lama, das westliche Tibetbild, den tibetischen Buddhismus und die lamaistische Apokalypse



In seinem Buch „Die Angst des weißen Mannes – Ein Abgesang“ (2009) setzt sich Peter Scholl Latour auch mit der Geschichte Tibets, der Rolle des Dalai Lama und den Olympiaprotesten auseinander. Er reflektiert die Faszination des Westens am tibetischen Buddhismus und an seinem höchsten Repräsentanten und erwähnt in diesem Zusammenhang sogar zwei Grundpfeiler der lamaistischen Eschatologie, den so genannten Shambhala-Mythos und das Kalachakra-Tantra. Das Tibet-Kapitel ist das Resultat einer Reise nach Lhasa im Jahre 2007, die der Journalist im Alter von 83 durchführte.



Nach Scholl Latour war die Störung der olympischen Spiele durch die Tibeter eine abgekarrte Sache gewesen, um China zu demütigen: „Das internationale Kesseltreiben gegen einen harmonischen Ablauf der Pekinger Olympischen Spiele war planmäßig vorbereitet worden. Es gipfelte in der hässlichen Gewaltszene, als in Paris ein paar ‚Menschenrechtler‘ einer körperlich behinderten Athletin die Olympische Flamme brutal entreißen wollten.“ (302) Die Gewalt sei eindeutig „von rotgewandeten Lamas und ihren Gefolgsleuten ausgegangen, die angeblich im Namen ihrer buddhistischen Lehre sich solcher Übergriffe hätten enthalten müssen. Jedenfalls war die Brandschatzung chinesischer Geschäfte und Niederlassungen, die entfesselte Volkswut, die sich plötzlich nicht nur gegen die fremden Besatzer, sondern auch gegen die muslimische Minderheit der Hui entlud, das Produkt einer präzisen Planung. Um das festzustellen, bedarf es keiner finsteren Verschwörungstheorien.“ (303) Die „westlichen Medien“ hätten „die Zwischenfalle nach Kräften aufgebauscht“. So sei die die Niederknüppelung tibetischer Demonstranten vor der chinesischen Botschaft in der nepalesischen Hauptstadt Katmandu im Fernsehen so dargestellt worden, „als seien es chinesische und nicht nepalesische Polizisten, die erbarmungslos die Schlagstöcke führten.“ ( 303)



Es sei den „Drahtziehern der Anti-China-Kampagne“ jedenfalls gelungen, „den sportlichen Wettbewerb, von dem sich die Milliardenbevölkerung des Reiches der Mitte weltweite Gemeinsamkeit und eine durchaus berechtigte Anerkennung ihrer Leistungen versprach, in einen Schauplatz von Zank, Eifersucht und Missgunst zu verwandeln. Wer meint, mit diesen Manipulationen, die sich sogar in der verzerrten Berichterstattung der Olympischen Spiele von Peking widerspiegelten, den hehren Zielen von Freiheit und Menschenrechten gedient zu haben, sollte sich bewusst sein, dass - von einigen Außenseitern abgesehen - beim größten Volk der Erde der Eindruck entstand, in eine Diskriminierung und Missachtung zurückgestoßen zu werden. “ (304-305)



In einem geschichtlichen Rückblick erwähnt Scholl Latour sehr wohl die „brutalen Unterdrückungsmethoden“ der chinesischen Volksbefreiungsarmee gegen die Tibeter, aber sie habe auch „der schauerlichen Rückständigkeit ein Ende gesetzt und die Voraussetzungen für technischen Fortschritt und die Anhebung des bislang erbärmlichen Daseins gefördert.“ (305)



In einem kurzen geschichtlichen Abriss über verschiedene Staaten des Theravada- oder Hinayana-Buddhismus zeigt er, dass ebenfalls in diesen Staaten (Kambodscha, Burma, Sri Lanka, Thailand) keineswegs das Gesetz der Gewaltlosigkeit geherrscht habe und herrsche. Selbst der Sagen umwobene buddhistische König Ashoka sei alles andere „als ein Held der Sanftmut und der Duldsamkeit“ gewesen.



