Leben und Arbeiten in Shanghai

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corneta
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Re: Leben und Arbeiten in Shanghai

Beitrag von corneta »

@babs

Der Gedanke ist mir auch schon gekommen, ich konnte nur nicht einschätzen, wie lange man braucht, bis man mit normaler Sprachbegabung ein alltags- und vor allem lehrfähiges Chinesisch kann. Ich bin bis jetzt auch noch nicht auf Informationen bezüglich der Kosten gestoßen. In Deutschland sind solche Sprachkurse teuer. Mit der VHS ect. ist es zwar preisgünstig, es dauert aber auch dementsprechend lange. Ich lerne seit 2 Jahren da Spanisch und würde jetzt nicht sagen, dass ich Spanier unterrichten könnte.
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bossel
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Re: Leben und Arbeiten in Shanghai

Beitrag von bossel »

corneta hat geschrieben:lehrfähiges Chinesisch
Was ist das? Willst Du Chinesen Chinesisch beibringen? 8)

Man braucht nicht unbedingt Chinesisch zu können, um in China Fremdsprachen zu unterrichten. Die wenigsten ausländischen Lehrer hier sprechen die Landessprache. Bei den meisten sieht es aus wie bei mir: ein paar Brocken hier & da, das ist es.

Worauf die (staatlichen) Schulen etc. jedoch Wert legen, ist ein Zertifikat (auf sowas ist man in China ganz scharf, wie's scheint, egal, ob es was aussagt), möglichst von einer Universität. Wenn man seine Muttersprache unterrichten will, kann es irgendein Abschluß sein. Würdest Du jedoch zB Spanisch in China unterrichten wollen, müßtest Du die entsprechenden Kenntnisse nachweisen.
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Linnea
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Re: Leben und Arbeiten in Shanghai

Beitrag von Linnea »

corneta hat geschrieben:Der Gedanke ist mir auch schon gekommen, ich konnte nur nicht einschätzen, wie lange man braucht, bis man mit normaler Sprachbegabung ein alltags- und vor allem lehrfähiges Chinesisch kann.
Um Deutsch zu unterrichten wirst du keine Chinesischkenntnisse benötigen, erst recht keine, die dich dazu befähigen auf Chinesisch zu unterrichten. Die Frage ist eher ob es genug Möglichkeiten gibt Deutschunterricht zu geben - außerhalb von Sprachschulen und Universitäten fallen mir noch die chinesischen Ehepartner deutscher Staatsbürger ein, die einen Nachweis über ihre Deutschkenntnisse erbringen müssen um ihnen nach Deutschland zu folgen.
corneta hat geschrieben:Ich bin bis jetzt auch noch nicht auf Informationen bezüglich der Kosten gestoßen.
Für einen Sprachkurs an einer Universität (also Vollzeit und nicht nur ein Abend in der Woche) wirst du mit bis zu 1000€ pro Semester rechnen müssen.
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corneta
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Re: Leben und Arbeiten in Shanghai

Beitrag von corneta »

Also ich finde es nicht ganz unwichtig, wenn man als Lehrer im Stande ist, seinen Schülern Fragen so zu beantworten, dass sie das auch verstehen. Bei Chinesen ist das dann wohl auf Chinesisch, denn einem nicht-deutsch-sprechendem die Grammatik auf Deutsch zu erklären ist ein gewagtes Unterfangen. Ich persönlich finde es bei meinen Sprachkursen auch nicht unwichtig, dass man mir meine Fragen beantworten kann, da man Sprache nicht nur durch reines Auswendiglernen lernt. Da ich meine Lernerfahrungen bis jetzt allerdings nur aus der Perspektive "Schüler" habe,muß man sich das dann wohl mal in der Realität anschauen. Und nach allem was ich bis jetzt gelesen habe, dürften Chinesen viele Fragen bezüglich der deutschen Grammatik haben.
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Linnea
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Re: Leben und Arbeiten in Shanghai

Beitrag von Linnea »

Chinesischkurse werden in China in der Regel auch auf Chinesisch gehalten - egal welche Muttersprache die Teilnehmer sprechen. Die Grammatik kann man dann entweder im eigenen Lehrbuch, oder in einer gesonderten Grammatik nachlesen. Ich sehe da ehrlich gesagt keinen Nachteil darin und finde persönlich, dass "einsprachige" Kurse in der Regel besser sind als diejenigen, die sich einer "Hilfssprache" bedienen. Aber das mag Ansichtssache sein.
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bossel
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Re: Leben und Arbeiten in Shanghai

Beitrag von bossel »

corneta hat geschrieben:Also ich finde es nicht ganz unwichtig, wenn man als Lehrer im Stande ist, seinen Schülern Fragen so zu beantworten, dass sie das auch verstehen.
Du wirst für gewöhnlich auch keine totalen Anfänger unterrichten, sondern Leutchen, die schon eine Weile Deutsch hatten oder zumindest einigermaßen Englisch können.