Über die indische „Residenz“ des XIV. Dalai Lama schreibt der Autor: „Wer den Buddhismus als Märchen unserer Tage, als verwirklichten Traum von Shangri-La erleben will, der begebe sich nicht nach Dharamsala, dem Amtssitz des Dalai Lama auf indischem Boden, wo sich im Umkreis eines recht harmlosen Gott-Königs alle nur denkbaren Geheimdienste tummeln.“ (310)



Der Gründergestalt des tibetischen Buddhismus, Guru Rinpoche oder Padmasambhava, der durch seinen bizarren Lebensstil auffällt, wird durch eine der vielen Anekdoten vorgestellt, die von diesem Großzauberer (Maha Siddha) überliefert sind: „Dieser heilige Lama, auch als Lotus-geborener Padmasambhava verehrt, hat sich durch erotische Extravaganzen und grobe Scherze hervorgetan. So soll er bei einer einzigen Mahlzeit eine ganze Kuh und eine Ziege mit Haut und Haaren verspeist haben. Es folgte ein gewaltiger Rülpser, und Guru Rinpoche erbrach ein kurioses Tier, das nur in dieser Himalayazone anzutreffen ist und als eine Art Wunderwesen gilt. Ich habe die ‚Rinder-Gemse‘ mit den Ausmaßen eines Kalbes und zotteligem grauem Fell als besonders hässliche Tiergattung empfunden.“ (312)



Scholl Latour hatte den Eindruck, dass es im Königreich Bhutan die Buddha-Lehre eine weit friedlichere Variante darstellt als die im alten Tibet. Das gilt auch für die dortige Rezeption des Guru-Rinpoche: „Auf keinen Fall darf der Fremde jedoch dem Irrtum verfallen, die Glückseligkeit des Drachenreichs von Bhutan, die sanfte Lebensfreude seiner Menschen ließen sich mit den Zuständen vergleichen, die vor dem Einmarsch der chinesischen Volksbefreiungsarmee im Gottesstaat der rotgewandeten Lamas von Tibet vorherrschten. Selbst Guru Rinpoche, der sich in Bhutan als eine Art heiterer, glückspendender Kobold präsentiert, gewinnt am Nordrand des Himalaya ein furchterregendes Antlitz und unterwirft die auf ihn eingeschworene Gefolgschaft des Dalai Lama seinen zornigen Launen, seiner unberechenbaren Willkür.“ (313



Das Kapitel „Die Botschaft des Goldaffen“ beginnt mit einem Zitat von Victor und Victoria Trimondi: „ ‚Es ist unglaublich, fast unheimlich, mit welcher Ignoranz die treuherzigen Deutschen den Dalai Lama, diesen gelb-roten ‚Gott zum Anfassen‘, der erst im zwanzigsten Jahrhundert dem finstersten Mittelalter entsprungen ist und der sich mit erstaunlichem Geschick westliche Begriffe von Liberalismus, Humanismus und Psychologie angeeignet hat, als ‚Jesus der Neuzeit‘ anbeten.‘“ (314) Scholl Latour kommentiert: „Das Zitat habe ich den Tibet-Experten Victor und Victoria Trimondi entliehen. Aus persönlichem Antrieb hätte ich nicht gewagt, ein so vernichtendes Urteil zu fallen. Ich will nicht behaupten, dass die anbetende Hinwendung so vieler unserer Landsleute zu einem exotischen Heilskünder aus dem Himalaya einem dauerhaften Rückfall in schamanistisch anmutende Pseudospiritualität entspricht.“ (314)



Aber das Phänomen Dalai Lama und sein Besuch in Deutschland im Jahre 2007 erscheint ihm dennoch höchst irrational: „Die deutsche Regierungschefin, die dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama einen Auftritt vor dem Brandenburger Tor verweigert hatte, empfand keinerlei Bedenken, dem Dalai Lama diese Tribüne zu verschaffen. Hunderttausende deutsche Bewunderer dieses ‚Ozeans der Weisheit‘ verfielen in mystische Verzückung. Der Heilsbringer aus Tibet, der sich zu neuen Reisen in die Bundesrepublik rüstet, ist - wie Der Spiegel bestätigt - in Deutschland populärer als der deutsche Papst.“ (304)



Das Interesse des „weißen Mannes“ am tibetischen Buddhismus leitet der Autor aus dessen Überdruss an der eigenen (westlichen) Kultur und einer allgemeinen Orientierungslosigkeit ab: „Die im Westen um sich greifende Schwärmerei für den Buddhismus - inkarniert in der Person des Dalai Lama - offenbart eine bestürzende metaphysische Ratlosigkeit.“ (305) Und an anderer Stelle heißt es „Was die einfältige Bewunderung einer obskuren tantrischen Form des Buddhismus jedoch zum Ausdruck bringt, ist die intellektuelle und psychische Verwirrung des ‚weißen Mannes‘. Nach seiner Abkehr von der eigenen theologischen Überlieferung ist es geradezu Mode geworden, den Trugbildern und Phantasmen anderer Kulturen nachzulaufen. Dabei geht aus seriösen Studien des Lamaismus hervor, dass Leibeigenschaft, Sklaverei, Erbfolge durchaus übliche Praktiken der damaligen feudalistischen Gesellschaft waren. Dazu gehörten auch eine strenge klerikale Hierarchie, düsterer Dämonenglaube, Geheimriten und ‚sexual-magische Praktiken‘. Die seltenen Filmdokumente in Schwarzweiß, die uns aus der Epoche vormaoistischer tibetischer Unabhängigkeit erhalten sind, veranschaulichen eine Serie von kultischen Ritualen, deren grauenhafter Spuk und die an Epilepsie grenzenden Trancezustände tiefstes Befremden auslösen sollten.“ (314)



Die irrationale Verehrung für den tibetischen Gottkönig hält er für ein Desaster. Der Westen habe sich einem „weisen Clown“ verschrieben. „Schonungsloser und scharfzüngiger kann die Entwurzelung des ‚weißen Mannes‘ am Ende seines Parcours durch Christentum, Aufklärung, mörderisches Neu-Heidentum, Verwerfung von Vernunft und Maß nicht angedeutet werden. Der ‚Herr des weißen Lotus‘ - in seine rote Mönchskutte gehüllt - sollte dem Abendland eher als ein Künder seines Niedergangs denn als Prophet einer weltabgewandten Erlösung erscheinen.“ (306-307)



Scholl Latour weist auch darauf hin, dass der tibetische Buddhismus nur wenig mit der ursprünglichen Lehre des Shakyamuni Buddha gemein hat. Er nennt ihn eine „Denaturierung des wahren Heilsweges, den der authentische Buddha predigte und der die Ausübung weltlicher Macht weit von sich weist.“ (314) An sich sei der Buddhismus „eine in mancher Hinsicht bewundernswerte Offenbarung, die aber gerade in ihrer tantrischen tibetischen Auslegung durch düstere Relikte von Schamanentum verdüstert wird. Allzu viele Amerikaner und Europäer haben mit ausufernder Phantasie das tibetische Hochland in eine Art Shangri-La verwandelt.“ (305)



Im Restaurant „House of Shambhala“ hatte Scholl Latour zum Abschluss seiner Reise aus Tibet noch ein Gespräch mit einem gebildeten, jungen Tibeter namens Lhundup, der gutes Englisch sprach und zwei Jahre in Kalifornien verbracht hatte. Lhundop habe eine durchaus kritische Einstellung zu verschiedenen Problemfeldern in seiner Heimat gezeigt. Aber er mokierte sich auch „ohne Umschweife über die Fabelbilder, die von so manchen Abenteurern, Hobbyforschern, Spionen und Wirrköpfen aus dem Westen entworfen würden, bis hin zu jenen Exzentrikern, die auf dem Dach der Welt eine von der Sintflut verschonte Menschengattung und im Umkreis der Klöster die Spuren einer arischen Urrasse entdeckt zu haben glaubten. ‚Eines sollten Sie bedenken‘, fuhr er mit ernstem Unterton fort, ‚wenn wir Chinesen nicht unsere alten, organischen Bindungen an Tibet wiederaufgenommen hätten, würden die Inder sich längst mit US-amerikanischer Hilfe in Lhasa etabliert haben.‘ “ (317)



Der „hochgebildete Mann“ habe ihm auch die Erklärung des Wortes „Shambhala“ gegeben: „Der Weg nach Shambhala führe laut tantrisch-buddhistischer Lehre den Erleuchteten zu jenem Ort der Erlösung, des Eingehens in einen immateriellen Zustand des Glücks, der nur durch Verzicht auf alle trivialen Bedürfnisse und Verlockungen des Lebens erlangt werden könne.“ (317) Aber dann verweist Lhundop auf den apokalyptisch-endzeitlichen Charakter des Shambhala-Mythos: „Es mag Sie interessieren, dass laut dem Kalachakra-Tantra aus dem zehnten Jahrhundert, dem auch der vierzehnte Dalai Lama anhängt, dieser Zustand der Perfektion, die Verwandlung Shambhalas aus einer mystischen Vision in eine erhabene Wirklichkeit, erst nach einer grauenhaften Phase kosmischen Zusammenpralls und menschlicher Verderbtheit erreicht werden kann.‘“ (317)