Ich halte auch nichts davon, Anfänger ins kalte Wasser zu schmeißen. Das kann zwar funktionieren, aber ich denke mal, daß das idR doch mehr Probleme verursacht als nötig.
Dennis (CDS)
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Re: Leben und Arbeiten in Shanghai

Beitrag von Dennis (CDS) »

@corneta

Es gibt an Schulen und Universäten mitunter nicht so sehr darum, dass der ausländische Lehrer perfekt unterrichten kann, sondern dass die Schule oder Universität sich damit rühmen kann einen richtigen Muttersprachler unter Vertrag zu haben. Wenn er dazu noch gut unterrichten kann, umso besser, wenn nicht, dann dient er trotzdem immer noch als gutes Beispiel für die "Qualität" des Lehrpersonals. Welcher der Studenten oder deren Eltern kann schon die Qualität des Deutschunterrichts beurteilen? Bei Prüfungen sollten natürlich nicht alle der Reihe nach durchfallen, aber wenn einem nicht alles vollkommen egal ist, dann wird das auch nicht passieren.

Chinesische Bücher über deutsche Grammatik gibt es genügend (...selbst in Taiwan kann man chinesische Deutschbücher (Kurzzeichen!) kaufen). Und glaub mir, Akkusativ und Dativ erklärst du auf Chinesisch auch nicht mal so eben. :wink:

Ein Muttersprachler ist gut für Aussprache, Konversation, Hörverständnis, in höheren Stufen auch für den schriftlichen Ausdruck. Alles andere kann von chinesischen Lehrern und Büchern übernommen werden.

Die Frage bei den Deutschkursen ist auch immer, ob Hauptfach oder einfaches Nebenfach, Universität, Schule, Nachhilfeschule oder privat. An der ehemaligen Uni meiner Frau wird Deutsch als Hauptfach gelehrt, mit DAAD-Lehrern und Taiwanern, die besser Deutsch können als ich. :oops: Und trotzdem gibt es nebenher noch genügend Möglichkeiten, sich als nicht ausgebildeter Sprachenlehrer zu betätigen. Manchmal sogar ohne es am Anfang wirklich zu wollen. :lol:

Der Weg, den babs vorgeschlagen hat ist natürlich schon etwas anspruchsvoller. Wenn man in die Richtung gehen will (bei mir war es zunächst eine Übergangslösung und jetzt mache ich es "zum Ausgleich"), dann sollte man sich schon bemühen, einige Abschlüsse zu erreichen. In Asien öffnen diese wirklich eine Menge Türen.

PS: Ach ja, und dass chinesische Schüler dir viele Fragen stellen kommt eh nicht so oft vor. :wink:
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corneta
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Re: Leben und Arbeiten in Shanghai

Beitrag von corneta »

@ Dennis (CDS)

Danke für die ausführliche Antwort, damit kann ich doch was anfangen. Außerdem beruhigt mich die Tatsache, dass ich doch nicht ganz so überzogene Ansprüche und Vorstellungen habe. Wenn uns der Weg nach China führt, werde ich sowieso versuchen, schon in Deutschland einen Sprachkurs zu machen.

Da wir ja nicht völlig ohne Sicherheiten nach China gehen, muß ich ja auch nichts erzwingen. Die Sprache zu erlernen ist eh unerlässlich, wenn man sich in einem fremden Land wohlfühlen will. Was man dann damit macht, wird sich zeigen.

@ an alle anderen Ratgeber

Wie man hört, bin ich inzwischen schon deutlich entspannter, auch dank der Info`s, die man hier in den verschiedenen Foren erhält. Es hilft auch, wenn man weiß, dass es eine Menge Deutsche gibt, die das Leben in China mögen. Danke. Ob das auf einen selber auch zutrifft, kann man nur anhand eines Selbstversuches herausfinden, und genau das ist wahrscheinlich das wichtigste Argument für ein Pro-China. Wer weiß, ob man nochmal die Chance bekommt.
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