Lhundop sprach dann auch die Ähnlichkeit islamischer, lamaistischer und fundamentalistisch-christlicher Endzeit-Visionen an: „Offenbar war Lhundup über meine enge Beschäftigung mit dem revolutionären Islam unterrichtet, denn er verwies auf eine seltsame Verwandtschaft der großen Weltreligionen. Immer wieder trete die gemeinsame Vision nach einer Zwischenphase blutiger Wirren auf. Das Auftauchen falscher Propheten oder die höllische Erscheinung des Antichristen werde in der Schlacht von Armageddon gipfeln, jener grauenhaften Prüfung und quälenden Vorstufe der Läuterung, bevor der Himmel sich öffnet für die Parusie des Messias, Mehdi oder des Buddha Shakyamuni. Es bestehe doch eine eigenartige Parallelität zwischen den endzeitlichen Hinweisen der jüdischen Kabbala, der chiliastischen Erlösungserwartung der protestantischen Evangelikalen in USA, zwischen der schiitischen Mystik der ‚Hodschatiyeh‘, der auch der jetzige iranische Präsident Ahmadinejad nahestehe und die alles Heil von der Wiederkehr des Verborgenen Zwölften Imam erwartet, zu gewissen geradezu apokalyptisch anmutenden Schreckensvisionen des tibetischen Tantrismus. In diesem Punkt habe sich die theologische Interpretation der Mönchsgemeinschaften von Lhasa und Shigatse weit von dem erhabenen Prinzip der ‚Ahimsa‘, des Gewaltverzichts, entfernt, das der authentischen Lehre Gautamas im Westen so viele Junge zutreibe.“ (317-318).
http://www.iivs.de/~iivs01311/Lamaismus ... Latour.htm

Re: China / Deutschland

Verfasst: 24.04.2011, 23:19
von quant
sunshine6868 hat geschrieben: Du hast mich falsch verstanden, sorry, dann bist du also Deutscher.
Ich meinte damit die chinesischen Schulen.
Was hier an deutschen Schulen abgeht, wäre in China ein NO GO.
Hier läuft es doch sehr "relaxt" ab.
Ja gut, dann listen wir doch mal auf, was in meiner Klasse so alles los war:

das U-Hackerl-schießen
die gute alte Steinschleuder
Blasrohre
Schach spielen im Unterricht
Tageslichtprojektor schrotten
mit dem Tafelzirkel und dem Tafellineal Gladiatoren-Kämpfe austragen
Unter dem Tisch SMS schreiben
Im Computerraum Counter Strike installieren
Unterrichtsstunden schwänzen
...
...

find ich ganz gut, dass nicht alles was hier gemacht wird in anderen Ländern nachgemacht wird.

Re: China / Deutschland

Verfasst: 24.04.2011, 23:21
von Yingxiong
Vielleicht mal ein interessanter Artikel für unseren Sonnenschein:

http://www.focus.de/politik/ausland/tid ... 68452.html

Re: China / Deutschland

Verfasst: 24.04.2011, 23:26
von sunshine6868
qpr hat geschrieben:
sunshine6868 hat geschrieben:
Du weißt ja gar nicht, was ich gelernt habe ............., na ja, das ist schon lange her.

Aber auch heute würdest du dich sehr wundern, wie unterschiedlich der Unterricht aktuell in den Schulen in China und in Deutschland abgeht.

Ich habe vor ca. 2 Jahren ein Interview einer deutschen 12-jährigen Schülerin gesehen, die sechs Monate in China bei einem Austauschprogramm war. Sie hatte berichtet, dass ihre chinesische Mitschülerin bis nachts 24.00 - 1.00 Uhr für die Schule lernen musste, bis sie totmüde ins Bett fiel.

Ich möchte dem Kind jetzt keine Lügen unterstellen, ich war nur geschockt.
Aber eines ist doch klar, dass chinesische Kinder mit allem sehr viel mehr gefordert werden, ob im sportlichen Bereich oder lerntechnischen Bereich.
Da mache ich mir als Mutter schon Gedanken, ob da nicht ein Teil "Kindheit" kaputt gemacht wird.

O. K. mittlerweile ist bei uns in Deutschland im schulischen Bereich auch schon sehr viel im "Argen", was ich leider bemängeln muss.

Der Mittelweg von beiden Systemen, das wäre gut !
Das Kind hat auch nicht gelogen, der Unterricht ist wirklich grundverschieden zu unserem in Deutschland und die Kinder verbringen den größten Teil des Tages in der Schule.
Aber das ist in Japan genauso, wenn nicht sogar noch extremer, dort lastet ein enormer Leistungsdruck auf den Kindern.
Ist Japan jetzt auch ein "böses" Land für dich?????
Böse hin, böse her,
ich frage mich allen Ernstes, welche Kindheit diese Kinder unter diesem Leistungsdruck haben ?
Und, wenn wir alle ehrlich sind, ob in China, Deutschland oder sonstwo, du lernst viele Dinge, die du für den Rest deines Lebens gar nicht benötigst.
Muss man wirklich den Kindern das Lebens so verdammt schwer machen ?
Die Kinder in Deutschland verblöden auch nicht, nur weil sie nicht bis nachts Hausaufgaben machen müssen.
Mein Sohn sitzt oft noch an den Hausaufgaben, wenn ich von der Arbeit komme.
Er hat also auch seinen 8-9 Stunden-Tag inklusive Schule.
Und ich denke, das reicht auch aus für ein Kind.
Wenn ein Kind schon sehr jung erfahren muss, nur zu "funktionieren", habe ich meine Bedenken, was aus diesem Mensch wird.
Irgendwas wird doch immer in diesem Menschen "brodeln", irgendwas, was er nie sein konnte....
Ob das für die Zukunft eines solchen Menschen - auf Dauer gesehen - gut sein soll, wage ich zu bezweifeln :(

Re: China / Deutschland

Verfasst: 24.04.2011, 23:29
von robbe
robbe hat geschrieben: Schon wieder ein Fehler in deiner Denkweise, den ich bereits schon so oft erwähnt habe. Du bist keine Chinesin und kannst deren Situation, wie sie denken etc. nicht objektiv einschätzen (PUNKT). WIe kannst du dir anmaßen über deren Leben zu urteilen? Nicht jeder Mensch auf der Welt tickt wie ein Deutscher oder Europäer. Ist halt so... Nennt sich Kultur
Find dich damit ab.

Re: China / Deutschland

Verfasst: 24.04.2011, 23:32
von Loong
sunshine6868 hat geschrieben:Irgendwas wird doch immer in diesem Menschen "brodeln", irgendwas, was er nie sein konnte....
Ob das für die Zukunft eines solchen Menschen - auf Dauer gesehen - gut sein soll, wage ich zu bezweifeln :(
Wieviele Chines/inn/en unterschiedlichen Alters hast du eigentlich schon getroffen, dich mit ihnen unterhalten, ihren Ansichten, Sorgen, Wünschen und Vorstellungen gelauscht? Mehr als Null?

Re: China / Deutschland

Verfasst: 24.04.2011, 23:32
von quant
robbe hat geschrieben:
robbe hat geschrieben: Schon wieder ein Fehler in deiner Denkweise, den ich bereits schon so oft erwähnt habe. Du bist keine Chinesin und kannst deren Situation, wie sie denken etc. nicht objektiv einschätzen (PUNKT). WIe kannst du dir anmaßen über deren Leben zu urteilen? Nicht jeder Mensch auf der Welt tickt wie ein Deutscher oder Europäer. Ist halt so... Nennt sich Kultur
Find dich damit ab.
Vergiss es, die Logik die dahinter steckt kann man keinen beibringen (oder nur sehr schwer), der so selten in anderen Ländern ist.

Dazu muss man nämlich verstanden haben, dass in anderen Ländern unterschiedliche Denkweisen und damit unterschiedliche Lösungsansätze verfolgt werden - das nennt sich wie robbe schon richtig geschrieben hat - Kultur.

Auch werden Probleme ganz anders aufgefasst, aus der sicht von Chinesischen Eltern ist nämlich nicht die Freizeit das Problem, sondern eher das die Kinder nicht am lernen sind.